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Die Geschichte des Tom Jones / Theil II

Henry Fielding: Die Geschichte des Tom Jones / Theil II - Kapitel 38
Quellenangabe
typefiction
booktitleDie Geschichte des Tom Jones / Theil I
authorHenry Fielding
year1848
firstpub1749
translatorDr. A. Diezmann
publisherGeorg Westermann
addressBraunschweig
titleDie Geschichte des Tom Jones / Theil II
pages239
created20080529
sendergerd.bouillon@t-online.de
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207 Zwölftes Kapitel.

Das Abenteuer mit einer Gesellschaft von Officieren.

Der Lieutenant, dessen wir im vorhergehenden Kapitel erwähnten, und der diese Abtheilung befehligte, war jetzt nahe an sechzig Jahre alt. Er war sehr jung zur Armee gekommen und hatte als Fähndrich in der Schlacht von Tannieres mitgefochten; hier hatte er zwei Wunden erhalten und sich so sehr ausgezeichnet, daß ihn der Herzog von Marlborough unmittelbar nach der Schlacht zum Lieutenant machte.

In diesem Range war er nun seitdem, das heißt gegen vierzig Jahre hindurch, geblieben und hatte in dieser Zeit sehen müssen, daß ihm eine große Anzahl vorgezogen wurde; und jetzt erfuhr er noch die Kränkung, von Knaben commandirt zu werden, deren Väter noch bei der Amme waren, als er seine ersten Kriegsdienste that.

Von diesem Mißgeschick, das ihn in seiner Carriere betraf, war nicht die einzige Ursache, daß er unter den Großen keine Freunde hatte. Er hatte das Unglück, seinem Obristen zu mißfallen, der viele Jahre hindurch das Commando über dieses Regiment führte. Dieses Uebelwollen von Seiten jenes Mannes hatte er sich auch nicht durch Nachlässigkeit oder Pflichtvergessenheit im Dienste oder durch irgend einen persönlichen Fehler zugezogen, sondern es traf ihn einzig und allein in Folge der Indiscretion seiner Gattin, die sehr schön war, und die, wie überaus zärtlich sie sich auch gegen ihn bewies, doch sein Avancement nicht auf Kosten gewisser Gunstbezeugungen erkaufen wollte, um die sich der Obrist bei ihr bewarb.

Der arme Lieutenant fühlte sich vorzüglich unglücklich, die Folgen der Ungnade seines Obristen zu empfinden, ohne 208 zu wissen, oder nur zu ahnen, daß jener ihm wirklich übel wollte; denn er war sich nicht bewußt, irgend eine Veranlassung dazu gegeben zu haben; und seine Gattin, aus Furcht vor dem, wozu die strengen Ansichten von Ehre ihren Gemahl veranlassen möchten, begnügte sich mit der Wahrung ihrer Tugend, ohne den Triumph ihres Sieges zu feiern.

Dieser unglückliche Officier (denn ich glaube, daß man ihn so nennen kann) hatte viele gute Eigenschaften, abgesehen von seinen militärischen Verdiensten; denn er war ein religiöser, biederer, gutmüthiger Mann; auch hatte er sich in seinem Dienste so wohl betragen, daß er nicht allein bei den Soldaten seiner eigenen Compagnie, sondern bei dem ganzen Regimente hochgeachtet und beliebt war.

Die andern Officiere, welche mit ihm marschirten, waren ein französischer Lieutenant, der so lange außerhalb Frankreich gelebt, daß er seine Muttersprache vergessen, der aber noch nicht so lange in England war, daß er englisch gelernt hatte und somit eigentlich fast gar keine Sprache sprach und sich wirklich über die gewöhnlichsten Dinge nicht verständlich machen konnte; ferner zwei Fähndriche, ein paar blutjunge Bürschchen, von denen der eine bei einem Advocaten erzogen worden und der andere der Sohn der Frau eines Kellermeisters bei einem vornehmen Herrn war.

Nach beendigtem Mahle erzählte Jones der Gesellschaft von der lauten Fröhlichkeit, welche auf dem Marsche unter den Soldaten geherrscht hatte; »und dennoch,« setzte er hinzu, »trotz all ihres Schreiens, wollte ich schwören, daß sie sich vor dem Feinde mehr wie Griechen als Trojaner benehmen werden.« – »Griechen und Trojaner!« sagte einer von den Fähndrichen; »wer zum Teufel sind denn die? ich habe doch von allen Truppen in Europa gehört, aber von diesen in meinem Leben nicht.«

209 »Stellen Sie Sich nicht unwissender als Sie sind, Herr Northerton,« sagte der würdige Lieutenant. »Sie werden wohl von den Griechen und Trojanern gehört haben, wenn Sie auch vielleicht Pope's Homer nicht gelesen haben sollten, wo, wie dieser Herr so eben erwähnt, der Marsch der Trojaner mit dem Gackern der Gänse verglichen und dagegen das Schweigen der Griechen gerühmt wird. Und bei meiner Ehre, die Bemerkung des jungen Mannes ist sehr richtig.«

»Ah, ick entsinnen mir sehr wol,« sagte der französische Lieutenant; »ick abe kelesen in die Schule dans Madame Daciere, des Grecs, des Trojans, das kämpften wegen einer Frau, – oui, oui, ick abe kelesen all das.«

»Hole der Teufel den Homer,« sagte Northerton; »ich fühle ihn noch auf meinem Rücken. Da ist der Thomes von unserm Regiment, der führt stets einen Homer in der Tasche bei sich; verdammt will ich sein, wenn ich ihn einmal erwische und nicht verbrenne. Dann ist der Corderius, noch ein solcher verdammter Wicht, um den ich manchen Hieb bekommen habe.«

»Demnach sind Sie auf der Schule gewesen, Herr Northerton?« sagte der Lieutenant.

»Verdammt, freilich bin ich das,« antwortete er; »der Teufel danke es meinem Vater. Der alte Narr wollte einen Geistlichen aus mir machen, aber verflucht, dachte ich bei mir, den Alten willst Du prellen; der soll um seines Unsinns willen an mich denken. Auch Jemmy Oliver von unserm Regiment sollte ein Kopfhänger werden, und das wäre jammerschade gewesen; denn verflucht will ich sein, wenn es einen netteren Burschen in der Welt giebt; aber der hat dem alten Pinsel eine größere Nase gedreht als ich, denn Jemmy kann weder lesen noch schreiben.«

210 »Sie geben Ihrem Freunde ein schönes Lob,« sagte der Lieutenant, »und verdient mag es auch sein. Aber ich bitte Sie, Northerton, legen Sie Ihre thörichte und häßliche Gewohnheit zu schwören ab; denn Sie irren sich, ich versichere Sie, wenn Sie glauben, daß Witz oder Höflichkeit darin liege. Auch wünschte ich, daß Sie meinen Rath befolgten und das Schimpfen auf die Geistlichkeit unterließen. Schmähungen gegen irgend einen Stand müssen stets ungerecht sein; insbesondere aber, wenn sie ein so heiliges Amt betreffen: denn den Stand schmähen, heißt das Amt selbst schmähen; und bedenken Sie nur, wie unschicklich so etwas für Männer ist, die im Begriff stehen, die protestantische Religion zu vertheidigen.«

Herr Adderly, der andere Fähndrich, der bisher mit den Absätzen getrommelt und eine Melodie dazu gebrummt hatte, ohne dem Anscheine nach auf das Gespräch zu hören, antwortete jetzt: »O monsieur, on ne parle pas de la religion dans la guerre.« – »Wohl gesprochen, Jack,« rief Northerton: »wenn sich's blos um die Religion handelte, so könnten die Geistlichen meinetwegen ihren Kampf selbst ausfechten.«

»Ich weiß nicht, meine Herren,« sagte Jones, »wie Ihre Gesinnung sein mag; aber ich denke, es giebt keine edlere Sache, für die man sich interessiren kann, als seine Religion; und so wenig ich von der Geschichte kenne, so habe ich doch die Bemerkung gemacht, daß die Soldaten immer am tapfersten gefochten haben, die von einem religiösen Eifer begeistert waren; für mich wenigstens, ob ich gleich meinen König und mein Vaterland eben so sehr zu lieben glaube, als irgend jemand, ist das Interesse des Protestantismus kein geringer Beweggrund, der Sache desselben als Freiwilliger zu dienen.«

211 Northerton winkte jetzt Adderly und flüsterte ihm leise zu: »Schraube den Laffen, Adderly, schraube ihn.« Dann wendete er sich an Jones und sagte. »Es freut mich sehr, daß Sie zu unserm Regimente gekommen sind; denn wenn unser Geistlicher einmal sollte ein Glas zu viel nehmen, dann glaube ich, werden Sie seine Stelle versehen können. Vermuthlich sind Sie auf Universitäten gewesen; darf ich mir die Frage erlauben, auf welcher?«

»Herr,« erwiderte Jones, »nicht nur, daß ich auf keiner Universität gewesen bin, sondern ich bin sogar in demselben Vortheile gewesen wie Sie; ich war nämlich nie auf der Schule.«

»Ich schloß das,« rief der Fähndrich, »blos aus Ihrer großen Gelehrsamkeit.« – »O!« entgegnete Jones, »es ist eben so gut möglich, daß man etwas weiß, ohne auf der Schule gewesen zu sein, als daß man auf der Schule gewesen ist, ohne etwas zu wissen.«

»Sehr gut, junger Mann,« sagte der Lieutenant. »Auf mein Wort, Northerton, Sie hätten besser gethan, ihn in Ruhe zu lassen; denn Sie werden mit ihm nicht so leicht fertig werden.«

Northerton fühlte sich nicht eben angenehm berührt durch Jones beißende Antwort; aber es lag ihm auch keine genügende Herausforderung darin, um einen Schlag, oder einen Schurken oder Hundsfott, die einzigen sich ihm darbietenden Erwiederungen zu rechtfertigen. Er schwieg daher für den Augenblick, nahm sich jedoch vor, die erste Gelegenheit zu ergreifen, um sich für den Scherz zu rächen.

Es kam jetzt die Reihe an Jones, einen Toast anzugeben, und er konnte nicht umhin, seiner theuern Sophie zu gedenken. Er that es um so freudiger, als er es für ganz unmöglich hielt, daß jemand unter den Anwesenden errathen könne, welche Person er meine. 212 Allein der Lieutenant, welcher die Toaste ausbrachte, war mit Sophie allein nicht zufrieden. Er sagte, er müsse auch ihren Zunamen haben. Jones nannte nach einigem Zögern Fräulein Sophie Western. Fähndrich Northerton erklärte, diese Gesundheit neben der seinigen nicht trinken zu können, wenn sich nicht jemand für die Genannte verbürge. »Ich kenne eine Sophie Western,« sagte er, »die sich von der Hälfte der jungen Männer zu Bath öffentlich die Cour machen ließ; und vielleicht ist dies dieselbe.« Jones suchte ihn vom Gegentheil zu überzeugen, indem er anführte, daß die von ihm genannte Dame einer angesehenen und reichen Familie angehöre. »Ja, ja,« sagte der Fähndrich, »so ist es; verdammt will ich sein, wenn es nicht die nämliche ist; und ich wette ein Dutzend Flaschen Burgunder, daß sie Tom French von unserm Regimente in jedes Weinhaus von Bridgesstreet in unsere Gesellschaft bringt.« Er beschrieb dann ausführlich ihre Person (denn er hatte sie mit ihrer Tante gesehen) und schloß mit den Worten: »Ihr Vater hat eine große Besitzung in Somersetshire.«

Zärtliche Liebhaber können durch den geringsten Scherz mit dem Namen ihrer Geliebten in Harnisch gebracht werden. Jones indessen, obschon er alle Zärtlichkeit und allen Heldenmuth eines Liebhabers besaß, rächte diese Verleumdung nicht so schnell, als er es vielleicht gesollt hätte. Die Wahrheit ist, daß er, weil er diese Art Witz noch wenig kannte, denselben nicht sogleich verstand und eine lange Zeit glaubte, Northerton habe seine Geliebte mit einer andern verwechselt. Aber jetzt sagte er, indem er sich mit finsterm Ernst gegen den Fähndrich wendete: »Ich bitte, suchen Sie sich jemand anders für Ihren Witz; denn ich versichere Sie, daß ich über den Charakter dieser Dame keinen Scherz dulden werde.« – »Scherz,« rief der andere aus; »verdammt will ich sein, wenn mir es je in meinem 213 Leben mit etwas mehr Ernst war. Tom French von unserm Regimente hat zu Bath von beiden, von ihr und ihrer Tante, genossen, was die Gunst eines Weibes nur immer gewähren kann.« – »Nun so muß ich Ihnen im Ernst sagen,« rief Jones, »daß Sie der frechste Schurke von der Welt sind.«

Kaum hatte er diese Worte ausgesprochen, als der Fähndrich unter Fluchen Jones eine volle Flasche an den Kopf warf und ihn über dem rechten Schlafe so traf, daß er augenblicklich zu Boden stürzte.

Der Sieger, als er seinen Gegner ohne Regung vor sich da liegen und das Blut in einem Strome aus seiner Wunde dringen sah, ging jetzt mit dem Gedanken um, das Schlachtfeld, auf dem keine Ehre mehr zu verdienen war, zu verlassen; aber der Lieutenant verhinderte es, indem er ihm die Thür vertrat und ihm somit den Rückzug abschnitt.

Northerton war sehr verdrießlich darüber, daß der Lieutenant ihn aufhielt. Er deutete auf die übeln Folgen, die sein längeres Verweilen haben könnte und fragte, was er wohl anders habe thun können? »Donner und Wetter!« setzte er hinzu, »ich machte ja nur einen Scherz mit dem Menschen. In meinem ganzen Leben habe ich nichts Nachtheiliges von Fräulein Western gehört.« – »Also nicht?« sagte der Lieutenant; »dann verdienen Sie doppelt den Strick, einmal für einen solchen Scherz und dann für den einer solchen Waffe. Sie sind mein Arrestant; Sie gehen nicht von der Stelle, bis Sie eine Wache abführen wird.«

Der Lieutenant wußte sich so in Respekt zu setzen bei dem Fähndriche, daß dieser mit all dem Muthe, den er an unserm Helden bewiesen hatte, kaum gewagt haben würde, den Degen gegen den Lieutenant zu ziehen, wenn er ihn damals an der Seite gehabt hätte; aber alle im Zimmer 214 aufgehangene Waffen waren, so wie der Streit begann, von dem französischen Officier in Sicherheit gebracht worden. Somit sah sich Northerton genöthigt, den Ausgang dieser Sache in Geduld abzuwarten.

Der französische Lieutenant und Herr Adderly hatten auf den Wunsch ihres Commandanten Jones in die Höhe gerichtet; ließen ihn aber, da sie nur wenig (wenn überhaupt) Lebenszeichen an ihm fanden, wieder nieder, wobei Adderly fluchte, weil er sich die Weste blutig gemacht hatte, und der Franzos erklärte: »Ik nik anrühr der Todten; ik aben kehört, daß der englisch Kesetz ängt den Mann, der anrührt zuletzt ein Todten.«

Als sich der gute Lieutenant an die Thür postirte, zog er auch gleichzeitig die Klingel und befahl dem Kellner, eine Abtheilung Soldaten und einen Chirurgen zu holen. Auf diese Befehle, so wie des Kellners Bericht von dem, was er gesehen, erschienen alsbald nicht allein die Soldaten, sondern auch der Wirth des Hauses, seine Frau und die Dienerschaft, und überhaupt alle, die sich damals gerade im Hause befanden.

Jeden einzelnen Umstand der folgenden Scene zu schildern und wiederzugeben, was dabei alles gesprochen wurde, liegt außer meiner Macht, denn ich hätte vierzig Federn haben und mit allen auf einmal schreiben müssen, so wie die Gesellschaft unter sich sprach. Der Leser muß sich daher mit dem Wichtigsten begnügen und wird uns wegen des Uebrigen gefälligst entschuldigen.

Das erste was geschah, war die Verhaftung Northertons, welcher von sechs Mann Wache, einen Corporal an der Spitze, von einem Orte, den er sehr gern verließ, abgeführt und an einen andern gebracht wurde, den er leider sehr ungern betrat. Es ist wahr, so wunderlich sind die Wünsche des Ehrgeizes, daß dieser junge Mann in 215 demselben Momente, als er das Ziel seines Ehrgeizes erreicht hatte, sehr froh gewesen sein würde, wenn er sich in irgend einen verborgenen Winkel der Welt hätte zurückziehen können, wohin ihm die Kunde des Geschehenen nicht nachgefolgt wäre.

Uns überrascht es, und es wird dem Leser vielleicht eben so gehen, daß der Lieutenant, ein so braver und guter Mann, seine erste Sorge darauf richtete, sich des Verbrechers zu versichern und nicht lieber darauf, das Leben des Verwundeten zu retten. Wir machen diese Bemerkung nicht, um ein so ungeeignetes Verfahren zu rechtfertigen, sondern damit sich nicht ein Kritiker hinterdrein rühme, es entdeckt zu haben. Wir wollten diesen Herren nur zeigen, daß wir wohl einsehen, was an einem Charakter zu tadeln ist; dagegen ist es unsere Pflicht, die Thatsachen zu erzählen, so wie sie sind; und haben wir das gethan, dann ist es die Sache des erfahrenen und scharfsinnigen Lesers, das Buch der Natur zu Rathe zu ziehen, woraus wir jede Stelle unsrer Erzählung entnehmen, obgleich wir nicht immer die Pagina zur Beglaubigung anführen.

Die jetzt versammelte Gesellschaft wurde von verschiedenen Gefühlen bewegt. Sie suspendirte ihre Neugierde hinsichtlich der Person des Fähndrichs, in der Erwartung, ihn späterhin in einer interessanteren Stellung wiederzusehen. Für jetzt war ihre ganze Aufmerksamkeit auf den blutigen Körper des am Boden liegenden Verwundeten gerichtet, der, nachdem man ihn aufgerichtet und auf einen Stuhl gebracht hatte, alsbald Zeichen des Lebens von sich gab. Diese waren kaum wahrgenommen worden (denn man hatte Jones Anfangs allgemein für todt gehalten), als alle mit gutem Rath bei der Hand waren; denn da sich kein Arzt unter den Anwesenden befand, so nahm ein jeder die Function eines solchen über sich.

216 Aderlassen erscholl es wie eine Stimme im ganzen Zimmer; aber unglücklicherweise fehlte es an einem Operateur dazu; nun schrieen alle: »Man rufe einen Barbier;« aber keiner rührte sich von der Stelle. Auf die nämliche vergebliche Weise wurden alle belebenden Mittel empfohlen, bis der Wirth einen Krug starkes Bier vorschlug, das, wie er meinte, das beste Belebungsmittel wäre.

Wer bei dieser Gelegenheit die thätigste, und wirklich die einzige Hülfe leistete, oder doch zu leisten schien, das war die Wirthin; sie schnitt ihr eigenes Haar ab und legte es auf die Wunde, um das Blut zu stillen; sie rieb die Schläfe des Jünglings mit ihrer Hand und schickte, nachdem sie sich mit der größten Mißbilligung über die Verordnung ihres Gatten ausgesprochen hatte, eine ihrer Mägde auf ihre Kammer nach einer Flasche Branntwein, wovon sie Jones, der seine Besinnung unterdeß wiedererlangt hatte, einen tüchtigen Schluck zu nehmen überredete.

Bald darauf kam auch der Chirurg an, der, nachdem er die Wunde besichtigt, seinen Kopf geschüttelt und alles was vorgenommen worden war, getadelt hatte, seinen Patienten zu Bett bringen ließ. Wir halten es daher für zweckmäßig, ihn seiner Ruhe zu überlassen und dieses Kapitel hiermit zu beschließen.

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