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Die Liebesbriefe der Julie de Lespinasse

Julie de Lespinasse: Die Liebesbriefe der Julie de Lespinasse - Kapitel 218
Quellenangabe
typeletter
authorJulie de Lespinasse
titleDie Liebesbriefe der Julie de Lespinasse
publisherLehmannsche Verlagsbuchhandlung
printrun1. bis 5. Tausend
year1920
translatorArthur Schurig
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060904
projectidefb38b95
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13.

[1776.]

Ich fühle es, ich sehe es: liebe Freundin, ich habe nichts mehr von Ihnen zu erwarten! Verzweiflung und Todessehnsucht haben sich meiner Seele bemächtigt. Sie sind mir himmelweit fern! Für mich hat Ihr Mund kein zärtliches gütiges Wort mehr. Und trotz Ihrer Schwäche ist es Ihr Wille, der mich zu dieser Qual verdammt!

Gestern noch, da haben Sie zu mir gesagt, Sie wünschten mir Glück, und Sie fügten hinzu: »Soviel wie Sie mir Leid angetan haben!« Welch ein Wunsch! Die Rache der Hölle könnte ihn nicht in grausamere Form bringen. Und ich, ich liebe Sie inniger denn je. Jeder Hoffnungsschimmer, den Ihr Arzt ausspricht, macht mich freudetrunken. Unablässig denke ich Ihrer. Ich schreibe Ihnen fortwährend. Ich küsse die Schwelle Ihrer Tür. Weisen Sie mich nicht zurück! Ich würde dort sterben vor Schmerz. Meine liebe Freundin, ja, noch immer meine liebe Freundin, das Leid, das Sie mir seit drei Wochen bereiten, genügt, alle meine Vergehen zu tilgen. Schauen Sie mir in die Seele! Sie ist zerrissen von Schmerz und Reue.

Ich fahre nach Versailles. Wenn ich vor elf Uhr zurückkomme, werde ich noch zu Ihnen kommen. Ich muß Sie sehen.

Hippolyte.

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