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Die Familie Gogo

Charles Paul de Kock: Die Familie Gogo - Kapitel 18
Quellenangabe
pfad/kock/famigogo/famigogo.xml
typefiction
authorPaul de Kock
titleDie Familie Gogo
publisherRieger'sche Verlagsbuchhandlung
printrunDritte Auflage
year1861
translatorHeinrich Elsner
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Siebenzehntes Kapitel.

Vater Savenay. – Die Soirée

Nach einigen Augenblicken sagte der Eisenbahn-Unternehmer, als er Mamselle Fifine sich um den Tisch herumbewegen sah, zu seinem Wirthe: »Wenn Sie auch einen Esel von Bedienten haben, lieber St. Godibert, so haben Sie dagegen eine sehr artige Kammerzofe, die ihr Geschäft recht gut zu verstehen scheint! ... so muß ich mir auch eine beilegen; die kann man zu allen Saucen brauchen.« – Ja, ja.« antwortete der Hausherr, fügte aber, da er nicht wünschte, daß Herr Cendrillon über Mamsell Fifine ebenfalls schlechte Witze mache, rasch hinzu: »Ei! Capitalist, wie geht es mit den Geschäften ... was gibt es Neues? ... Sie, der Mann der Unternehmungen, haben sicher eine neue im Gang. – »Doch nicht, in diesem Augenblicke ... ich ruhe aus ... ich warte eine gute Gelegenheit ab! ... Da Sie aber von Geschäften sprechen ... Sie haben mir noch nichts über den wackern Mann aus meinem Departement gesagt, den ich vor einiger Zeit an Sie gewiesen habe ... den Vater Savenay?« – Der Vater Savenay? wer ist das? ein Pair von Frankreich? – »O! nein, ein braver Mann vom Lande, der lange Zeit die Bücher und Schreibereien eines Hammerwerkbesitzers in der Gegend von Nemours besorgt hat, wo ich mich Sommers aufhalte, da ich dort viele Güter habe. Vor einigen Monaten fiel ihm ganz unerwartet eine recht hübsche Erbschaft zu; er wurde mit einem Male Herr von sechzigtausend Franken! ... Für Jemand, der weiter keinen Ehrgeiz hat als seine Laufbahn ruhig zu beschließen, ist das ein Vermögen. Vater Savenay ist mehr als sechzig Jahre alt, er hat genug gearbeitet, um auszuruhen, daher hatte er auch dem Hammerwerkbesitzer seine Stelle aufgekündigt und ist mit seinen sechzigtausend Franken zu mir gekommen, indem er zu mir sagte: Herr Cendrillon, Sie verstehen sich auf Geschäfte und das Anlegen der Capitalien ... hier sind die meinigen, übernehmen Sie dieselben und zahlen Sie mir den Zins daraus, oder wenn nicht, so rathen Sie mir wenigstens, wie ich mein Geld mit Nutzen unterbringen soll.

»Ich, der in diesem Augenblicke selbst nicht weiß, was ich mit meinen Capitalien anfangen soll, antwortete dem Vater Savenay: Lieber Freund, ich kann Ihr Geld nicht annehmen, weil ich selbst schon genug habe, welches mir todt daliegt; aber wenn Sie nach Paris gehen wollen, werde ich Sie einem meiner Freunde, Herrn St. Godibert, empfehlen; er ist Bankier und ein solider, vorsichtiger Mann; er wird Ihr Geld annehmen und es Ihnen verzinsen. Sie könnten sogar in Paris bleiben, wo Sie in der Lage wären, mit Ihrem kleinen Vermögen recht glücklich zu leben und sich tausenderlei Annehmlichkeiten zu verschaffen.

»Der gute Mann dankte mir vielmals und versicherte mich, ich habe ihn auf einen guten Gedanken gebracht und er werde wenigstens über den ganzen Winter in Paris bleiben. Ich gab ihm also Ihre Adresse mit einem Empfehlungsschreiben an Sie, und einige Tage darauf nahm er Abschied von mir. Er hatte ein eigenes kleines Reitpferd, sein Gepäck darauf, sein Vermögen in seiner Brieftasche, und machte sich so in kleinen Tagereisen nach Paris auf.«

– »Nun, mein lieber Cendrillon, ich kann Sie versichern, daß ich von diesem Herrn Savenay weder Etwas gehört noch gesehen habe ... von Ihnen recommandirt, hätte ich ihm sicher Aufmerksamkeit erwiesen, ihn sogar mit Auszeichnung behandelt! ... Haben Sie ihm auch wirklich meine Adresse hier gegeben?« – O! ganz genau! ... Zum Teufel! Sie versehen mich in Staunen ... in Sorgen sogar. Einige Zeit darauf mußte ich in Geschäften nach Lyon reisen, dann bin ich wieder hierher zurückgekommen ... aber meiner Treu'! man hat so viel im Kopfe, wenn man große Capitalien unterzubringen hat. Sie werden das begreifen ... ich hatte meinen alten Vater Savenay ganz vergessen. – »Das begreife ich vollkommen! ... Und Sie sagen, der brave Mann habe den Weg nach Paris eingeschlagen?« – Vor zwei Monaten ungefähr ... vielleicht auch einige Tage früher ... habe ich ihn in Nemours abreisen sehen. – »Dann müßte er seinen Weg in sehr kleinen Tagreisen zurückgelegt haben, wenn er in zwei Monaten nicht neunzehn Stunden gemacht hätte, denn mehr ist es nicht von hier nach Nemours.« – Nicht einmal ganz neunzehn Stunden. O! es muß dem armen Vater Savenay unterwegs irgend ein Unfall begegnet sein! – »Er ist vielleicht bestohlen und ermordet worden! ... Man hat wahrscheinlich erfahren, daß er eine beträchtliche Summe Geldes bei sich hatte ... es ist sehr unklug von einem Greise, mit sechzigtausend Franken in der Tasche zu Pferd zu reisen.« – Das habe ich auch dem Vater Savenay gesagt. Aber er, der Alles im rosigen Lichte betrachtet, hat mir lachend erwidert: Sehe ich in meinem ländlichen Anzuge einem reichen Manne gleich? Es wird mir nichts geschehen, es hat keine Gefahr, und außerdem werde ich bloß bei Tage reisen; sobald es dunkel wird, werde ich in einem Gasthof oder bei Bauern einkehren. Damit reiste er seelenvergnügt ab ... der arme Mann! ... Sapperment, ich würde untröstlich sein, wenn ihm ein Unglück begegnet wäre, denn ich habe ihm den Rath gegeben, nach Paris zu gehen! ... Gleich morgen schreibe ich nach Nemours, um mich nach ihm zu erkundigen, und auch hier muß ich mich auf Kundschaft legen, wenn ich gleich nicht weiß wo ... einerlei, ich werde Schritte thun! ... Was Teufels! ein Mensch kann nicht nur so verschwinden, ohne daß man erfahre, was aus ihm geworden ist.«

Diese Geschichte hatte alle Nebengespräche unterbrochen; Jedermann hatte ihr Aufmerksamkeit geschenkt, und als Herr Cendrillon zu sprechen aufgehört, herrschte eine lange Stille unter der Gesellschaft; es schien, als ob die Heiterkeit und die gute Laune von den Anwesenden gewichen wäre, seit von dem Vater Savenay die Rede war.

Herr St. Godibert that sein Möglichstes, um die Unterhaltung wieder zu beleben. Man trug den Nachtisch auf, Franz brachte den Champagner und erbot sich, die Flaschen zu öffnen, aber man untersagte ihm strenge, eine derselben auch nur anzurühren. Endlich brachte der sprudelnde Schaum die Munterkeit und den Frohsinn wieder zurück. Der Major Krautberg hob sein Glas in die Höhe und brachte die Gesundheit der Gebieterin des Hauses zum dritten Male aus; und als diese Aufforderung wie sich von selbst versteht, Anklang fand, schmunzelte er, wie nach einer gewonnenen Schlacht, verharrte aber alsdann von dieser Kraftanstrengung gleichsam erschöpft, wieder in bescheidenem Schweigen. Herr St. Godibert beeilte sich, einen Toast auf Fräulein Soufflat auszubringen, und Herr Brouillard murmelte dazu auf eine für Jedermann verständliche Weise: »Warum sollen wir denn Fräulein Soufflat leben lassen? Was geht uns dieses Frauenzimmer an? Sollen wir ihr diese Aufmerksamkeit wegen ihrer Nase erweisen? ... Da werde ich einen Toast auf meine Portière ausbringen, die hat eine womöglich noch größere.«

Herr Cendrillon, der nicht zurückbleiben wollte, trank auf die weitere Ausdehnung der Eisenbahnen, auf den guten Erfolg seiner Unternehmungen, auf die Ausbeute eines Steinbruches, den er ausgraben ließ, und auf das Gelingen eines artesischen Brunnens, den er irgendwo bohren lassen wollte!

Und der Vetter Brouillard sagte zu seinen Nachbarn: »Da ist auch wieder Einer der sich nicht genirt! ... er trinkt auf seine Angelegenheiten und wir sollen darauf anstoßen ... Ei! was geht uns sein Steinbruch und sein Springbrunnen an! Das ist wahrhaftig zu drollig! ... Meine Herren, ich habe Hühneraugen an den Füßen, die mir bedeutende Schmerzen verursachen ... ich schlage vor, auf ihre gänzliche Ausrottung zu trinken!«

Aber ehe die neben Herrn Brouillard sitzenden Personen auf seinen Vorschlag eingegangen waren, gab Madame Godibert durch Aufstehen vom Tische das Zeichen zur Rückkehr in den Saal.

Dort bilden sich die Gruppen von Neuem: Dernesty sucht die schmachtende Clementine wieder auf; Mondigo bemächtigt sich Doguins, mit welchem sich Niemand aus bekannten Gründen unterhalten will; aber ein Schriftsteller, dem daran liegt, den Plan seines Stückes zu erzählen, ist im Stande, sich über manche kleine Unannehmlichkeit wegzusetzen, und dieses ist bei Herrn St. Godiberts Bruder der Fall, welcher sich an Herrn Doguin wendet.

Der junge Julian fühlt sich wieder aufleben, seit er sich nicht mehr an der Seite des Fräuleins Soufflat befindet, die ihn während des ganzen Essens nicht aus den Augen gelassen hat.

Herr Marmodin, welcher sich mit Herrn Villarsec in eine weitläufige Erörterung über den Kaffee eingelassen hat, der seiner Behauptung nach bei den Römern unter dem Namen Hypocras bekannt und beliebt war, bemerkt nicht, daß der verführerische Friedrich beständig in der Nähe seiner Frau ist und sogar sehr lebhaft und aufgeregt mit dieser zu sprechen scheint.

Es ist in der That selten der Fall, daß nach einem großen Essen alle Köpfe ihre gewöhnliche Ruhe und Kaltblütigkeit beibehalten: die durch feine Weine erhitzten Geister nehmen ihren Aufschwung und beobachten die Schranken weniger. Der Neffe des Herrn St. Godibert brauchte nicht einmal Champagner, um den Schönen gegenüber unternehmend zu sein; in diesem Augenblick scheint er es aber noch mehr als gewöhnlich. Er blickt das hübsche Fränzchen zärtlich an, indem er zu ihr sagt: »Wie, Madame, Sie wollen mich also nicht lieben?« – Ha! ha! das ist eine sonderbare Frage! – »Im Gegentheil, eine sehr natürliche. Ich habe Ihnen gesagt, ich bete Sie an ... es ist also nicht mehr als billig, daß ich Gegenliebe verlange!« – Ich aber habe Sie ja gar nicht ersucht, mich anzubeten und bin deßhalb auch zu keiner Gegenliebe verpflichtet. – »Wie grausam Sie sind ... mich so zu behandeln ... während ich schon so lange nach Ihnen seufze!« – Ach, was! Seufzen Sie nur immer darauf los ... Sie haben ja nichts Besseres zu thun! ... Sie haben es selbst einmal gesagt. Ich denke deßhalb auch, ich sei nur in dem allgemeinen Seufzen mit inbegriffen.« – Wie bösartig Sie sind! ... Eine so wahre und so zärtliche Liebe zu verhöhnen! – »O! ich bitte, schweigen Sie! Was würde man von mir denken, wenn man Sie hörte?« – Diese Leute kümmern sich alle nur um sich selbst und nicht um uns! – »Und mein Mann dort, der mich sammt Ihnen umbrächte, wenn er wüßte, welches der Gegenstand unseres Gesprächs ist?« – Ihr Mann! ... o, dem darf ich nur sagen: Kuckuk heiße cuculus auf lateinisch, werde aber nur mit einem L geschrieben, dann ist er entzückt über mich, und wird mich einladen, ihn zu besuchen, und ich stehe Ihnen dafür, daß ich von seiner Einladung Gebrauch machen werde. – »Nein! nein! ... o, ich rathe Ihnen nicht, mit meinem Mann von Kuckuk zu sprechen! Ich glaube nicht, daß das ein Mittel wäre, zu einem Besuche bei uns eingeladen zu werden.« – Sie wollen mir also nicht einige Hoffnung machen? – »Wozu sollte es dienen?« – Sie wollen also Ihrem Manne treu bleiben? – »O! welche Frage! ... Woran denken Sie, Herr Friedrich?« – An Sie. – »Ja, in diesem Augenblick vielleicht; aber morgen oder in einer Stunde! ...« – Immer wieder an Sie.«

Madame Marmodin scheint ergriffen, und trotz ihrer anscheinenden Coquetterie mit der Antwort verlegen. Aber Herr Brouillard, der Alles beobachtet was vorgeht, und die lebhafte Unterredung zwischen Fränzchen und Friedrich bemerkt hat, nähert sich sachte dem Gemahl der jungen Dame und sagt, ihn beim Arme nehmend, zu ihm: »Herr Marmodin, hatte Ihre Frau Gemahlin nicht eine Blume in den Haaren? ... Ich habe geglaubt, eine Rose an ihr gesehen zu haben, und jetzt sehe ich diese nicht mehr ... hat sie vielleicht ihre Blume verloren?«

Herr Marmodin, welcher, als er sich umwendet, den schönen Friedrich eifrig mit seiner Frau sprechen und diese mit sehr bewegter Miene zuhören sieht, stürzt sich augenblicklich zwischen Beide, indem er Herrn Brouillard antwortet: »Ja, ja, Sie haben Recht ... sie könnte etwas verlieren und ich etwas Unliebsames gewinnen ... es ist periculum in mora ...ich glaube, es ist Zeit, daß ich dazwischen trete.«

Die Gegenwart des Gatten machte natürlich dem Gespräche Fränzchens mit Friedrich ein Ende. Nach einigen mit Herrn Marmodin gewechselten Worten, die gar keinen Bezug auf das hatten, was er mit der Frau desselben gesprochen, begab sich Friedrich in einen andern Theil des Saales, wo sich sein Vetter Julian und Herr Richard befanden, der eben angekommen war und gerade zu dem Sohn des Hauses sagte: »Potz Teufel! so viel es scheint, habt ihr heute viel Leute bei Tische gehabt?« – O, ja. – »Und mich ladet man auf den Abend ein ... das ist angenehm! ... man kann doch sehen, wie die Andern verdauen.« – Hören Sie, mein Lieber, wenn man bei einem Essen alle seine Bekannten und dazu noch alle Freunde und Bekannten seines Sohnes einladen wollte, so müßte man, statt die Gäste bei sich zu bewirthen, eine Tafel auf dem Marsfelde oder auf dem Carousselplatz decken lassen. – »Wahrhaftig! Sie werden spaßhaft.« – Ah! da ist ja unser lieber Richard!« ruft Friedrich, dem Neuangekommenen die Hand schüttelnd, aus. »Wie gefällt Dir dieser Salon? nicht wahr, er ist recht hübsch? Bist Du schon bei meinem Onkel gewesen, seit er in diesem Hause wohnt? Nicht wahr, ihr seid noch keine drei Monate da, Julian?« – Nein, noch nicht ganz. – »Ich bin noch nie hier gewesen,« antwortet Herr Richard. »Ja, es ist prächtig ... sehr elegant dekorirt! ... So viel es scheint, macht Dein Onkel immer gute Geschäfte! ... und gibt sehr schöne Gastmahle. – »Ja, er verdient viel; ich habe ihn aufgefordert, jetzt Gesellschaften bei sich zu sehen und zu tractiren, das gehöre zum guten Ton ... Du bist doch nicht böse darüber, Julian?« – Nein, vorausgesetzt, daß man mich bei Tische nicht neben Fräulein Soufflat seht. – »Ah! mein Lieber, Dein Vater hat Absichten, das sieht man klar! Bedenke doch, zweimalhunderttausend Franken Mitgift sind in Erwägung zu ziehen!« – Würdest Du diese Nase um zweimalhunderttausend Franken nehmen? – »Hm! wer weiß, vielleicht wohl; denn im Ganzen genommen ist man nicht genöthigt, die Nase seiner Frau immer zu betrachten; man kann sich schief oder ihr zur Seite setzen!« – Ich will sie nicht! von keiner Seite! – »Vetter, zweimalhunderttausend Franken sind nicht zu verachten; ich würde Manches thun, um sie zu erlangen.« – Nun, bewirb Dich darum, heirathe Fräulein Soufflat! – »O! ich will keine Händel mit meinem Onkel ... und man würde mich auch nicht wollen; ich bin kein reicher Erbe!« – Nun, meine Herren, wovon ist die Rede?« fragt Dernesty, welcher sich auch von Clementinen entfernt hat, weil ihr Mann zu ihr her kam, und sich jetzt zu den drei jungen Leuten gesellt. »Ah! guten Abend, Richard, geht's gut?« – Ja, ganz gut ... Sie sind also wieder von England zurück? – »Ja, seit ungefähr vierzehn Tagen.« – Sie sind nicht lange dort geblieben? – »Einen Monat ... ungefähr fünf Wochen ... Wovon haben Sie denn gesprochen, meine Herren?« – Von einer Nase. – »Wie, von einer Nase?« – Ja, von Fräulein Soufflats Nase. Wie findest Du sie? – »Wunderschön! ich habe nie eine ähnliche gesehen! es wäre ein Kabinetsstück für eine Naturaliensammlung, wenn die Eigenthümerin sich entschließen wollte, sich von ihr zu trennen; sie könnte füglich neben einem Rhinoceros-Horn paradiren.« – Ei! meine Herren, hübsche Frauenzimmer sind nicht so häufig als man glaubt! – »Drum sind sie auch an der Börse sehr gesucht.« – Sie tragen übrigens nicht viel ein. – »Hm! es gibt auch welche, die viel eintragen, wäre es auch nur den Aerzten.« – Hören Sie, meine Herren,« sagt Richard, »Scherz bei Seite, es sind viele Damen in diesem Saale, können Sie mir aber eine vollkommene Schönheit darunter zeigen? ... ich bezweifle es! – »Zum Teufel! Richard, Sie sind schwer zu befriedigen!« entgegnet Dernesty; »es sind sehr hübsche Damen da ... erstens ... Madame Mondigo.« – Ja, sie ist im Ganzen genommen recht hübsch, aber zu blaß ... zu blond ... betrachten Sie ihre Züge, jeden einzeln, so werden Sie keinen tadellos finden! – »Ich wäre zufrieden mit dem Ganzen.« – Madame Marmodin ist auch recht artig,« sagt Friedrich; »ich wette, es gibt keinen einzigen Mann, dem sie nicht gefiele. – »Artig, so viel Sie wollen ... artig ihrer Physiognomie, ihrer feinen Gesichtszüge wegen, aber sie ist keine Schönheit.« – O! aber bei Gelegenheit der Schönheit,« ruft Friedrich aus, »sag' mir einmal, Richard, was Du mit dem jungen Mädchen angefangen hast, mit der wir von Orleans her auf de« Eisenbahn gefahren sind? ... Ah! meine Herren, ich bekenne, diese übertraf Alles, was wir hier sehen ... Du hast sie ja auch gesehen, Julian; ich meine das junge Mädchen, welches neben Dir saß, Du mußt Dich ihrer erinnern. – »Ob ich mich ihrer erinnere!« antwortet Julian mit einem Seufzer. »O! ich habe sie nicht vergessen ... ihr reizendes Gesicht schwebt mir immer im Geiste vor. Welch' liebliche Züge ... welche bescheidene tugendhafte Miene! ... Ich hätte Alles in der Welt gegeben, um sie wiederzusehen.« – Ja,« sagt Herr Richard, sich das Kinn streichelnd, »das kann man ein hübsches Frauenzimmer, eine Schönheit nennen! ... Tadellose Züge, Jugend, Frische, feiner Wuchs, elegante Bewegungen ... Alles war vereint! – »Potz Tausend, meine Herren,« sagt Dernesty, »Sie entwerfen da ein Bild, welches meine Neugierde bedeutend reizt! Das junge Mädchen war also eine Phönix, eine Perle?« – Ja, eine ächte Perle ... o eine seltene, ächte Perle! – »Und was habt ihr mit diesem Schatze angefangen, meine Herren? Es ist nicht wohl anzunehmen, daß ihr ihn zu Drei habt entwischen lassen.« – Ich war in der Gewalt meines Vaters und meiner Mutter, folglich nicht Herr meiner Handlungen,« erwidert Julian seufzend. »Ach, wenn ich das gewesen wäre! – »Ich,« sagt Friedrich, »hatte die Dummheit begangen, eine Liebschaft mit einem ziemlich possierlichen Frauenzimmer zu meiner Linken anzufangen; ich war bereits gebunden und konnte nicht mehr zurücktreten ... ich erfuhr bald, mit wem ich es zu thun hatte: meine Eroberung war ganz einfach die Geliebte eines Haarkünstlers. Ihr werdet begreifen, daß ich sie nicht länger als eine Papillote behielt! ... Die arme Irma, die sich einfallen läßt, bis zum Wahnsinn in mich verliebt zu sein, mir überall auf dem Schritte folgt, und mir nachläuft, wenn ich ausgehe! Ich weiß gar nicht, wie ich die Närrin los werden soll.« – Also konnte sich bloß Richard mit der köstlichen Begegnung beschäftigen?« versetzt Dernesty.

»Ja, meine Herren!« erwidert Herr Richard mit zuversichtlicher Miene. »Ich war mein eigener Herr, mich störte nichts! Ich nahm mir vor: das junge Mädchen muß mein sein ... und ich habe es auch dahin gebracht.« – Wirklich, Richard? ... O, erzähle uns das doch, das junge Mädchen sah recht anständig aus ... wie Teufel hast Du es angefangen? – »Ich lasse mich nicht vom Schein blenden, und wenn es mir ernstlich darum zu thun ist, ein Weib zu bekommen, so entgeht mir keine!« – Teufel! das klingt fabelhaft. – »Nun, Richard, erzähle uns Dein Abenteuer mit der kleinen Eisenbahnreisenden.«

»Mein Gott, meine Herren, die Sache ist sehr einfach: beim Weggehen aus dem Bahnhofe folgte ich der Kleinen nach und knüpfte unterwegs ein Gespräch mit ihr an. Sie war zum erstenmal in Paris und ich bot mich ihr als Führer an. Nach einigem Sträuben nahm sie meinen Arm an; sie hat mich übrigens ordentlich herumtraben lassen: sie suchte Verwandte, Onkel, Tanten! Gott weiß was, deren Adressen man ihr gegeben hatte. Sonderbar ist, daß sie mich gerade in dieses Haus hereingeführt hat ... Als ich eben unten hereintrat, habe ich es wieder erkannt. Kurz, ich weiß nicht, ob das nur eine erfundene Geschichte war, oder ob man ihr falsche Adressen gegeben hatte; sie hat die Verwandten, die sie hier suchte, nicht gefunden. Dann gab es Thränen und Angst! ... Man wußte nicht, was man in dieser Stadt, wo man Niemand kannte, anfangen und wohin man gehen sollte; überdies war auch die Nacht allmählig hereingebrochen, was noch zu weiterer Schwierigkeit der Lage beitrug. Sie werden begreifen, daß mein Betragen sehr einfach vorgezeichnet war; ich tröstete und beruhigte das junge Mädchen, indem ich zu ihm sagte: Vertrauen Sie mir; ich habe eine Tante, zu der ich Sie führen will; sie wird Sie gastfreundlich aufnehmen und behandeln wie ihr Kind. Sie willigte ein, um so mehr, als sie ganz ohne Geld war, denn sie hatte sich das Vergnügen gemacht, ihre ganze Baarschaft an Bettler und Blinde zu verschenken. Ich hatte sie jedoch gewarnt und gesagt: Sie haben Unrecht, Sie handeln unklug! ... Bah! wenn sie hundert Thaler gehabt hätte, würde sie dieselben, glaub' ich, weggeschenkt haben; sie besaß aber nur ungefähr zwanzig Franken.« – Die arme Kleine! ... vollende doch. – »Nachdem ich ihr Muth eingesprochen, führte ich sie zum Nachtessen in eine Restauration ... zu Deffieux auf dem Boulevard du Temple, wo wir's uns recht schmecken ließen.« – Sie nahm ein Nachtessen von Dir an? – »Das will ich meinen! mit Freuden, mit großem Vergnügen! Wir haben gegessen wie Vier und eben so getrunken! O, ich habe mich freigebig gezeigt, das Nachtessen kostete mich mehr als fünfundzwanzig Franken. Als wir den Traiteur verließen, waren wir Beide sehr heiter. Dann führte ich die Kleine zu mir, während ich immer sagte, ich führe sie zu meiner Tante. Aber zu Hause angekommen, hat sie bald die Wahrheit errathen ... nun gab es Vorwürfe ... Derbheiten ... man hieß mich ein Ungeheuer, einen Bösewicht, einen Betrüger ... aber man beruhigte sich bald, und am andern Morgen nannte sie mich ihr Herzchen und ihren Engel! ... Ich wußte wohl, daß die Sache so ausgehen würde.«

Beim Anhören dieser Erzählung runzelte der junge Julian die Stirne und schien sehr geärgert, zu vernehmen, daß Herr Richard über die schöne Reisende triumphirt hatte.

Friedrich schüttelte mit zweifelhafter Miene den Kopf und murmelte: »Ah, so ist es gegangen? Das wundert mich ... ich hatte eine bessere Meinung von dieser Kleinen!« – Nach dem, was ich gehört habe,« sagte Dernesty, »war Ihre Perle kein so kostbares Juwel, als Sie behaupten wollen. – »Doch!« schrie Richard, »es war eine Rose, eine wahrhafte Rose!« – Die gleich einwilligte, mit Ihnen zu Nacht zu essen und nach Hause zu gehen? – »Was konnte sie in ihrer Lage Besseres thun? ... Außerdem wußte ich der Kleinen zu gefallen ... Ihr glaubt, es könne außer euch Niemand Eroberungen machen ... man hat auch seine glücklichen Stunden! man kann sogar seine Auswahl treffen ...«

Dernesty wendete sich lächelnd ab. Friedrich versetzte: »Wohlan, was hast Du mit Deiner Eroberung gemacht? ... Ist sie noch immer bei Dir?«

Herr Richard besann sich einen Augenblick, was er sagen wolle, endlich entschloß er sich zu antworten: »Meiner Treu', meine Herren, ich muß Ihnen gestehen ... da ich keine Lust hatte, das junge Mädchen bei mir zu behalten ... schon der Schicklichkeit wegen ... und weil es mich auch sonst genirt hätte ... denn ich liebe vor allen Dingen meine Freiheit ... so ging ich am dritten Tage früh Morgens aus, und kam erst Abends spät wieder nach Hause. Dann fand ich Niemand mehr, mein junges Mädchen war fort ... Gott weiß wohin! ... sie hatte sich ohne Zweifel gelangweilt und war deßhalb ausgeflogen, und seither habe ich sie mit keinem Auge wieder gesehen.«

Friedrich schien der Erzählung des häßlichen jungen Mannes nicht viel Glauben beizumessen; Julian war über das eben Gehörte schlecht gelaunt und Dernesty rief lachend aus:

»Auch das Schöne muß vergehen.
Unterliegen dem Geschick:
Rose selbst, lebt' sie mit Rosen.
Einen kurzen Augenblick.«

»O, warum nicht gar! ich glaube nicht, daß sie gestorben ist! ... Ich werde sie eines Tages in irgend einem Modewaaren- oder Putzladen wiederfinden.«

Das Gespräch der jungen Leute ging bald auf einen andern Gegenstand über. Man hatte im Salon vom Musiciren geredet, und Fräulein Soufflat war an's Klavier geeilt; dann suchte ein Herr, der Abends gekommen war und viel Geräusch bei seinem Eintritt durch Begrüßen, Schnäuzen und Niedersitzen gemacht und sich vor einem Spiegel niedergelassen hatte, in dem Speisesaal, wo er es niedergelegt, ein Instrument, welches in einen ledernen Sack eingepackt war. Dieser Herr spielte, oder glaubte wenigstens, auf der Hoboe spielen zu können, und Herr St. Godibert ging mit strahlender Miene in seinem Saale auf und ab, und rief aus: »Meine Herren und meine Damen: Fräulein Soufflat wird ein Stück auf dem Fortepiano mit Begleitung der Hoboe spielen; Herr Stöpsel wird sie accompagniren ... er accompagnirt sie in allen Soiréen.« Dann fügte er halblaut hinzu: »Deßhalb habe ich ihn auf den Abend eingeladen, Herr Soufflat hatte mich darum gebeten.«

»Das ist sehr schmeichelhaft für Herrn Stöpsel,« sagte Herr Brouillard, »man ladet demnach seine Hoboe ein, nicht ihn.«

Herr Soufflat, der Vater, hüpfte auch immer auf den Zehenspitzen im Saale herum; er rannte von Einem zum Andern und sagte: »Sie werden meine Tochter mit Herrn Stöpsel hören! es ist zum Entzücken! es ist hinreißend! sie passen prächtig zusammen; es spielt nie Einer ohne die Andere.« – »Da ist also,« versetzte Herr Brouillard. »dieser junge Mann der Stöpsel der Fräulein Soufflat ... ich beneide ihn durchaus nicht um seine Bestimmung!«

Fräulein Soufflat präludirte auf dem Klavier, Herr Stöpsel hatte sein Instrument an den Mund gesetzt, aber es ging durchaus nicht; er schrie in einem fort: »Ich habe den Ton noch nicht, geben Sie mir ihn an ... Wenn nicht Alles gut zusammenklappt, bringen wir nichts zu Stande!«

Plötzlich eilte Franz, der eben Zuckerwasser im Saale servirt hatte, mit einer Schale auf Herrn Stöpsel zu und präsentirte sie ihm mit den Worten: »Hier ist der Tonfisch! mein Herr! ... Sie schreien in einem fort nach dem Ton: nehmen Sie, wenn es Ihnen beliebt.«

Der Hoboebläser blieb ganz erstarrt vor Verwunderung, als er die Schale mit dem Beigerichte erblickte, welche ihm Franz präsentirte. Die ganze Gesellschaft fing über die neue Dummheit des Bedienten zu lachen an, und Herr St. Godibert mußte sich zuerst recht ärgern, ehe er den Diener zum Saale hinausbrachte, der den Herrn Stöpsel durchaus zur Annahme des Thunfisches nöthigen wollte.

»Der Herr hat ihn mehrmals begehrt,« sagte Franz unter der Thüre, »warum will er jetzt keinen mehr? Es scheint, der Herr weiß nicht, was er will!«

Endlich war die Ruhe wieder hergestellt: Fräulein Soufflat spielte ihr Duett mit dem Hoboisten. Das Stück wurde von dem Vater des Fräuleins und von Herrn und Madame St. Godibert wüthend applaudirt; die andern Personen waren mit ganz andern Dingen beschäftigt, und der Vetter Brouillard sagte halblaut: »Ich habe auf dem Viehmarkt in Passy Produktionen gehört, die viel Aehnlichkeit mit dieser hatten.«

»Still, meine Herren, still!« rief Herr St. Godibert aus, »Fräulein Soufflat wird singen.« – »Mit oder ohne Stöpsel?« fragte Herr Brouillard. – »Ohne Herrn Stöpsel, sie singt ein Solo.«

Fräulein Soufflat sang eine Arie, dann eine Romanze, dann ein Liedchen; sie schien entschlossen, den ganzen Abend zu singen, und ihr Vater schmunzelte an einem Jeden auf den Zehen herum, indem er mit entzückter Miene sagte: »Hm! ich glaube, daß sie sich für den ganzen Abend hergibt! Wenn sie einmal am Klaviere sitzt, bringt man sie nicht mehr davon weg; sie ist unermüdlich!«

– Aber wir sind es nicht!« murmelte Herr Brouillard. »Das ist eine Freude! Da will ich nur meinen Hut holen.«

Die Gesellschaft hatte sich indessen entschlossen, dem Fräulein nicht mehr zuzuhören, welches darauf bestand, immer singen zu wollen. Jeder plauderte mit seinem Nachbar. Die vier jungen Leute, welche beisammen geblieben waren, genirten sich nicht, über das Conzert, das man ihnen gab, und die Anstrengungen zu lachen, die Herr Soufflat machte, um seiner Tochter einen Applaus zuwegezubringen; der Punsch, der herumgereicht wurde, und wovon Jeder mehrere Gläser getrunken hatte, trug das Seinige bei, ihre Heiterkeit zu vermehren, und Friedrich sagte zu seinem jungen Vetter: »Sieh', Julian, wie glücklich Du sein wirst! ... Du bekommst eine Frau, die von Morgens bis Abends singt, folglich gar keine Zeit hat, zu brummen.« – Und einen Schwiegervater, der immer aussieht, als ob er dazu tanzen wolle.

– »Du könntest unmöglich in eine lustigere Familie heirathen!« – Und wie commod hast Du es, wenn Du Deine Frau an der Nase herumführen willst, die merkt hinten nicht, wenn Du sie vordaran packst. – »Dabei die Ehre, Gemahl einer Nasenkönigin zu sein! es ist nur Schade, daß wie in England die Würde nicht auch auf Dich übergehen kann!«

Und so folgten sich die Ausbrüche ausgelassener Fröhlichkeit ohne Unterlaß, als sich Herr Cendrillon den vier jungen Leuten näherte und ausrief: »Ha der Teufel! da scheint es fidel herzugehen! Ihr macht euch lustig, ihr lachet! ich wollte, ich könnte es auch; aber es ist mir nicht möglich, ich bin nicht aufgelegt! ... Wider meinen Willen steckt mir unaufhörlich der brave Mann im Kopfe, von dem ich euch bei Tische erzählt habe ... der Mann mit den sechzigtausend Franken ... der wackere Savenay! Seit ich weiß, daß ihn Herr St. Godibert nicht gesehen hat, quält und verfolgt es mich ohne Unterlaß. Es muß ihm sicher Etwas zugestoßen sein! ... aber ich werde mich auf Kundschaft legen! ... Schritte thun! ... Ich muß durchaus wissen, was aus dem armen, braven Mann geworden ist!«

Und um einen Versuch zu machen sich zu trösten, will Herr Cendrillon dem Major Krautberg nachahmen, der den Plateaux mit Punsch auf dem Schritte folgt, und so oft er geschickt beikommen kann, ein Glas ergreift, leert und wieder hinstellt. Der Capitalist stürzt Schlag auf Schlag mehrere Gläser hinunter und kommt dann wieder zu den jungen Leuten her, indem er hofft, ihre Heiterkeit werde auch die seinige wieder beleben. Aber diese haben plötzlich zu lachen aufgehört; seit Herr Cendrillon von Vater Savenay mit ihnen gesprochen bat, schweigen sie, und ist ihre Unterhaltung unterbrochen. Man könnte fast meinen, daß umgekehrt der fette Capitalist sie mit seiner Traurigkeit angesteckt habe.

Nach kurzer Zeit nahmen die Damen ihre Shawls, ihre Pelze, ihre Hüte; die Herren holten ihre Mäntel oder ihre Paletots, und Einer nach dem Andern verschwand so heimlich als möglich.

Als Fräulein Soufflat bemerkte, daß fast Niemand mehr im Saale war, um ihr zuzuhören, entschloß sie sich, vom Klavier aufzustehen und sich ebenfalls mit ihrem Papa zurückzuziehen; das Ehepaar St. Godibert begleitete sie bis zur Treppe, indem es sie mit Complimenten und Danksagungen überschüttete, und Herr Stöpsel, der sein Instrument wieder in sein Etui gethan hatte, wurde von Herrn St. Godibert mit einem kräftigen Händedruck und von seiner Frau mit einem anmuthigen Lächeln belohnt, das die Letztere mit den Worten begleitete: »Mein Herr! Sie werden uns ein großes Vergnügen machen, wenn Sie Fräulein Soufflat, so oft accompagniren, als sie bei uns Musik macht.«

Aber Herr Stöpsel, welchem man weder ein Glas Punsch noch ein Stückchen Kuchen angeboten, und der noch etwas Besseres erwartet hatte, machte einen sehr steifen Knix und nahm sich vor, nicht wieder zu kommen.

Der Vetter Brouillard, welcher immer Gelegenheit findet zwei Stunden im Vorzimmer zu verweilen, um einen alten von Schaben halbzerfressenen Wintermantel zu suchen, dessen er sich seit zehn Jahren als Ueberkleid bedient, ging zuletzt und sagte: »Gute Nacht, Vetter, gute Nacht, Base! Sorgt dafür, daß Franz ein anderes Mal nicht so viele Dummheiten macht. Ich würde mir lieber einen etwas theureren Bedienten halten, als einen solchen Pinsel serviren lassen.«

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