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Die Liebe, alt wie die Welt

Robert Seitz: Die Liebe, alt wie die Welt - Kapitel 20
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typefiction
authorRobert Seitz
titleDie Liebe, alt wie die Welt
publisher Karl H. Bischoff Verlag
year1943
firstpub1936
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*

Als Pagel in Sorgenstein ankam, war manches verändert. Schon in dem Gasthaus zwischen den Chausseen hatte er gehört, dass Malwines Grossvater, der alte Bergmann, gestorben wäre. Jakob Rauchmaul hatte sich bereits aufgemacht, in der Hoffnung, einen Sterbechoral blasen zu dürfen.

Frau Hosang war nicht so gesprächig wie sonst, aber Tante Riekchen erkundigte sich gleich, wie dem Nachbar Alines Haus gefallen hätte. Jakob hatte davon erzählt und wohl auch sonst manches Wort eingeflochten. Diese Aline, sie hat keinen schlechten Geschmack. Tante Riekchen betrachtet den Nachbar mit verstohlenen Blicken. Sie ist verwundert, dass er kein Wörtchen fallen lässt.

»Meine Nichte«, sagt sie, um ihre nahe Verwandtschaft anzudeuten, aber Pagel geht nicht darauf ein.

Überhaupt macht er kein Gesicht, wie es einem Freiersmann zukäme. Sieben Tage Regenwetter, denkt Riekchen und tritt mürrisch beiseite.

Sie ist unzufrieden mit dem Nachbar. Sie ist ärgerlich auf Frau Hosang.

Warum der unfreundliche Empfang?

»Wenn der Nachbar sich für Aline entscheiden will, kann man ihm doch nicht die Milch anbrennen lassen. Vielleicht hat er es auch nicht so leicht mit Aline. Das Mädchen trägt Raupen im Kopf.

Tante Riekchen will ihm zu Hilfe kommen. Sie kennt Aline von klein auf. Sie weiss, wie man das Mädchen behandeln muss. Sie wird dem Nachbar schon gute Ratschläge geben.

»Sie hat ihre Nucken«, erklärt Riekchen. »Du darfst ihr das nicht durchlassen, von Anfang an nicht. Aber sonst ist sie herzensgut und fleissig. Tüchtig, Nachbar, alles was recht ist.«

Sie sagt das, während Pagel schon auf den Wagen steigt. Sie bleibt besorgt zurück. Sie weiss nicht, ob er ihre Worte verstanden hat.

In Sorgenstein die Nagelschmiede lag stille. Wilhelm hatte noch den schwarzen Rock an, als er den Nachbar begrüsste.

»Wir haben ihn heute begraben«, sagte er.

»Ich hätte ihm gern die Ehre gegeben«, antwortete Pagel. Malwines Augen waren von Tränen gerötet, sie war blass und schmaler waren ihre Wangen.

Der Nachbar drückte ihr die Hand. Sie begann von neuem zu weinen.

»Er ist aus aller Krankheit heraus«, tröstete Pagel.

Malwine warf einen verzweifelten Blick auf das Kind, das friedlich in seinem Bettchen schlummerte, und lief hinaus.

Pagel sah Wilhelm forschend an.

»Es steht nicht so gut mit ihr«, berichtete Wilhelm in seiner langsamen Art. »Wir waren beim Arzt in der Stadt. Es bot sich eine Fahrgelegenheit.«

»Ich konnte nicht früher zurück, Leisegang ist erst gestern wiedergekommen«, entschuldigte sich Pagel.

»Nun hat sie noch ihre Aufregung mit dem Alten gehabt«, fuhr Wilhelm fort. »Das hat sie noch mehr mitgenommen.«

Er setzte sich zu Pagel.

»Wir haben ihn erst nach drei Tagen gefunden.«

Pagel hob fragend den Kopf.

Wilhelm seufzte und schlug sich grämlich aufs Knie.

»Ja, nach drei Tagen. Er war am Morgen weg aus dem Bett. Das Fieber soll ihn aus dem Haus gejagt haben. Er konnte kaum noch laufen, aber er hats geschafft. Bis zum silbernen Nagel. Da haben sie ihn gefunden. Er war wohl schon Tag und Nacht tot. Es gab viel Schererei. Der Gendarm hatte ihn beschlagnahmt, aber dann wurde er freigegeben. Nun hat er seine Erde.«

Ja, nun war er heimgekehrt in den letzten Stollen, der greise Bergmann. Nicht im milden Licht durfte er einfahren, grausam war die Finsternis gewesen, in der er eingeholt worden war.

Von seiner letzten Lagerstätte hatte sie ihn aufgescheucht.

Ein dunkler, grimmiger Erdmund stand der Tod an seiner Seite. Der Greise hatte nach ihm geschlagen, er hatte ihn wegkratzen wollen, den gierigen Schatten da, mit Stöhnen und jagendem Atem hatte er ihn zuschütten wollen.

O der Tod ist tiefer als die Erde.

An seinem Rande winzig schwebte der Sterbende.

Das Wimmern war schon gestorben. Er schloss die Augen, lautlos hinabzustürzen.

Aber der Tod hat Launen. Es gefiel ihm, einen Schritt zurückzutreten. Er gab die Türe frei.

Der Sterbende öffnete noch einmal die Augen. An seinem Bette schwelte ein dünnes Licht.

Er richtete sich auf.

Der Tod war fort.

Malwines Mutter war in die Stube getreten und sah nach dem Alten. Er liess sich ankleiden. Es ging schon auf Morgen. Er wünschte, im Stuhl am Fenster zu sitzen.

Da sass er, wieder allein, und sah die weichende Nacht.

Sieh an, es wird heller. Der bleiche Tag dämmert herauf. Die Wälder treten hervor, die Berge steigen von neuem.

Ja, der Tod ist vorübergegangen.

Aber die Berge.

Die Berge rotten sich zusammen. Sie kommen dahergestampft. Sie haben die Wälder abgeworfen. Sie sind riesige, nackte Erdhaufen.

Sie verdecken den Himmel schon.

Sie zerbrechen die Strasse, das erste Haus, das andere. Sie kommen. Sie kommen. Die Berge kommen.

Der Alte stürzt aus dem Stuhl empor. Er keucht. Irr schweift sein Blick. Seine Hände flackern. Seine Stirne brennt. Er stürzt empor. Die Türe ist offen. Oh, die Strasse, – der Weg, ach, der Wald. Wehe, die Berge.

In den verlassenen Grubengang kriecht er hinein, scharrt sich hinein, wühlt sich hinein. Stöhnt, keucht, stöhnt.

Die Berge wollen ihn holen.

Tief in der Erde sucht er nun Zuflucht.

War der Tod nicht vorbeigegangen? Was wollen sie, die herzlosen Berge?

Funkelnd kamen sie, silbern, gefüllt mit Erz.

– Wehe, sie stürzen.

Erde ist der Himmel, dunkele Erde.

Eine gramvolle Finsternis stieg auf. Alles Licht war erloschen.

In dem silbernen Nagel, der stillgelegten Grube, fand man den Toten.

Er lag auf dem Gesicht, die Hände in dem lockeren Gestein. Seine Finger waren nicht verkrampft. Als sie von der Erde gelöst wurden, blieb nicht ein Krümchen in ihnen zurück. Sie waren weiss und still.

Malwines Vater war in diesen Tagen mit seinen Waren weit unterwegs. Er kam erst zurück, als das Grab schon gerichtet war.

Meister Freilich und Wilhelm hatten tagelang nach dem Toten gesucht.

Malwine musste alles daran wenden, die Mutter zu beruhigen, die sich Vorwürfe machte, dass sie den Sterbenden aus den Augen gelassen hätte.

»Ich weiss nicht, wie er hinausgekommen ist«, jammerte sie. »Er muss keinen Schritt mehr gehabt haben.«

Wenn der Alte in seinem Bette zur endlichen Ruhe gekommen wäre, würden die Tränen balde verflossen gewesen sein. Die befremdliche Art aber, in der sein Sterben vor sich ging, hatte alles aufgerissen.

Später wohl sagte man:

»Er war eine grosse Last. Ja, er ist sich selber eine Last gewesen.«

Doch konnte man mit solchen Worten nicht das plötzliche Erschrecken verwinden, das immer wieder jählings aufkam, wenn man sich erinnerte, wie der Greis elend und verlassen in dunkler Erde umgekommen wäre.

Wilhelm war besorgt wegen Malwine. Sie hatte sich bis zum Begräbnis des Grossvaters aufrecht gehalten, aber nun brach sie zusammen.

Pagel sollte weiterfahren. Meister Freilich hielt ihn zurück.

»Wenn du nichts versäumst, bleib noch«, bat er. »Mir geht alles durchher. Wir könnten hin und wieder ein vernünftiges Wort miteinander reden.«

Pagel war nach Sorgenstein gekommen, um hier im Hause des Meisters Freilich die trüben Gedanken loszuwerden, die ihn seit Tagen verfolgten. Er hatte sich vorgenommen, seine Vergangenheit dem Meister klarzulegen, ihm von Melitta und Dole zu erzählen, und er vertraute darauf, dass Freilich Worte der Beruhigung wüsste, vielleicht sogar einen annehmbaren Rat, wie eine Brücke zu schlagen wäre über viele Jahre.

Nun war das Haus, wo er Klärung suchte, aufgewühlt von Tränen und Besorgnissen. Er, der selber Linderung erhoffte, sollte bleiben, um zu lindern.

Pagel entschloss sich nur schwer.

Dann aber fühlte er, wie die eigene innere Not zurücktrat vor dem scheinbar grösseren Kummer der Freunde.

Zu dem Begräbnis war auch die Alte aus dem Baldriansdorf gekommen, die Grossmutter des Lehrjungen. Sie konnte den ganzen Tag über Malwines Krankheit reden.

»Neulich habe ich dreimal den Herzschlag gehabt«, sagte sie. »Ich bin nochmal vorbeigekommen. Ich will dir auch sagen, wie. Nichts anderes, als Katzenkraut. Ich habe immer einen Beutel bei mir, den kannst du haben.«

Nun konnte sie stundenlang vom Katzenkraut erzählen. Ja, ihr ganzes Leben spielte sich im Baldrian ab.

Im Herbst sammelte sie die Ausläufer der wilden Wurzelstöcke, den Winter über wurden sie eingeschlagen und im Frühjahr ausgesteckt. Die Pflanzen mussten viel gehackt und gehäufelt werden. Im Herbst wurden sie dann gerodet. Darauf waren die Wurzeln auszuwaschen, zu kämmen und in Zöpfen zusammenzubündeln. Diese Baldrianszöpfe hingen an der Aussenwand des Hauses, bis sie von Sonne und Wind getrocknet waren.

Ihr Geruch sass in den Kleidern der Alten.

Dass sie von ihrem Dorf bis nach Sorgenstein noch zu Fuss laufen konnte, hatte sie ihrer Meinung nach nur dem Baldrian zu danken.

»Ich habs deiner Mutter oft genug gesagt. Der Alte wär nicht so rasch hinübergegangen. Auch deinem Vater täts gut, aber wer Sand in den Ohren hat, hört die Glocken nicht läuten.«

Sie sass an Malwines Lager und hatte viele Ratschläge.

Ja, diese Alte. Solch Katzenkraut!

»Die giesst erst am jüngsten Tag die Schüssel aus«, so sprachen die Leute von ihr. Der Alten wars recht.

»Kuckucksruf und alte Weiber«, sagte sie, »verlass dich darauf.«

Als sie sich endlich spät abends auf den Weg machte, um ihre Freundin Riekchen noch zu besuchen, atmete man auf, vor allem auch ihr Enkel, der Lehrjunge, für den während der Anwesenheit der Grossmutter keine Stunde ohne Ohrfeige vorüberging. Ihre alte Hand war flinker als seine jungen Beine.

Der Blasjunge war ihr in der letzten Zeit zu sehr verwöhnt worden. Wilhelm hatte andere Sorgen, und Meister Freilich sah dem Jungen manches nach, seitdem er ihm einen Zeisig gebracht hatte. Der Vogel hatte sorglos auf dem Hofe gesessen, und dem Lehrjungen war es gelungen, ihn rasch unter einen Topf zu bekommen.

Der Vogel wurde in einen Käfig gesperrt und Meister Freilich beschäftigte sich viel mit ihm.

Der Lehrjunge hatte bald heraus, dass er sich mit diesem Zeisig des Meisters Wohlwollen eingefangen hatte, und um sich diese Gunst zu erhalten, stellte er, wo es irgend ging, den Vögeln nach.

Er hatte auf dem Boden die verstaubten Gerätschaften des Vogelfangs entdeckt und liess sich von dem Meister darin unterrichten.

Sieh her, dieses ist die Vogelkiepe. Sie hat einen hölzernen Boden und ihre vier senkrechten Stäbe sind mit Leinen umspannt. In diesem Schubkasten hier sind die Leimruten aus Birkenreisern, die Holunderholzpflöcke, die man Dietle nannte, der Leimtopf mit dem Leimstörrel, dem Stäbchen zum Umrühren, und hier das Leinband, die Schnur.

Dort in der Ecke liegt noch ein Klatt, der Holzstamm mit den beweglichen Armen. Ein Dreistrang ist es, drei Arme, siehst du. Auch gab es den Fünfstrang, den Zehnstrang, fünf Arme, zehn Arme, in deren Löcher hier tat man die Ruten, die Leimruten dort aus dem Birkengezweig. Dazwischen steckte man Tannengrün, so war der Fangstrauch bereit. Die Zeisige kamen, die Seidenschwänze. Es war ein Schwirren im Frühling und Herbst.

Im Laubwald nahm man den Buchenbusch, am Stecken gebunden stand er im Strauchwerk. Am äusseren Ende der markgefüllten Holunderpflöcke sassen die Ruten.

Die Lockvögel sangen, der Stieglitz, der Hänfling, vor allem der Dompfaff. In ihren Käfigen sangen sie auf dem Störrel, der gabeligen Stange. Die wilden Vögel flogen herbei, die Lockvögel riefen.

Zwei Morgen gross war der Fangplatz, ein Feuer inmitten das Zeichen des Voglers. Kein anderer kam ins umgrenzte Gehege.

Um Sonnenaufgang schwärmten die Vögel. Aus allen Sträuchern kam heller Gesang.

Der Vogelsteller verstand seine Sache. Er zähmte die wilden, er trug in die Stuben die Stimmen des Waldes. Er fing sich die Freude vom blühenden Strauch.

»Freilich, die Zeit ist nun vorüber.«

Das sagte der Meister und stiess mit dem Fusse die Ruten beiseite.

»Ich möchts schon versuchen«, entgegnet der Junge.

Er steht und betrachtet die alten Geräte.

Ja, die Zeit des Vogelfangs ist vorüber. Ungehindert singen die Bunten, holen sich Körner vom Hof, hüpfen vorüber.

Oft, wenn der Meister solchen Gesang hört, schlägt härter sein Hammer.

Der Lehrjunge macht sich jetzt oft auf dem Boden zu schaffen. Einmal bringt er dem Meister einen Hänfling.

Der Alte wird zornig: »Es ist verboten!«

Aber der Hänfling sitzt schon im Bauer.

Dar Meister streichelt ihn oft. Kleines warmes Leben in seiner Hand. Weiche Zierlichkeit solch ein Herzschlag.

Der Zeisig hat sich gewöhnt, er nimmt schon vom Finger. Die Finken flattern lustig im Käfig. Gelehrig sind sie. Ihr Schlag ist das Reinste. Da ist vor allem der Vorschläger, der Lehrvogel für die zaghaften Jungen. Wenn er singt, geht ein heller Schein über des Meisters Gesicht.

Ja, solche Finkengesänge. Uralte Namen führen sie: Reiterspazier und Kliessgroben, Patteram und Putzebart, Jeckereiter und Schweppe. Ach, und der Weizekiel.

Von seinem Vater erzählt Meister Freilich. Der wusste noch vieles, der Meister Wilhelm.

Jetzt hat man bloss noch die zahme Zucht.

Der Lehrjunge horcht mit verlangenden Augen. Er bastelt des Abends mit Reisig und Schnüren.

»Es ist verboten«, knurrt Meister Freilich.

Die Vögel haben mit eins den Kopf ihm verdreht.

Pagel war froh, dass anderen Tages der kleine Kantor kam. Er ist weitläufig zu Malwine verwandt. Er hat gehört, dass sie krank ist. Er weiss auch, dass der Nachbar sich noch in Sorgenstein aufhält. Nun tritt er nachmittags ins Haus.

Ja, Malwine ist kränker, als er glaubte. Morgen will der Arzt wiederkommen. Da ist nicht viel zu machen mit Pillen und Arznei. Sie muss sich schonen, keine Aufregung, nicht die geringste. Sie wird schon über den Berg kommen. Doch dauert es seine Zeit.

Aber Malwine ist kränker, als er geglaubt hatte.

»Die arme Frau«, klagt der kleine Kantor zu Pagel, der ihn ein Stück auf den Heimweg begleitet.

»Wie oft bin ich hier mit Emma gegangen.«

Er ist wieder ganz benommen von Erinnerungen. Der Besuch in der Nagelschmiede, aus der er in glücklichem Jahr seine Frau heimführte, das Wiedersehen mit der alten Stube in der sie als Kind gespielt, als junges Mädchen die Zärtlichkeit der Liebe erfahren hatte, das alles hat seine Gedanken weich gestimmt.

Er hat die Kranke gesehen, bleich und elend wie Emma in der letzten Zeit ihres Lebens. Sein Blick war erschrocken zurückgebebt.

Nun geht der Kantor neben Pagel her, sein gutes Herz ist eingehüllt in den Trauermantel verschollenen Glücks.

Er hat viele Bücher gelesen und weiss, wie Dichter die Liebe gefeiert haben. Er hat ihre Sprüche auf seinen Lippen und er kennt die unsterblichen Worte, mit denen sie der totem Geliebten nachtrauerten.

Es ist ein früher Herbstabend. Das matte Grau des Himmels berührt zaghaft die schwarzen Tannen. Das Gras auf den Wiesen steht gebeugt. Der Atem der Täler ist sichtbar.

Der kleine Kantor wandelt versunken dahin. Er redet mit fremden Worten sein eigenes Herzleid. Beklagenswert fühlt er sich. Er möchte sich selber liebkosen und trösten. »Weine nicht, möchte er zu sich sagen. Wir sind mitten im Leben vom Tod umfangen. Wenn er mich anrührt, werde ich sie wiederschauen.

Sein Herz ist von neuem aufgebrochen. Es schüttet das Schluchzen aus und ein zitterndes Gestammel. Wieder, wie so oft, sehnt es sich in ihm, sein Weib noch einmal in seinen Armen zu halten, ihre letzte Frage noch einmal von ihren Lippen zu lesen.

Der Augenblick, da er sie hinüberbetten musste in den Tod, scheint ihm die tiefste Offenbarung aller Liebe.

»Sie hatte sich noch einmal aufgerichtet und ihre letzten Blicke fragten mich. Bis in alle Ewigkeit, habe ich geantwortet. Sie ist mit einem Lächeln heimgegangen.

»Was habe ich alles verloren«, sagt er und blickt den Nachbar wehmütig an. Aber der Nachbar schweigt.

Der kleine Kantor kann sich nicht beruhigen. Das Tote ist emporgestiegen und schwebt zwischen ihnen. Es ist ein süsser, schmerzhafter Hauch. Es ist ein milder, brennender Schein. Einsam weht es hin in vielerlei Gestalt.

O alles Tote ist lebendig geworden.

Es geht neben ihnen her, hat keine Erhabenheit und keine Allmacht, schreitet dahin wie ein Mensch, nennt Namen, berichtet Geschichten, mahnt an alltägliche Tage, fragt: Weisst du noch dies? Kennst du noch das?

»Es geht alles vorüber«, sagt der Kantor.

»Nein«, antwortet Pagel.

»Du hast recht«, erwidert der Kantor. Er weint nun wirklich.

Sie kennen sich durch viele Jahre, sie sind Freunde.

Vielleicht müsste Pagel jetzt die Hand des Kantors nehmen. Vielleicht müsste er ihm Trost zusprechen.

Der Kantor erwartet es wohl. Er sieht den Nachbar unglücklich an.

Doch Pagel beachtet seine Tränen nicht. Er sagt hart und herzlos: »Alles bleibt!«

Ja, es bleibt alles. Was man vergangen wähnte, kommt hervorgekrochen. Die Türe, die man zuschlug, bleibt Eingang und Ausgang. Jedes Stück Weg, das man ging, bleibt. Jede Stunde wird eingesammelt, jedes Wort aufbewahrt.

»Alles bleibt«, sagt der Nachbar.

Der Kantor ahnt plötzlich, dass dieses harte Wort einen Schmerz verschliessen soll. Selber bettelnd um Trost, bietet er seine Barmherzigkeit an.

»Auch das Gute, das Edle«, antwortet er. Die Freundschaft, die Liebe.«

»Ja, die Liebe ist alt wie die Welt«, sagt der kleine Kantor. Er hat noch Tränen in den Augen, aber er lächelt.

Alt wie die Welt.

Sie war schön und ihr Lachen war hell. Keines der Mädchen hatte eine weichere Haut. Wie ein zartes Bild, süss, verlangend, huschte sie in die Träume der langen Schiffsnächte.

»Ich war zuviel unterwegs«, sagt der Nachbar.

»Du hättest eine Frau haben sollen«, antwortet der kleine Kantor. »Wenn man eine Frau hat, gibt man die Wanderschaften auf.«

»Ich habe sie zuviel allein gelassen«, sagt Pagel.

Der kleine Kantor blickt ihn bestürzt an.

»Ja«, sagt Pagel, »ich war oft monatelang auf See.«

Sie kannten sich viele Jahre, sie waren Freunde. Der Kantor hat oft vor ihm sein Herz ausgeschüttet. Jetzt erschrickt er, wie wenig er von dem Nachbar weiss.

»Auf See?« fragt er unsicher.

Wenn ich heimkam, sprang mir ein Kind entgegen, ein kleines Mädchen. Sie hiess Dole, denkt Pagel und er sagt: »Ich wurde immer erwartet.«

»Das weiss ich ja gar nicht«, stammelt der Kantor.

»Ich bin fortgegangen. Ich habe geschrieben. Ich bin nicht wiedergekommen«, sagt Pagel.

»Aber warum denn?« ängstigt sich der Freund.

»Es ist fünfundzwanzig Jahre her«, entgegnet Pagel.

Der kleine Kantor stottert den Satz nach. Er greift sich verlegen an die Stirne. Er packt des Nachbarn Hand.

»Du hast sie doch nicht verlassen?« bettelt er.

»Hier oder dort«, sagt Pagel. »Alles bleibt.«

Was spricht der Nachbar? Seine Stimme ist müde. Er hält den Blick fort von dem Freund. Seine Hand wehrt haltlos ab.

»Lassen wir es gut sein«, sagt er gepresst.

Er will umkehren und davongehen.

Der kleine Kantor hängt sich an ihn. Er kann das alles nicht verstehen. Sein Herz will solche Reden nicht wahrhaben. Er zweifelt, er fürchtet sich. Er mag es nicht glauben.

»Du konntest es nicht aushalten?« fragte er zaghaft.

»Sie war gut«, antwortete Pagel. »Ich kann ihr nichts vorwerfen, nein, ich habe sie zuviel allein gelassen.«

Der Kantor versteht das nicht. Diese Minuten haben ihn grausam überfallen. Er sucht einen Ausweg.

Er sagt: »Ja, die See– –«

Er hat das Meer noch niemals gesehen. Es ist ein fremdes, wildes Element. Wankelmütig sollen die Wogen sein, grenzenlos die Stürme, schwankend das Schiff.

»Es war wohl meine Schuld«, sagt der Nachbar.

Der Kantor ist stehengeblieben.

»Und Emma musste mir sterben«, sagt er anklagend.

Er ist wieder in seinem Kreis. Er hält den Kopf gesenkt. Es ist eine Wand aufgerichtet zwischen ihm und dem Freund.

Pagel ist weitergegangen.

Der Kantor läuft ihm plötzlich nach, greift seinen Arm:

»Warum hast du mir das nie erzählt?«

Der Nachbar macht sich frei. Doch der Kantor bleibt an ihm.

»Du hättest es mir erzählen sollen. Wir hätten schon einen Weg gefunden. So etwas darf doch nicht sein. Nein, du hättest sie nicht verlassen dürfen.«

Er bekommt keine Antwort.

Ja, die Liebe ist alt wie die Welt. Sie ist mit süssem Wort gekommen, sie wurde im Herzen zärtlich empfangen. Sie hat das Herze wund gerissen. Sie hat es getreten und gestossen, aber sie ist geblieben.

»Es ist meine Schuld«, sagt der Nachbar.

Der kleine Kantor bleibt zurück. Er steht allein im abendlichen Pfad. Er hat den Hut abgenommen und wischt die Stirn, wie es ein Mensch tut nach langem Weg.

Ach, der kleine Kantor ist in diesen Sekunden weit gewandert. Er ist fortgegangen vom Herzen des Freundes. Diese Stunde hat ihn einsam gemacht. Er ist ohne Abschied geblieben.

Vielleicht wird er abends die Flöte nehmen. Vielleicht wird er sie stillschweigen lassen, hilflos vor der Verwirrung der Seele, die sein freundliches Gemüt erschüttert hatte.

Der Nachbar ging nach Sorgenstein zurück.

Unterwegs traf er Tzigane. Er hatte das Zigeunermädchen abends oft beobachtet, wenn es sich vor der Pforte des Schlächterhauses herumtrieb. Er wusste, dass sie dem Maler anhing.

Tzigane, die in ihm sofort den Retter Stiwenhacks erkannte, näherte sich zutraulich.

Das Gespräch mit dem Kantor hatte Pagels Gedanken umdüstert. Er achtete nicht auf das Mädchen, ging an ihrem Gruss vorbei, und als sie bescheiden eine Frage an ihn richtete, antwortete er nicht.

Dann tat es ihm leid, sie so schroff abgefertigt zu haben. Er rief sie heran.

Tzigane sprang schnell herbei, und in ihrer gebrochenen Art zu reden, erkundigte sie sich, ob der Herr wohl den Trompeter gesehen hätte.

Jakob Rauchmaul war zwar auf dem Begräbnis des alten Bergmanns gewesen, aber man hatte dem Toten keinen Trompetensang mit auf den Weg gegeben, und so war Jakob nicht wieder in der Nagelschmiede aufgetaucht.

Tzigane hatte eine Bestellung an ihn, einen Brief von Aline. Sie ging nun an des Nachbars Seite, leichtfüssig und mit vieler Anmut in den dunklen, geflickten Kleidern.

In ihren Augen lag viel Traurigkeit, aber weil nun ein Mensch gut zu ihr war, sang sie vor sich hin. Der Nachbar nickte ihr zu. Sie brach den Gesang ab und lachte.

Dieses Lachen. Es sind Perlen über die Steine gesprungen, eines Waldvogels unbändiges Lied klang auf, luftklare Gläser läuteten, ein lockender Ruf tanzte – dieses Lachen, ein Regenbogen steigender Töne, fallender.

Lange hat Tzigane nicht gelacht. Oh, die Wege sind düster, verborgen sind sie, es ist ungewiss, was hinter den Stunden lauert. Die Linien der Hand sind ein Wirrsal, die schmutzigen Karten falsche Freunde, die Träume unentdeckte Gefilde.

Sie muss sich von den Türen weisen lassen. Sie ist froh, wenn ein Pfennigstück in die Hand fällt. Oft muss sie das Brot stehlen.

Ja, die Wälder sind gross, die Bäume ein Obdach, die Beeren am gastlichen Strauch ein Labsal.

Aber die Zeit hat sich von den Wäldern abgekehrt. Sie wandelt auf geordneten Strassen. Die Zeit hat sich in Geduld gefasst. Sie liebt nicht mehr das, was über die Zäune springt.

Zuweilen jedoch kommt einer angestampft, der die Zeit in die Tasche gesteckt hat. Es ist ein Zufall, dass er einen Namen trägt. Der Wind könnte ihn ausgeworfen haben.

Tzigane ist ein Wild, das durch die Büsche streift. Sie hatte sich an Stiwenhacks Knie gelehnt, als dieser Zeitlose aus einem grünen Abend heraustrat.

Ein Schatz liegt in den Bergen. Ja, er würde den Schatz heben.

Da, eine kleine Weile, konnte Tzigane lachen. Sie lachte und sang. Sie lief vor dem weglosen Maler her. Er tappte ihr nach, zuversichtlich und in grosser Begeisterung.

Nun hat er den Schatz vergessen, oder er hat ihn gefunden und lässt Tzigane nicht teil daran haben. Er ist eingekehrt auf einem Schloss. Er sieht Tzigane nicht mehr. Er trägt den Blick hoch, in die Sterne.

Tzigane hatte ihr Lachen verloren. Sie hat es verlernt, als sie auf den kalten Stufen sitzen musste, als sie in der Hundenische auf den Maler wartete, als sie Nacht für Nacht an das Dachgebälk pochte, um den Fahrenden zu mahnen, dass er sich nicht im fremden Hause verläge, dass er nicht den Weg vergässe zu dem Gold in den Bergen.

Nun als Tzigane an Pagels Seite hinhuscht, kommt ihr das Lachen wieder. Sie hat gesungen, oh, es ist ein guter Herr, der neben ihr geht. Er hat sich nicht abgewendet, sie nicht fortgewiesen, er hat sie herangerufen und mit ihr gesprochen.

Wie ein Vogellied, das ein Sonnenstrahl trifft, so flattert auf einmal Tziganes Lachen zu dem guten Nachbar hinüber.

Sie ist ihm dankbar. Er hatte ihr zugenickt. Sie schmiegt sich näher. Sie beugt den Kopf vor und sieht ihn an.

Aber der Nachbar hat die Augen weit fort.

Wann war dieses helle Gelächter zu ihm gekommen? Einmal, vor aller Zeit.

Jahrelang war man auf See gefahren und nichts anderes sang in den Ohren als das wechselnde Rauschen der Wellen. Auf einmal aber lachte eine Frau, ein heiterer Mund, ein Singvogel. Er hatte seine eigene Melodie.

»Ich habe dich lieb, Melitta. Das ist ein schöner Name. Du könntest bei mir bleiben. Wie fein deine Knöchel sind, wie weich deine Hände. Ich bin ein Seefahrer. Ich bin weit in die Weit gekommen. Du bist eine Miss. Ja, das bist du.«

Ja, sie hatte ihre eigene Melodie.

Nun haben die Jahre das Lied zerstört.

An des Wanderers Seite lacht ein fremdes Mädchen, ein verachtetes, ein armes, verstossenes.

Aber es ist nicht ihr Lachen, das da in den Abend blüht. Ein auferstandenes Lachen ist es aus anderem Mund. Ja, ein Lachen ist herübergekommen über viele Jahre. Es hat wie eine Lerche sich emporgeschwungen aus grauer Erde.

Wie des Nachbars Blicke sich verdunkeln. Er wendet sich ab von Tzigane. Er geht von ihr fort über den Weg. Das Mädchen sieht ihm flehend nach.

Es war ein Licht über sie gefallen. Der kurze Schein ist verglommen. Nun wird der Herbstmond seine Kühle ausbreiten. Kalt und karg wird er hinabsinken in das stumme Tal.

Es ist die Zeit, wo bleiche Lichter ausschwärmen. In Laternen werden sie von uralten Männern getragen. Man darf die Männer nicht anrufen. Niemals zuvor sah man ihre Gesichter, keiner weiss ihre Namen. Sie gehen fünfmal so schnell wie ein Mensch. Wenn man sie grüsst, gerät man in ihren Bann. An ihrer Seite muss man einherlaufen, atemlos und mit stechendem Herzen. Nein, es ist nicht gut, wenn man ihren Lichtern begegnet.

Es ist die Zeit, wo Frau Holle mit zwei hellen Eimern den Berg hinansteigt. Sie hat den Bach ausgeschöpft. Sie muss das Fass füllen, das auf der Felsklippe steht. Doch das Fass hat keinen Boden und das Wasser läuft wieder zu Tal.

Wenn man ihren Weg kreuzt, soll man schnell das Gesicht netzen mit dem Wasser, das sie im Eimer trägt, damit ihr glühender Blick nicht das Gedächtnis auszehrt.

Es ist die Zeit, wo ein Schimmel durch den Wald trabt. Es ist ein mächtiges Tier, aber man sieht es nur bis zur Mähne. Keiner noch sah sein Haupt. Man muss sich niederwerfen und die Erde berühren, denn alles, was Erde trägt, ist stark und das weisse Pferd ist gnädig dem Starken.

Es ist die Zeit, wo die Moosweibchen heimkehren in ihre Hütten. Sie sind in wilde Moose gehüllt und gehen zierlich auf Vogelfüssen. Wenn man ihnen drei Kreuze in den Buchenstamm schnitzt, zeigen sie willig den rechten Weg.

Es ist die Zeit, wo Holdes und Unholdes durch die Wälder geht, Gestaltloses und Fremdes, unerklärlich alles und jedes furchtbar in seiner Nähe.

Nachts ist der Wald eine unirdische Welt.

Schauernd wirft Tzigane den Blick in die schweren Bäume. Will der Nachbar sie verlassen? Soll sie zurücksinken ins Dunkle? Es ist kein Mond mehr da, nur falbe ein Wolkenstreif.

Flehend sind ihre Augen.

Schritte vor ihr schon geht der Nachbar.

Ihr Lachen ist verstummt. Sie will den Mund öffnen, sie möchte ein Wort aus ihrer Einsamkeit rufen.

Aber es ist nur ein kläglicher Schrei.

Doch der Nachbar wendet sich um.

Da steht Tzigane. Sie hat die Hände in die Hüften gelegt und sie wiegt sich. Es ist ein dünner, schmerzlicher Tanz.

Mit gleitenden Schritten geht sie auf Pagel zu.

Sieh doch, ich tanze. Ich bin jung, meine Haut ist weich, fühl mich an. Mancher würde sagen, ich wäre schön. Du brauchst nichts zu sagen. Nur sieh mich an.

Welche Wände sind eingerissen in dieser Minute. Welche Berge versetzt. Welche Wälder versunken.

Am Strand von Thorde schäumt die See. Das Haus ist erbaut. Die Gäste kamen. Mit Musik schon legte der Dampfer an. In allen Räumen lockt nun der Tanz. An diesem Abend trug sie das Seidenkleid. Keine der Frauen war derart festlich gekleidet; wie eine fremde Blume blühte sie auf zwischen Musik und Gelächter.

Es hatten viele mit ihr getanzt. Vergessen die Namen. Es haben viele mit ihr getanzt.

Da hielt er sie nun selber im Arm. Wie leicht sie tanzte. Sie schmiegte sich an ihn.

»Ich habe heute noch gar nichts getrunken.« Das hat sie gesagt.

Er nahm ihre Hand. Er drückte sie leise.

Die Trompeten entflammten.

Der Tanz mit dem Wirbel. An seinem Nacken hielt sie sich fest. Ihre Füsse schwebten. Sie war wie ein Falter.

Wie das hinflog und bog, wie das schwang, wie das sang.

Und die Nacht danach.

Sie lag ihm im Arm. Das Fest war verloschen. Verschlossen das Haus.

Vom Himmel stieg eine neue Musik. Ein Feuer glomm auf. Die Herzen glühten:

»Ich habe dich lieb, Melitta.« Sie lag ihm im Arm.

Die Geigen verschluchzten. Wie lange schon.

Der Arm ist leer, das Herz allein.

Am Waldrand tanzt ein Zigeunerweib.

Tanze, ja tanz. Was soll die Erinnerung. Tanze, ja tanz. Was soll aller Schmerz.

Ein Zwerg ist über die Wege gehüpft und hat ihn in einen Kübel getan. Er trägt den Schmerz in den tiefen Schacht. Da formt er hauchdünne Becher daraus.

Tanze, ja tanz. Es läuten die Becher.

Wer macht die Musik?

Der Abendwind.

Wer schlägt den Takt?

Der dunkle Baum.

Tanze, ja tanz.

Was trällert dein Mund? Ein kurzes Lied. Was lachen die Lippen? Ein heisses Glück.

Du hast keinen Namen. Du hast keine Stätte.

Wer bist du? Was willst du?

Ein Irrlicht vielleicht? Ein Irrlicht?

Tagsüber bist du das Bettelweib, sein Tuch zerrissen, die Schuhe zerfetzt. Am Abend schenkt dir der Mond ein Kleid. Der weisse himmlische Mond. Am Abend fällt dir ein Stern ins Haar.

Am Abend bist du ein junges Weib. Du lachst und singst, und du tanzt und lockst. Am Abend bist du ein süsser Schoss.

Tanze, ja tanz, Tzigane.

Am Waldrand tanzt die Zigeunerin, das Bettelmädchen, die Diebsmamsell. Sie tanzt in zweierlei Gestalt. Sie tanzt über viele Jahre. See rauscht in Wald. Wald rauscht in See. Wohin ist das Segel gefahren?

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