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Die Islandfischer

Pierre Loti: Die Islandfischer - Kapitel 48
Quellenangabe
typefiction
authorPierre Loti
titleDie Islandfischer
publisherPhilipp Reclam jun
year
firstpub
translatorE. Bagge
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080430
projectid3b5adcd0
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4.

Gaud arbeitete fleißig während des Sommers. Die Frauen von Paimpol brachten ihrem Können zuerst sehr wenig Vertrauen entgegen und meinten, solche Fräuleinshände taugten nicht zu angestrengter Arbeit. Sie verstand es jedoch, ihre Kleider weit besser sitzend zu machen, als sie es gewohnt waren, daher war sie als Schneiderin schnell berühmt geworden und sehr gesucht.

Was sie verdiente, wendete sie ins Haus, damit es Yann bei seiner Rückkehr schöner und behaglicher finden sollte.

Die Thüren der alten Bettschränke hatte sie blank gewichst und die Beschläge daran funkelten wie neu; das Dachfenster hatte eine große Scheibe bekommen und war von einer Gardine geziert; sie hatte eine warme Decke für den Winter gekauft, einen Tisch und Stühle angeschafft und alles mit selbstverdientem Geld bezahlt. Die Summe, welche Yann ihr zurückgelassen, lag wohlverwahrt in einem chinesischen Kästchen, und sie freute sich darauf, es ihm bei seiner Rückkehr unberührt zu zeigen.

Wenn sie an den Sommerabenden mit der Großmutter Yvonne auf der Bank vor der Hausthür saß, strickte sie beim Abendschein an einem schonen warmen Fischerhemd für ihren Yann. Die Großmutter war in ihren jungen Jahren eine gar geschickte Strickerin gewesen, und jetzt, wo ihr Kopf wieder viel klarer war, und die Gedanken geordneter, konnte sie Gaud nicht nur zur ganzen Arbeit die nötige Anweisung geben, sondern sogar die schönen durchbrochenen Muster lehren, mit denen das Hemd an Hals und Ärmelrand verziert wurde. Es kroch sehr viel der blauen Wolle in die Arbeit, denn für Yanns Gestalt mußte das Hemd sehr groß sein!

Die Tage nahmen immer mehr ab, und was im Juli geblüht hatte, fing bereits an, gelb zu werden und abzusterben; die zweiten Blüten der Scabiosen am Wegesrand saßen an höheren Stielen und waren viel kleiner als die ersten.

Eines Abends erschien das erste Islandschiff an der Landspitze von Pors-Even, und damit begann das Fest der Heimkehr.

Alles was Beine hatte, stürzte zum Strand – welches Schiff war es?

Es war der »Samuel-Azenide« – ja, der war immer den anderen voraus!

»Nun wird die ›Leopoldine‹ auch nicht mehr lang ausbleiben,« sagte Yanns Vater. »Wenn einmal einer anfängt sich auf den Weg zu machen, dann halten's die andern auch nicht mehr lang aus – ich kenne das!«

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