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Die Laune des Verliebten

Johann Wolfgang von Goethe: Die Laune des Verliebten - Kapitel 8
Quellenangabe
typedrama
authorJohann Wolfgang Goethe
titleDie Laune des Verliebten
booktitleGoethes Werke, Hamburger Ausgabe, Band 4 Dramatische Dichtungen II
year1998
publisherDeutscher Taschenbuch Verlag
isbn3 423 59038 6
editorMünchen
pages7-27
senderbelmekhira@hotmail.com
firstpub1768
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Siebenter Auftritt

Amine. Egle. Lamon.

Egle.
Geschwind! Der Zug geht fort! Amine! Wie? in Tränen?

Lamon hebt die Kränze auf.
Die Kränze?

Egle.
Was ist das? wer riß sie dir vom Haupt?

Amine.
Ich!

Egle.
Willst du denn nicht mit?

Amine.
Gern, wär es mir erlaubt.

Egle.
Wer hat dir denn was zu erlauben? Geh, und rede
Nicht so geheimnisvoll! Sei gegen uns nicht blöde!
Hat Eridon –?

Amine.
Ja! Er!

Egle.
Das hatt ich wohl gedacht.
Du Närrin, daß dich nicht der Schaden klüger macht!
Versprachst du ihm vielleicht, du wolltest bei ihm bleiben,
Um diesen schönen Tag mit Seufzern zu vertreiben?
Ich zweifle nicht, mein Kind, daß du ihm so gefällst.
Nach einigem Stillschweigen, indem sie Lamon einen Wink gibt.
Doch du siehst besser aus, wenn du den Kranz behältst.
Komm, setz ihn auf! und den, sieh! den häng hier herüber!
Nun bist du schön.
Amine steht mit niedergeschlagenen Augen und läßt Egle machen. Egle gibt Lamon ein Zeichen.
Doch ach, es läuft die Zeit vorüber,
Ich muß zum Zug!

Lamon.
Ja wohl! Dein Diener, gutes Kind.

Amine beklemmt.
Lebt wohl!

Egle im Weggehen.
Amine! nun, gehst du nicht mit? Geschwind!
Amine sieht sie traurig an und schweigt.

Lamon faßt Egle bei der Hand, sie fortzuführen.
Ach, laß sie doch nur gehn! Vor Bosheit möcht' ich sterben;
Da muß sie einem nun den schönen Tanz verderben!
Den Tanz mit Rechts und Links, sie kann ihn ganz allein,
Wie sich's gehört; ich hofft auf sie, nun fällt's ihr ein,
Zu Haus zu bleiben! Komm, ich mag ihr nichts mehr sagen.

Egle.
Den Tanz versäumst du! Ja, du bist wohl zu beklagen.
Er tanzt sich schön. Leb wohl!
Egle will Aminen küssen. Amine fällt ihr um den Hals und weint.

Amine.
Ich kann's nicht mehr ertragen.

Egle.
Du weinst?

Amine.
So weint mein Herz, und ängstlich drückt es mich.
Ich möchte! – Eridon, ich glaub, ich hasse dich.

Egle.
Er hätt's verdient. Doch nein! Wer wird den Liebsten hassen?
Du mußt ihn lieben, doch dich nicht beherrschen lassen,
Das sagt ich lange schon! Komm mit!

Lamon.
Zum Tanz, zum Fest!

Amine.
Und Eridon?

Egle.
Geh nur! ich bleib. Gib acht, er läßt
Sich fangen und geht mit. Sag, würde dich's nicht freuen?

Amine.
Unendlich!

Lamon.
Nun so komm! Hörst du dort die Schalmeien?
Die schöne Melodie?
Er faßt Aminen bei der Hand, singt, und tanzt.

Egle singt.
Und wenn euch der Liebste mit Eifersucht plagt,
Sich über ein Nicken, ein Lächeln beklagt,
Mit Falschheit euch necket, von Wankelmut spricht,
Dann singet und tanzet, da hört ihr ihn nicht.
Lamon zieht im Tanz Aminen mit sich fort.

Amine im Abgehen.
O bring ihn ja mit dir!

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