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Die ersten Menschen im Mond

Herbert George Wells: Die ersten Menschen im Mond - Kapitel 4
Quellenangabe
authorHerbert George Wells
titleDie ersten Menschen im Mond
publisherJ. C. C. Bruns' Verlag
year1925
firstpub1905
translatorFelix Paul Greve
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20161107
projectid27726c6c
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3
Der Bau der Sphäre

Ich erinnere mich sehr deutlich der Gelegenheit, als Cavor mir von seiner Idee der Sphäre sprach. Er hatte schon vorher dunkle Vorstellungen von ihr gehabt, aber da schien sie ihm plötzlich wie mit einem Ruck aufzugehen. Wir waren auf dem Heimwege zu meinem Sommerhause, um Tee zu trinken, und unterwegs verfiel er in sein Sinnen. Plötzlich rief er:

»Das ist's! Das vollendet es! eine Art Rolljalousie.«

»Vollendet was?« fragte ich.

»Raum – überallhin! Zum Mond!«

»Was meinen Sie?«

»Meine? Na – es muß 'ne Sphäre sein! Das meine ich!«

Ich sah, daß mir der Schlüssel fehlte, und eine Zeitlang ließ ich ihn auf seine eigene Art reden. Ich hatte keine Spur von einer Ahnung, worauf er hinaus wollte. Aber als er seinen Tee getrunken hatte, machte er es mir klar.

»Die Sache ist so,« sagte er. »Das letzte Mal ließ ich dies Zeug, das die Dinge von der Gravitation abschneidet, in einen flachen Kasten mit einem Deckel laufen, der es niederhielt. Und sowie es abgekühlt war, und die Herstellung vollzogen, trat der ganze Aufruhr ein, nichts darüber hatte mehr Gewicht, die Luft spritzte auf, das Haus spritzte auf, und wenn das Zeug nicht selber auch aufgespritzt wäre, so weiß ich nicht, was geschehen wäre! Aber angenommen, der Stoff ist los und ganz frei, aufzufliegen?«

»So wird er sofort auffliegen!«

»Ganz recht. Ohne mehr Aufruhr, als das Abfeuern großen Kanone verursacht.«

»Aber was soll das nützen?«

»Ich fliege mit hinauf!«

Ich setzte die Teetasse hin und starrte ihn an.

»Stellen Sie sich eine Hohlkugel vor,« erklärte er, »weit genug, um zwei Leute mit ihrem Gepäck zu fassen. Sie wird aus Stahl gemacht und mit dickem Glas gefüttert; sie wird einen geeigneten Vorrat von Luft in festem Aggregatzustand mitführen, konzentrierte Nahrung, Wasserdestillierapparat und so fort. Und auf dem äußeren Stahl gleichsam daraufemailliert – –«

»Cavorit?«

»Ja.«

»Aber wie wollen Sie hineinkommen?«

»Es hat einmal das gleiche Problem bei einem Kloß gegeben.«

»Ja, ich weiß. Aber wie?«

»Das ist ganz leicht. Man braucht nichts als ein luftdichtes Einsteigeloch. Das wird natürlich ein wenig kompliziert sein müssen; wir werden eine Ventilklappe haben müssen, so daß man, wenn nötig, ohne großen Luftverlust Dinge auswerfen kann.«

»So wie das Ding bei Jules Verne in der ›Reise zum Mond‹?«

Aber Cavor war kein Romanleser.

»Ich fange an zu begreifen,« sagte ich langsam. »Und Sie könnten einsteigen und sich verschrauben, solange das Cavorit warm wäre, und sobald es abkühlte, würde es für die Gravitation undurchdringlich, und weg fliegen Sie – –«

»Mit einem Ruck.«

»Sie würden in gerader Linie fliegen –«

Ich unterbrach mich plötzlich.

»Was soll das Ding hindern, auf ewig in grader Linie in den Raum zu wandern?« fragte ich. »Sie sind nicht sicher, irgendwohin zu kommen, und wenn das gelingt – wie wollen Sie zurückkommen?«

»Daran habe ich gerade gedacht,« sagte Cavor. »Das meinte ich, als ich sagte, das Ding ist fertig. Die innere Glaskugel kann luftdicht sein und, abgesehen vom Einsteigeloch, kontinuierlich, und die Stahlsphäre kann in Sektionen gearbeitet sein, so daß jede Sektion sich nach Art einer Rolljalousie aufrollen kann. Die können leicht durch Federn bewegt und durch Elektrizität, die durch ins Glas gegossene Platindrähte geleitet wird, auf und zu gerollt werden. All das sind lediglich Fragen des Details. Sie sehen also, daß das Cavoritäußere der Sphäre, abgesehen von der Dicke der Jalousiebrettchen, aus Fenstern oder Jalousien bestehen wird, wie Sie sie nennen wollen. Nun, wenn all diese Fenster oder Jalousien geschlossen sind, wird kein Licht, keine Wärme, keine Gravitation, keine strahlende Energie irgendwelcher Art ins Innere der Sphäre kommen, sie wird in gerader Linie durch den Raum fliegen, wie sie sagen. Aber öffnen Sie ein Fenster, stellen Sie sich vor, eins der Fenster offen! Dann wird uns sofort jeder schwere Körper, der sich gerade in der Richtung befindet, anziehen – –«

Ich saß da und nahm das in mich auf.

»Sie verstehen?« sagte er.

»O, ich verstehe

»Tatsächlich werden wir imstande sein, ganz wie wir wollen, im Raum umherzulavieren. Uns von diesem und dem anziehen zu lassen.«

»O ja. Das ist klar genug. Nur – –«

»Ja?«

»Ich sehe nicht ganz ein, wozu wir's tun sollen! Es ist wirklich nichts weiter als von der Welt weg springen und wieder zurück.«

»Sicher! Man könnte zum Beispiel auf den Mond gehen.«

»Und wenn man hinkäme! Was wollten Sie finden?«

»Wir müßten sehen – O! bedenken Sie das neue Wissen.«

»Ist Luft da?«

»Vielleicht.«

»Es ist eine schöne Idee,« sagte ich, »aber es scheint mir trotzdem ein etwas großer Auftrag. Ich würde viel lieber erst ein paar kleinere Sachen versuchen.«

»Sie kommen wegen der Luftschwierigkeit nicht in Frage.«

»Warum nicht diese Idee von Federjalousien – Cavorit-Jalousien in starken Stahlbehältern – anwenden, um Gewichte zu heben?«

»Sie würden nicht arbeiten,« beharrte er. »Schließlich – in den äußeren Raum zu reisen, ist nicht so sehr viel weniger, wenn es weniger ist, als eine Nordpolexpedition. Man macht Nordpolexpeditionen.«

»Keine Geschäftsleute. Und außerdem werden sie für Nordpolexpeditionen bezahlt. Und wenn irgend etwas verkehrt geht, sind die Rettungsexpeditionen da. Aber dies – da feuert man sich ja für nichts von der Welt.«

»Nennen Sie's Prospektern.«

»So werden Sie's nennen müssen ... Man könnte vielleicht ein Buch daraus machen,« sagte ich.

»Ich zweifle nicht, daß Mineralien da sind,« sagte Cavor.

»Zum Beispiel?«

»O! Schwefel, Erze, Gold vielleicht, womöglich neue Elemente.«

»Transportkosten,« sagte ich. »Sie wissen, Sie sind kein praktischer Mensch. Der Mond ist 'ne Viertelmillion Meilen entfernt.«

»Mir scheint, es würde nicht viel kosten, irgendwelches Gewicht irgendwohin zu schaffen, wenn man's in Cavoritkisten verpackte.«

Daran hatte ich nicht gedacht. »Lieferung frei an Kopf des Empfängers, eh?«

»Auch nicht, als ob wir auf den Mond beschränkt wären.«

»Sie meinen – –?«

»Da ist der Mars – klare Atmosphäre, neue Umgebung, erhebendes Gefühl der Leichtigkeit. Es könnte hübsch sein, dahinzugehen.«

»Ist Luft auf dem Mars?«

»O ja!«

»Scheint, man könnte ihn als Sanatorium auftun. Nebenbei, wie weit ist es bis zum Mars?«

»Zweihundert Millionen Meilen gegenwärtig,« sagte Cavor leichthin; »und man kommt dicht an der Sonne vorbei.«

Meine Phantasie raffte sich auf. »Im Grunde«, sagte ich, »ist was dran, an diesen Dingen. Das Reisen – –«

Eine außerordentliche Möglichkeit kam mir in den Geist gestürzt. Plötzlich sah ich wie in einer Vision das ganze Sonnensystem mit Cavorit-Booten und Sphären de luxe durchzogen. »Vorkaufsrechte«, kam mir in den Kopf geschwommen – planetarische Vorkaufsrechte. Ich entsann mich des alten spanischen Goldmonopols in Amerika. Durchaus nicht, als ob es sich gerade nur um diesen oder den Planeten gehandelt hätte – es handelte sich um alle. Ich starrte Cavors rotes Gesicht an, und plötzlich sprang und tanzte meine Phantasie. Ich stand auf, ich ging auf und ab; die Zunge war mir gelöst.

»Ich fange an zu begreifen,« sagte ich; »ich fange an zu begreifen.« Der Übergang vom Zweifel zur Begeisterung schien kaum überhaupt Zeit in Anspruch zu nehmen. »Aber dies ist ungeheuer!« rief ich. »Dies ist kaiserlich! Von solchen Dingen hab ich mir im Traum nichts beifallen lassen.«

Als einmal das Eis meines Widerstandes geschmolzen war, ließ er seiner eigenen, lange eingeschlossenen Erregung Spielraum. Auch er stand auf und schritt hin und her. Auch er gestikulierte und rief. Wir benahmen uns wie inspirierte Menschen. Wir waren inspirierte Menschen.

»All das wollen wir schon erledigen!« sagte er als Antwort auf eine gelegentliche Schwierigkeit, die mir den Zügel angelegt hatte. »All das wollen wir in Kürze erledigen! Wir wollen die Zeichnungen für die Formen noch heute abend beginnen.«

»Wir wollen sofort beginnen,« antwortete ich, und wir liefen zum Laboratorium, um diese Arbeit alsbald in die Hand zu nehmen.

Ich war die ganze Nacht hindurch wie ein Kind im Wunderland. Die Morgendämmerung fand uns beide noch an der Arbeit – wir achteten des Tages nicht und ließen unser elektrisches Licht weiterbrennen. Ich entsinne mich noch genau, wie diese Zeichnungen aussahen. Ich schattierte und tönte, während Cavor zeichnete – verschmiert und hastig hingeworfen waren sie in jeder Linie, aber wundervoll korrekt. Wir schickten die Bestellungen auf die Stahljalousien und Rahmen ab, die wir nach der Arbeit dieser Nacht nötig hatten, und die Glassphäre war in einer Woche entworfen. Wir gaben unsere Nachmittagsunterhaltungen und unseren alten Schlendrian völlig auf. Wir arbeiteten – und wir schliefen und aßen, wenn wir vor Hunger und Müdigkeit nicht mehr arbeiten konnten. Unsere Begeisterung steckte sogar unsere drei Leute an, obgleich sie keine Ahnung hatten, wozu die Sphäre war. In jenen Tagen gab Gibbs das Gehen auf und lief überall, selbst durchs Zimmer, in einer Art aufgeregten Laufschritts.

Und sie wuchs – die Sphäre. Der Dezember ging hin, der Januar – ich brachte einen Tag damit zu, mit einem Besen einen Pfad zwischen Sommerhaus und Laboratorium zu fegen – Februar, März. Gegen Ende März kam die Vollendung in Sicht. Im Januar war ein Spann Pferde gekommen, eine riesige Packkiste; unsere dicke Glassphäre hatten wir jetzt fertig, und sie war unter dem Krahn aufgestellt, den wir aufgetakelt hatten, um sie in die Stahlschale zu schwingen. All die Stangen und Jalousien der Stahlschale – es war nicht eigentlich eine sphärische Schale, sondern polyndrisch, mit einer Rolljalousie für jede Fazette – waren im Februar gekommen, und die untere Hälfte wurde zusammengenietet. Das Cavorit war im März zur Hälfte fertig: die Metallmasse hatte zwei der Entwicklungsstufen ihrer Herstellung durchgemacht, und wir hatten ganz die Hälfte davon auf die Stahlstangen und Jalousien gestrichen. Es war erstaunlich, wie eng wir uns an die Linien von Cavors erster Inspiration hielten, als wir den Entwurf ausarbeiteten. Als das Zusammennieten der Sphäre beendet war, schlug er vor, das rohe Dach des zeitweiligen Laboratoriums, in dem die Arbeit vor sich gegangen war, zu entfernen und einen Schmelzofen darum zu bauen. So sollte die letzte Phase der Cavorit-Herstellung, in der die Masse in einem Heliumstrom zu einer stumpfen Rotglut erhitzt wird, vollzogen werden, wenn es schon über der Sphäre lag.

Und dann hatten wir zu erörtern und zu beschließen, welcher Art Vorräte wir mitnehmen sollten – komprimierte Nahrungsmittel, konzentrierte Essenzen, Stahlzylinder mit Reservesauerstoff, eine Vorrichtung, Kohlensäure und verdorbene Luft zu entfernen und Sauerstoff mittelst Natriumhyperoxyd zu ersetzen, Wasserkondensatoren und so weiter. Ich erinnere mich noch des kleinen Haufens, den sie im Winkel bildeten – Zinndosen, Rollen und Kisten – überzeugend tatsächlich.

Es war eine emsige Zeit mit wenig Gelegenheit zum Nachdenken. Aber eines Tages, als wir uns dem Ende näherten, überkam mich eine sonderbare Stimmung. Ich hatte den ganzen Morgen am Schmelzofen gemauert, und ich setzte mich wie zerschlagen bei diesen Liegenschaften nieder. Alles schien stumpf und unglaublich.

»Aber hören Sie, Cavor,« sagte ich. »Schließlich! Wozu das alles?«

Er lächelte. »Jetzt soll das Ding gehen.«

»Der Mond,« überlegte ich. »Aber was erwarten Sie? Ich dachte, der Mond ist eine tote Welt.«

Er zuckte mit den Schultern.

»Was erwarten Sie?«

»Wir werden ja sehen.«

» Werden wir?« sagte ich und starrte vor mich hin.

»Sie sind müde,« sagte er. »Sie sollten heute nachmittag lieber spazieren gehen.«

»Nein,« sagte ich hartnäckig; »ich will diese Mauerei fertig machen.«

Und ich tat es und holte mir eine schlaflose Nacht.

Ich glaube nicht, daß ich je eine solche Nacht gehabt habe. Ich habe vor meinem Geschäftszusammenbruch ein paar schlimme Zeiten durchgemacht, aber die schlimmste jener Nächte war süßer Schlummer im Vergleich mit dieser Unendlichkeit schmerzhafter Wachheit. Ich hatte plötzlich vor dem, was wir tun wollten, die ungeheuerlichste Angst.

Ich entsinne mich nicht, daß ich vor jener Nacht überhaupt an die Gefahren gedacht hätte, die wir liefen. Jetzt kamen sie wie jener Aufzug von Gespenstern, die einst Prag belagerten, und legten sich um mich. Die Seltsamkeit dessen, was wir zu tun im Begriffe standen, das Unirdische überwältigten mich. Ich war wie ein Mann, der aus heiteren Träumen zur furchtbarsten Umgebung erwacht. Ich lag da, die Augen weit offen, und die Sphäre schien mit jedem Moment immer nichtiger und blasser, und Cavor immer unwirklicher und phantastischer, und das ganze Unternehmen immer toller und toller zu werden.

Ich stieg aus dem Bett und wanderte umher. Ich setzte mich ans Fenster und starrte in die Unermeßlichkeit des Raums. Zwischen den Sternen lag die leere, die unergründliche Dunkelheit! Ich versuchte, mir die fragmentarische Kenntnis der Astronomie zurückzurufen, die ich mir durch mein unregelmäßiges Leben erworben hatte, aber sie war zu unbestimmt, um mir irgendeine Vorstellung der Dinge zu geben, die wir erwarten konnten. Schließlich ging ich wieder ins Bett und es gelang mir, ein paar Momente des Schlafs zu erfassen – vielmehr Momente des Albs – in denen ich auf ewig in den Abgrund des Himmels fiel und fiel und fiel.

Ich erstaunte, Cavor beim Frühstück zu sehen. Ich sagte ihm kurz: »Ich komme nicht mit Ihnen in die Sphäre.«

Ich setzte all seinen Protesten eine finstere Beharrlichkeit entgegen. »Die Sache ist zu toll,« sagte ich, »und ich will nicht mit. Die Sache ist zu toll.«

Ich wollte nicht mit ihm ins Laboratorium gehen. Ich trieb mich eine Zeitlang in meinem Sommerhaus herum, nahm dann den Hut und den Stock und machte mich allein auf, wohin, wußte ich nicht. Es traf sich, daß es ein wundervoller Morgen war: ein warmer Wind und tiefer, blauer Himmel, das erste Grün des Frühlings draußen und Scharen von Vögeln, die sangen. Ich frühstückte in einem kleinen Gasthof bei Elham Roastbeef und Bier und erschreckte den Wirt, indem ich apropos des Wetters bemerkte: »Ein Mensch, der die Welt verläßt, wenn solche Tage herrschen, ist ein Narr!«

»Ganz, was ich gesacht hab', a's ich's hörte!« sagte der Wirt, und ich erfuhr, daß sich wenigstens für eine arme Seele diese Welt als zu viel erwiesen hatte, und daß eine Kehle abgeschnitten worden war. Ich ging mit einer neuen Wendung in meinen Gedanken weiter.

Nachmittags schlief ich an einer sonnigen Stelle einen angenehmen Schlaf und ging erfrischt meines Weges weiter.

Ich kam zu einem behaglich aussehenden Gasthof bei Canterbury. Er leuchtete von Schlinggewächsen, und die Wirtin war eine saubere alte Frau, die mein Auge anzog. Ich fand, daß ich gerade Geld genug hatte, um für mein Zimmer bei ihr zu zahlen. Ich beschloß, die Nacht dort zu bleiben. Sie war eine geschwätzige Frau, und unter anderen Einzelheiten erfuhr ich, daß sie noch nie in London gewesen war. »Canterbury, weiter bin ich noch nich' gewesen,« sagte sie. »Ich bin keine von Ihren Rumstreichern.«

»Wie würde Ihnen ein Ausflug zum Mond gefallen?« rief ich.

Hab' nie 'was mit die Ballons in'n Sinn gehabt,« sagte sie, offenbar unter dem Eindruck, dies sei eine ziemlich gewöhnliche Reise. »Ich ging in keinen 'rauf – nich' für noch soviel.«

Das schien mir ulkig. Als ich zu Nacht gegessen hatte, setzte ich mich auf eine Bank neben der Tür des Gasthofs und plauderte mit zwei Arbeitern über Ziegelstreichen und Motorwagen und über das letztjährige Kricket. Und am Himmel sank ein blasser junger Mond, blau und unbestimmt wie eine ferne Alp, westlich über der Sonne nieder.

Am anderen Tage kehrte ich zu Cavor zurück. »Ich komme,« sagte ich. »Ich bin ein bißchen in Unordnung gewesen, weiter nichts.«

Das war das einzige Mal, daß ich ernstlichen Zweifel gegen unser Unternehmen empfand. Nichts als die Nerven! Danach arbeitete ich ein wenig achtsamer und lief jeden Tag eine Stunde lang herum. Und zuletzt waren unsere Arbeiten, abgesehen von der Erhitzung im Schmelzofen, zu Ende.

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