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Die Geschichte von Half dem Weibe

Alma Johanna Koenig: Die Geschichte von Half dem Weibe - Kapitel 64
Quellenangabe
typefiction
authorAlma Johanna Koenig
titleDie Geschichte von Half dem Weibe
publisherRikola-Verlag Wien Leipzig München
printrun1. bis 6. Tausend
year1924
firstpub1924
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20130731
projectidc3f5aa39
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Wie die Männer über Gnuprheide ritten

Sie führten Brände mit sich, denn die Nacht war wolkig und ohne Sterne. Als sie eine Weile geritten waren, rief Vermund vom Ljösavatn Half an: »Hörst du nicht die Rosse, die hinter uns daherkommen?«

Da horchten alle. Aber sie konnten nichts vernehmen als das Heiderauschen. Sie ritten weiter. Die Fackeln brannten trübe im Wind, hier und dort waren sie am Verlöschen. Die Nacht war kalt, die Pferde schnaubten, keiner der Männer sprach ein Wort.

Diesmal war es Önund, der fragte: »Half! Hörst du nicht, wie Schwerter hinter uns klirren?«

Nun schien es ihnen allen, als seien Reiter hinter ihnen, immer in gleicher Schnelligkeit reitend wie sie selbst, anhaltend, wenn sie hielten.

Half ritt mit zehn Männern zurück. Man sah ihre Leuchten sich senken und heben, man hörte ihre Rufe in der Nacht, die vom Rascheln des Heidekrauts erfüllt war wie vom Gezischel heimtückischer Stimmen.

Keine Antwort, und es zeigte sich nichts.

»Es werden doch nicht die Helgeister sein, jener Männer Gespenster, die in der Schlacht von rückwärts erschlagen wurden?« fragte Ofeig weinerlich. Und einer wußte ärgere Geschichten als der andre.

»Wahrlich, nun höre auch ich Hufe klappern!« sagte Glum jäh. Man vernahm das schwere, gepreßte Atmen der Männer. Keine Leuchte brannte mehr.

Da sprach Önund und lachte ärgerlich: »Wie sollt ihr Männer nicht Hufgeklapper hören, wenn Ofeig, der Neiding, der hinter mir ritt, sich heimlich weggestohlen hat mit seinen Knechten.«

Da erhoben sich Schelten und großes Gelächter, und die Männer kamen glücklich zum Odhinsstrand. Half ließ sie Holz und Späne zusammentragen, die überall zu finden waren, wo Fuchs, der Schiffbauer, den Sommer hindurch gezimmert hatte.

Sie machten ein großes Feuer an.

Es tat gut in der kalten Herbstnacht, und sie drängten sich um die helle Flamme.

Da schrie einer auf und tat einen wilden Sprung, als wolle er tanzen. Dann drehte er sich um sich selbst und fiel über dem langen Pfeil zusammen, der ihm in der Brust stak. Ein andrer bückte sich, ihm zu helfen, da traf es auch ihn, noch zwei, noch vier. Wie Regen kamen die Pfeile aus dem Dunkel.

»Fort vom Feuer! Her zu mir! Zieht!« schrie Half.

Und nun war das Rätsel gelöst, von verfolgenden Hufen und klirrenden Schwertern, da Eiriks Mannen von allen Seiten auf sie einstürmten.

 

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