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Die Geschichte von Half dem Weibe

Alma Johanna Koenig: Die Geschichte von Half dem Weibe - Kapitel 4
Quellenangabe
typefiction
authorAlma Johanna Koenig
titleDie Geschichte von Half dem Weibe
publisherRikola-Verlag Wien Leipzig München
printrun1. bis 6. Tausend
year1924
firstpub1924
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20130731
projectidc3f5aa39
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König Harald sendet Botschaft

Zur Frühherbstzeit landete ein Schiff am Odhinsstrand. Das führte stolz Harald Hårfagrs blaues Banner. Viele Mönche waren an Bord und viele Schwertträger. Olaus ließ den Viertelsgoden Asbjörn zu sich laden, doch der schickte einen Knecht mit der Botschaft, er sei vom Pferd gefallen und läge mit seinem kranken Bein zu Bett. Der Weißwolf aber wußte so gut wie alle andern, daß Gode Asbjörn auf seinem Hengste Birrökr so sicher wie auf seinem Thingstuhl saß. Da ritten Boten Harald Hårfagrs von Hof zu Hof und forderten Gehör für ihre Worte. Fern sei es ihrem König und Herrn, zum neuen Glauben zu zwingen, wer ihn verschmähe. Doch habe ihm Ragnhilt von Jütland, sein Gemahl, einen Sohn geboren, Eirik mit Namen, und nach seinem Willen des Reiches künftiger Erbe. Und es sei von der Königin begehrt und vom König beschworen worden, am Tage der Geburt, daß nun alle Knaben die Taufe empfangen müßten, Ragnhilt zur Ehre. Und als dies gesagt war, machten die Boten wenig Federlesens. Sie faßten die Knaben bei den langen Locken, rissen sie aus den Armen entsetzter Mütter und hielten sie dem Weißrock, der sie begleitete, aufs bäumende Pferd. Der hatte schon seine lederne Gürtelflasche bereit und begoß den schreienden, zappelnden Balg, daß er troff; und sie schonten nicht der Kleinen, die auf allen Vieren krochen und nicht jener, die in der Wiege schliefen. Und Kormak des Lahmen Erstgeborener starb darnach unter bösen Krämpfen.

Es gab Männer, die die Arbeit ließen, um daheim zu bleiben und die Boten übel zu empfangen, wenn sie kämen, und Glum der Skalde erschlug den Mönch, der seinen Knaben Hliot getauft hatte. Da kamen die Haraldsmannen und trieben ihm sein Vieh fort und steckten Scheune und Speicher in Brand, daß sie auf Gnupr hätten Hungers sterben müssen, wenn die Nachbarn ihnen nicht geholfen hätten. Nachher wagte niemand mehr, das Schwert gegen die Weißröcke zu erheben, doch führten sie große Klage vor Asbjörn. Der Gode aber sprach nichts dazu, und es schien den Männern, als freute er sich darüber, daß auch Andern Übels von den Weißröcken widerfahren sei.

 

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