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Die Hexe von Endor

Rudolf Presber: Die Hexe von Endor - Kapitel 13
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typefiction
authorRudolf Presber
titleDie Hexe von Endor
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
year1932
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»Du stehst schon wieder mit den Hühnern auf, Siegmund!« zürnte Melusine von ihrem Bett her, indem sie sich plötzlich aufrichtete.

»Ich wollte dich nicht wecken.«

»Das willst du natürlich nie in deinem sprichwörtlichen Edelmut. Aber du weißt es doch so einzurichten, daß dir immer mit Donnergepolter etwas zu Boden fällt.«

»Es war nur meine Zahnbürste, die mir in den Eimer entglitt.«

»Die Zahnbürste – in den Eimer! Gleich eine appetitliche Angelegenheit am frühen Morgen.«

Siegmund war froh, daß er die Wahrheit etwas gebogen hatte. Es war in Wirklichkeit Melusinens Zahnbürste gewesen, die ihm bei dem versuchten Neuarrangement auf dem für zwei Personen viel zu kleinen, auch eigentlich nur für eine Person berechneten Waschtisch in den Eimer entglitten war und die er nun durch behutsame Spülungen und umsichtiges Abtrocknen wieder gebrauchsfähig gemacht hatte.

»Warum in Teufels Namen stehst du eigentlich so sinnlos früh auf! Ich habe doch heute erst um zehn Uhr Probe. Ist dir etwa eine industrielle Idee gekommen, wie wir aus dem schamlosen Dalles herauskommen? Ein rettender Gedanke, den du umgehend bei Siemens und Halske oder bei der ›AEG‹ anmelden willst?«

Siegmund, dem in dieser Richtung leider noch nie im Leben Ideen gekommen waren, duckte sich leise seufzend unter ihrem mitleidlosen Hohn. »Ich habe wenig geschlafen die Nacht«, sagte er kleinlaut und konstatierte dabei im Spiegel, daß seine zittrigen Hände den Scheitel wieder schief gezogen hatten.

»Ich habe so gut wie gar nicht geschlafen«, übertrumpfte ihn Melusine, die sich in der Statistik ihrer schlafend verbrachten Stunden von jeher merkwürdigen Täuschungen hingab.

»Dann hast du wohl auch gehört, wie unser neuer Mieter nebenan einzog?«

»Es war mir so«, sagte Melusine etwas verwirrt, denn sie hatte in Wahrheit nicht das geringste gehört. »Wieviel Uhr war es doch gleich?«

»Ich schätze so nach ein Uhr. Ich habe kein Licht gemacht, um dich nicht zu wecken.«

»Du hörst doch, daß ich nicht geschlafen habe!« fauchte Melusine grob. »Das fängt übrigens gut an! Nach ein Uhr! Mein Trost ist sein Freund, der einen vornehmen, einen, ich muß sagen, distinguierten Eindruck macht – ich ließ mir der Sicherheit halber die Hälfte der Miete, zugleich Kaffee und Bedienung, vorausbezahlen –«

Daher der vornehme, distinguierte Eindruck, dachte Siegmund. Aber er hütete sich, das zu äußern. Fragte nur bescheiden: »Wie denkst du dir eigentlich die sogenannte ›Bedienung‹ bei uns, liebe Melusine? Wenn du auf der Probe bist und ich im Büro und das Hugochen oben bei der gelähmten Schwester von der guten Schumann mit seinem Baukästchen spielt –«

»Wo nichts ist, da hat der Kaiser sein Recht verloren! Wenn niemand da ist, kann der Herr Mieter auch nicht ›bedient‹ werden . . . Er kam ziemlich anständig heute nacht, was?«

»Für einen, der sich in Treppe, Korridor und Türen noch nicht auskennt, fabelhaft anständig. Als er in seinem Schlafzimmer war – blieb es eine ganze Weile merkwürdig still. Er muß noch gelesen haben oder – dann auf einmal krachte das Bett – und dann – ja dann, aber das wirst du wohl gehört haben, schnarchte er ganz entsetzlich.«

»Alle Männer schnarchen entsetzlich«, entschied Melusine.

»Woher weißt du das?« Siegmund bereute diese vorlaute Frage sofort.

Zu seinem nicht geringen Erstaunen kam die Antwort ungereizt. »Aus Büchern«, sagte Melusine.

Beide schwiegen eine Weile und lauschten angestrengt nach nebenan. Man hörte jetzt, wie Wasser ausgegossen wurde. Bald darauf vernahm man das Gepuste eines gesunden jungen Menschen, der sich den warmen Körper mit kaltem Wasser übergießt.

»Man kann die Reinlichkeit auch übertreiben«, meinte Melusine, die persönlich mehr mit Fett und Puder arbeitete.

Siegmund antwortete nicht. Die Gedanken, die ihn die ganze Nacht wie schwarze Männer umtanzt hatten, bedrängten ihn wieder.

»Melusine« – er nahm einen Anlauf – »darf ich mich mal – wir sind doch allein und der nebenan hört nichts – darf ich mal eine Frage an dich richten?«

»Wenn's keine Unverschämtheit ist?« umzirkte Melusine vorsichtig die Erlaubnis.

»Nein. Es ist wichtig für uns beide. Schließlich sind wir doch . . .«

»Ja, ja, wir sind«, wehrte Melusine mit einer Handbewegung. »Wir sind verheiratet, ich weiß. Mit Konstatierung dieser Tatsachen fangen bei dir alle Unannehmlichkeiten an.«

Ob sie weiß, wie wahr sie spricht? dachte Siegmund. Einen Augenblick lächelte seine schmerzliche Sehnsucht durch die leere Luft der Frau zu, die so früh für immer von ihm gegangen war und die ihm das Mädelchen hinterlassen hatte, das ihr ähnlich zu werden versprach in ihrer Sanftmut und Güte und Geduld mit seinen Schwächen. Das Mädelchen – wo war das jetzt?

Von Zeit zu Zeit holte er sich ein postlagerndes Briefchen von ihr voll Güte, Besorgnis und freundlichen Worten. Aber ihre Zuflucht verriet sie ihm nicht.

»Das ist eine gräßliche Art von dir«, zürnte Melusine, »Sätze anzufangen – Erzählungen – Fragen – und dann plötzlich schweigend in die Luft zu stieren, als ob du aus einer anderen Welt Inspirationen erwartest.«

»Aus einer anderen Welt? Nein, nein! Ich bin schon wieder da, Melusine, sobald ich deine Stimme höre, bin ich wieder auf dem Boden dieser Welt. Ja, was ich sagen wollte – die ganze Nacht habe ich mich mit der Frage gequält: willst du mir nicht sagen – das ganze Theater ist doch voll davon, bloß ich weiß nichts – und wenn ich komme, reden sie von etwas Anderem; und ich merke doch, daß sie von mir und von dir und ›ihm‹ geredet haben – willst du mir nicht sagen, wer der Herr im Pelz – es soll ein Kavalier sein, der wienerisch gesprochen hat – und woher du ihn eigentlich –?«

»Noch was?« Schnippisch klang's vom Bett her. Aber Siegmund kannte die Nuancen dieser Stimme, von der er längst genug hatte. Da schwang etwas leise mit, das nichts mit der Keckheit des Wortlauts dieser Rückfrage zu tun hatte. Etwas Müdes, Ängstliches, Gequältes.

Er sah zu ihr hinüber. Ihr von den Kissen zerwühltes Haar, das in diesen Tagen hätte nachgefärbt werden müssen, schimmerte im Anwuchs silbriggrau und das verwegene Rotblond, in dem es sich im weiteren Verlauf austobte, wirkte im Kontrast zu dem von Puder und Farbstift noch nicht verschönten schlaffen Gesicht der alten Komödiantin, zu diesen dicken Tränensäcken, der überkräftigen Nase und dem welken Mund wie der Scherz einer Fastnachtsperücke.

Wie hatte er die Erinnerung an so Holdes, Liebes, Frauliches, Echtes tauschen können gegen sowas!

»Vielleicht habe ich dich überraschen wollen mit –«

»– mit dem Herrn im Pelz?«

»Sagen wir mit einer guten Nachricht, die mit ihm zusammenhängt. Er ist ein Aristokrat durch und durch – hat fabelhafte Beziehungen.«

»O je!« Unwillkürlich war dem armen Siegmund der hörbare Seufzer entschlüpft. Er war zu lange im Theaterbetrieb, hatte zu viel »fabelhafte Beziehungen« wie Seifenblasen platzen sehen, Und nun – ein Wiener Aristokrat – in einer Zeit, wo die Erzherzöge froh sind, wenn sie beim Film in Hollywood in den alten Uniformen unterkommen können.

»Was sind da schon Beziehungen von einem Wiener Baron – angenommen, daß er's wirklich ist!«

»Du glaubst doch nicht etwa –!?« Melusine brachte nicht ganz so viel Empörung auf, wie er, als er sein unbeherrschtes »O je« vernommen, erwartet hatte.

»Ich hoffe nur«, sagte er, »daß diese Sache nicht mit der Mahuda zusammenhängt.«

»Also, das ist einfach lächerlich! Sieh' dir den Kavalier an.«

»Ich möcht's schon gern – aber er soll ja verreist sein!«

»Er kommt wieder.«

»Glaubst du? – Dein Wort in Gottes Ohr . . . Wie hast du ihn eigentlich kennen gelernt?«

»Ein richtiger Zufall. Als ich von der Probe kam, etwas eilig, promenierte er zufällig vor dem Theater. Ich ging, ohne ihn besonders zu beachten, an ihm vorbei. Plötzlich war er hinter mir, dicht neben mir und sagte –« Melusine stockte.

Wenn jetzt nur nicht kommt: mein schönes Fräulein, darf ich's wagen . . . dachte Siegmund. Aber es kam nicht. Melusine hatte nur nach nebenan gelauscht, wo der neue Mieter, wie ihr schien, Rhythmen, Verse vor sich hinsprach.

Nach einer Weile fuhr sie fort: »Mit einer vorbildlichen Höflichkeit – ihr Berliner werdet so was nie lernen – verbeugte er sich und sagte – übrigens mit einer scharmanten Stimme, der ich sofort den Landsmann angehört habe –«

»Ach, jetzt bist du auch wieder aus Wien?«

»Meine Wahlheimat war es immer! Also – ›Sie haben dieses Tüchlein verloren‹, sagte er, ›dieses reizende Gedicht aus Spitzen. Es muß Ihnen eben aus dem Täschchen gefallen sein.‹«

»Na, war's dir denn gefallen?«

»Hab' ich Spitzentücher – von dir etwa?«

»Also so fing es an.« Siegmund überlegte. »Nicht ganz ungewöhnlich. Hoffentlich ist das Ende auch so sinnig.«

»Das Ende? Ich werde dir was sagen: Siegmund, wenn alles gut geht, schlägt er mir vielleicht die Brücke zum Burgtheater.«

»Die Wolter ist schon lange tot«, sagte Siegmund ganz leise vor sich hin. Und er dachte dabei: wenn er dich an die Burg bringt, werde ich Groß-Siegelverwahrer beim Schah von Persien.

Melusine lauschte wieder nach nebenan. Weiß Gott, Verse spricht er, dachte sie. Er wird doch nicht auch von der Bühne sein? Aber nein, das war unmöglich! Sie hatte den Freund gesehen, der die Sachen brachte. Und sie hatte das Gepäck genau gemustert – alles die Solidität selbst. Und auf den Koffern die Reklameschildchen erster Hotels des Auslandes erzählten von großen Reisen.

»Ich werde Kaffee kochen. Das Hugochen schläft noch.« Mit diesen beiden orientierenden Mitteilungen wollte sich Siegmund, der genug hatte von den Wiener Zukunftsaussichten, durch des Kindes Kämmerchen leise in die Küche begeben.

Aber Melusine rief ihn, Wichtigkeit in der befehlenden Stimme, zurück.

»Siegmund«, sagte sie, »so ein junger Mann aus den besten Kreisen – denn das ist er, der Freund hat es gesagt und durch sein Auftreten bewiesen – ich kenn' mich aus – so ein junger Mann wohnt gern in gesitteter Umgebung und verlangt ein wenig Rücksicht. Du mußt ein bißchen auf seine Gewohnheiten achten. Nicht, daß du zum Beispiel zur selben Zeit die Toilette benutzt wie er.«

Ach, du lieber Gott! dachte Siegmund, nun werden mir noch die letzten Freiheiten beschnitten. Aber er schwieg und nickte nur, im Türrahmen stehend, seine Zustimmung zu dieser peinlichen Anordnung.

»Dann«, Melusine hob belehrend den Zeigefinger, mit dem sie als Kind einmal, neugierig und unnütz war sie immer, in die Kartoffelschälmaschine geraten war und der deshalb die unveränderliche Form eines Wiener Kipfels angenommen hatte – »dann: so ein junger Aristokrat aus sicherlich streng religiöser Familie –«

Er avanciert, dachte Siegmund, der seine Frau kannte; wenn ich noch lange hier stehe, wird er Reichsgraf und ist dem Papst sein Vetter.

»– fühlt sich am wohlsten im Schoße eines geordneten, soliden Familienlebens.«

Ich bin nur neugierig, wie sie diesen »Schoß« herstellt, dachte Siegmund. Aber in diesem Augenblick hörte er das Stimmchen des Hugochen, das, wie oft morgens, aufregend geträumt hatte und seinen Schrecken, erwachend, leise ausweinte.

»Der Bengel heult schon wieder!« erboste sich Melusine. »Wenn du mich nicht mit deinem skandalösen Lärm geweckt hättest, so hätte er mich jetzt wieder mit seinem Gejammer geweckt. Das ist eine widerliche Gewohnheit, so unliebenswürdig aufzuwachen. Das –«

»– hat er von mir, willst du sagen.« Siegmund tippte bei diesen Worten bescheiden auf seine Brust. Auch der Wurm krümmt sich, wenn er getreten wird; Siegmund fühlte sich durchaus in der Wurmrolle. »Das ist bloß nicht gut möglich, da er ja nicht mir, sondern einem der Großen des Landes oder der Kunst – darüber gehen deine Andeutungen zuweilen auseinander – das junge Leben verdankt.«

Und ohne eine Entgegnung abzuwarten, im frohen Gefühl, ihr auch einmal einen kleinen seelischen Tritt versetzt zu haben, enteilte Siegmund zu dem leise weinenden Hugochen. Er mühte sich, den kleinen geliebten Kerl mit guten Worten über seinen schlechten Traum zu trösten und dem ahnungslosen Bübchen zu beweisen, daß das scharfe Wort, das der Mutter galt, im Anblick des Kindes, dem noch die Tränen über die rotgeschlafenen Apfelbäckchen rollten, jede Bedeutung verlor . . .

. . . Während dieses anmutvollen Wechselgesprächs aber, das den Morgen des neuen Tages für das Ehepaar Kern-Möller in üblicher Weise einleitete, hatte sich Veit in seiner neuen Umgebung gewaschen und angezogen. Für die seltsamen Bilder, die an der Wand Cäsars und Gustav Adolfs letzte Stunde verherrlichten, hatte er keinen Sinn mehr. Auch für die liebevolle Art, mit der der gute Addo, auf den Rundblick vom Funkturm abermals verzichtend, bereits seinen Wäscheschrank eingeräumt hatte, fehlte ihm zu dieser Stunde die dankbare Begeisterung. Immer wieder kehrten seine Gedanken zu dem Augenblick zurück, da er gestern abend das Bild seiner holdseligen Unbekannten plötzlich dort an der Wand erblickt hatte.

Sie war's – sie war's! Und jetzt, von den schüchtern fingernden Strahlen der aufsteigenden Wintersonne berührt, schien sie ihm aus dem Rähmchen heraus noch anmutiger, noch liebenswürdiger zu lächeln als gestern abend zu seinem Empfang. Eine Viertelstunde und länger hatte er sicher – zu leicht bekleidet für die Jahreszeit und die Temperatur des Raumes – dort in dem Sessel gehockt, in den ihn seine erste Verblüffung geworfen hatte, und offenen Mundes an die Wand gestarrt. Dann – ja dann, er wußte es noch – vom ersten Niesen der redlich verdienten Erkältung wieder zu sich gebracht – war er fröstelnd und mit heißem Kopf ins Bett mehr gefallen als gestiegen. Und dann – ja dann mußten wohl die für eine Weile zurückgedrängten übertölpelten Geister des Alkohols wieder die Macht über ihn gewonnen haben.

Er wußte nichts mehr von seinen Taten und Gedanken heute nacht, wußte nur das eine. Als er heute früh erwachte und sich mühsam in der fremden Umgebung orientierte, brannte das Licht an der Decke noch und er hielt das von der Wand genommene Bild seiner Angebeteten fest im Arm. Preßte es an sich, wie – wie . . . Wo kamen die Verse her, die ihm mit einemmal durch den Kopf gingen, während er das Bild der unbekannten Geliebten wider die Wasserflasche lehnte und auf dem Nachttisch aufbaute und seinen von der Anstrengung der Nacht ganz steifen linken Arm mit der rechten Hand massierte – diese schönklingenden Verse: »Und er schlief mit klaffendem Kettenhemd, – längst aus war Stolz und Schmerz; – doch unter dem Schilde festgeklemmt, – lag König Roberts Herz.«

Ach, jetzt wußte er's! Das war der Ausgang der prächtigen Ballade »Das Herz von Douglas« des früh verstorbenen Spätromantikers Moritz Graf Strachwitz. In der die Wände bis zur Decke füllenden Bibliothek des Vaters als Primaner schmökernd, hatte er das schmale, goldschnittige Bändchen Gedichte gefunden. Es stammte wohl noch aus der reichen Bücherei des Großvaters mütterlicherseits, der ein heimlicher Literat war und über den sein geschäftstüchtiger Schwiegersohn, Veits Vater, in aller Achtung im stillen ein bißchen gelächelt hatte. Einen großen Eindruck hatten dem in nüchterner Zeit ganz im geheimen auf des Großvaters Spuren Wandelnden die ritterlichen Verse gemacht, die Ballade von dem bis in den Tod getreuen schottischen Grafen. Von dem Vasallen, der den nicht gehaltenen Schwur seines Königs, nach dem Grab des Heilands zu pilgern, – »es hat, wer Schottland bänd'gen will – zum Pilgern wenig Zeit« – einlöst; der das in Samt gehüllte, in Gold verkapselte Herz des toten Königs ins Morgenland führt und in der Sarazenenschlacht tapfer aus dem feindlichen Gewühl hinausträgt . . .

Er hatte – jetzt wußte er's wieder – die Nacht geträumt, er müsse, wie der Douglas des Königs Herz, das Bild seiner Geliebten unter dem Schilde tragen . . . ja, wohin? Im Traume hatte er es bestimmt gewußt – und hatte in Treue sinngemäß gehandelt. Daher jetzt die widerlichen Schmerzen im linken Arm, den er kaum heben konnte. Denn – »er schlief mit klaffendem Kettenhemd – und unter dem Arme festgeklemmt lag . . .« Oh, das war ein schönes Gedicht, jetzt erinnerte er sich's auch wieder, wie es anfing. »Graf Douglas preß' den Helm ins Haar, – gürt' um dein lichtblaues Schwert, – schnall an dein schärfstes Sporenpaar – und sattle dein schnellstes Pferd . . .«

Er sah sich wieder in der Bibliothek des Vaters stehen und die Blätter des goldschnittigen Bändchens wenden. Donnerwetter – der Vater! Der ist nun heute morgen weiter nach – – oder war er nochmal im Büro zu erwarten . . .?

Noch in Unterbeinkleidern stürzte Veit in sein Wohnzimmerchen – hübsch freundlich, das war sein Eindruck – und dort am etwas zu zierlichen Schreibtisch an den Apparat . . .

»Hallo!«

Eine männliche Stimme in der Etage antwortete: »Ja, bitte – haben der Herr einen Wunsch?«

Es war eine sympathische, etwas gedrückte, devote Stimme, so kam es Veit vor.

»Guten Morgen, ja. Ich möchte mit der Stadt – mit dem Hotel ›Bristol‹ verbunden werden.«

»Sehr gern – sofort!«

Höfliche Leute, dachte Veit, und sein einmal gereiztes Gedächtnis arbeitete weiter: »Sie ritten vierzig Meilen fast – und sprachen Worte nicht vier, – und als sie kamen vor Königs Palast, – da bluteten Sporen und Tier, – – König Robert lag . . .« Aber ehe sich Veit entsinnen konnte, wo König Robert sterbend lag, war die Verbindung hergestellt.

Zwei Minuten später legte er – eigentlich erleichtert – den Hörer hin, um die Gewißheit bereichert, daß sein Vater heute morgen wohlbehalten mit dem Frühzug nach Schweinfurt gefahren sei – also doch! – und grüßen lasse.

Also der alte Herr saß glücklich im D-Zug. Frühstückte jetzt im Speisewagen zwei Eier im Glas, Kaffee, einen Kognak. Fräulein Butte rüstete sich zu Kirchgang und Hochzeitsfeier in Köln . . . Das Gestade der Ostsee würde keinen Besucher von Wert verlieren, wenn er, Veit, heute mal das Büro ein, zwei, drei Stunden später aufsuchte. Erst mußte er . . . der Zufall, das Schicksal, der Himmel hatte ihn, den Ahnungslosen, ja auf den Weg, auf den sicheren Weg geführt.

Wo dieses Bild hing, mußte man doch Bescheid wissen! Vielleicht – es war nicht auszudenken – wohnte sie hier, die Holde, Einzige. Am Ende hatte sie einmal in diesem Bett geschlafen, in dem er heute nacht – –

Aber ob hier oder dort, jetzt fand er sie! Und wenn er sie gefunden hatte, wie wollte er dem Zufall, dem Schicksal, dem Himmel danken. »Ich schwur, wenn der Sieg mir sei verliehn – und fest mein Diadem, – mit tausend Lanzen will ich ziehn – hin gen Jerusalem . . .«

Wenn er nur erst den Strachwitz loswürde! Es ist schön aber schrecklich, immer in fremden Versen zu denken, wie der Schlagerkomponist, dem er nun glücklich, ohne ihn zu ermorden, entflohen war, immer in fremden Melodien. Und schließlich – »hin gen Jerusalem« – eine Hochzeitsreise ins heilige Land – auch nicht übel und sehr modern! Und etwas Orientalisches lag symbolisch, lag lockend und verheißungsvoll in dem stolzen scharfen Profil, in diesem reichen schwarzen Haar – wie hieß es doch in der »Jüdin von Toledo«? Um Himmelswillen, jetzt auch noch Grillparzer! Sich zu retten vor seinem eigenen Gedächtnis, eilte Veit zur Klingel.

Kaum war er zurückgetreten, klopfte es auch schon. Donnerwetter, das war eine flotte Bedienung hier! Anders als bei Frau Zirbel, die entweder zu Haus nichts hörte oder auswärts Bridge spielte.

»Herein!« Er war selber gespannt, was kommen würde.

In einem vielleicht für ihr Alter und ihre üppigen Formen ein wenig zu neckischen, mit großen Blumen bestreuten kunstseidenen Kimono stand Melusine vor ihm. Mit einer aller plumpen Vertraulichkeit ausbiegenden Würde streckte sie ihm die ein bißchen zu stark gepuderte Hand entgegen. Und äußerte, als ob sie den dritten Akt eines Dramas schließe:

»Von Herzen willkommen, Herr von Uhlich!«

»Bloß Uhlich, wenn ich bitten darf.«

»Oh, pardon. Aber das liegt uns Wienern so, net wahr, einem Herrn von Distinktion allemal den Adel zu geben. Obschon daß er ja abgeschafft ist in Österreich. Und – ich hab' doch auch, mein' ich, an dem Koffer eine Visitenkarte geseh'n, wo vor dem Namen Uhlich ein ›v‹ gestanden ist.«

»Das stimmt schon. Mein Vorname ist ›Veit‹.«

»Ah, da schau her – deshalb! Veit – ein sehr schöner Rufname.«

»Ich bin zufrieden.«

»Ein berühmter Maler hieß, glaub' ich, auch so, der viel christliche Kunst –«

»Ja – mit dem Nachnamen. Ein Enkel von Moses Mendelssohn.«

»Natürlich«, Melusine nickte schmerzlich, »die großen jüdischen Bankiers haben's leicht, ihre Söhne und Enkel was werden zu lassen – nachher malen sie Madonnen –« Und mit einem kühnen Sprung der Gedanken: »– ich hab' schon gesehen, wie der Herr Freund ausgepackt hat – gar ein lieber Mensch – ja, die vielen guten Bücher! Gott, wenn man, wie ich, von der Kunst ist – ich spiele im Grabbe-Theater, Sie wissen vielleicht – dann versteht man das. Ich hatte einen Herrn hier wohnen, einen Reisenden, der hatte nur den ›Boccaccio‹ und die ›Unsterbliche Kiste‹ und ein Buch über ›Erotik‹ – mit Illustrationen, also zum Schämen – und das Reichskursbuch – na, da wußt' ich Bescheid. Das ist dann auch ein einziges Malheur gewesen mit dem. Schon nach drei Monaten ist er gezogen. Ganz im Frieden, aber gezogen. Ich habe ihm nicht nachgeweint. Aber Sie werden sich wohlfühlen. Das seh' ich Ihnen an. Im Schoße einer deutschen christlichen Familie. Mein Manderl ist auch beim Theater – aber bei der Kasse, nit wahr. Mein Buberl, ein stilles, liebes Kind, sehr anständig. Ja, bloß wir drei – und aus ist der kleine, aber trauliche Kreis.«

Veit hatte an ihren Lippen gehangen. Eine Erweiterung des »traulichen Kreises« durch eine Anspielung auf jene junge Dame, die drin an der Wasserflasche – im Kniestück – stand, wäre ihm sehr angenehm gewesen. Aber – aus war und blieb der trauliche Kreis.

»Verzeihen Sie – Frau –«

»Kern-Möller, bitte. Mein Manderl heißt Kern, nit wahr, und mein Künstlername ist Melusine Möller. Seit ich verheiratet bin – Gott, man soll eigentlich nit heiraten beim Theater, aber wenn's nachher gut ausgeht, nit wahr – also da hab' ich mich Melusine Kern-Möller geschrieben – in einem Wort, wenn ich bitten darf. Das ist handlicher, nit wahr?«

»Ja, natürlich.« Veit wurde ungeduldig. Diese Frau mit ihrem Gerede machte ihn verdreht. Nein, die war damals nicht dabei gewesen: »Sie ritten vierzig Meilen fast – und sprachen Worte nicht vier . . .« Wieder Strachwitz! Auf einem Pferd muß sie schrecklich aussehen.

»Entschuldigen Sie eine Frage, liebe Frau Kern-Möller. Es hängen so viele hübsche Bilder in den beiden Zimmern, die jetzt die meinen sein sollen –«

»Fühlen Sie sich, bitte, ganz wie zu Hause bei uns.« Melusine machte einen kleinen neckischen Knicks, »ganz wie zu Hause.«

Wenn sie jetzt noch ein Wort sagt, werf' ich sie aus dem Fenster, dachte Veit. Nein, das mach' ich nicht, korrigierte er seinen Mordplan, erst muß sie mir . . . »Meine liebe Frau Kern-Möller, ich wollte sagen, unter den Bildern –«

»Gott, man hat ja auch seinen Kunstsinn, nit wahr. Sigi, sag' ich immer zu meinem Mann – er heißt nämlich Siegmund mit seinem Taufnamen – Sigi, sag' ich, wenn man keine Raffaels kaufen kann und keine Liebermanns – hübsche Reproduktionen tun's schließlich auch. Bloß –«

»Gewiß«, fiel Veit mit erhobener Stimme ein und tat sich den Schwur, sich auf keinen Fall mehr unterbrechen zu lassen. »Gewiß –«

Warum schreit er so, dachte Melusine erschreckt und tat einen ängstlichen Schritt zurück. Ihr fiel ein, daß vor drei Jahren in der nahen Fasanenstraße eine Vermieterin von ihrem eben zugezogenen und alsbald verrückt gewordenen Mieter am Halse gewürgt worden war, bis sie blau war . . . Aber wenn er so was vorhatte, würde er doch gerade nicht schreien, dachte sie dann; und jetzt hörte sie auch, was er mit erhobener Stimme sprach, fragte, wünschte. Und sie war des Staunens voll.

»Unter den mancherlei historischen Bildern von berühmten Leuten, die Sie da aufgehängt haben, werte Frau Kern-Möller, finde ich ganz zufällig gestern abend – gerade über meinem Bett – das nette Bildchen einer jungen Dame, die ich – ich meine, die mich an irgendwen erinnert, an irgendwen, der irgendeinmal irgendwo –«

»Ha, gehn'S', jetzt erinnert Sie das Bild an wen? Wer könnte das wohl sein?«

»Ja, das möcht' ich nun von Ihnen erfahren. Vielleicht komme ich dann darauf, wenn ich – – Vielleicht ist's die Betreffende, auf die ich jetzt nicht komme, am Ende selbst –«

Melusine ärgerte sich. Wie konnte sie auch auf den dummen Einfall kommen, das Bild, das sie ihrem Mann vom Schreibtisch genommen, ausgerechnet hier aufzuhängen! Aber das Hugochen hatte damals damit gespielt. Das heißt, eigentlich hatte es nur das Bild immerzu sehnsüchtig betrachtet und einmal gar heimlich geküßt und gefragt: »Mama, kommt sie nicht mal wieder, unser Klärchen?« – Unser Klärchen. Da hatte sie das Bild dem Buben aus den Händen gerissen, hatte einen Hammer und einen Nagel genommen und hatte es einfach, wo Platz war und wo sie es nicht zu sehen brauchte, in das noch leerstehende Zimmer über das Bett gehängt. Denn an der Hauptwand hingen schon der Cäsar und der Gustav Adolf.

»Jetzt, das ist spassig«, sagte Melusine und lächelte sauersüß. Immer bestrebt, Zeit zu gewinnen, da sie noch nicht entschlossen war, was sie Erlogenes aber Glaubwürdiges sagen wollte.

»Wieso ist das spassig?« Veit wurde immer nervöser. »Es kommt doch wirklich öfter vor, daß man ein fremdes Bild sieht und doch –«

»Ja, schon, schon. Wie Tamino in der ›Zauberflöte‹ – oder wie der Faust in der Hexenküche.« Und ärgerlich über sich selbst, unterbrach sie sich plötzlich ziemlich rauh im Ton. »Aber verzeihen Sie, das stimmt ja alles nicht.«

Die Gute ahnt nicht, wie es paßt, dachte Veit, immer ungeduldig auf die Erklärung wartend, die doch mal kommen mußte.

»Also ich werde Ihnen was sagen, Herr Uhlich.« Und sie sprach das Folgende langsam, damit sie sich's selbst gut merken könnte; denn ihr Mann mußte doch sofort, wenn er heimkam, auf alle Fälle instruiert werden über das ersonnene Märchen. Und ein Märchen mußte es sein. Denn das fehlte noch, daß der gut aussehende neue Mieter nun gleich irgendwelche Nachforschungen anstellte nach der glücklich hinausgedrängten Person . . . »werde Ihnen sagen, Herr Uhlich – eigentlich, ich kenn' Sie doch kaum, aber ich weiß nit, woher ich schon das Vertrauen hernehm' –«

Endlich – jetzt kommt's, dachte Veit und sagte heiser vor Aufregung und seelischer Spannung: »Sie können ruhig Vertrauen haben.«

»Also – mein Mann – sonst aus einer sehr guten Familie, ja – aber Sie dürfen ihm nix davon sagen, daß ich . . .«

»Nein, nein.«

»Also, mein lieber Mann hat eine Schwester gehabt, die soweit ganz – no, ich will gegen Verstorbene nix sagen, nit wahr – aber das – wie das auf dem Bild drin hängt gegenüber dem Gustav Adolf – das ist halt das Dortchen, ihre Tochter.«

»Dortchen –?!« Der Ton in Veits Rückfrage war etwas verblüfft, ernüchtert. Er fand, daß so ein hübsches Mädchen nicht »Dortchen« heißen dürfe, durchaus nicht!

Melusine wußte selbst nicht, warum sie auch den Vornamen umgelogen hatte. Vielleicht war ihr »Klara« bloß zu klar und schön. Aber sie war befriedigt von der Wirkung: der Name »Dortchen« wirkte sichtlich deprimierend auf den eben noch heftig Interessierten. »Ja, das Dortchen,« nickte sie, »die hat dann – ja was hat sie doch gleich gelernt – Maniküre hat sie gelernt und hat –«

»Maniküre? Hm – bei der Kunst ist sie nie gewesen?«

Melusine sah mißtrauisch hinüber. Sie dachte an Klaras heißen Wunsch und die Prüfung bei Direktor Böck. »Nein«, sagte sie, »bloß Maniküre. Und dann ist sie vor ein paar Monaten – ja, da ist sie plötzlich nach Amerika gefahren!« Die ist fort! dachte Melusine triumphierend, als das Wort gesprochen war.

»Vor ein paar Monaten?«

»Ja.« Melusine nickte energisch mit dem Kopf. »Nach Cincinnati. Da hat sie vom Vater her Verwandte. Die haben, glaub' ich, ein Hotel in Cincinnati.«

»So – in Cincinnati.« Jetzt gibt es drei Möglichkeiten, dachte Veit. Entweder ich bin verrückt, und das alles, was ich heute nacht sah und träumte und jetzt erlebte, sind Hirngespinste. Oder – es gibt eine Ähnlichkeit zwischen zwei schönen Frauen, die unfaßlich und ganz unwahrscheinlich ist wie ein Shakespearesches Lustspiel. Oder – drittens und letztens, dieses Weib da, das bei aller öligen Freundlichkeit nicht mein Typ ist, nicht war und nicht sein wird, dieses Weib, das eine Geisha sein möchte und eine alte Schlampe ist, sohlt mich in unerhörter Weise an. Wie krieg' ich nur heraus, was von den drei Möglichkeiten . . .

Nebenan klingelte das Telephon. Frau Kern-Möller betätigte sich als Schnelläuferin. Alles an ihr wabbelte bei der ungewohnten Anstrengung.

Am Apparat rang sie hörbar nach Luft.

»Hier bei Rendant Kern-Möller!« flötete sie in das Rohr. »Wie – nicht uns wollen Sie sprechen? Ja, aber – Ach so, Herrn Uhlich, aber gewiß! Ja – schon munter. Sofort, mein Herr, sofort!« Mit einer wahrhaft königlichen Geste winkte sie Veit an den Apparat. »Ihr Freund von gestern. Hab' ihn sofort an der Stimme erkannt. Werde solange für den Kaffee sorgen. Mein Mann – ach, so – wieviel Semmeln befehlen der Herr von Uhlich? Und darf ich Marmelade bringen – Himbeermarmelade oder etwas dänische Butter?«

»Zwei Semmeln und Himbeermarmelade!« sprach Veit in den Apparat, während Melusine nach sorglicher pantomimischer Verabschiedung durch die Mitte verschwand.

»Du hältst's ja schlemmerhaft in aller Frühe!« hörte Veit jetzt Addos Stimme. »Wollte dich nur, alles Gute im neuen Heim wünschend, rasch mal begrüßen.«

»Danke, danke. Ich habe dir höchst Wunderbares mitzuteilen, Addo!«

»Das ist recht. Wunderbares höre ich arg gern. Ich hol' dich heute ab. Ich telephoniere eigentlich bloß, weil ich – ich versprach dir doch, Umschau und die Augen offen zu halten – also gestern abend in der Gesellschaft beim peruanischen Konsul erzählte mir eine sehr interessante Kreolin, hier gibt's gar nicht weit von dir in der Uhlandstraße eine fabelhafte Hexe von Endor. Scheint eine Frau besserer Kreise – so ähnlich wie die Madame de Thèbes in Paris war – zeigt sich nur in weißer Perücke und silberner Maske – ein bißchen Mumpitz gehört dazu – soll aber wirklich fabelhaft sein!«

»Fabelhaft oder nicht – einen Augenblick! Ich hole nur einen Bleistift, gib mir die genaue Adresse. Heute noch gehe ich zu ihr.«

»Ja, sie empfängt allerdings nur zwischen drei und fünf Uhr, da bist du doch im Büro.«

»Was denn – ich bin jetzt nicht im Büro, ich bin auch um drei Uhr nicht im Büro. Ich muß jetzt endlich Klarheit haben, was das mit mir, mit meinem Leben, mit meiner Leidenschaft eigentlich ist. Und ob ich verrückt bin, und was ich anfangen soll, um das Marburger Postfräulein zu fassen, die übrigens, also Addo, da schwör' ich drauf, die nicht ›Dortchen‹ heißt – nein – und die nicht in Cincinnati fremden Leuten die Nägel schneidet. Also los, diktiere, wo wohnt die Hexe von Endor und wie heißt sie – rasch!«

Und während Addo am Telephon mit klarer Stimme langsam diktierte: »I – wie Isidor, L – wie Luise, I – wieder wie Isidor, A – wie Abraham«, dachte er in ehrlich erschrecktem Herzen: Wenn er nur nicht überschnappt, der gute Junge! Was will er denn jetzt mit einem Dortchen und mit geschnittenen Nägeln in Cincinnati –? Wenn er mir nur nicht überschnappt!

* * *

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