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Die Eroberung von Mexiko durch Ferdinand Cortes

Arthur Schurig: Die Eroberung von Mexiko durch Ferdinand Cortes - Kapitel 83
Quellenangabe
typefiction
authorArthur Schurig
titleDie Eroberung von Mexiko durch Ferdinand Cortes
publisherInsel-Verlag
editorherausgegeben von Arthur Schurig
year1918
firstpub1918
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060228
projectid81cacf28
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VII

Das Siegesfest (13. August 1521)

erzählt von Bernal Diaz. (Vgl. den Bericht des Cortes S. 303.)

Nach der Einnahme der Hauptstadt ordnete Cortes einen feierlichen Feldgottesdienst an, um unserem Herrn und Gott und seiner gebenedeiten Mutter für ihren Beistand zu danken und ihnen etliche Gelübde darzubringen. Darauf ließ er in Kojohuakan ein großes Bankett anrichten, wobei der Wein, den wir durch ein in Verakruz eingelaufenes Schiff bekommen hatten, und das Pökelfleisch aus Kuba nicht gespart worden sind. Zu diesem Freudenfeste waren alle Offiziere und alle Soldaten eingeladen. Es fielen dabei schlimme Dinge vor, und Noahs Gewächs war die Ursache manch dummen Streiches. Nach dem Mahle ging es an den Tanz mit den Frauen, die im Standorte waren. Nichts war lächerlicher als die Sprünge, die ihre Verehrer in voller Kriegsrüstung mit ihnen machten. Viele Tänzerinnen waren übrigens nicht da.

Der biedere Pater Barthel von Olmedo, der den Unfug beim Festmahl und beim Tanz mit angesehen hatte, äußerte seine Mißbilligung dem Obristen Sandoval gegenüber, indem er sagte: Das ist eine nette Art, Gott zu danken und für die Zukunft zu gewinnen! – Sandoval vermeldete den Tadel des frommen Mannes dem Generalkapitän. Dieser ließ den Pater zu sich kommen und sagte zu ihm: Herr Pater, der heutige Tag ist derart, daß man die Soldaten nicht hindern kann, nach ihrer Weise lustig und guter Dinge zu sein. Vielleicht hätte ich das Fest aber doch nicht geben sollen. Wie dem auch sei. Euer Hochwürden, Ihr könnt die Sache auf der Stelle wieder gutmachen, wenn Ihr einen feierlichen Umzug anordnet, eine Festmesse lest und in einer Predigt den Leuten ordentlich die Köpfe wascht. Es wäre auch eine gute Gelegenheit, der Mannschaft wieder einmal ans Herz zu legen, daß sie die Indianerweiber nicht verschleppen, nicht plündern und stehlen und untereinander nicht streiten und raufen, sondern sich als brave fromme Christen betragen sollen, damit der liebe Gott sie auch weiterhin segnen möge.

Der Pater nahm diesen Vorschlag dankbar an und ordnete sofort einen Umzug an, den wir mit fliegenden Fahnen begleiteten. Etliche rasch verfertigte Kreuze sowie ein Muttergottesbild wurden vorangetragen, und wir alle im Zuge stimmten ein frommes Lied an. Tags darauf hielt der Pater eine Predigt, nach der Cortes, seine Offiziere und viele Soldaten das heilige Abendmahl empfingen und dem Allmächtigen aufs neue für den Sieg gedankt ward.

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