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Die letzten Tage des Marschalls von Sachsen

Hermann Stegemann: Die letzten Tage des Marschalls von Sachsen - Kapitel 3
Quellenangabe
typefiction
booktitleDie letzten Tage des Marschalls von Sachsen
authorHermann Stegemann
year1930
firstpub1930
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart und Berlin
titleDie letzten Tage des Marschalls von Sachsen
pages266
created20160318
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Es war Abend geworden, das Wagengerassel erstorben, Vendôme sank in seine Feierstille zurück. Das Regiment La Couronne rückte schon auf Châteaudun, die Kompagnien Orléans und Dauphin waren längst zu Hause, die Trophäen befanden sich unter dem Geleit der Sachsenreiter auf dem Rückweg nach Chambord, die Garnison war in die Kasernen befohlen, um Ausschreitungen zu verhüten, und nur noch die Stabswache des Marschalls munter. Man hörte ihre Pferde unruhig das Pflaster treten.

Der Marschall von Sachsen bemühte sich, den silbernen Tafelaufsatz wieder zu füllen. Da die Früchte weithin zerstreut lagen, häufte er seine Dosen, Bonbonnièren und Börsen darauf.

Herr von Avarey geriet darüber in eine solche Betrübnis, daß er sich Gewalt antun mußte, um die Tränen zurückzuhalten. Ganz unten an der Tafel, wo die jüngeren Stabsoffiziere saßen, legte einer der Herren, halb trunken, halb von Verzweiflung gepackt ob des Anblicks, den der Sieger von Fontenoy, der Ruhm der französischen Armee, in dieser Verfassung bot, den Kopf auf die Schulter seines Nachbars und schluchzte laut.

80 Plötzlich erhob sich La Peyrouse und ging mit leisen Schritten um die Tischecke zu dem Marschall hin, zog unaufgefordert, ja ohne daß Moritz seiner überhaupt geachtet hätte, einen Stuhl heran, und nahm still neben dem gänzlich in sich Versunkenen Platz.

Avarey, Espagnac und Belart wichen unwillkürlich aus der Nähe, so daß der Marschall mit dem Oberstleutnant allein blieb.

Als eine Tabaksdose, auf der das Bild Ludwigs XV. in einer Jugendschöne prangte, die längst verblichen war, unter den ungeschickten Händen des Marschalls wieder von dem Silberaufsatz herabfiel, fing La Peyrouse sie geschickt auf und legte sie zwischen die Granatäpfel und die Bonbonnièren. Dann sprach er, während er weiter an dem künstlichen Aufbau half, wie zu einem Kinde:

»Das ist ein schönes Stück Silberarbeit, nicht wahr, Herr Marschall? Ich sah noch keinen eleganteren Tafelaufsatz. Betrachten Sie die Fortuna, die mit leichten Händen das Füllhorn trägt, in das wir jetzt Pfefferminzen und Louisdors schütten! Sie könnte von Herrn Pigalle stammen, dessen schöne Venus unser gnädigster Herr dem König von Preußen zum Geschenk gemacht hat.«

»Ja, sie könnte von Herrn Pigalle stammen,« 81 antwortete Moritz träumerisch, ohne sich zu verwundern, ganz, als ob sie schon lange in einem vertrauten Gespräch säßen – »und ich fürchte, daß Merkur und Venus in Sanssouci frieren, denn dort herrscht eine kühle Atmosphäre. Wir waren drei Tage bei Unserem hohen Alliierten zu Gast und können darüber urteilen. Ein großer König, ein einsamer König – kurz, ein König!«

Er fuhr mit zitterndem Finger dem schwungvollen Umriß der silbernen Fortuna nach und verstummte.

La Peyrouse legte die Hand auf seinen Arm.

»Sind nicht große Herzen und große Geister immer einsam? Werden sie nicht gerade dadurch fähig, sich ganz zu enthüllen? Der Marschall von Sachsen, der bei Fontenoy zur Unsterblichkeit eingegangen ist, gehört zu diesen Einsamen.«

Die Zunge des Marschalls wurde schwerer und schwerer. Es war nicht der Wein, die Krankheit war's, die sie zu lähmen drohte.

»Wie wahr Sie sprechen!« lallte er. »Der arme Moritz war einsam, solange er denken kann. Einsam in allen Händeln des Ruhms und der Liebe, und dann erst recht, wenn er sich beglückt und von Triumphen getragen fühlte. Nur unerfüllte Wünsche lassen uns nicht einsam, machen uns stark und froh, denn dann streben wir von unserer Einsamkeit fort, und 82 wir werden nicht durch Erfüllung enttäuscht und dadurch in unser Nichts zurückgeschleudert.«

La Peyrouse streichelte die Hand, die immer noch unruhig auf dem Tafeltuch fingerte.

»Man muß die Unsterblichkeit bezahlen. Es ist unnütz, das Leben von rückwärts noch einmal aufzublättern. Moritz von Sachsen wird als eine große Figur durch die Geschichte gehen, wenn niemand mehr von seinem Leben spricht.«

Moritz hob den Kopf, fuhr sich über die Augen, blickte wie erwachend um sich und fragte unsicher, aber mit natürlicherer, härterer Stimme:

»Wer sind Sie? Sie begegnen mir wie ein Schatten dem Schatten begegnet, um sich ihm zu vermischen. Haben wir heute nicht Herrn von Bauffremont begraben, Sie und ich?«

La Peyrouse zog die Hand zurück und nahm Haltung an, aber seine Stimme klang noch so warm wie zuvor:

»Frau von Bauffremont hat heute ihren Gemahl begraben lassen, läßt ihn diese Nacht der Erde übergeben, so ist es.«

»Eliane?« seufzte Moritz leise.

»Eliane!« murmelte La Peyrouse.

Da atmete Moritz von Sachsen tief auf und strich sich noch einmal, wie aus verwirrendem Schlaf 83 erwacht, über die schweren Augen. Das Blut kehrte in seine Wangen zurück, die Hände zitterten nicht mehr, die Züge strafften sich und der hinfällige Leib wuchs gleichsam aufs neue in die Kleider.

Der Arzt trat rasch herzu und reichte ihm ein Glas mit grünlich verfärbtem Wasser.

»War es schlimm, Belart?« raunte Moritz, als er das Glas zurückgab. »Ich spüre diese entsetzliche Leere im Kopf.«

»Eine vorübergehende Schwäche, Herr Marschall. Es ist nichts mehr zu befürchten.«

»Ich fürchte nichts, Belart,« antwortete Moritz trotzig, »aber es ist peinlich, seinen Gedanken nachlaufen zu müssen und sie in den Winkeln des eigenen Hirns nicht mehr zu finden. In einer Viertelstunde solcher törichter absentia kann eine Schlacht verloren gehen.«

Er war schon wieder in seine selbstherrliche Rolle zurückgekehrt und füllte sie von Minute zu Minute kräftiger, blutvoller, überzeugender aus.

La Peyrouse war aufgestanden.

Als er an Espagnac vorbeiging, machte ihm dieser eine Verbeugung.

Da zog sich der Marschall in die Höhe und schlug ans Glas.

»Meine Herren, ich bitte Sie, das letzte Glas 84 auf das Wohlergehen des Königs und den Ruhm Frankreichs zu leeren. Möge es beiden nie an Männern fehlen, wie der Marquis Noel von Bauffremont!«

Als sie ihm Bescheid getan, erklärte er die Tafel für aufgehoben und befahl, auch in den Vorsälen Einhalt zu gebieten und den Herren den Aufbruch nahe zu legen.

Darauf nahmen auch die Stabsoffiziere Urlaub. Keiner schied ohne Bewegung, sie wußten, daß sie für immer Abschied nahmen. Als Herr von La Peyrouse vortrat, ersuchte ihn der Marschall, noch einen Augenblick zu verziehen. Schweigend wich La Peyrouse zur Seite und wartete, bis der Saal sich geleert hatte.

»Begleiten Sie mich, Oberstleutnant, wir sind noch nicht zu Ende,« sprach Moritz zu ihm und schritt voran.

Er ging wie auf trügerischem Moorgrund, es war ihm, als sänke er bei jedem Schritt bis über die Knöchel ein. Schweratmend stieg er die Treppe empor, scheuchte die Diener, nachdem sie ihm die Knieschnallen gelöst und ihn von Degen und Halskrause befreit hatten, entließ auch Espagnac, winkte dem Arzt ungeduldig, zu gehen und nahm in der Fensternische Platz.

85 Die Kerzen flackerten im Luftzug, vor den Fenstern stand die Nacht, ein paar Windlichter irrten durch das Dunkel.

La Peyrouse war stehengeblieben und wartete mit dem Hut in der Hand auf die Anrede des Marschalls.

Minuten vergingen. Einen Augenblick flammten auf der Gasse rote Fackeln, klapperten Pferdehufe, tönte Gelächter, dann wurde es still.

Da begann Moritz von Sachsen zu sprechen. Es war eine leise, müde, aber völlig beherrschte Stimme.

»Erinnern Sie sich des Tages, an dem Sie sich zum ersten Male bei mir meldeten? Es geschah vor Doornik. Sie waren zur Gruppe des Grafen von Clermont-Prince kommandiert worden.«

La Peyrouse verneigte sich stumm.

»Sie gefielen mir, denn Sie brachten als junger Genieoffizier einen trefflichen Übergang über das Totwasser der Schelde zustande, aber man sagte mir, Sie seien außer der Reihe zum Stabskapitän befördert worden, weil Sie in der Gunst einer Dame ständen, deren Namen wir nicht mehr nennen wollen, und das machte mich stutzen. Ich bin in Intrigen alt geworden und habe mich selbst mancher glatten Larve bedient, um etwas zu erreichen, aber ich war 86 nie willfähriger Diener und Satellit, auch dann nicht, wenn ich mich encanaillierte.

»Ich diene nur dem König. Vielleicht wird im nächsten Kriege der Feldzugsplan nicht mehr im Kopfe des Feldherrn gemacht, auch nicht von einem Kriegsrat ersonnen, sondern von zarter Hand zu Papier gebracht. Vielleicht bekommt der General im Felde die Weisungen nicht mehr von der Hand des Königs, darf er noch weniger nach eigenem Ingenium handeln, sondern erhält er hübsche Briefchen in weiblicher Handschrift zugestellt, die ihm den Gang der Operationen vorschreiben und am Ende gar eine Kriegskarte vorzeichnen, auf der die zu erobernden Plätze mit Schönheitspflästerchen bezeichnet sind – ich weiß das nicht, sorge mich auch nicht darum, denn ich habe meine Zeit gelebt, aber Sie sollen mir heute abend sagen, ob ich Grund hatte, in Ihnen einen Günstling zu sehen, der die Protektion jener hochmögenden Dame mit der Preisgabe seiner Handlungsfreiheit und seiner Verantwortung erkauft hat.«

La Peyrouse hatte unbeweglich gelauscht. Jetzt trat er einen Schritt vor.

»Es wäre mir keine Ehre, auf diese Frage zu antworten, aber meine Ehre forderte die Antwort, wenn –«

87 »Wenn?« forschte Moritz. »Warum stocken Sie, La Peyrouse? Vergessen Sie den Generalfeldmarschall der französischen Armeen, nehmen Sie Abstand von dem erwählten Herzog von Kurland und Semigallien, den russische Intrigen verhindert haben, zum Thron aufzusteigen, sehen Sie in mir nur den Grafen Moritz von Sachsen und fahren Sie fort!«

Da tastete La Peyrouse nach dem Schemel, der vor dem Sessel des Marschalls stand und ließ sich mit einer um Erlaubnis bittenden Gebärde darauf nieder. So saß er in Kniehöhe Moritzens, gerade noch hoch genug, um über das Gesims auf die Gasse zu spähen und zugleich so niedrig, daß Moritz seine Züge nicht mehr erkennen konnte und nur den Lichtschein auf seinen Schläfenlocken spielen sah.

»Ja, es wäre mir keine Ehre und dennoch müßte ich meine Ehre verteidigen, wenn dies der wahre Grund wäre, der den Grafen von Sachsen zur Fragestellung veranlaßt hätte.«

»Was sagen Sie? Der wahre Grund? Sprechen Sie deutlich, La Peyrouse!«

»Wenn Sachsen nicht hinter der Frage nach meiner Vergangenheit und meinen Beziehungen zu der Favoritin des regierenden Herrn, die nicht undurchsichtiger sind als die von Dutzenden junger 88 Edelleute, die den Weg der Intrige gehen müssen, um vorwärts zu kommen –«

»Sie verlieren sich in unnützen Plänkeleien,« rief Moritz ungeduldig, »blasen Sie zur Attacke, La Peyrouse!«

»Um dahinter seine Eifersucht zu verbergen!«

Einen Augenblick saß Moritz starr, dann fuhr er wütend auf.

»Was unterstehen Sie sich, Herr! Eifersucht! Wagen Sie mich mit den Ränken der Pompadour in Verbindung zu bringen? Was schert mich die Marquise von Pompadour! Ich wildere nicht im königlichen Gehege! Wissen Sie nicht, daß ein geistvoller Spötter einmal die beißende Anmerkung gemacht hat: ›Dort geht des Königs Degen mit des Königs Schürze‹, als ich dieser Dame auf einem Hoffest meine Reverenz erwies und von ihr zu einem Spaziergang geladen wurde!«

»Sie mißverstehen mich, Herr Marschall, Eifersucht, geweckt durch meine respektvollen Bemühungen um eine andere, unendlich verehrungswürdigere Person,« versetzte La Peyrouse, indem er wie abbittend die Hände erhob.

Da stieß Moritz von Sachsen einen Seufzer aus, in dem Zorn und Scham sich seltsam mischten, und lehnte den Kopf an die Lehne des Sessels.

89 La Peyrouse schwieg und blickte in die Nacht hinaus. Noch einmal klangen Hufschläge, lautes Gelächter angezechter Offiziere, das rasch verstummte, dann lastete die Stille um so schwerer. Die Betglocke hatte schon lange geläutet, alle Feuer waren gelöscht, nur vor dem Portal der Trinité, deren schwarze Masse den Ausblick der Gasse füllte, glomm ein Lichtfünkchen und stach spitz in das Dunkel.

Moritz von Sachsen richtete sich schwerfällig auf. Seine Stimme klang rauh, wie von mühsam beherrschter Rührung zerhackt, aber er würzte seine Worte mit Frivolitäten, um sich eine Haltung zu geben und fragte:

»Wie alt sind Sie, Herr von La Peyrouse? Ich habe früh das Gebiß zwischen die Zähne genommen und habe mit zwölf Jahren meiner Mutter den Gehorsam gekündet, um mit dem Prinzen Eugen und Marlborough zu Felde zu ziehen und bin mit zwanzig Jahren auf den Zuspruch meiner Mutter eine Ehe eingegangen, so wenig mir noch zu lernen blieb. Es war die einzige Frau, die ich mein genannt habe, ohne sie zu begehren. Aber sie war reich und hieß Viktoria. Der Name war verführerisch. Sie hat mir einen Sohn geboren, der nur kurze Zeit lebte, und ist ihm gefolgt. Es war eine Episode, von der zu sprechen sich 90 nicht lohnt. Eine Frau ist kein Hausrat für einen Soldaten. Man kann Freuden pflücken, so viel am Wege wachsen, das genügt. Ich glaube, es weiß niemand mehr um diese Jugendtorheit, denn sogar die Belesenste aller von Witz und Klatsch lebenden Frauen, Ihre Gönnerin, die Marquise von Pompadour, fragte mich einmal, warum ich nicht geheiratet hätte. Ich wollte ihr die Antwort nicht schuldig bleiben und antwortete, ich wüßte in dieser Welt wenig Menschen, deren Vater und noch weniger Frauen, deren Gatte ich sein möchte. Die schöne Frau hat dem plumpen Teutonen die Antwort übelgenommen.«

Er schwieg einen Augenblick und schloß dann unvermittelt:

»Sie könnten mein Sohn sein, La Peyrouse.« Es klang ironisch, aber es war ein weicher Unterton darin. Er kam nicht los von der Pompadour, die zwischen ihm und dem König stand, obwohl ihm ganz andere Gefühle das lasterhafte, trotz aller Laster noch von edlen Regungen erfüllte Herz zerrissen.

»Ich bin kein Jüngling mehr, Herr Marschall,« erwiderte La Peyrouse. »Als ich zur Gruppe des Grafen von Clermont befohlen wurde, der die Brigade Bauffremont angehörte, zählte ich 91 neunundzwanzig Jahre. Mein Leben hat damals begonnen.«

»Sie sind mit neunundzwanzig Jahren Stabskapitän geworden und führen mit fünfunddreißig Jahren das Regiment La Couronne! Sie können mit vierzig Jahren ein Korps über den Rhein führen, wenn dieser läppische Traktat zerrissen wird. Ich beneide Sie, La Peyrouse.«

Noch einmal fiel Schweigen ein. La Peyrouse sah den Lichtschein vor dem Portal der Trinité blinken, verschwinden und wieder auftauchen.

»Sie nannten mich eifersüchtig,« grollte Moritz, »und ich gestehe, so war's, nein, so ist's. Ich war es nicht, konnte es nicht sein, denn ich wußte nicht, ahnte nicht, daß wir Rivalen waren.«

La Peyrouse lächelte nachsichtig.

»Wir waren nicht Rivalen, denn die Dame stand meinem Herzen schon nahe, bevor der Marschall von Sachsen ihr seine Huldigungen zu Füßen legte.«

»Eine Idylle oder eine Eskapade?« fragte Moritz spöttisch. »Meiner Treu, Herr von Bauffremont war vom Glücke nicht begünstigt worden, als ihm der Stabskapitän von La Peyrouse als Quartiermeister zugewiesen wurde. Er hatte keine Ursache, mir dafür zu danken. Wahrhaftig, ich und er, wir waren beide blind.«

92 »Herr von Bauffremont hatte nicht als Liebhaber geworben,« erwiderte La Peyrouse gereizt. »Er hatte keinen andern Anspruch an Fräulein von Morane, als den, der aus einer edelmütigen, aber im Grunde selbstsüchtigen Handlung fließt.«

Moritz beugte sich vor.

»Erzählen Sie, La Peyrouse! Ich habe ein Recht, die Geschichte dieser Heirat zu erfahren, denn wir waren Rivalen. Ich habe nicht nur begehrt, nicht nur geworben, ich habe – lachen Sie über dieses törichte Bekenntnis aus dem Munde des alternden Mannes, des genußsüchtigen Verführers, der nie entflammt war, ohne zu begehren – ich habe diese Frau geliebt – ich liebe sie noch.«

La Peyrouse warf den Kopf zurück. Ihre Augen stießen feindselig aufeinander. Der Haß stieg aus der Tiefe ihrer Gefühle; die unerklärliche Sympathie, die sie zueinanderzog, verflog wieder, die Vertraulichkeit machte der Gegnerschaft Platz, herausfordernd maßen sie sich mit den Blicken.

»Sie haben kein Recht, diese belanglose alltägliche Geschichte von mir zu erfahren, Graf von Sachsen, aber Sie sollen sie hören. Wir waren nicht und wir sind nicht Rivalen, denn Nebenbuhlerschaft besteht nur, wo sie von der Dame anerkannt wird, um die wir werben. Aber ich lache nicht über das 93 Bekenntnis des durch galante Abenteuer verwöhnten Mannes, denn es beweist, daß auch er ein Herz hat und daran leidet.«

Der Marschall fuhr wütend auf.

»Lachen Sie über Moritz von Sachsen, den die Liebe, die sinnlose Leidenschaft für diese Frau, von der er sich ein Bild gemacht hat, das vielleicht keinen einzigen Zug mit der Wirklichkeit gemein hat, seit Jahren verfolgt! Lachen Sie über den Rausch des Entzückens, in den ihn heute noch ihr Anblick stürzt, lachen Sie, La Peyrouse, damit ich ein Recht habe, Sie der größten Beleidigung zu zeihen, die Ihre Jugend meinem Alter antun kann, damit ich Ihnen ohne Skrupel meinen Degen durch den Leib rennen darf!«

La Peyrouse fing die Hände, die sich gegen ihn erhoben, als wollten sie sich um seinen Hals schließen, wie er die Dose aufgefangen hatte, die von der Fruchtschale gestürzt war, und diese nervigen, schlanken, jetzt von brüchigen Adern überlaufenen Hände, die einst Hufeisen zerbrochen und Kanonen aus dem Stand gehoben hatten, fügten sich trotz der Kraft, die heute noch in ihnen wohnte, dem sanften Griff, der die schmerzenden Finger vorsichtig zusammenpreßte, und fielen matt auf die Lehnen des Sessels zurück. Eine zerbrochene Stimme bat:

94 »Erzählen Sie, La Peyrouse!«

Darauf erzählte Herr von La Peyrouse dem Grafen Moritz von Sachsen die alltägliche, belanglose Geschichte von der Heirat des Herrn von Bauffremont mit Fräulein von Morane.

»Im Herzen der Beauce, nördlich des Waldes von Beaumont, wo das Getreide so dicht steht, daß im Sommer ein goldenes Meer im sanften Winde schwankt, hauste seit alters das Geschlecht der Herren von Morane, blondköpfiges, blaßäugiges Volk, das behauptete, mit Karl Martell von Norden her ins Land gekommen zu sein, um als Vorwacht gegen die Sarazenen mit anderen Artgenossen in dem schönsten, fruchtbarsten Gartenland des Frankenreiches Wurzel zu schlagen. Aber sie hätten es nie zu großem Besitz gebracht, seien in Händeln aufgegangen, wären bessere Soldaten, Spieler und Zecher gewesen als Landwirte und Hofleute und dazu so stolz auf ihre blonden Köpfe, daß sie jede Verbindung mit dunkelhaarigen Familien abgelehnt hätten.

Als Ludwig XIII. dem Kardinal von Richelieu erlaubte, unter dem unbotmäßigen Adel aufzuräumen, sei auch über die Morane Acht und Bann verhängt worden, und zwei Brüder seien in den Kriegen der Fronde gefallen. Erst als Herr von Turenne die Sache der Fronde verließ und zum Hofe überging, 95 sei auch den Herren von Morane das Frondieren verleidet. Auch sie fochten fortan für den König. Ein Vorfahre der schönen Eliane fiel im Deutschen Kriege an der Tauber, zwei Großoheime in den Niederlanden und der Vater wurde im spanischen Feldzug als junger Mensch so übel zugerichtet, daß er nur mit einem Auge und einer Hand aus dem Felde heimkehrte. Er habe trotzdem Gelegenheit gefunden, ein Fräulein von Chambonnas heimzuführen und sein Geschlecht fortzupflanzen. Aber der Sohn, den ihm Fräulein von Chambonnas gebar, kam nicht zu Jahren. Er wurde nach einer tollen Nacht vor dem Hotel ›Transsylvania‹ auf offener Gasse erstochen, und in dem halb ritterlichen, halb bäuerlichen Hof an den fetten Ufern der Dême blieb nur ein Mädchen in der Wiege zurück.

»Als bald darauf auch Frau von Morane starb, sah sich Herr von Morane mit diesem Kinde allein. Der Tod seines einzigen Sohnes hatte ihn gebrochen, der Hinschied seiner Frau des letzten Haltes beraubt. Er sagte, mit einem Auge und einer Hand könne man weder zu Felde ziehen, noch säen, pflügen und ernten, ja nicht einmal mehr Karten spielen. Er verlegte sich daher auf das Würfeln. Aber auch das geriet ihm schlecht, obwohl er erklärte, ein Auge könne leicht sechs Augen überwachen und eine Hand den 96 Becher mit Nutzen stürzen. So verspielte er Weide um Weide, Acker um Acker, Hof um Hof, und als das Kind zwölf Jahre zählte, war er arm wie Job und zerzaust wie ein Uhu auf der Stange.

»Da tat er Elianen ins Kloster, indem er in rühmlicher Selbsterkenntnis den vollen Ertrag einer mit Glück verspielten Nacht zusammenraffte und der Oberin als Kostgeld für fünf Jahre auf einmal in den Schoß schüttete, um seiner Vaterpflicht zu genügen. Er hätte vielleicht klüger getan, die großen Viehweiden zurückzukaufen, die er in der Not an Herrn von Bauffremont veräußert hatte, denn der Marquis von Bauffremont war so anständig gewesen, ihm einen Revers auszustellen, worin er sich verpflichtete, dem Käufer die Grundstücke jederzeit zum Ankaufspreis zurückzuerstatten, aber Morane traute sich die Kraft nicht zu, ohne den Würfelbecher auszukommen und hat in dieser Erkenntnis zum Besten gehandelt. Als Eliane siebzehn Jahre alt wurde, war der letzte Acker verschleudert und Herr von Morane auf den kärglichen Gnadensold angewiesen, den ihm die Krone Spanien zukommen ließ, für die er in den Pyrenäen im Dienste Philipps V. Aug' und Arm geopfert hatte.

»Eliane trat in einen zerrütteten Hausstand, in dem der Vater nicht anders als ein Bauer mit 97 Edelmannsallüren lebte. ›Hätte ich ein Bein verloren, brauchte ich nur einen Strumpf,‹ empfing er sie, ›so aber werde ich in Pantalons gehen müssen, um dir etwas übrig zu lassen.‹ Da an eine standesgemäße Ehe nicht zu denken war und die sorgsame Erziehung in diesem Elend keinen Nutzen bot, stand das Fräulein vor der Wahl, ins Kloster zurückzukehren und das Gelübde abzulegen oder ihre Reize zu verkaufen.

»Da begegnete ihr der Marquis von Bauffremont. Diesem war die erste Frau im Kindbett gestorben und der einzige Sohn als blutjunger Kornett bei dem Übergang der Armee des Marschalls Berwick über den Rhein vor Fort-Louis ertrunken, welcher Umstand ihn dem Herrn von Morane nähergebracht hatte, da auch diesem, wenn auch in anderer Weise, der Erbe des Namens entrissen worden war. Aber Herr von Bauffremont besaß noch heile Glieder und sehr ansehnliche Güter und hatte, wie von dem Bedürfnis nach Rache getrieben, nicht aufgehört, dem König zu dienen, obwohl ihm niemand ein militärisches Ingenium nachrühmte. So kam er nur zwischen den Feldzügen, die ihn in Deutschland, in Italien und in den Niederlanden tätig sahen, auf seine Güter, und man sagte von ihm, daß er kein Weib berührt, keine Karte gebogen, keine Leidenschaft 98 genossen habe, sondern starr und kalt durch das Leben gehe. Seine Pächter fürchteten seine Strenge, ohne ihn zu tadeln, seine Gerichtsbarkeit war hart, ohne grausam zu sein, die Truppe liebte ihn nicht, stand aber zu seinen Befehlen, die Offiziere nannten ihn einen Pedanten, taten aber unter seinen Augen ihre Pflicht. Dies war der Mann, der das Fräulein von Morane durch den Zufall einer Begegnung und zwei Besuche im Kastell Morane kennengelernt hatte. So war der Mann, der um Eliane anhielt und sie gewann.«

Bis hierhin hatte Herr von La Peyrouse gemächlich erzählt. Jetzt unterbrach er den Fluß seines Berichtes und stützte den Kopf in die Hände, indem er die Ellbogen auf die hochgezogenen Knie stemmte. Er preßte die Finger hart an die Schläfen. Die Kerzen brannten trübe, rauchten und tränten, denn niemand putzte die langschwänzigen Dochte. Rötliche Dämmerung fuhr unruhig umher und stach fahl aus den Fenstern. Vor der Trinité funkte immer noch das einsame Licht.

Moritz von Sachsen saß zurückgelehnt im Sessel und atmete schwer.

»In der Tat eine alltägliche, belanglose Geschichte ohne Würze, ohne Süße, ohne Reiz. Wir sind von Herrn Crébillon Prickelnderes, von dem 99 Abbé Prevost rührendere und erbaulichere Dinge gewohnt.«

Aber es war ihm nicht ernst damit, er bemäntelte seine Anteilnahme mit dieser Kritik und wehrte sich gegen die Spannung, in die ihn der schmucklose, verhaltene Bericht versetzt hatte. Ja; er war ganz von dem Bemühen erfüllt, sich Eliane von Morane vorzustellen, wie sie dem Herrn von Bauffremont damals erschienen sein mochte. Er achtete nicht auf die vorgeschrittene Stunde, nicht auf die Ermüdung, die ihn immer tiefer in den Sessel drückte, nicht auf die Wachsdünste, die sich ihm beklemmend auf die Brust legten, noch auf die dumpfen taktmäßigen Schritte, die, aus dem Schweigen aufwachsend, vorsichtig durch das Dunkel der Gasse tappten.

Auch La Peyrouse war so von der Geschichte seiner Liebe umsponnen, daß ihm dieses Geräusch entging. Er hob den Kopf, faltete die Hände unter dem Kinn und fuhr leise fort:

»Eliane hat sich nicht geweigert, dem Marquis zu folgen. Als ihr Vater ihr mitteilte, daß Herr von Bauffremont um sie angehalten und er die Werbung angenommen habe, fand sie, daß dies wohlgetan sei. Sie wußte die Ehre zu schätzen, die in dieser Werbung lag, und fühlte sich dem Kloster entronnen und aus dem Elend des väterlichen Hauses herausgehoben. 100 Da Herr von Bauffremont Herrn von Morane ersuchte, die einst verkauften Wald- und Weidegründe wieder als sein eigen zu betrachten, fühlte Eliane sich doppelt verpflichtet und ließ sich unbefangen die Zackenkrone ins blonde Haar drücken. Doch, daß ich's nicht vergesse – Herr von Morane war der Tradition seines Geschlechts nicht untreu geworden, denn Herr von Bauffremont hatte zwar dunkle Haare, aber sie waren grau geworden und vom Puder bestäubt und seine Augen waren blau. Er hat seiner Gemahlin alle Aufmerksamkeiten erwiesen und ist ihr nichts schuldig geblieben als den Rausch der Jugend und die Liebe, deren ein junges Herz nicht entbehren kann.

»›Ich bin Ihr väterlicher Freund, Eliane, ich werde Ihnen Rang und Ehren, Huldigungen und Genüsse verschaffen und Sie werden mir nichts zu geben haben als Ihre Gegenwart, Ihr Vertrauen und die Ehrerbietung, die meinem Alter gebührt.‹

»So sprach der Marquis von Bauffremont zu dem jungen Weibe, das gestern noch eine Waldnymphe, eine kaum der Verpuppung entschlüpfte Sylphide war und betrog es so um seine Jugend, um Liebe und Glück.«

La Peyrouse hatte diese letzten Worte mit unsäglicher Bitterkeit gesprochen. Darauf verstummte er.

101 Moritz von Sachsen nickte greisenhaft vor sich hin.

Da fuhr La Peyrouse plötzlich mit einem rauhen Schrei vom Schemel auf und stemmte die Arme auf das Fenstersims. Das Lichtfünkchen, das vor der Steinmasse der Trinité umhergeirrt war, hatte sich in eine Lohe verwandelt, die hoch an den Rundbogen emporschlug und alle Fratzen und Figuren des Portals beleuchtete. Die Türen standen offen, ein Sarg schwankte heraus, braune Kutten geisterten im Fackelschein und silbergraue Schemen bewegten sich vor dem Gewimmel blanker Kerzen, das einen Augenblick im Innern der Kirche sichtbar wurde. Dann schloß sich das Portal, und der Sarg wanderte, von den Kutten geleitet und von den Fackeln blutrot übergossen, bedachtsam in die Nacht.

La Peyrouse tastete nach seinem Hut, rückte den Degen, blickte verstört um sich, murmelte unverständliche Worte und stürzte nach der Tür.

»Halt! Keinen Schritt! Ich befehle Ihnen zu bleiben, Herr von La Peyrouse. Lassen Sie Herrn von Bauffremont diesen Weg allein gehen, wie er's gewollt! Sie und ich, wir haben ihn schon vor Stunden begraben.«

Der Marschall von Sachsen stand zwischen ihm und der Tür.

Die Kerzen, die sich selbst geschneuzt und die 102 verkohlten Dochte abgestoßen hatten, brannten wieder hell und malten dunkle Schatten in Moritzens Gesicht. Nichts mehr darin von greisenhafter Erschlaffung, nichts von Krankheit und Zerfall. Die Backenmuskeln gestrafft, das Kinn wie vom Meißel gekantet, die Lippen von verbissenen Zähnen aufeinandergepreßt, die Augen voll aufgeschlagen und von drohend zusammengezogenen Brauen wulstig überwölbt, die mächtigen Schultern in die Breite gereckt, sperrte der Marschall dem Anstürmenden den Weg zur Tür.

»Herr Marschall, ich beschwöre Sie –«

»Sie beschworen mich schon einmal, Herr von La Peyrouse! Ich habe Ihnen vor Eliane von Bauffremont kein Gehör geschenkt und erhöre auch diese Bitte nicht.«

»Ich stelle mich morgen jedem Spruch, Herr Marschall, nur jetzt –«

»Sie bleiben! Ihren Degen, Herr Oberstleutnant!«

La Peyrouse hatte die Hand schon am Griff, um blankzuziehen, als die Faust des Marschalls auf seinen Arm fiel. Diesmal war sie von Eisen.

»Sie bleiben. Herr von Bauffremont wünscht allein zu sein.«

Einen Augenblick übermannten den Jüngeren 103 Verzweiflung und Wut, aber er konnte den Degen nicht ziehen, den Arm nicht von der wuchtenden Faust befreien und den Blick nicht ertragen, der ohne Zorn, ohne Strenge, tiefernst und voller Mitgefühl auf ihm lag.

Sein Arm erschlaffte, die Spannung löste sich, er stieß einen Seufzer aus, der wie ein Schluchzen klang, und murmelte:

»Ich wollte ja nur zu ihr.«

Da gab Moritz seinen Arm frei und antwortete gütig:

»Ich sah die grauen Gewänder der Damen von St. Sulpice, als das Portal geöffnet wurde. Eliane von Bauffremont hat ihrem Gemahl die letzte Ehrerbietung bezeigt, zu der sie verpflichtet war. Ihr Platz, La Peyrouse, war nicht dort. Übergeben Sie dem Marschall von Sachsen Ihren Degen zur Bewahrung und erzählen Sie, was noch zu erzählen bleibt.«

Langsam löste La Peyrouse die Waffe und legte sie in die wartend ausgestreckte Hand. Als er sich zum Fenster zurückwandte, lag alles in weiche, warme Finsternis gehüllt.

Moritz von Sachsen drückte ihn sanft auf den Schemel und setzte sich wieder. Er schien jedes Gefühl für den Ablauf der Zeit verloren zu haben, 104 spürte keine Schwäche, keine Müdigkeit, keine Schmerzen, gleich als wäre dieser Tag nicht anstrengender, nicht aufregender, nicht entnervender gewesen als all die Tage, die er in Chambord verspielt, verbuhlt, vergeudet und vertan hatte. Ja, er fühlte sich von einer Leichtigkeit in den Bewegungen, von einer Spannkraft in den Gelenken getragen und zugleich so frei im Kopf, so Herr seiner Gedanken, so harmonisch gestimmt und zu großen Taten fähig, als wäre eine heilsame Krisis über ihn hingegangen, die ihn im Innersten aufgewühlt und alle kranken Säfte, alle bösen Triebe aus ihm herausgeworfen hätte.

Er fühlte eine ungemeine Ruhe und Gelassenheit, eine göttergleiche Größe und Milde, eine grenzenlose geistige Überlegenheit in sich, wie er so in der ganzen Fülle seines Kraftbewußtseins in dem steifen Lehnstuhl aus der Zeit des dreizehnten Ludwig in der Fensternische des Rathauses von Vendôme saß, und sich in der Anhörung eines kleinen Lebensromans gefiel, den er nach seinem Willen zum Abschluß zu bringen gedachte.

Aber ganz zu unterst wirkte in ihm doch der heftigste aller Triebe, die Lust am Erobern, Besitzergreifen, Herrschen und dämonischen Spiel mit dem Leben, eine Lust, die sich jetzt nur noch an der 105 unfaßbaren, zerfließenden Gestalt der Frau entzündete, die er vor drei Jahren vergebens umworben und in tausend unerfüllten Wunschträumen mit sich getragen hatte.

Er neigte sich über Herrn von La Peyrouse, der schwer atmend zu seinen Füßen saß und das Gesicht in den hohlen Händen verbarg, und sprach mit leiser, ein wenig rauher, geheimnisvoller Stimme:

»Ja, sie war eine Sylphide, leicht in die Luft gespiegelt, eine Nymphe, die, von Faunen verfolgt, lächelnd enteilt. Ein Kuppler hat mir in Valenciennes ihr Bild in die Hände gespielt. Aber sie ist entronnen und in den Puppenstand zurückgekehrt. Das graue Gewand der Damen von St. Sulpice hat Elianen so dicht umsponnen, daß sie nur noch ein Nebelbild schien, wie sie im Herbst über den sanften Gewässern der Beauce aufsteigen, wenn Aurora die Wipfel färbt und die wilden Enten durch die silbernen Dünste streichen.«

La Peyrouse blickte auf.

»Der Marschall von Sachsen ist zum Poeten geworden.«

Moritz warf sich zurück.

»Es ist Ihre Geschichte, Herr von La Peyrouse, und sie ist noch nicht zu Ende.«

Da fuhr La Peyrouse leise fort:

106 »Halten Sie den Ausgang nicht für belangreicher als das, was ich Ihnen bisher erzählt habe, Herr Marschall! – Ich sah das Fräulein von Morane zum erstenmal in Tours. Herr von Bauffremont hatte sie in seinem Stadthaus unter die salva guardia der Frau von Jumilhac, einer entfernten Verwandten seines Hauses gestellt, da es nicht möglich war, das Fräulein in der wüsten Junggesellenwirtschaft des Hofes zu Morane zu lassen. Hier, in Tours, wurde die Hochzeit gerichtet.«

»So haben Sie das Fräulein, nicht die Frau geliebt?« fragte Moritz eifersüchtig.

La Peyrouse zuckte die Achseln.

»Das macht keinen Unterschied! Fräulein von Morane hatte nicht aufgehört, sich selbst zu gehören, als ich sie in dem schönsten Feldzug wiedersah, den der Marschall von Sachsen zu Ehren der französischen Waffen in Flandern ausfocht.«

Moritz nahm die Schmeichelei gnädig an.

»Es war ein schöner Feldzug, ein Waffentanz, aus dem wir viermal siegreich in die Winterquartiere heimkehrten. Schöner als der Friede, den sie zu Breda verhandelten und in Aachen unterschrieben haben. Sprechen wir nicht davon! Erzählen Sie weiter!«

La Peyrouse ließ sich nicht bitten. Er war nun 107 völlig von dem Bedürfnis erfüllt, die Geschichte seiner Liebe aus der Vergangenheit in die Gegenwart herüberzuspielen und sein Herz auszuschütten.

»Ich war damals Leutnant im Regiment Touraine und hatte das Glück, die Aufmerksamkeit meiner Tante, der Frau von Brézée zu erregen, die zu den Intimen der Frau von Jumilhac gehörte. Ein Zufall führte mich in das Haus meiner Gönnerin, als Frau von Jumilhac mit Fräulein von Morane daselbst zu Besuch weilte. Lassen Sie mich nichts hinzufügen, Herr Marschall, als daß diese Stunde über mein Herz entschieden und eine Leidenschaft darin entzündet hat, die durch keine Entfernung, keine wie immer geartete Zerstreuung, keine Einsicht in die Hoffnungslosigkeit dieses Verhältnisses getilgt worden ist!«

»Und Fräulein von Morane?« fragte Moritz, begierig von dem Stande ihres Herzens zu hören.

»Fräulein von Morane tritt in dieser Erzählung nicht handelnd auf, Herr Marschall. Nicht von ihr, von mir gebe ich Kunde,« antwortete La Peyrouse ablehnend.

»Gut, sehr gut, ich quittiere die Parade. Fahren Sie fort, Herr von La Peyrouse,« erwiderte Moritz ritterlich.

Und La Peyrouse fuhr fort:

108 »Wir sahen uns selten, zum letztenmal, als mein Regiment nach Lille abrückte. Es war im Herbst des Jahres 1745. Kurz darauf fand die Hochzeit statt. Herr von Bauffremont war dazu in letzter Stunde aus dem Standlager von Metz herbeigeeilt. Er hatte sein Regiment in schlimmer Verfassung aus der Pfalz zurückgebracht und es nicht anderen übergeben wollen. Aber nun kam eine große Veränderung in sein Leben. Er gedachte seine Gattin nicht mehr allein zu lassen, und da er sie vielleicht mehr aus Eitelkeit, um nicht als Hagestolz ein leeres Haus zu hüten, geheiratet hatte als aus jener väterlichen Zuneigung, von der die Fama erzählte, blieb ihm nur die Wahl, sich auf seine Güter und nach Tours zurückzuziehen und zuweilen mit ihr am Hoflager zu erscheinen oder sie der galanten Sitte unserer Zeit gemäß in seiner Equipage mitzuführen. Er entschied sich für das Feldlager, in dem die Damen sich heute aller Bequemlichkeiten, aller Genüsse erfreuen, zumal, wenn des Königs Majestät in persona zu Felde zieht und der Marschall von Sachsen sich die Kriegsfortuna nach Gefallen dienstbar macht.«

Bei dieser neuen Weihrauchspende hob Moritz abwehrend die Hand.

»Keine Galanterien, La Peyrouse, die Kerzen 109 sind abgebrannt, eilen Sie, die Geschichte zum Schluß zubringen!«

»Ich bin zu Ende, Herr Marschall. Nur noch dies: Mir war unterdessen die Gunst der Frau von Etioles zuteil geworden, der ich auf den Rat und mit Empfehlungen der Marquise von Saussey meine Huldigungen dargebracht hatte, bevor sie zur allmächtigen Favoritin aufgestiegen war. Diese Huldigungen galten der schönen und klugen Frau, die aus einer königlichen Laune eine dauerhafte Verbindung zu machen verstand und damals noch so wenig Boden unter den Füßen hatte, daß sie sich jedem zu Dank verpflichtet fühlte, der den Mut befaß, sich über ihre Hand zu neigen. Tadeln Sie mich, Herr Marschall, aber erfahren Sie, daß ich seit der Begegnung mit Fräulein von Morane von einem brennenden Ehrgeiz erfüllt war und mir mit allen Mitteln den Weg zur Höhe, zum Ruhm freimachen wollte, um Elianens Nähe zu suchen und ihre Liebe zu erringen!«

Der Marschall lächelte nachsichtig und erwiderte mit überlegenem Spott:

»Ich tadele Sie nicht. Es war ein Spiel, das wir alle spielen. Sie haben mich entwaffnet. Ich war säumiger als Sie, Frau von Etioles die Hand zu küssen, die bei der Vermählungsfeier des 110 Dauphins mit meiner Nichte, der Prinzessin Marie Josephine von Sachsen, ihr Schnupftüchlein so geschickt zu verlieren wußte, daß nur der König es finden konnte, um es ihr vor versammeltem Hofe als Zeichen königlicher Gunst zurückzuerstatten. Aber ich habe der Dame, die den Marschall von Sachsen heute schon zu den Toten geworfen hat, bald darauf die Hand geküßt und ihr meine Huldigungen dargebracht, ja, ich berge in meiner Kassette entzückende Briefe, die die Marquise von Pompadour mir damals ins Feld geschrieben hat, Briefe, in denen sie mich bittet, auf meine Gesundheit zu achten, mich einen Kriegsgott und ein verwöhntes Glückskind nennt, mit einem Cäsar, einem Condé und Turenne vergleicht und sich in köstlicher Unbefangenheit sogar meiner Liebschaften gnädigst erinnert. Doch das war in einer Zeit, da der Degen des Marschalls von Sachsen noch mehr wert war als ein Lächeln der schönen Etioles und man mir selbst die Wassersucht verzieh, weil sie mich nicht abhielt, Flandern und Brabant zu erobern.«

La Peyrouse blickte staunend zu ihm auf. Das war nicht mehr der Berserker, der sich an der Paradetafel in einem Wutanfall gegen die Marquise von Pompadour erhoben hatte, nicht mehr der greisenhaft zusammengebrochene Roué, sondern ein 111 skeptisch lächelnder Philosoph, der genossenes Glück von der Hefe zu trennen wußte und die Widersprüche des Lebens in Heiterkeit löste.

Doch die Kerzen neigten sich zum Erlöschen, schon waren zwei Dochte im zerfließenden Wachs ertrunken und die Luft von Qualm und Schlaf erfüllt. Er eilte daher, zum Schluß zu kommen.

»Erlassen Sie mir den weiteren Bericht, Herr Marschall, und glauben Sie mir, daß ich Frau von Bauffremont unendlichen Dank schulde! Man lächelt und spottet heute über die große Liebe oder versteckt sie in sentimentale, moralische, unwahrscheinliche Geschichten à la Manon Lescaut, man behauptet, alles sei nur ein Gemenge von Eitelkeit, Begier, sinnlicher Hingabe und raffinierten Lustgefühlen, und ich gestehe, daß auch ich in diesem Taumel gelebt habe und zuweilen noch in ihn eintauche. Aber Eliane ist mir dennoch zu einer Leidenschaft geworden, die mich mit solcher Inbrunst erfüllt, daß alles Gemeine von dieser Glut verzehrt wird. Erlassen Sie mir, zu erzählen, wie ich ihre Neigung gewann, wie ich unter Belagerungen, Gefechten und Siegesfesten den Weg zu ihrem Herzen fand! Ich müßte mich verabscheuen, so ich dies enthüllte.«

Moritz von Sachsen fühlte eine große 112 Traurigkeit um sich her. Die letzte Willensprobe, die er meisterlich bestanden hatte, als er Herrn von La Peyrouse in den Weg getreten war, um ihn vor einer Kopflosigkeit zu bewahren, endete in einer tiefen Ermüdung. Aber selbst in diesem Zustande klammerte er sich an die törichte, merkwürdige, jedem Urteil entrückte Leidenschaft, die ihn für Elianen von Morane erfüllte.

Er dachte sich in die Rolle des Herrn von Bauffremont hinein und beneidete ihn noch im Grabe, er sah sich in der Gestalt des Herrn von La Peyrouse den köstlichen Preis ihrer Liebe empfangen, um den er selbst vergebens mit der ganzen brutalen Kraft und der erprobten Verführungskunst seiner eigenen Männlichkeit gerungen, und er erkannte, daß der Kampf um diese Frau in drei Herzen ausgefochten worden war, die, mit jedem Schlag heftiger ergriffen, durch diese Leidenschaft im Innern verwandelt worden waren. Er selbst vielleicht nicht – er selbst vielleicht deshalb nicht, weil sein Verbrauch an Liebeskräften schon so groß geworden war, weil er sich so in hitzigen Liebschaften verloren hatte, daß er nicht mehr fähig war, sich zu einer reineren, edleren Leidenschaft zu erheben – auch das sagte er sich in dieser Stunde, aber er war nicht gesonnen, diese seltsame Liebesintrige in den Schleiern 113 der Damen von St. Sulpice zu begraben, die ihr Geheimnis immer noch nicht preisgegeben hatten, und blieb entschlossen, alles daranzusetzen, die Wahrheit zu erforschen, die La Peyrouse ihm mit nichten enthüllt hatte.

Als die dritte und vierte Kerze zischend erloschen, und nur noch drei sterbende Lichte in den Leuchtern standen, raffte er sich auf.

»Mitternacht ist vorbei, La Peyrouse. Sie sagen, Sie hätten Elianens Liebe gewonnen. Das ist eine Behauptung, die jeden Tag neu geprüft werden müßte. Bleiben Sie ruhig – ich zweifle ja nicht daran, daß dies einmal wahr gewesen ist, sofern wir aus der Hingabe einer Frau – bitte, mißverstehen Sie mich nicht – das Recht zu dieser Behauptung ableiten können. Aber die Zeit rinnt und was einmal war, ist manchmal am nächsten Tage schon ein Traum und ist nach drei, vier Jahren so gut wie nie gewesen. Frauen haben ein schlechteres Gedächtnis als Männer. Sie leben in der Phantasmagorie des Gefühls, und Gefühle sind an die Wärme des Blutes gebunden, das in ihnen anders klopft als in uns. Hat Eliane Sie geliebt, so hat sie auch dafür gebüßt. Gestehen Sie, daß Herr von Bauffremont sich nach seiner schweren Verwundung von seiner Gattin getrennt hat und ihr nahelegte, sich zu den 114 Damen von St. Sulpice zurückzuziehen, weil er wußte, daß Eliane sich einem andern zugewendet hatte!«

Moritz streute diese Philosophismen wie Fußangeln vor dem Nebenbuhler aus.

La Peyrouse war aufgestanden.

»Berühren Sie diese Stelle nicht, sie brennt wie Feuer! Seien Sie großmütig, Herr Marschall, ich weiß, daß ich Elianens grausame Pönitenz verschuldet habe. Herr von Bauffremont hat mich leben lassen und Elianen an ihrer Jugend, ihrer Freiheit und ihrer Liebe gestraft. Ja, Sie haben ein Recht, zu zweifeln, ob sie mich noch liebe, denn es gab keine raffiniertere Strafe, als die Verbannung nach St. Sulpice, wo Eliane von Morane Zeit hatte, darüber nachzudenken, wem sie diese Verschickung verdankte und den Geliebten mit andern Augen zu sehen. Zeit seines Lebens, hatte Herr von Bauffremont verfügt, solle sie in St. Sulpice eingeschlossen bleiben und hat ihr den Zutritt zu seinem Wundlager und zu seinem Sterbebett verweigert. Er hat sie nicht ein einziges Mal vor sich gelassen, so daß sie ihn seit dem Tage, da sie die Karosse bestieg, um dem Treffen von Betoux zu entgehen, nicht mehr gesehen hat.«

»Welch ein Mann!« murmelte Moritz voller 115 Bewunderung, »ich hätte nicht geglaubt, daß es noch solche Naturen gäbe. Sie hatten recht, La Peyrouse, als Sie die Ehre des Sieges von Betoux für ihn allein forderten.«

Darauf wußte Herr von La Peyrouse nichts zu erwidern.

Moritz von Sachsen erhob sich und reichte ihm den Degen zurück.

»Sie bleiben morgen zu meiner Verfügung, Oberstleutnant. Ich wünsche Frau von Jumilhac und Frau von Bauffremont zu begrüßen, bevor ich nach Chambord zurückkehre. Haben Sie die Güte, dem Kammerdienst zu läuten.«

Gehorsam riß La Peyrouse am Schellenband.

Als der Marschall sein Schlafzimmer betrat, ließ Herr von Espagnac nach seinen Befehlen fragen. Moritz lud ihn vor sich und eröffnete ihm, daß er erst am späteren Nachmittag des nächsten Tages nach Chambord zurückkehre.

»Sorgen Sie sich nicht, ich werde alles verschlafen.«

Aber er verschlief nichts, denn der Schlaf, der ihm den Gehorsam gekündigt hatte, seit er aus dem Felde nach Chambord heimgekehrt war und die Krankheit über den zum Stillsitzen Verurteilten Macht gewonnen hatte, floh ihn in dieser Nacht ganz.

116 Ein höllischer Tanz von Erlebnissen, Erinnerungen, Gestalten und Wünschen, von Haß und Neid und Gier, blassen Ängsten und erträumten Genüssen tollte in rasendem Wirbel durch sein Hirn. Aber er lag dabei ganz ruhig, hörte sein Herz in immer gleichem Takte hämmern und zwang den Taumel nieder, so daß zuletzt eine große geordnete Bilderflucht an ihm vorüberzog. Dies gelang ihm, indem er alle Kräfte seiner Seele spannte und an Elianen von Morane dachte. Ihr Bild beschwor das Chaos seines Herzens. Er hatte ungezählte Frauen begehrt und viele zu lieben geglaubt – jetzt wußte er, daß keine einzige in ihm die unendliche Sehnsucht nach Glück gestillt hatte, die zu unterst auf dem Grunde seiner chaotischen Seele schlief.

War das Bild Elianens von La Peyrouse gemalt worden oder hatte er selbst sie nie anders gekannt? Liebte er sie anders, als er die Lecouvreur geliebt hatte, die ihm mehr gewesen war als alle andern und an dieser Liebe gestorben war? Adrienne Lecouvreur, die ihm so viel geopfert hatte, und als sie als Jokaste zum letztenmal auf der Bühne stand, schon von dem fressenden Gift zerrüttet wurde, das ihr die Eifersucht eingegossen? Wahrlich, das Gift, das die Herzogin von Bouillon der armen Adrienne gereicht hatte, um die glücklichere Nebenbuhlerin 117 auf diese Weise aus seinen Armen zu reißen, hatte keine grausameren Qualen entfesseln können, als der Gedanke, daß alles, was er erlebt, umsonst war. Das große wunderbare Abenteuer seines Lebens lief in die Erkenntnis aus, daß er die Frauen zu sehr geliebt hatte, und gerade darum bis auf diesen Tag nicht wußte, was Liebe war!

Er hatte auch Frau von Bauffremont nicht anders begehrt, nicht anders geliebt. Selbst als er am Abend nach dem Treffen bei Betoux zu ihr eilte, um ihr die Kunde von dem Siege so umständlich zu überbringen, daß sie die Nachricht von der Verwundung des Herrn von Bauffremont leichter ertragen konnte, war er noch von gemeinen Lüsten gestachelt worden. Er beklagte das Unglück, das sie betroffen, er beklagte Herrn von Bauffremont, der diesen Sieg so teuer bezahlt hatte, aber er trug sich mit der Hoffnung, daß seine Beflissenheit, seine Teilnahme, seine Ergriffenheit ihm nicht nur den Dank Elianens einbringen werde, sondern auch ihre Kälte schmölze. Er suchte ihre Sympathie zu erwerben, indem er sich das Unglück des Herrn von Bauffremont zunutzen machte.

Sein Ehrgefühl hatte sich gegen diese niedrige Spekulation empört, aber er hatte sich vor sich selbst zu rechtfertigen versucht, indem er Herrn von 118 Bauffremont glücklich pries, weil er eine solche Waffentat mit seinem Namen verbunden hatte, indem er sich einredete, aus Menschlichkeit zu handeln und sich das gefällige Sprichwort in Erinnerung rief, daß in der Liebe alle Mittel erlaubt seien.

Das ganze Dorf Cortessem war den Damen des Hofes und den höheren Offizieren überlassen worden. Königsmusketiere und Königindragoner umgaben es als Schutzwache, und die Gasse wimmelte von Bedienten und Ordonnanzen, die beflissen auseinanderstoben, als die Kutsche des Marschalls von Sachsen dreckspritzend heranrollte. Eliane war schon zu einem wohnlichen Quartier gekommen. Man hatte die Leinenweber, denen die Hütte gehörte, auf die Straße gesetzt, den Hausrat auf den Hof geworfen und drei Kammern mit den Feldmöbeln und den Tapisserien der Frau von Bauffremont so artig eingerichtet, daß Eliane den Besuch des Marschalls nicht zu scheuen brauchte. Sie saß im lose gegürteten Gewand, aber mit noch hochgestecktem, gepudertem Haar an ihrem kleinen Schreibtisch, als Moritz im Rahmen der Tür erschien. Er mußte sich bücken, um einzutreten. Ein dreiarmiger Leuchter warf Licht und Schatten in die niedrige Kammer.

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