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Die Familie Gogo

Charles Paul de Kock: Die Familie Gogo - Kapitel 15
Quellenangabe
pfad/kock/famigogo/famigogo.xml
typefiction
authorPaul de Kock
titleDie Familie Gogo
publisherRieger'sche Verlagsbuchhandlung
printrunDritte Auflage
year1861
translatorHeinrich Elsner
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Vierzehntes Kapitel.

Der zweimal gedeckte Tisch

Man war beschäftigt, im Speisesaal eine Tafel für zwanzig Personen zu decken; in dem Empfangsaal richtete man die Candelabres, Kerzen und Spieltische zu. In einem Nebenzimmer legte man Albums, Brochüren und Caricaturen auf einen Tisch.

Eine kleine, etwa zwanzigjährige Kammerzofe mit schwarzen Augen, einem aufgestülpten Näschen, einem frischen Teint, kurz, einem höchst niedlichen Gesichtchen und schwellenden Hüften, welche bei jedem ihrer Schritte den Takt dazu zu schlagen schienen, ging hin und her, machte sich bald im einen, bald im andern Zimmer zu schaffen, kurz, war die personifizirte Rührigkeit. Sie wurde in diesen Vorbereitungen von einem Bedienten unterstützt, der an den Dienst noch nicht sehr gewöhnt schien. Es war ein fünfundzwanzigjähriger Bursche mit hochrothem Gesichte, einer schwerfälligen Gestalt und einem normännischen Kopfe, dessen Haare so kurz und rund geschoren waren, wie die eines Krautbauers.

Mamselle Fifine, das war der Name der Kammerzofe, konnte sich zehnmal im Zimmer herumdrehen, bis Franz, so hieß der Bediente, nur einen Teller auf den Tisch stellte.

Darauf kam, rannte, stürzte Herr St. Godibert halb angekleidet mitten unter seine Leute, sah zu, was geschah, ertheilte seine Befehle, veränderte die Aufstellung der Nebengerichte, der Flaschen und Salzfässer und fand bei all dieser Geschäftigkeit noch häufig Zeit, sich Mamselle Fifine zu nähern, sie zu kneipen und die hübschen Formen, die unter ihrem Röckchen den Takt schlugen, unvermerkt zu betasten.

Nun zeigte sich auch Madame St. Godibert, die dicke Frau, die einer Beduinin glich, auf Augenblicke, durchschritt bloß mit einem Schnürleib, aber einer Masse Unterröcke bekleidet, die Zimmer und schrie, ihre beiden Arme über der nackten Brust kreuzend: »Seht nicht her! ... Was für ein Kleid soll ich anziehen, Herzchen? ... was für ein Kleid? ... Ach! großer Gott, welche Verlegenheit! Ach, Sie können mir nie einen Rath geben ... Sie lassen mich eine Stunde in der Ungewißheit zappeln! ohne Mitleid mit meiner Lage! Sprechen Sie, Herr St. Godibert ... was rathen Sie mir? Mein Atlaßkleid macht mich so dick, das flohfarbige sieht so gefallsüchtig aus, das mit Gold durchwirkte ... das ist zu reich!« – Meiner Treu', Angelika, wie wäre es, wenn Du ... Fifine, Sardellen hierher ... o! Sardellen, das macht sich besser wie Butter! – »Aber, gnädiger Herr, das derangirt Alles ... die Sardellen stehen ganz gut dort unten.« – Glauben Sie? – »Das ist also Ihr guter Rath, Herr Gemahl?« – Mein Gott! meine Teuerste, ich weiß nicht, was ich Dir sagen soll, Du hast selbst so viel Geschmack ... es sitzt Dir Alles so gut! ... – »In dem golddurchwirkten Kleid nimmt sich Madame prächtig aus!« sagte die Kammerjungfer.

»Ja, Fifine hat Recht; Dein golddurchwirktes Kleid steht Dir vortrefflich, legt sich eng an, zwängt Deine Taille ein ... Du bekommst ganz das Aussehen einer Bajadere!« – Nun, da Du dieser Ansicht bist, will ich es anziehen! ich meine übrigens, mein aprikosenfarbiges seidenes Kleid hebe meine Taille noch besser heraus und mache mich dünner; ich sehe viel hochgewachsener und langleibiger darin aus. – »Es ist wahr, Du hast ganz Recht; Du mußt Dein aprikosenfarbiges Kleid anziehen ... überdies ist die Aprikosenfarbe so schön ... Das geht so gut zusammen ... eine Frau und Aprikosen ... und Oliven ... und hierher Thunfisch ... Franz, wo ist der Thunfisch?«

Der Bediente sieht seinen Herrn mit verwunderter Miene an und entgegnet: »Tonfisch ... ich weiß keinen Fisch, der einen Ton von sich gibt?« – Mein Gott! wie einfältig ist doch dieser Bediente! ... er weiß gar nichts; kann man begreifen, daß ein Diener aus einem guten Haus nicht wissen soll, was Thunfisch ist! Geht in die Küche und sagt zu Babette, sie soll Euch den Thunfisch geben.«

Während Franz gemessenen Schrittes in die Küche ging, kam Madame St. Godibert, welche bereits drei Schritte gegen ihr Schlafzimmer gemacht hatte, wieder zurück, und sagte: »Da Sie es wünschen, lieber Freund, ziehe ich mein aprikosenfarbiges Kleid an; aber es kommt mir dabei nur das Bedenken, daß Atlaß gegenwärtig sehr Mode ist ... ich habe in mehreren Soiréen Notars- und Wechselagentenfrauen Atlaßkleider tragen sehen ... und das kleidet sehr gut, der Atlaß ... es sieht nobel und majestätisch aus; ich muß Dir gestehen, ich hätte doch noch lieber mein Atlaßkleid angezogen: ich versichere Dich, daß das noch viel besserer Ton ist!« – Lieber Gott, meine Theuerste, so ziehe es doch an! ich widersetze mich ja nicht. Warum fragst Du mich aber dann um meinen Rath? – »Ach! wie widerwärtig sind Sie, St. Godibert! ... wie sardonisch! Nun, es bleibt dabei, ich ziehe mein golddurchwirktes Kleid an! ... Haben Sie die Namen der Gäste auf jedes Couvert gelegt?« – Nein, noch nicht; ich will es aber jetzt thun. Gehört es aber auch noch zum guten Ton, die Namen der Gäste zum Voraus auf die ihnen bestimmten Plätze zu legen? – »Ich denke, es sei gewöhnlich so.« – Es sei gewöhnlich so, das heißt, es war gewöhnlich so, ich weiß aber nicht, ob es noch immer gebräuchlich ist. – »Warum denn nicht? es ist weit bequemer.« – Ich glaube nicht, daß es bei den Ministern und dem Präfekten geschieht. – »Das sollte man aber gewiß wissen.« – Wen kann ich aber in der Geschwindigkeit fragen? Wo ist denn unser Sohn Julian? – »Er zieht sich ohne Zweifel an.« – O! die Toilette! er denkt an nichts Anderes! Wie viel Geld dieser Junge für seine Toilette verschwendet! Glauben Sie, Madame, daß er bloß für Glacéhandschuhe eine Rechnung von zweihundertundfünfzig Franken von einem Handschuhmacher erhalten hat? Ich habe sie letzthin in seinem Zimmer gefunden! zweihundertundfünfzig Franken für Handschuhe, das ist abscheulich, die konnte er doch nicht alle allein brauchen! – »O! lasse doch den Jungen! unser Sohn muß sich doch nach der Mode kleiden! ... Franz! Franz! geht hinauf in das Zimmer meines Sohnes und sagt ihm, er möchte herunterkommen wir müßten ihn etwas fragen.«

Franz, der eben mit dem Thunfisch in einer Muschelschale zurückkam, ging mit dieser wieder fort, um sich des eben erhaltenen Auftrages zu entledigen. Herr St. Godibert schrie ihm darauf nach: »Franz, Franz! ... Vieh! wo geht Ihr denn hin?« – Ich gehe, wohin mich die Madame schickt: ich will den Herrn Julian holen. – »Muß denn der Thunfisch mit in das Zimmer meines Sohnes hinaufspazieren? Begreift Ihr nicht, daß das hier auf die Tafel gehört?« – Nein, gnädiger Herr, das wußte ich nicht ... Ah! das ist also der Tonfisch. – »Macht schnell, stellt die Schale auf den Tisch und geht zu meinem Sohn hinauf, sputet Euch aber ein wenig! Der Bursche macht mich rasend mit seiner Langsamkeit.« – Er wird seine Steifheit schon verlieren!« sagte Mamselle Fifine, die Gedecke auseinander legend. – »Glaubst Du, Fifine? glaubst Du, reizende Fifine?« – Hören Sie doch auf, gnädiger Herr! ... Wenn es Madame sähe. – »O! die hat jetzt nur Augen für ihre Garderobe, und bis sie eine Wahl getroffen, wird es noch lange dauern ... Nicht wahr, Kleine, das Brod ist schon zugeschnitten?« – Ja, gnädiger Herr, es liegt hier in diesem Korbe.«

Herr St. Godibert befühlte das Brod, um sich zu überzeugen, ob es auch altbacken war, wie er es befohlen hatte; denn das gehört zu der Sparsamkeit, oder vielmehr zu dem schmutzigen Geize, durch den sich stets jene Emporkömmlinge verrathen, welche die Großen spielen wollen und doch nicht genug wahrhafte Größe besitzen, um die Sachen vollkommen gut zu machen. So geben sie euch bei einem Diner, wo sie die ausgesuchtesten Gerichte und Erstlinge auftragen lassen, altbackenes Brod zu essen und suchen durch die Ersparniß von einigen Sous sich an den Ausgaben zu erholen, die sie zu machen genöthigt sind, damit man ihre Manier zu tractiren preise.

Herr Nicolaus Gogo gehörte unstreitig zu der Klasse von Leuten, die schöne Kleider tragen, vornehme Manieren annehmen, kurz, Personen von Stand vorstellen wollen, sich aber nie so vollständig reinigen, daß man nicht noch Ueberbleibsel ihres ursprünglichen Kothes an ihnen bemerken könnte.

»Fifine! ... Fifine! machen Sie mir doch mein Kleid zu.« – Sogleich, Madame! – »Ich muß doch sehen, ob bei jedem Gedecke ein Salzfaß steht ... welch' sonderbare Mode! Jeder soll heutzutage ein eigenes Salzfaß haben! All' das macht viele Kosten! ... indessen gehört es einmal zum guten Ton! ... Und diese Gläserzahl ... ein wahrer Wald von Gläsern vor jedem Gaste! ... es ist erschrecklich. Ich finde, daß der Tafelluxus heutzutage sehr weit getrieben wird.« – Ihr Herr Sohn wird sogleich herunterkommen, gnädiger Herr. – »Gut, Franz ... ah! Franz, gib wohl Acht auf das, was ich Dir jetzt sagen werde; nach der Suppe schenkst Du Jedermann ... das heißt, bietest Du Jedermann Madera an; siehst Du, von jener kurzen, oberhalb viereckigen Flasche dort.« – Ja, gnädiger Herr! ja; o! ich kenne den Madera sehr wohl, ich weiß, was das ist! ... das ist famos gut! – »Ah, Du weißt, daß das gut ist ... und wo hast Du denn schon welchen getrunken, da Du doch gerade erst aus Deiner Normandie kommst und in Paris noch nirgends als bei mir gedient hast?«

Herr Franz wird purpurroth, er schaut auf seine Schuhe nieder und antwortet nach einer Weile: »Ich habe bloß gesagt, er sei gut, um mir das Ansehen zu geben, als kennte ich ihn und wüßte, wie er sei. Da mich der gnädige Herr vorhin gescholten haben, weil ich nicht wußte, was Tonfisch ist, so dachte ich, er würde mich wieder zanken, wenn ich den Madera nicht kennte.« – Hm! das ist einmal eine Antwort, die sehr nach der Normandie riecht! nun, ich werde später dahinter kommen. Kommen wir auf das zurück, was ich eben sagen wollte. Du trittst also zu jedem Gaste mit dieser Flasche und fragst: »›Befehlen Sie Madera?‹« – Ja, gnädiger Herr, ich verstehe. – »Warte doch! Wenn man sagt: »›Nein,‹« so dringst Du nicht weiter in die Person, sondern wendest Dich schnell an eine andere.« – Ja, gnädiger Herr, ich wende mich schnell an eine andere.

– »Wenn man aber will, so schenkst Du ein, aber nimm Dich sehr in Acht, das Glas nie mehr als zu zwei Dritttheilen zu füllen.« – Zu zwei Dritttheilen? sehr wohl. – »Da, nimm einmal eine Flasche und schenke mir in dieses Glas Madera ein ... gut, genug ... niemals mehr! es sind schon zwei Dritttheile.« – Ah! recht, gnädiger Herr! jetzt kenne ich das Maß! – »Aber Wohl verstanden, wenn die Person, die das Glas hinhält, es wegzieht, ehe Du so weit eingeschenkt hast, so hältst Du sogleich inne.« – Ah! man ist also nicht gezwungen, die zwei Dritttheile auszutrinken? – »Gewiß nicht, Dummkopf; es handelt sich ja darum, meinen Wein zu sparen und so wenig als möglich davon herzugeben! Potz Kuckuk, man wird ohnedies genug davon trinken!« – Nun weiß ich's, gnädiger Herr, ich verstehe es ganz gut. – »Das ist recht.«

Mamselle Fifine kommt zurück und murmelt, ihre Finger schmerzlich hinausschlenkernd: »Das Schlankmachen der gnädigen Frau kostet mich noch meine Daumen! Wenn ich gewußt hätte, daß Franz wieder unten wäre, hätte ich ihm gerufen, denn dazu gehören eiserne Gliedmaßen.«

Der junge Julian erscheint im großen Costüme eines Dandy, hat aber in Gegenwart seines Vaters immer ein gezwungenes, ängstliches Aussehen.

»Kommen Sie endlich, Herr Sohn, wie lange brauchen Sie auch zu Ihrer Toilette! In Ihrem Alter war ich in zwei Minuten angezogen, und zwar ohne hell dabei zu sehen.« – Warum ohne hell dabei zu sehen, lieber Vater? standen Sie denn so früh auf?«

Herr St. Godibert, der einsieht, daß er eine Dummheit gesagt hat, versetzt schnell: »Nicht das ... aber die schweren damastenen Vorhänge ließen das Licht kaum herein ... Sage einmal, Julian, Du speisest ja häufig auswärts, legt man die Namen der Gäste zum Voraus auf den Tisch?« – Die Namen, lieber Vater? – »Ja, die Namen, zur Bezeichnung der Plätze.« – Wahrhaftig, darauf habe ich nicht Achtung gegeben! – »Woran denken Sie denn, mein Herr? Wozu habe ich Ihnen eine Erziehung geben lassen und das Geld für Sie verschwendet, wenn Sie nicht einmal auf so wesentliche Dinge achten, auf Dinge, die für Jemand, der in der großen Welt lebt, so nothwendig und so wichtig sind?« – Was gibt es denn, mein Freund?« fragt Madame St. Godibert, in ihrem golddurchwirkten Kleide eintretend, worin sie einem heidnischen Götzen gleicht.

»Unser Sohn weiß nicht einmal, ob man die Namen der Gäste auf den Tisch legt oder nicht! ... in seinem Alter so etwas nicht zu wissen! und doch speist er in den besten Häusern, wie er uns wenigstens sagt, wenn er auswärts ißt, was häufig vorkommt. Ach! wenn unser Neffe Friedrich da wäre, der hätte es uns gleich gesagt! ... er hätte sich keine Minute zu besinnen brauchen. Er ist zwar ein Verschwender, ein ziemlich leichtsinniger Junge, das ist wahr; aber er hat einen vortrefflichen Ton, das muß man zugeben; Manieren wie ein Prinz, sogar eine adelige Miene! ... er weiß Alles, was in der hohen Gesellschaft vorgeht; ich habe ihn deßhalb auch eingeladen. Er entlehnt freilich Abends oft Geld bei mir zum Spielen, was mir unangenehm ist; aber er ist sehr nützlich, um Erkundigungen einzuziehen. Er kommt mit Gesandtschaftssekretären, englischen Lords zusammen! O! er macht seine Carrière. Aber mein Herr Sohn läuft den ganzen Tag und den ganzen Abend Gott weiß wo herum ... bei Grisetten vielleicht .... Wenn ich wüßte, daß Du im Stande wärest, Dich mit Grisetten einzulassen, so würde ich Dich verläugnen! Nicht einmal zu wissen, ob man die Namen auf das Couvert legt! es ist unverantwortlich! ... und er hat dazu auch noch lateinisch gelernt!« – Mein Gott! lieber Vater, erzürnen Sie sich nicht; ich erinnere mich jetzt, daß man sie darauf legt! ... ja, ich weiß es nun ganz sicher, man schreibt sie auf Karten. – »Bist Du Deiner Sache wirklich gewiß?« – Ja, lieber Vater, ich werde mich doch über einen solchen Punkt nicht auf's Gerathewohl äußern, ich entsinne mich nun ganz bestimmt, daß es, als ich das letzte Mal bei dem Grafen Cornikoff zu Mittag speiste, der Fall war. – »Der Graf Cornikoff! ... Teufel! ... das muß eine vornehme Person sein!« sagt Herr St. Godibert, seinen Sohn mit liebenswürdiger Miene ansehend. »Du kommst zum Grafen Cornikoff und sagst uns kein Wort davon?« – Ach! durch Zufall, lieber Vater! Dernesty kennt diesen russischen Edelmann und hat mich bei ihm eingeführt. – »Du hättest uns diesen Herrn auch bringen sollen; ich würde ihn zum Diner eingeladen und mich sehr geehrt gefühlt haben, wenn ein russischer Graf bei mir zu Tische gewesen wäre.« – Er hätte nicht kommen können, lieber Vater, denn er ist bereits wieder nach St. Petersburg abgereist. – »Sehr Schade; aber Herr Dernesty wird hoffentlich kommen; er ist von seiner Reise nach England zurückgekehrt, nicht wahr?« – Ja ... o! er kommt sicher. – »Das ist ebenfalls ein junger Mann von ausgezeichnet noblen Manieren und einer hinreißenden Beredsamkeit.« – Ja,« sagt Madame St. Godibert, sich in einem Spiegel betrachtend, »ja, Herr Dernesty ist ein Mann von äußerster Bildung ... ist er nicht Marquis? – »Ich glaube nicht, liebe Mutter.« – Schade darum! er sollte von Rang, wenigstens Edler von sein. Es gibt übrigens Leute, die ein Incognito über ihren Adel beobachten, um nicht genöthigt zu sein, ein Haus zu machen. Ach! wenn ich eine Tochter hätte, das wäre der Gatte, den ich ihr wünschen würde, nicht wahr, Bibi?«

Bibi, der sich gerade im Speisesaal und zwar sehr nahe bei Mamselle Fifine zu schaffen machte, eilte schnell von dieser weg und antwortete: »Ich bin ganz dieser Ansicht, Angelika; vorausgesetzt, daß die Kohlen in den Rechauds nicht wieder auf der Tafel ausgehen wie das letzte Mal. Man glaubt, das Essen warm zu bekommen, und die Platten sind kalt; das ist sehr unangenehm. Franz, was thust Du da unten?« – Ich mache die Flaschen auf. – »Entpfropfe doch nicht zu viele im Voraus, wozu denn? Du hast eine wahre Wuth, die Flaschen zu entpfropfen ... was soll das heißen? Warte doch, bis ich es Dir befehle.« – Gnädiger Herr, es fehlt noch eine auf dem Tisch, Mamsells Fifine hat es mir so eben gesagt. – »Gut! aber das sei die letzte.« – Ja, mein Sohn,« fährt die dicke Dame sich immer noch spiegelnd fort, »Herr Dernesty ist ein junger Mann, den Du Dir zum Muster nehmen solltest. Ich meine. Du kommst nicht mehr so viel mit ihm zusammen wie früher, warum das? – »Entschuldigen Sie, Mama, ich konnte nur Dernesty nicht besuchen, weil er in England war.« – Vorwärts, Julian, nehme Karten und schreibe schnell den Namen eines jeden Gastes darauf; denn die Zeit geht vorbei und man ist am Ende noch nicht fertig, wenn die Gesellschaft kommt.«

Der Sohn des Hauses holt Karten, ein Schreibzeug, eine Feder und seht Alles auf den Ofen des Speisezimmers. Während seines Hin- und Hergehens ist er auch der pikanten Fifine begegnet, welche beständig in Bewegung ist, und im Vorbeistreifen hat seine Hand ihren Reizen einen zarten Druck gegeben; die Kammerzofe nimmt alle diese Huldigungen wie Dinge hin, an die sie längst gewöhnt ist.

»Ich bin bereit, lieber Vater, sagen Sie mir gefälligst die Namen Ihrer Gäste.« – Wir sind also zu Zwanzig. Erstens wir Drei, dann mein Bruder, der Gelehrte, und seine Frau, dann der Vetter Brouillard, das sind schon sechs. – »Ah! Sie haben Ihren Vetter Brouillard eingeladen!« ruft Madame, die Achseln zuckend, aus. »Sie sind sehr gutmüthig gegen einen Mann, der immer Stichelreden auf Sie im Munde führt ... Ihr Vetter Brouillard ist bösartig wie ein Esel.« – Aber, liebe Angelika, Du irrst Dich; Du weißt übrigens, daß ich ihn gewöhnlich einlade, und wenn er erführe, daß ich ein großes Diner gegeben habe, ohne ihn dazu zu bitten, so würde er wüthend werden und es mir nie verzeihen! – »Sie fürchten sich eben vor ihm und laden ihn bloß ein, weil Sie Angst vor seiner Bösartigkeit und seiner giftigen Zunge haben! ... sagen Sie es nur gerade heraus, gestehen Sie es doch!«

Madame St. Godibert hatte vollkommen Recht. Ihr Mann war bloß deßhalb gegen den Vetter Brouillard artig, weil er ihn fürchtete und wußte, daß er im Stande sein könnte, ihn vor aller Welt Gogo zu nennen. Wäre Herr Brouillard einer jener guten, wohlwollenden Menschen gewesen, wie man sie zuweilen trifft, so hätte man ohne Zweifel weit weniger Rücksicht gegen ihn beobachtet.

In dieser Beziehung wäre es somit ein Vortheil, bösartig zu sein, da in der Welt Gunstbezeigungen, Belohnungen, Stellen, Ehren und Huldigungen weit öfter Denen gezollt werden, welche man fürchtet, als Denen, welche man hochschätzt. Wir wollen hoffen, daß die Letzteren in ihrem Herzen und in ihrem Bewußtsein eine Entschädigung für die Gleichgültigkeit der Menge und die Ungerechtigkeit Derer finden, welche berufen sind, die Belohnungen zu vertheilen.

»Jedenfalls,« fährt Madame St. Godibert fort, »hoffe ich, daß Sie Herrn Brouillard nicht neben mich setzen werden; ich will ihn nicht!« – Sei ruhig, Angelika, Du sollst ihn nicht neben Dir haben ... Julian, hast Du die sechs Namen aufgeschrieben? – »Ja, lieber Vater.« – Ah! nun kommt Dein Vetter Friedrich, Herr Dernesty, Herr und Madame Marmodin, Herr Roquet, das macht schon elf. – »Und wo kommen die Gurken hin, gnädiger Herr? Ich sehe noch keine Gurken!« schreit Franz, überall auf dem Tisch umhersehend.

»In was mischest Du Dich, Einfaltspinsel? wenn keine da sind, so braucht man wahrscheinlich keine. Es stehen sechs Schalen mit Nebengerichten auf der Tafel, das ist genug ... Butter, Oliven, Rettige, Sardellen, Thunfisch ... und Butter ... Nicht wahr, Fifine, man servirt keine Gurken mehr?« – Nein, gnädiger Herr, ich habe mich deßhalb bei der Dienerschaft des reichen Börsenspekulanten gegenüber erkundigt, der so glänzende Diners gibt. – »Mir schon recht!« sagt Franz, eine Champagnerflasche zur Hand nehmend, die mit andern seinen Weinen in einem besondern Korbe stand und nach welcher er schon lange schielte; »bei uns aß man ohne Gurken nie zu Mittag: Gurken und Häringsalat durften bei uns nicht fehlen.« – Schweig, Franz, man will nicht wissen, was bei Dir zu Lande Gebrauch ist; Du sprichst viel zu viel für einen Dienstboten. Hast Du die elf Namen aufgeschrieben, Julian? – »Ja, lieber Vater.« – Mein Freund, setze Herrn Dernesty neben mich, das macht mir Vergnügen. – »Aber, Angelika, der Platz neben der Herrin des Hauses ist immer ein Ehrenplatz, eine Gunstbezeigung, und wir haben bedeutende Personen bei Tische, denen wir vielleicht den Vorrang schuldig sind.« – Und welche sind denn die, Herr Gemahl, welche? Herr Marmodin doch hoffentlich nicht, der nur von den Römern und Römerinnen spricht. Wenn Sie glauben, daß mich das unterhalte. – »Das ist ein Gelehrter, meine Theure, man sagt, er werde demnächst Mitglied des Instituts werden.« – Wenn er es einmal ist, dann dürfen Sie ihn meinethalben neben mich setzen, vorher aber nicht. Aber, warten Sie, setzen Sie Herrn Roquet neben mich; dieser ist sehr liebenswürdig und galant gegen die Damen. – »Unmöglich, Angelika! Roquet ist zwar in Gesellschaft ein sehr angenehmer Mann, wir brauchen aber keine Umstände mit ihm zu machen. Die Ehrenplätze müssen Personen zugetheilt werden, die Einem von Nutzen sein können. Dernesty soll meinetwegen zu Deiner Linken sitzen, aber Deinen Nachbar zur Rechten müssen wir mit großer Vorsicht wählen. Ah! da wäre Herr Dendriston ... ein Kapitalist, der die Absicht hat, für sich allein eine Eisenbahn zu unternehmen, um sich von seinem Hause in der Provinz unmittelbar nach Paris versetzen zu können; der Mann ist unmenschlich reich; einem solchem Gaste ist man Aufmerksamkeit schuldig.« – Möglich, aber ich will ihn beim Essen nicht neben mir; dieser Mann benimmt sich so ungezwungen und spricht so laut; seine Stimme betäubt Einen ganz ... auch gebraucht er sehr unschickliche Ausdrücke ... Ja, Herr Cendrillon ist oft sehr frei in seinen Reden, ich liebe das nicht! – Madame, ein Mann, der auf seine Kosten eine Eisenbahn bauen lassen kann, hat wohl das Recht, unschicklich zu sprechen; das muß man reichen Leuten nachsehen.« – Kurz, ich will einen andern Nachbar. – »Herr Doguin und seine Frau, schreibe nur weiter Julian, das macht vierzehn. Herr Doguin ist Oberbeamter in den Privatbureaux des Ministers des Innern; das ist ein Mann, der Einem von ausgezeichnetem Nutzen sein könnte, wenn man ein Gesuch anzubringen hätte, zum Beispiel, um in den gesetzgebenden Körper zu kommen.« – In der That, mein Freund, in der That, ich sehe nicht ein, warum Du nicht so gut wie jeder Andere in den gesetzgebenden Körper, ja selbst in den Senat solltest kommen können, ein Mann von Deiner Constitution und von Deinen Mitteln. Getraute doch ich mir sogar, wenn ich keine Frau wäre, mich darum zu bewerben, denn ich habe mich schon im Hause ins Gesetzgeben so ziemlich hinein gearbeitet. Allein dennoch will ich Herrn Doguin nicht neben mir. – »Und warum nicht, Angelika?« – Weil es eine entsetzliche Unannehmlichkeit mit seinen Füßen ist. O, das ist etwas Unerträgliches für mich! – »Wie so? ... tritt er vielleicht seinen Nachbarn auf die Füße?« – O! nein, mein Lieber! Begreifst Du denn nicht, daß ich den Übeln, unausstehlichen Geruch seiner Füße meine! – »Wie! Herr Doguin sollte mit diesem Uebel behaftet sein?« – Setzen Sie ihn nur einmal neben sich, dann will ich Sie wieder hören. – »Weiter, Julian, Herr Soufflat und seine Tochter ... macht sechzehn ... Willst Du Soufflat neben Dir, Angelika? Du kannst nicht läugnen, daß er liebenswürdig ist ... welch' heiterer Charakter! Er lacht unaufhörlich über Alles, Alles! ... Ich glaube, wenn man zu ihm sagte: »›Soufflat, Ihr Vater ist gestorben oder Ihre Tochter ist todtkrank‹« so würde er lachen; ah! das ist ein köstliches Temperament! und abgesehen davon, ist er wahlfähiger Wähler in seinem Orte.« – Wo ist sein Ort? – »Ich weiß es nicht, meine Theure, aber kurz, es gibt einen Ort, wo eine Anzahl Stimmen auf ihn gefallen waren, um ihn zum Deputaten zu wählen, und die Sache hing nur noch an einem Faden. Wenn Herr Soufflat wenige zehn Stimmen mehr gehabt hätte, würde er ernannt worden sein; aber es scheint, daß nur sechs Wähler in seinem Bezirk waren ... Herr Doguin hat mich von diesen Einzelnheiten in Kenntniß gesetzt.« – Ganz gut, aber setzen Sie Herrn Soufflat nicht an meine Seite, er ist zu lebhaft, zu unruhig, er spielt mit seinem Messer, seiner Gabel! thut, als ob er den Teller fallen lasse, den man ihm hinreicht ... alles Das langweilt mich ... kurz, dieser Herr macht mir zu viel Narrenpossen. – »So will ich Herrn Villarsec neben Dich sehen, ah! das ist ein Mann vom feinsten Ton! ... ein Mann, der sich ausgezeichnet zu benehmen weiß ... und außerdem zum Attaché bei einer Gesandtschaft hätte vorgeschlagen werden sollen, die, glaube ich, nach China bestimmt war ... kurz, ein Mann, der die ganze Welt durchreist, Neger und rohe Diamanten mit sich gebracht und sogar Minen entdeckt hat, und ungeheuer reich ist.« – Das gebe ich Alles zu, aber er ist mir zu ernsthaft! Dieser Herr lacht nie, er sieht immer so düster aus, daß einem der Appetit vergeht. – »Jetzt bleiben mir nur noch das junge Ehepaar von Broussaillon ... und der Major Krautberg übrig.« – Ach! setzen Sie den Major neben mich ... den Major lasse ich mir gefallen, ein liebenswürdiger, galanter Mann ... ein wahrer Cavalier bei den Damen. – »Aber ... der Major ... er kommt freilich viel in Gesellschaft, sonst wüßte ich aber nicht, welchen Nutzen wir uns von ihm versprechen könnten, und ...« – Ich will nun aber den Major oder Herrn Roquet, richte es ein, wie Du willst, ich nehme jedoch nur den Einen oder den Andern zum Nachbar zur Rechten an.«

Herr St. Godibert ist sehr in Verlegenheit; er weiß nicht, welcher von den beiden Personen er die Ehre erweisen soll, sie neben seine Gemahlin zu setzen. Die Tafel ist jetzt vollständig gedeckt; man hat nur noch die Karten auf die Plätze zu legen, und muß sich entscheiden, denn die Stunde naht, wo die Gesellschaft ankommen wird. Um ein Ende zu machen und sich dann vollends anziehen zu können, will der Hausherr eben den Namen des Majors auf das Couvert rechts neben seiner Frau legen, als eine unerwartete Explosion, begleitet von einem wohlriechenden Guß, der alsbald einen Theil der Tafel und der dabei befindlichen Personen benetzt, die ganze Scene verändert.

Seit einigen Minuten hatte Franz eine jener Flaschen zur Hand genommen, deren mit Blei überzogener Kork und Hals seine Phantasie besonders aufgeregt hatte. Zuerst hatte er es für leicht, gehalten, die Flasche mit einem einfachen Pfropfenzieher zu entkorken; aber nach vergeblichen Anstrengungen hatte er doch bemerkt, daß der Pfropf mit Draht an der Bouteille befestigt war; dann hatte der normannische Bediente ein Messer ergriffen und damit denselben nebst den Schnüren und dem Draht loszuarbeiten gesucht, da aber, nach langer Mühe und in dem Augenblick, wo der Ungeschickte an dem Gelingen seiner Absicht zu verzweifeln anfing, explodirte der Pfropf, und der schäumende Inhalt sprudelte um so stärker nach allen Seiten hinaus, als ihn Herr Franz einfältiger Weise bald mit einem Finger, bald dadurch, daß er den Hals der Bouteuille unter seine Achselhöhle steckte, zurückzuhalten versuchte.

Madame St. Godibert hat einen Schrei des Schreckens ausgestoßen, ihr Gatte macht einen Sprung, ihr Sohn läßt alle Karten, die er in den Händen hielt, auf den Boden fallen, und Mamselle Fifine sinkt mit verzweifelter Miene auf einen Stuhl nieder. Dann hört man von allen Seiten die jammernden Worte: »Ach, der Miserable! die ganze Tafel ist verdorben!«

»Und mein golddurchwirktes Kleid ist hin! ...«

»Es ist Wein in den Sardellen!«

»Ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht!«

»Ach, das Vieh! ...«

»Dieser Esel!«

»Man muß den ganzen Tisch wieder frisch decken! ...«

»Ich war so hübsch frisirt!«

»Es ist entsetzlich! ...«

Und inmitten dieses wüthenden Geschreies über Franz hinein, schreit dieser auch wie besessen zu seiner Vertheidigung: »Kann ich was dafür, habe ich das ahnen können? habe ich zum Voraus gewußt, daß Sie ein Feuerwerk in Ihren Bouteillen haben ... daß Raketen und Springbrunnen darin sind, daß das losgeht wie eine Kanone? ... Man hätte mich wenigstens vorher darauf aufmerksam machen sollen!«

Herr St. Godibert kann sich nicht mehr bemeistern. Da er keinen Stock bei der Hand hat, nimmt er in seiner Wuth die Schale mit den Oliven, um sie auf Franzens Kopf zusammen zu schlagen und weit entfernt, ihren Mann zurückzuhalten, schreit Angelika: »Das ist ein elender Tropf! ... man sollte ihn peitschen bis auf's Blut! St. Godibert ziehe ihm Alles herunter bis auf die Haut und stäupe ihn von Unten bis Oben.«

Aber Julian wirft sich seinem Vater in den Arm, der nun alle Oliven auf den Boden fallen läßt, und Fifine gibt Franz einen Wink, sich davon zu machen, was dieser auch augenblicklich befolgt, dabei aber noch so viel Fassung behält, die fast noch volle Flasche mitzunehmen, welche diesen Sturm veranlaßt hatte.

»Er soll sich nur nie wieder vor mir sehen lassen!« sagt Herr St. Godibert, indem er auf allen Vieren herumkriecht, um die Oliven aufzulesen. »O, wenn er mir wieder unter die Augen träte, könnte ich mich auf's Aeußerste vergessen! ...« – Und ich!« sagte Madame, »wäre im Stande, den Kerl zu kastriren, wenn er mir wieder vors Gesicht käme.«

Fifine machte darauf aufmerksam, daß man keine Zeit zu verlieren habe, und es besser wäre, die Tafel frisch zu decken, als sich um Franz zu bekümmern; Madame könnte während dessen ein anderes Kleid anziehen und ihre Haare wieder in Ordnung bringen. Da diese Bemerkung der Zofe äußerst zweckmäßig befunden wurde, machte sich Jeder an's Werk; Vater und Sohn unterstützten Mamselle Fifine; in kurzer Zeit war der Tisch abgedeckt; man legte ein anderes Tischtuch darauf, und bald war wieder Alles in Ordnung. Der Hausherr dachte nun daran, die Karten, die Jedem seinen Platz bezeichneten, aufzulegen. Das kostete ihn wieder viel Zeit, er bewegte sich fortwährend um die Tafel herum und murmelte: »Meine Frau zwischen Roquet ... nein, zwischen dem Major Krautberg und Dernesty ... ich zwischen Madame Doguin und Fräulein Soufflat ... nein, es ist besser, ich setze Fräulein Soufflat neben meinen Sohn ... diese Dame ist eine sehr reiche Partie und bei Überreichung eines Tellers oder beim Präsentiren eines Glases kann man sich galant zeigen ... Julian, Du mußt sehr galant gegen Fräulein Soufflat sein, die ich neben Dich setze.« – Ach! lieber Vater, Fräulein Soufflat ist so häßlich wie die Nacht! sie hat eine Nase von enormer Länge, die unten ausläuft wie eine Trompete ... Frau von Broussaillon und Madame Marmodin wären mir weit lieber. – »Herr Sohn, es handelt sich nicht darum, wer Dir gefällt ... Du kannst keine dieser beiden Damen heirathen, weil sie schon verheirathet sind, während Fräulein Soufflat eine Partie von wenigstens zweimalhunderttausend Franken ist, und ich glaube, daß eine solche Mitgift die lange Nase dieses Fräuleins bedeutend verkürzen wird.« – Aber lieber Vater! ... – »Still, nicht raisonnirt! Glaubt der Herr Sohn, daß ich ein so großartiges Mittagessen gebe und ein wahnsinniges Geld verschwende, ohne Vortheil daraus zu ziehen? ... Wisse der Herr Sohn, daß ein Diner immer zu Etwas dienen muß; ich habe Herrn Cendrillon oft sagen hören: »›Ein Diner ist ein sehr gewandter diplomatischer Agent, besonders wenn viel Trüffeln dazu kommen‹« ... und das meinige ist durch und durch mit Trüffeln gespickt. Du wirst demgemäß zwischen Fräulein Soufflat und Herrn Doguin sitzen, Madame Marmodin neben Friedrich, mein Bruder das Genie, neben dem gelehrten Herrn Marmodin, Herr Cendrillon! ... wo Teufels soll ich Herrn Cendrillon hinsetzen? Ein Mann, der für sich allein eine Eisenbahn bauen lassen kann, muß einen sehr schönen Platz erhalten! ... Und meine Frau, die ihn nicht einmal neben sich haben wollte! ... mit den Weibern ist es zuweilen nicht auszuhalten. Meiner Treu'! ich setze ihn zu Frau von Broussaillon und meiner Schwägerin ... Ach, nun meinen Vetter Brouillard! ... der ist einmal schwer unterzubringen, er hat eine so böse Zunge. Wenn ich ihn nur zwischen zwei Taube setzen könnte! ... Ah! ich hab's, Herr von Broussaillon hört nie zu, wenn man mit ihm spricht, und Soufflat lacht unaufhörlich, worüber? weiß er übrigens wohl selbst nicht ... Welche kopfzerbrechende Arbeit! ich möchte nicht oft zwanzig Personen bei Tische haben, abgesehen davon, daß man sich dabei zu Grunde richtet.«

Madame kam zurück; sie hatte ihr Atlaßkleid angezogen und die Unordnung reparirt, welche der Champagner in ihrem Haargebäude hervorgebracht. Sie warf einen Blick auf die Anordnung der Plätze und wollte Veränderungen vornehmen; aber jetzt schrie ihr Gemahl, indem er sich zornentbrannt schnauzte: »Wahrhaftig! Angelika, wenn Du etwas an meinen Bestimmungen änderst, so sage ich Dir zum Voraus, kümmere ich mich um gar nichts mehr während des ganzen Mittagessens; gehe es dann, wie es wolle ... ich will mich nicht gequält haben wie ein Galeerensklave, damit Jemand Anderes meine Arbeit über den Haufen werfe!« – Nur ruhig, lieber Kleiner!« entgegnete Angelika, »und geben Sie mir Antwort. Wen haben Sie auf heute Abend eingeladen? – »O! etwa zwölf Personen! ... Julian, hast Du Deinem Freund Richard gesagt, daß er heute Abend kommen möchte.« – Ja, lieber Vater, er wird kommen. Ich habe ihm Ihre neue Adresse gegeben; denn er war der Meinung, wir wohnten noch in der Mathurinstraße. – »Kommen einige Künstler, von jenen Musikern, die so kleine lustige Lieder mit Klavierbegleitung singen?« – Ich habe zwei oder drei ersucht, aber sie haben sich erlaubt, meine Einladung auszuschlagen ... sei übrigens ruhig: Herr Dircors, weißt Du, jener Herr, welcher eine Masse kleiner Späße zu machen weiß, alle Thiere nachahmt und sogar ein Bißchen bauchredet, hat mir versprochen, einen seiner Freunde mitzubringen, der Alles singt, was man nur will, auch Melodien von Schuhn ... Schuh ... meiner Treu', ich weiß nicht mehr von welchem Schuh ... – »Von Schubert, lieber Vater.« – Ja, ich glaube so ... Schuhbrett ... Ich wußte nur, daß ein Schuh dabei war. – »Haben Sie Herrn Ramonot eingeladen?« – Ramonot? Nein, wahrhaftig ... ich habe ihn nicht eingeladen! ich habe mich wohl gehütet! Letzthin ist er mir in einem so elenden abgeschabten Rock auf dem Boulevard begegnet ... kurz, er war so schlecht angezogen, daß ich, weiß Gott, schnell das Gesicht abwandte, um ihn nicht grüßen zu müssen, denn nichts würdigt Einen mehr herunter, als einen Menschen zu grüßen, der schlecht gekleidet ist. – »Aber Sie sehen mich in Erstaunen, denn Herr Ramonot hat, so viel man mir gesagt hat, durch die Protektion seiner Tochter eine sehr gute Stelle bei der Polizei-Präfektur erhalten.« – Ist das wahr Angelika? ah! beim Teufel! dann grüße ich ihn, sobald er mir wieder begegnet, und zwar schon von Weitem; man darf nicht immer auf die Außenseite eines Menschen gehen. – »Herr Ramonot hat in der That diese Stelle erhalten sollen,« versetzte Julian, »aber es ist nichts daraus geworden, ein Anderer hat sie bekommen.« – Was habe ich eben gesagt! ... einen Menschen mit einem so abgeschabten Rocke grüße ich nicht; eine nachlässige Kleidung läßt auch auf sonst ungeordnetes Wesen schließen! ... von nun an bin ich fest entschlossen, ihn nicht mehr zu kennen. – »Sie wissen also nicht, daß seiner Tochter, die sehr hübsch ist, von dem Neffen eines französischen Pairs der Hof gemacht wird, welcher geschworen hat, er werde sie vielleicht heirathen?« – Der Neffe eines Pairs? Tausend Sapperment! ... dann weiß man freilich nicht mehr, was man thun soll. Nun, es bleibt dabei, ich grüße ihn ... ich grüße ihn! Ich sehe wohl ein, daß ich einen Fehler gemacht habe, aber ich konnte mich nicht überwinden ... ich kann einmal schlecht gekleidete Leute nicht ausstehen ... so oft sie mir zu nahe kommen, meine ich immer, sie wollen Geld von mir entlehnen.«

Dieses Gespräch wurde durch Fifine unterbrochen, welche herbeieilte und sagte: »Herr Brouillard ist da, er hat zwar noch nicht geläutet, aber ich höre ihn schon seit fünf Minuten seine Füße auf der Strohmatte vor der Gangthüre abreiben. Ich habe ihn durch ein Fenster erkannt, er bringt immer eine Viertelstunde auf der Strohmatte zu, ich glaube, er horcht, ehe er hereingeht, und sucht zu erfahren, was bei den Leuten, die er besuchen will, gesprochen wird.« – Das wäre er wohl im Stande. – »Der Vetter Brouillard schon? Das Schwertmaul! ...« – Ach! Angelika, nimm Dich in Acht ... sprich in Gegenwart der Leute keine solche Worte aus, oder ich verberge mich unter dem Tisch! – »Ei was, Herr Gemahl, ich meine, ich wisse zu sprechen; Sie haben am wenigsten Ursache, mich über meine Sprache zu rüffeln, der Sie Tonnelles statt Turnel sagen, wenn man von Eisenbahnen spricht und letzthin in vollem Saale behauptet haben, die Straßen von Paris seien von Dieben inficirt.« – Nun, Madame, sagt man nicht so? Ich habe oft sagen hören, die Straßen sind von Dieben inficirt ... ein Wald ist von Räubern inficirt. – »Nein, mein Herr, man muß sagen investirt, ich weiß es gewiß, ich habe Herrn Marmodin darum befragt.« – Und ich habe meinen Bruder, das Genie, oft so sagen hören, wie ich sagte. – »Wenn solche Phrasen in seinen Stücken vorkommen, müssen sie erbaulich sein! ... Aber Sie sind so aufgeblasen wie ein Laubfrosch, wenn Sie von ihrem Bruder sprechen! ...« – Madame, ich sage doch nicht Schwertmaul! ein Wort, das man nur von Fischweibern hört. – »Schweigen Sie, Herr Gemahl, es wird mir sonst übel.«

Der Streit war im besten Auflodern und Julian schien sich eher an dem Zwiste seiner Eltern zu belustigen, als daran zu denken, ihn zu schlichten. Aber Fifine stellte die Ruhe wieder her, indem sie sagte: »Ah, wenn der Vetter Brouillard hört, daß man sich zankt, wird er sich höchlich darüber freuen!« – Fifine hat Recht,« sagte Madame St. Godibert, ihrem Manne die Wange darbietend; »ich bin zu hitzig ... küsse mich, Kleiner!« – Mit Vergnügen, Angelika. – »Dein Vetter ist Schuld, daß ich mich vergesse ... Er kommt immer vor allen andern Gästen und oft ehe noch der Tisch gedeckt ist. Das geschieht jedoch nur, um herumzuspähen, um zu sehen, was man macht, und um seine Nase in Alles hineinzustecken; unter dem Vorwand, er wolle helfen, schnüffelt er in allen Zimmern herum ... Denken Sie sich, mein Herr, letzthin überraschte ich ihn, wie er in den großen Kasten hineinsah, in dem ich meine Kleider aufbewahre: er hatte ihn aufgemacht und betrachtete und betastete ein Stück nach dem andern ... als ich ihn fragte, was er da treibe, hatte er gar die Unverschämtheit, mir zu antworten: »›Werthe Frau Base, ich suchte Ihre englische Commodität und glaubte hier am rechten Orte zu sein.‹«

In diesem Augenblicke zeigte sich Herrn Brouillards Nase am Eingang in's Speisezimmer; alsbald eilen ihm Nicolaus Gogo und seine Frau mit dem Ausruf entgegen: »Ei, das ist Brouillard, unser lieber Vetter Brouillard!« – Guten Tag, Vetter, guten Tag, Base! – »Wie artig von Ihnen, so bald zu kommen! ... Viele Leute lassen so lange auf sich warten, aber Sie nie ... ich sprach eben darüber mit St. Godibert.« – Beste Base, ich beeile mich stets, zu Ihnen zu kommen ... es ist immer ein so großes Vergnügen für mich und dann denke ich zugleich, falls man Jemand zur Aushülfe nöthig hat, bist du gleich da. – »O! wie gütig sind Sie, lieber Vetter, wir haben ja unsere Leute, unsere Dienerschaft! ... mehr braucht es nicht.« – Da liegt eine Olive auf dem Boden,« sagte Herr Brouillard, sich bückend, um sie aufzuheben. »Es scheint, daß Ihre Leute nicht genau Achtung geben auf das, was sie tragen. Das ist eine prächtig gedeckte Tafel! Sie haben, so wie ich sehe, viele Gäste? – »Wir werden unserer Zwanzig sein,« antwortete Herr St. Godibert, mit seinem Taschentuch an der Nase ziehend um sie zu verlängern. – »Zwanzig, Sie mit eingerechnet? – »Wie, uns mit eingerechnet?« schrie die dicke Dame mit geärgerter Miene; »wir werden uns doch nicht abrechnen müssen? ... oder halten Sie uns für Nullen in unserem eigenen Hause?« – Entschuldigen Sie, Base, das wollte ich nicht damit sagen ... ich habe mich ungeschickt ausgedrückt ... wenn ich sage zwanzig, Sie mit eingerechnet, so wollte ich damit nur ausdrücken: Haben Sie zwanzig Personen zum Essen eingeladen? ... und weiter nichts ... Sie haben ein wunderschönes Kleid an, Base ... ach, welch' prächtiger Stoff! – »Nicht wahr? ... o, es ist vom kostbarsten Atlaß.« – Aber Ihr Unterrock steht vor, Base, geschieht das absichtlich? – »Ach, mein Gott! mein Unterrock steht vor ... und ich hatte es nicht bemerkt! So geht es, wenn man sich so beeilen und so schnell machen muß. Fifine, stecke ihn mir hinauf. Vetter Brouillard gehen Sie doch gefälligst mit unserem Sohn in den Salon.« – Mit großem Vergnügen ... geniren Sie sich meinetwegen nicht, ich bitte Sie, wenn man viele Leute empfängt, hat man so mancherlei zu überwachen und zu besorgen; ich weiß, was das ist ... ich gehe in den Salon ... Ei, Sie bekommen ja eine Weinwirthschaft in Ihr Haus? – »Eine Weinwirthschaft ... wo das?« – Im Parterre ... das Schenklokal wird gerade eingerichtet ... – »Eine Weinwirthschaft! ... es käme eine Weinwirthschaft in's Haus? Das wäre ja entsetzlich! wenn ich das wüßte, würde ich auf der Stelle mein Logis verlassen!« – Nein, nein, das ist nicht möglich! Wer hat es Ihnen gesagt, lieber Vetter? – »Nun, ein Kommissionär unten; ich sah, daß in's Parterre eingezogen wird und fragte ihn: »Wer kommt hier herein?« hierauf antwortete er mir: »Mein Herr, ich glaube, ein Weinwirth.« – Fifine! Fifine! gehen Sie schnell hinunter und erkundigen Sie sich bei dem Portier, wer in den Unterstock und den Laden einzieht; wenn es ein Weinwirth oder ein Traiteur ist, so sagen Sie, daß wir heute Abend aufkündigen werden. – »Aber, Madame, in diesem Augenblick habe ich so viel zu thun.« – Thut nichts, gehen Sie unverzüglich hinunter, Fifine ... ich kann nicht in dieser Ungewißheit verharren.«

Die Kammerzofe geht hinunter und wünscht den Herrn mit der Fuchsschnauze, der, kaum zur Thüre hereingetreten, schon Gelegenheit gefunden hat, ihre Herrschaft in Unruhe zu versehen, zu allen Teufeln. Herr St. Godibert hat sich entfernt, um einen Frack anzuziehen, Madame hat sich auf einen Stuhl geworfen, Julian ist in den Salon hinein gegangen, um seine Halsbinde zu ordnen, und der Vetter Brouillard sieht unter den Tisch, ob keine Oliven mehr darunter sind, und sagt: »Wahrhaftig! mir ginge es wie Ihnen: ein Weinwirth würde mich auch aus einem Hause vertreiben. Das setzt Einen der Unannehmlichkeit aus, fortwährend Betrunkenen zu begegnen, Geschrei und Streitigkeiten mit anzuhören ... oft sogar bekommt man beim Nachhausegehen einige Faustschläge, die einem Andern zugedacht waren; das ist sehr, widerwärtig.«

Endlich kehrt Fifine ganz außer Athem wieder zurück. Herr St. Godibert eilt in Hemdärmeln mit seinem Frack unter dem Arm herbei, um zu hören, was sie sagt.

»Es hat nie Jemand an einen Weinwirth gedacht,« schreit die junge Zofe mit einem zornglühenden Blick auf Herrn Brouillard; »ein Buntpapierhändler zieht in den Laden ein ... und dieser wird sehr schön und prächtig herausgemacht ... er verkauft Papier, bis zu zwanzig Franken das Buch.« – Ach! ich lebe wieder auf!« sagt Madame St. Godibert.

»Ich wußte wohl, daß das nicht sein kann,« versetzt der Hausherr, »und Du hattest Unrecht, gleich so außer Fassung zu gerathen.« – Warum erzählt uns aber auch Herr Brouillard Geschichten, an denen Nichts ist! Man sollte seiner Sache gewiß sein, ehe man davon spricht. – »Entschuldigen Sie, Cousine, ich habe Ihnen gleich gesagt, ich wisse es nur von einem Commissionär, besser konnte ich die Nachricht nicht verbürgen. Der Commissionär wird sich geirrt haben, das ist das Ganze. Diese Leute haben eine große Vorliebe für die Weinwirthe, und denken darin anders als Sie, liebe Cousine, wenn es ihnen nachginge, müßte sich in jedem Winkel einer befinden.« – Gehen Sie doch in den Salon, Vetter. – »Ich gehe schon, Cousine ... Sie wollten Ihren Unterrock hinaufheften lassen ... Ihr Kleid bildet auch Falten auf dem Rücken, sie sollen vielleicht da sein, aber sie stehen nicht schön. Ich gehe in den Salon ... falls Sie meiner bedürftig sind, so geniren Sie sich nicht.«

Endlich hat sich Herr Brouillacd in den Salon begeben.

»Gott sei Dank, daß dieser unausstehliche Mensch nicht mehr im Zimmer ist!« ruft Frau St. Godibert aus, »uns zu fragen, es ziehe ein Weinwirth unten ein, um uns die Verzweiflung in den Leib zu jagen.« – Sie sind aber auch sehr gutmüthig, Madame, daß Sie den Worten Ihres Vetters Glauben schenken, der unaufhörlich Geschichten erfindet, um überall Unfrieden zu stiften. – »Fifine hat Recht, Angelika, Du solltest ihm nie etwas glauben.« – Fifine, stecken Sie meinen Unterrock hinauf ... die Gesellschaft wird kommen: ich will keine Falten auf dem Rücken haben, machen Sie sie weg! ... Es ist doch hoffentlich Alles gerichtet? – »Aber à propos!« ruft die Kammerfrau aus, nachdem sie mit dem Kleide ihrer Gebieterin fertig ist, »es muß mir doch Jemand beim Serviren helfen. Es ist rein unmöglich, daß ich allein zwanzig Personen bei Tische bedienen kann.« – Das ist wahr! es ist physisch unmöglich«, sagt Herr Godibert, sich in seinem Frack bewundernd, »Fifine kann sich nicht verzwanzigfachen. – »Sie wollen Franz nicht mehr vor Augen haben, und es muß doch Jemand beim Aufwarten helfen ... ein männlicher Bediente ist das Schicklichste ...« – Allerdings ... wie wäre es, wenn Du den Portier fragtest, ob er nicht heraufkommen wolle? – »Gehen Sie mir mit dem Portier! ... einmal habe ich ihn ersucht, mir ein Bißchen an die Hand zu gehen ... ich weiß nicht mehr, bei welcher Gelegenheit, da hat er mir im unverschämtesten Tone geantwortet: »Für wen halten Sie mich? Glauben Sie, ich sei ein Bedienter?« ... Sehen Sie, Herr, es bleibt nichts übrig, als Franz zu verzeihen ... auch würde er, wenn er gewußt hätte, daß es Champagner war, diese Flasche gewiß nicht berührt haben: er hat diese Ungeschicklichkeit nur aus Unwissenheit begangen.« – Fifine hat Recht ... man muß sich noch einmal des Franz bedienen ... wir würden ohnehin nicht sogleich Jemand anders für seine Stelle finden. – »Gut, aber Fifine, prägen Sie ihm doch wenigstens ja recht ein, daß er Achtung gibt und sich genau erinnert, was man ihm befohlen hat.« – Seien Sie ohne Sorge, Madame, ich will ihn schon dressiren!«

In diesem Augenblicke hört man die Klingel. Alsbald stürzt das Ehepaar St. Godibert in den Salon mit dem Ausruf: »Da kommt die Gesellschaft ... sie darf uns nicht im Speisesaal finden ... sie könnte uns sonst für unsere Dienerschaft halten!«

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