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Die Liebesbriefe der Julie de Lespinasse

Julie de Lespinasse: Die Liebesbriefe der Julie de Lespinasse - Kapitel 65
Quellenangabe
typeletter
authorJulie de Lespinasse
titleDie Liebesbriefe der Julie de Lespinasse
publisherLehmannsche Verlagsbuchhandlung
printrun1. bis 5. Tausend
year1920
translatorArthur Schurig
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060904
projectidefb38b95
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65.

Montag, den 10. Oktober 1774, nach dem Eintreffen der Post.

Keinen Brief! Wahrlich, wenn ich nicht immer wieder Vertrauen in Ihre Freundschaft setzte, würde ich Ihnen nicht mehr schreiben. Mein Gott, wie kann man so nachlässig sein? So leicht die vergessen, die einen liebt? Kann es wirklich irgend ein Geschäft, eine Zerstreuung geben, die über den Genuß, eine Leidende zu trösten, gehen könnten? Kann man anderseits ein tiefes Herzeleid heilen, von dem nichts abzulenken vermag?

Ich werde diesem Gedanken die Zeit bis Sonnabend widmen. Mein Schmerz wird auf meiner Seele lasten; Sehnsucht und Reue werden in ihr abwechselnd die Herrschaft haben. Aber was kümmert Sie das? Sie warten nicht auf meine Briefe. Mein Frieden macht Ihnen keine Sorge. Meinetwegen. Nicht über Sie bin ich unzufrieden, sondern über mich, nur über mich. Ja, mein Lieber, ich verzeihe Ihnen, ich liebe Sie, Sie tun mir weh, aber Sie werden es wieder gutmachen.

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