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Die Geschichte von Half dem Weibe

Alma Johanna Koenig: Die Geschichte von Half dem Weibe - Kapitel 18
Quellenangabe
typefiction
authorAlma Johanna Koenig
titleDie Geschichte von Half dem Weibe
publisherRikola-Verlag Wien Leipzig München
printrun1. bis 6. Tausend
year1924
firstpub1924
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20130731
projectidc3f5aa39
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Atli entbietet Half zum Herbstthing

Half verlebte einen lichten Sommer zu Engihlid. Als die Störche fortgezogen waren, kam ein Thingbote und forderte Half vor das Herbstthing, denn Atli habe Klage wider ihn eingebracht auf Blutbuße seiner Knechte.

Half lachte dem Boten ins Gesicht, ging ins Haus und ließ ihn stehen. Aber Hliot sandte Botschaft durch Eyvind, seinen jungen Bruder, daß Atli ihn heimlich zu falschem Zeugnis habe bereden wollen und daß er, Hliot, Half rate, zum Thing zu reiten. Hliots Herz hatte sich gewendet, während er den ganzen Sommer hindurch still an seiner Wunde darniederlag. In allen seinen Schmerzen fand er kein böses Wort wider Half, der ihn doch zum Hinkefuß geschlagen hatte. Und es war Glums große Freude, daß er keineswegs den Weißröcken mehr so anhing wie vordem.

Half dankte dem Knaben Eyvind freundlich für die Botschaft und gab ihm gute Bewirtung wie einem Manne. Gjöld aber, die in letzter Zeit sehr gealtert war und die Eyvind zuerst in ihrem Winkel gar nicht gesehen hatte, weinte, da Half die Knechte rief und Sippeknauf gürtete. Da erschrak Half und sprach:

»So sah ich dich noch nie, Mutter! Auch nicht an dem Tage, da wir Hjörleif Zwölfkraft, deinen Mann, auf seinem langen Schilde heimbrachten!«

Aber Sigrdryfa sagte – und wie war sie schön, da sie so sprach: »Sorge dich nicht, Half! Wohl ward mir die Zukunft verhüllt, da du mich gewannst, doch wäre dir der Tod auf dem Thing gesponnen, mein Herz würde ihn vorausfühlen. Gehe nur, und ich will den Hof wahren, bis du heimkehrst!«

Also nahm Half Abschied vor ihr und seiner Mutter und hob Eyvind vor sich aufs Pferd, da er mit den Knechten fortritt.

Lange noch winkte Half zurück, und lange noch sah Eyvind Sigrdryfa in der Türe stehen, schwarz wie eine Wetterwolke und weiß wie der Blitz darin.

Half hatte acht Knechte bei den Frauen zurückgelassen, die machten sich nun am Hofe zu schaffen.

Sigrdryfa wußte aber, daß dieser Tag bestimmt gewesen war, Treibholz einzuholen, ehe die Fröste kamen, und schickte die Männer nach dem Odhinsstrand, denn sie wollte nicht, daß etwas versäumt werde, wenn sie in des Herren Abwesenheit den Hof hütete. Also gingen sieben Männer fort und ließen nur ein einziges Knechtlein zurück, das in den Ställen blieb.

Daraus entstand schweres Unheil, so wohl es auch das Weib Sigrdryfa gemeint hatte.

 

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