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Die gefiederte Schlange

Edgar Wallace: Die gefiederte Schlange - Kapitel 23
Quellenangabe
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typefiction
authorEdgar Wallace
titleDie gefiederte Schlange
publisherAufbau-Verlag Berlin und Weimar
translatorRavi Ravendro
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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22

Peter versprach den beiden Beamten, sie später in Scotland Yard aufzusuchen. Dann nahm er ein Taxi, das ihn in rasender Fahrt durch Holloway und Wood Green zur Epping Road brachte. Durch Daphnes Beschreibung fand er sich ohne große Mühe zurecht. Sie hatte durch die vereisten Fenster des Autos hohe Telegrafenstangen gesehen, ein Umstand, der ihm die Orientierung noch erleichterte.

Der Wagen fuhr durch das stille Dorf und verlangsamte allmählich das Tempo. Peter ließ halten und stieg aus, um nach dem Feldweg zu suchen.

»Hier muß es sein!« sagte er schließlich.

Das Auto bog in einen schmalen Weg ein, der sich nach kurzer Fahrt teilte. Die meisten Spuren, die wahrscheinlich von Bauernwagen herrührten, führten nach rechts. Sie wählten den linken Weg und folgten den undeutlichen Reifenspuren eines Autos, die schließlich links in ein Gehölz abbogen. Als sie vorsichtig und langsam weiterfuhren, tauchte kurz darauf der Rohbau eines niedrigen Gebäudes auf, das nur ein Stockwerk hatte.

Offensichtlich war es ganz aus Eisenbeton hergestellt. Die Maurer hatten nicht einmal die Haufen des übriggebliebenen Zementmörtels und den Bauschutt weggeräumt. In dem Gebäude war kein Licht zu sehen. Peter ließ den Wagen halten, sprang heraus und ging bis zur Haustür. Er konnte keine Klingel entdecken, und als er auf die Türklinke drückte, gab sie nach.

Sollte das eine Falle sein? Peter wurde vorsichtig. Er zog eine Pistole aus der Tasche und knipste seine Taschenlampe an. Dann ging er den Gang entlang, der nach rechts abbog. Einen Augenblick horchte er – nichts rührte sich.

Er tastete sich vorsichtig weiter,, bis er auf eine Tür stieß. Als er sie mit der Taschenlampe ableuchtete, entdeckte er einen Nagel mit einem Schlüssel, an dem ein Schild hing. Er nahm den Schlüssel herunter und las:

»Ella Lewston, verurteilt zu fünf Jahren Zuchthaus, wird auf Grund besonderer Umstände vorläufig freigelassen.«

Er erinnerte sich wieder an Daphnes Bericht und suchte nach dem Lichtschalter für das Zimmer. Ein Stück weiter oben fand er auf dem Gang ein großes Schaltbrett, und eine Sekunde später war das ganze Haus erhellt.

Anscheinend brannte jetzt auch Licht in der Zelle, denn er hörte ein Stuhlrücken, als er den Schlüssel ins Schloß steckte. Dann schrie jemand etwas Unverständliches. Er riß die Tür auf.

Ella Creed stand hinter dem Tisch und starrte ihn entsetzt an. Sie trug ein grobes Leinenkleid, und die Haare hingen ihr wirr ins Gesicht. Peter genügte ein Blick in ihr verzerrtes Gesicht, um zu sehen, was sie durchgemacht hatte. Es dauerte lange, bis er sie so weit beruhigen konnte, daß sie ihm ihre Geschichte erzählte. Sie zog in ihrer Todesangst den letzten Schleier von dem Geheimnis der gefiederten Schlange ...

Der Artikel im »Postkurier«, der diesen rätselhaften Fall restlos aufklärte, erregte ganz London. Er wird auf den folgenden Seiten auszugsweise wiedergegeben.

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