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Die Familie Ammer ? Dritte Abtheilung. Geprüfte Seelen.

Ernst Willkomm: Die Familie Ammer ? Dritte Abtheilung. Geprüfte Seelen. - Kapitel 5
Quellenangabe
typefiction
authorErnst Willkomm
year1855
firstpub1855
publisherVerlag von Meidinger Sohn & Cie.
addressFrankfurt a. M.
titleDie Familie Ammer ? Dritte Abtheilung. Geprüfte Seelen.
created20100107
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Fünftes Kapitel. Neue Hoffnungen.

Anfangs ließ Fürchtegott seinen Goldfuchs rasch austraben, später ritt er langsamer, weil er zu sehr mit seinen Gedanken beschäftigt war, um auf das Thier zu achten. Auch hielt ihn ein unerklärliches Etwas zurück, und schien ihm in den Zügel zu fallen, so daß er immer langsamer vorwärts kam.

In der Waldschenke, wo er vor vielen Jahren das arme Zigeunermädchen hart behandelte, rastete Fürchtegott. Er mußte jenes Tages, jener Scene wieder gedenken, und das ganze Erlebniß, auf das er damals gar keinen Werth gelegt, stand jetzt wieder deutlich vor ihm. Wie hatte sich seit jener Zeit Alles verändert! Mit welcher Lebenslust war er damals an den Wagen des Grafen getreten, wie siegesgewiß sah er in die Zukunft, die zwar noch unenthüllt, aber doch nur von rosigem Schimmer umglänzt, vor ihm lag! Und jetzt? Auf schwindelnder Höhe stehend, gähnten ihn auf allen Seiten die furchtbarsten Schlünde an. Er hatte erreicht, was er als Jüngling wünschte, fast mehr erreicht, als er zu hoffen, zu begehren jemals wagte. Die Welt hatte sich ihm aufgethan, und unermeßliche Reichthümer rollte das Weltmeer an die Schwellen seiner Speicher. Aber er war nicht froh in seinem Besitz geworden. Kaum ein Dreißigjähriger, zeigten sich schon graue Haare an seinen Schläfen, und fühlte er sich auch körperlich noch kräftig, geistig noch ungebrochen, die Heiterkeit des Gemüthes war schon seit Jahren, ohne daß er es wußte, gänzlich verschwunden. Aus allem Glanz, den er um sich aufgehäuft hatte, blickte ihn nur die Sorge tausendgestaltig an.

Und selbst dieser Reichthum – er wußte nicht mehr, ob er ihn sein nennen, ob er noch stolz darauf sein durfte! Wieder gedachte er der Zigeunerin, die er gemißhandelt und die ihm später vor seiner Reise nach Amerika in der verlassenen Torfhütte so seltsame Worte zugerufen.

Jetzt möchte ich sie sprechen, sie um Rath fragen! dachte er, ohne das aufgetragene Frühstück, das er vorhin bestellt hatte, zu berühren. Ich bedarf des Rathes eines Unparteiischen und würde ihn gern mit Gold aufwiegen.

Es stellte sich aber weder ein wahrsagendes Zigeunermädchen noch irgend ein Anderer ein, um den sorgenvollen Kaufmann zu ermuthigen, der im festen Vertrauen auf die Unwandelbarkeit des Glückes und in dem sichern Gefühl des Besitzes zu viel gewagt hatte.

Als Fürchtegott sein Roß wieder bestieg, kam von der andern Seite her ein Wagen und bog in die Umhegung des Gasthauses ein. Der Wagen hielt und der darin Sitzende stieg aus. Es war der Kaufmann Mirus. Auch dieser hatte den jungen Herrn von Weltenburg bemerkt, grüßte und redete ihn an.

Schon so früh auf der Reise? fragte er den Reiter. Herr, ich muß Ihr sagen, wenn Geschäftsleute mit der Sonne zu Pferde steigen oder sich in eine bezahlte Kalesche setzen, haben sie immer gegründete Ursache dazu.

Gewiß, Herr Mirus, erwiderte Fürchtegott. Zum bloßen Vergnügen trabe ich nicht in die Welt hinein, und, da Sie selbst ein so ungemein pünktlicher Geschäftsmann sind, darf ich wohl annehmen, daß auch Sie höchstens das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden.

Kann sein, daß Sie Recht haben, sagte Mirus, bin aber ganz ruhig, habe die Nacht sanft geschlafen und sehe nicht übernächtig aus. Herr, ich muß Ihr sagen, sobald der Mensch verheirathet ist, will sich alles Nachtschwärmen nicht mehr für ihn schicken.

Fürchtegott erröthete, während er lächelnd erwiderte:

Diesmal hat der kluge Kaufmann sich doch geirrt. Das Schwärmen bei Tag und Nacht ist dem vielbeschäftigten Ammer junior schon längst vergangen; dafür muß er desto angestrengter arbeiten, und will der Tag nicht zureichen, so muß die Nacht bisweilen aushelfen.

Aendern Sie das, junger Herr, versetzte Mirus trocken. Bin auch nicht faul gewesen, habe jederzeit viel zu thun gehabt und dennoch nie des Nachts gearbeitet. Aber ich verstand freilich meine Zeit einzutheilen, und führte Buch auch über Tag und Nacht. Ist zu empfehlen, mein Herr Ammer auf Weltenburg. Wird dabei alt, ohne zusammen zu schrumpfen und den fröhlichen Muth zu verlieren.

Fürchtegott wendete sein Pferd. Glückliche Reise! sagte er und sprengte davon.

Wünsche ein Gleiches, rief der alte Kaufmann ihm nach, fürchte aber, setzte er leise hinzu, wird lange suchen müssen, ehe er den eiligen Flüchtling bei einem dünnen nachblätternden Bändchen wieder erfassen kann.

Fürchtegott ließ jetzt seinen Goldfuchs laufen, so rasch er wollte. Das Zusammentreffen mit diesem kühlen, zähen und fast groben alten Handelsherrn war ihm unheimlich. Er wagte nicht zu fragen, wohin sein Weg ihn führen werde, denn er fürchtete eine Antwort zu hören, die ihn beunruhigen konnte. Trug er doch bereits der Sorgen so viele, daß eine noch größere Anhäufung derselben ihn unfähig zu jedem überlegten Entschlusse gemacht haben würde.

Als er die rothen Dächer des Brüderortes über dem schwarzen Tannenwald auftauchen sah, klopfte sein Herz so stark, daß er kurze Zeit rasten mußte. Dann ritt er zögernd in die rein gefegte Straßen hinein.

Herr Wimmer ist nicht zu Hause, sagte Martha, als sie den ihr wohlbekannten Herrn auf Weltenburg in die Hausflur treten sah.

Nun, dann wird er wohl bald wiederkommen, erwiderte Fürchtegott. Ich werde warten.

Wenn der Herr Zeit haben, weßhalb nicht? sagte die Haushälterin. Indeß kann ich nicht bestimmen, wie lange dies dauern dürfte.

Wo ist denn Herr Wimmer? fragte Fürchtegott zerstreut.

Verreist, Herr Ammer, schon seit mehreren Tagen und ganz weit, fast so weit, daß man's kaum ausdenken kann.

Fürchtegott fühlte, daß sein Blut stockte, daß sein Herz ihm still stand.

Verreist? wiederholte er. Und du weißt weder wohin, noch wann er zurückkommt? Hat er meine Briefe denn nicht erhalten?

Ist dem Herrn Alles nachgeschickt worden, wie er befohlen hat, versetzte Martha.

Dann mußt du doch den Ort seines Aufenthaltes wissen?

Nein, sagte die Haushälterin. Die Briefe werden in ein Papier gesiegelt und an einen HerrnG., der sie weiter befördert, in die Residenz geschickt.

Diese Reise Wimmer's trug nicht zur Verminderung der Sorgen des jungen Ammer bei. Der Herrnhuter machte wohl Ausflüge und zwar ziemlich häufig; diese hatten aber jederzeit einen bestimmten Zweck, und Ziel derselben waren regelmäßig einige in der industriellen Welt bekannte Ortschaften am Fuße des Gebirges. Die Residenz hatte Wimmer seit undenklicher Zeit nicht besucht, und eine noch weitere Reise anzutreten, ohne daß sehr wichtige Gründe dazu drängten, lag gar nicht in dem Charakter des immerhin etwas bequemen Hagestolzen.

Als er nach einigen an Martha gerichteten Kreuz- und Querfragen die Ueberzeugung gewann, daß die Haushälterin wirklich nicht unterrichtet sei, beschloß Fürchtegott dem Grafen einen Besuch abzustatten.

Graf Alban ist sicherlich eingeweiht auch in die geheimsten Verhältnisse Wimmer's, sprach er, sich selbst beruhigend. Von ihm also werde ich erfahren können, was meinen alten Gönner so plötzlich und ohne daß selbst seine nächsten Geschäftsfreunde nur eine Ahnung davon haben, in die verhaßte große Welt hinaustreibt.

Zehn Minuten später zog Fürchtegott die Glocke an der friedlichen Gartenwohnung des Grafen. Der Bediente öffnete und bejahte die Frage unseres Freundes, ob Graf Alban zu Hause sei.

Dann melde mich sogleich, sagte er. Ich habe Eile, habe höchst wichtige Angelegenheiten mit dem Herrn Grafen zu besprechen.

Bei Nennung von Fürchtegott's Namen kam Graf Alban diesem bis an die Schwelle seines Zimmers entgegen, begrüßte ihn auf das Freundlichste, drückte ihm wiederholt die Hand und versicherte, daß es ihm großes Vergnügen gewähre, nach so langer Zeit ihn wieder einmal bei sich zu sehen. Fürchtegott mußte sogleich eine Menge Fragen, die seinen Eltern, seiner Gattin und andern nächsten Verwandten galten, beantworten, denn Graf Alban nahm an der ganzen Familie Ammer wohlwollenden Antheil und freute sich unverhohlen, wenn er hörte, daß es ihr wohlgehe und daß Unfälle, von denen sie heimgesucht worden war, von der Alles heilenden Zeit, wenn nicht gänzlich in Vergessenheit gerathen, so doch mehr und mehr verschmerzt wurden.

Nachdem Fürchtegott den Grafen in dieser Beziehung befriedigt hatte, lenkte er das Gespräch auf die Gemeinde, erkundigte sich nach einigen von ihm bekannten Persönlichkeiten und fragte endlich, scheinbar ganz unbefangen, ob Herr Wimmer vielleicht in Gemeindeangelegenheiten verreist sei?

Aus der Antwort des Grafen ging hervor, daß dieser ebensowenig als die Gebrüder Ammer von Wimmer's Reise unterrichtet war. Jetzt vermochte Fürchtegott nicht länger an sich zu halten. Bekümmert sprach er:

Das ist ja überaus seltsam.

Dem Grafen fiel der trübe Ton Fürchtegott's auf, und als er den jungen Mann jetzt schärfer in's Auge faßte, erschrak er noch mehr über dessen Aussehen.

Ist Ihnen unwohl? fragte er besorgt, oder bekümmert Sie wohl gar etwas? Herr Wimmer steht ja in so lebhaftem Briefwechsel mit Ihnen.

Fürchtegott sah ein, daß es Thorheit sei, jetzt den Zurückhaltenden spielen zu wollen. Er kannte die wohlwollenden Gesinnungen Graf Alban's; er wußte, daß sein Einfluß, sein Wort, nöthigenfalls seine Fürbitte bei allen Herrnhutern, wo sie auch in der Welt leben mochten, Widerhall und Anklang finden würden. So erschien dem Bedrängten plötzlich seine gefahrvolle Lage in einem weniger trüben Lichte, und ohne lange zu zögern, sprach er mit der ganzen Wärme eines tief bewegten Herzens, die Hand des Grafen krampfhaft zwischen seinen beiden pressend:

Herr Graf, edler, uneigennütziger Mann, Sie sehen einen Unglücklichen vor sich!

Lieber Freund! fiel Graf Alban ein.

Hören Sie mich, Herr Graf, dann urtheilen und rathen Sie mir, wenn Sie können, fuhr Fürchtegott in fliegender Eile fort. Sie kennen das Band, das uns an Herrn Wimmer knüpft; Sie wissen, wie wir auf seine Veranlassung und zum Theil auf Ihren eigenen Rath unsere Handelsverbindungen von Monat zu Monat vergrößerten; wie es uns durch Regsamkeit, Unterstützung Bemittelter und mächtige Empfehlungen, unter denen Ihre eigenen, Herr Graf, stets in erster Reihe genannt werden müssen, gelang, unsern Producten einen bisher nicht gekannten Absatz in der neuen Welt zu verschaffen. Auf ihren eigenen Wunsch, Herr Graf, traten wir mit den Missionären und deren Agenten in Verbindung, um den Handel als Mittel zu einem großen Zweck zu benutzen. Was ich persönlich während meines Aufenthaltes in Surinam in dieser Beziehung gethan, eingeleitet und für die Zukunft gearbeitet habe, davon will ich hier nicht sprechen, um nicht ruhmredig zu erscheinen. Sie, edler Mann, Sie vor Allen billigten meine Schritte; nie vorher, waren Sie so freundlich gegen mich zu äußern, hatten die Sendboten der evangelischen Brüdergemeinde eine so reiche Saat der Liebe unter den Heiden aufsprossen sehen, als seit die Gebrüder Ammer ihre Producte den Wünschen jener Naturmenschen angemessen herzustellen sich bereit erklärten.

Wir sind Kaufleute, verehrter Herr Graf, wir mußten also, ohne den heiligen Zweck aus den Augen zu verlieren, doch auch darauf denken, bei unserm mit vielen Sorgen verknüpften Handel zeitlich zu gewinnen. Wir benutzten deßhalb, meistentheils auf den Rath erprobter Freunde Wimmer's, glückliche Chancen und fanden uns Jahre lang in unseren Speculationen und Berechnungen nie getäuscht. So wuchs mit dem Glück unser Muth, mit dem Muthe unsere Speculation. Wir bedurften, in den letzten Jahren zu den außerordentlichen Unternehmungen, die wir durchzuführen gewissermaßen durch die kaufmännische Ehre verpflichtet waren, des Credites und wir beuteten ihn aus im weitesten Sinne des Wortes. Auch hier lauteten Wimmer's Antworten stets beistimmend. Erst seit etwa Jahresfrist ward er zurückhaltender, stiller, was uns Brüdern nicht auffallen konnte. Wir hielten es für die natürliche Folge des Alters. Mit seiner Schweigsamkeit nahm begreiflicherweise auch seine Schreiblust ab, doch ließ er nie einen Geschäftsbrief unbeantwortet. Nur seit etwa sechs Wochen blieben wir ohne alle Antwort. Aus kaufmännischem Vertrauen oder, wenn Sie wollen aus einer Art kindlicher Anhänglichkeit an den Mann, durch dessen alleinige Vermittlung wir uns von einfachen Webern zu Welthandelsherren aufgeschwungen haben, in deren Händen gegenwärtig das Wohl, das Glück und die Zukunft eines sehr großen Theiles der Bewohner dieser Provinz liegt, überließen wir Herrn Wimmer auch später, als wir unsere Firma ganz allein für uns hier und anderwärts besaßen, die Weiterbeförderung unserer transatlantischen Correspondenz. Diese so überaus wichtige Correspondenz fehlt seit Wochen, und jetzt, wo wir es wissen, daß sie eingetroffen sein muß, wo wir unverweilt disponiren müssen, soll nicht Alles aus Rand und Band gehen, jetzt hat Herr Wimmer eine Reise auf unbestimmte Zeit angetreten und Niemand weiß, wohin! Versetzen Sie sich in unsere Lage, Herr Graf, und urtheilen Sie, welche kaum zu ertragenden Sorgen in dieser entsetzlichen Bedrängniß auf uns lasten.

Graf Alban hatte dem Erregten theilnehmend und aufmerksam zugehört. Jetzt versetzte er mit der ihm eigenen ruhigen Würde, die ihn nie verließ:

Ich begreife vollkommen Ihre Besorgnisse, werther junger Freund, und verhehle Ihnen auch nicht, daß mir das ganz unerklärliche Verfahren meines alten Freundes, Herrn Wimmer's, sonderbare Bedenken erregt. Was aber auch geschehen sein mag, es wird sich ja bald aufklären und Alles wieder ordnen lassen. Das Wichtigste im Augenblicke ist, daß man Ihnen hilft. Kennt Ihr Herr Vater die bedrängte Lage, in der Sie sich befinden?

Er ahnt sie nicht, darf sie nicht ahnen!

Ich begreife. Haben Sie sich sonst Jemand entdeckt oder vielleicht durch die Unruhe, die Sie beherrscht, verrathen?

Weder mündlich noch schriftlich. Außer meinem Bruder lebt selbst mein eigener Schwager in gänzlicher Unkenntniß.

Sie bedürfen Deckung? fragte Graf Alban.

Auf Fürchtegott's Antlitz trat die Röthe der Scham und halb und halb des Zornes, als er stumm bejahte.

Seien Sie ruhig, sie soll Ihnen werden, sagte der Graf. Wie lange haben Sie noch Zeit?

Nur wenige Wochen.

Das genügt. Ich selbst bin freilich nicht reich genug, um die Wechsel eines Hauses von der Bedeutung der Gebrüder Ammer auch nur zum sechsten Theile einlösen zu können, aber ich habe Freunde und Verbindungen unter den Brüdergemeinden, denen schon Schwereres möglich geworden ist. Es wäre mehr als undankbar, wollte die Gemeinde den Mann einem blinden Zufall überlassen, der mehr als die begabtesten, gotteifrigsten Prediger-Missionäre durch seine Handelsthätigkeit das Werk des Evangeliums gefördert hat und somit gleichsam selbst ein nicht unwürdiger Jünger unseres Heilandes geworden ist. Fassen Sie Muth, mein Freund! Schon zweimal gingen Sie, nicht bloß getröstet, sondern beglückt aus diesem Zimmer, Sie sollen es zum dritten Male nicht als ein Hoffnungsloser verlassen. Die Brüder werden Ihnen helfen. Nur haben Sie Acht, daß Ihre Verlegenheit nicht bemerkt wird. Es ist weltklug und doch nicht unerlaubt, sich stark zu stellen, wenn man bereits schwach ist. Es wäre vielleicht ganz zweckmäßig, fänden Sie eine schickliche Gelegenheit, Ihre so schwere Bedrängniß durch ein Fest zu verdecken, welches die Menschen beschäftigt, das ihnen zu sprechen gibt.

Ach, des Vaters Geburtstag! sagte aufathmend der zu neuem Leben erwachende Fürchtegott.

Recht, recht, sprach der Graf. Feiern Sie des Vaters Geburtstag. Veranstalten Sie ein Fest, von dem die halbe Provinz spricht. Ich werde nicht dabei fehlen. Und es soll ein Geburtstag sein, der Ihnen die Pforten eines neuen, schöneren, ruhigeren Lebens öffnet! Binnen wenigen Tagen werden Sie von mir hören.

Wenn auch nicht völlig beruhigt, so doch bedeutend erleichtert, verabschiedete sich Fürchtegott von dem wohlwollenden, menschenfreundlichen und zu helfen stets bereiten Grafen. Es war ihm jetzt fast lieb, den alten Wimmer nicht getroffen zu haben, obwohl ihm dessen hartnäckiges Schweigen, mehr noch die in geheimnißvoller Stille angetretene Reise viel zu denken gab. Allein, wie er sich auch abmühte, den Anlaß zu entdecken, welcher dem Herrnhuter zu seinem auffallenden Verfahren Grund gegeben haben möge, sein Sinnen und Denken blieb in dieser Hinsicht völlig resultatlos.

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