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Die Geschichte von Half dem Weibe

Alma Johanna Koenig: Die Geschichte von Half dem Weibe - Kapitel 57
Quellenangabe
typefiction
authorAlma Johanna Koenig
titleDie Geschichte von Half dem Weibe
publisherRikola-Verlag Wien Leipzig München
printrun1. bis 6. Tausend
year1924
firstpub1924
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20130731
projectidc3f5aa39
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Die Heimfahrt

Am Morgen, da sie fahren sollten, kamen Adelstan und Edmund mit den engelländischen Edlen hinaus, den Helden gute Fahrt zu wünschen. Auch Jarl Sigurd kam mit Håkon Quärnebider an Bord, und Half hielt lange, geheime Zwiesprache mit dem Jarl. Sie drückten sich als Freunde die Hand, da sie schieden, und Håkon sprang Half an den Hals und küßte ihn ohne Scheu, wie er in seinem ganzen Leben alle Herzlichkeit erwies, die er empfand. Dann stießen die Halfsmannen mit Winken und Lachen von Land und fuhren auf dem Fluß Thamise dahin, dreiundzwanzig Männer, nach der Ruhezeit stark und fröhlich. Sie kamen hinauf aufs freie Meer. Schwer ging das Schiff, denn es saßen mehr auf den Bänken, als Platz war, und sie vermochten die Beine kaum langzurecken, soviel Waffen lagen verstreut unter den Sitzen. Sie waren aber noch nicht lange gefahren, als ein Botenschiff sie überholte, das ging leicht und schnell dahin, und es schien Sighvat, als erkenne er darauf Gyridhs Kämmerer. Doch als sie das Schiff anriefen, segelte es nur noch schneller.

Auf den Faröerinseln, wo sie Wasser nahmen, trafen sie einen Mann, einen engelländischen Handelsschiffer, der von Eisland kam. Jener hatte im Sommer sein Bau- und Schiffsholz dort verkauft und führte nun geräucherten Lachs zurück und Stockfische. Als die Halfsmänner hörten, daß der Händler von Eisland käme, da bestürmten sie ihn mit Fragen: ob Kormak der Lahme noch lebe, – ob das Kind, das daheim zu Reykaborg geboren sei, ein Knabe oder ein Mädchen wäre, – ob Silis Önundstochter einen andern Mann genommen oder auf ihn, den Frager, gewartet habe, – wie es Mutter Thorodd auf Gnupr ergehe – und was der tausend Sorgen mehr waren.

Sagte Half und hielt sie ab von dem hilflos lachenden Mann: »Wichtiger als alles dies schiene es mir, von Eirik zu vernehmen und ob er schon auf Eisland gelandet sei!«

Sprach der Mann: »Das ist er wohl, und wehe dem armen Land!«

Nun fragten die Eisländer nicht mehr nach Ahne und Kind, sie fragten nur nach der Gefahr, die ihrer Heimat drohte.

Da sprach der Mann von der Rauchbucht, wo die Königsschiffe vor Anker lagen, an der Stelle, wo man sonst lachend um der gestrandeten Wale Speck gestritten. Von Gehöften sprach er, die zu schwarzem Schutt verkohlt waren und in denen er noch Vorjahrs Rauchfische gekauft hatte. Von Männern, deren Väter einst ausgezogen waren, um nicht Knechte sein zu müssen, und die nun knirschend unter eiserner Macht sich duckten. Er sprach lange.

Eirik Blödöx war jedes Wort, und Gewalt, Haß, Willkür sprachen aus jedem Worte.

»Zeit ist es, daß du heimkehrst, Half Seekönig!« schloß der Mann seine Rede.

Sprach Half: »Und heim wollen wir, so rasch uns die Wellen tragen!«

 

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