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Die Eroberung von Mexiko durch Ferdinand Cortes

Arthur Schurig: Die Eroberung von Mexiko durch Ferdinand Cortes - Kapitel 66
Quellenangabe
typefiction
authorArthur Schurig
titleDie Eroberung von Mexiko durch Ferdinand Cortes
publisherInsel-Verlag
editorherausgegeben von Arthur Schurig
year1918
firstpub1918
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060228
projectid81cacf28
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Von den Getränken in Neu-Hispanien

Es gibt verschiedene Getränke hierzulande. Das vornehmste und beste ist die sogenannte Schokolade, ein Trank, der aus den Kakaobohnen bereitet wird. Der Baum, an dem diese Frucht wächst, ist empfindlicher als alle anderen Bäume und gedeiht nur in heißen Gegenden und auf schwerem Boden, und auch da zieht man erst zwei andere Bäume mit großen Blättern bis zur Höhe von zwei Mannslängen hoch, ehe man den Kakaobaum dazwischenpflanzt, der von seinen beiden Nachbarn vor Wind und Sonne geschützt werden muß. Dieser Baum wird umso höher geachtet, da die Bohnen seiner Frucht die Hauptscheidemünze im ganzen Lande bilden und jede etwa einen halben Maravedi gilt. Das ist übrigens eine unbequeme Münze. Solche aus Silber oder Gold sind für den Verkehr viel geeigneter und werden auch bei größerer Zahlung meist gebraucht. Um ein Getränk daraus zu machen, zerreibt man die Kakaobohnen mit anderen kleinen Gewürzkörnern und schüttet die Masse in einen Topf, der eine Schnauze hat. Man mischt Wasser dazu, rührt alles wohl um und gießt es so lange aus einem Topf in einen anderen über, bis sich ein dichter Schaum bildet, den man in ein besonderes Geschirr abschöpft. Vor dem Trinken rührt man die Schokolade mit einem kleinen Löffel aus Gold, Silber oder Holz ordentlich um. Dies Getränk ist ungemein gesund und nahrhaft. Wenn man eine Schale davon zu sich genommen hat, kann man einen ganzen Tag lang reisen, ohne weiteres Essen zu bedürfen. Es bekommt dem Menschen besser bei warmer als bei kalter Witterung, denn es ist seiner Natur nach ein kühlendes Getränk.

Ein anderes Getränk kommt von einem staudenartigen Gewächs mit großen, schweren, armlangen Blättern, aus deren Mitte ein zwei bis drei Mann hoher ziemlich dicker Stamm aufschießt und zu einer gewissen Jahreszeit unten angebohrt wird. Daraus ergießt sich ein Saft, der in Gefäßen von Baumrinde gesammelt und etliche Tage darauf getrunken wird. Dieses Getränk genießen die Indianer in solchem Übermaß, daß sie oft bewußtlos umfallen, und es gilt für eine Ehre, wenn einer recht viel davon trinken kann. Im übrigen ist die besagte Staude recht nützlich, dieweil man Wein, Essig und Honig aus ihrem Saft, aus den Fasern der Blätter aber Leinwand zu Kleidern, Stricke und Schuhe, und schließlich aus den Stacheln Nadeln macht, auch die ganzen Blätter zum Dachdecken gebraucht. Diese Staude ist der Weinstock des Landes. Sie heißt Maguei (Agave americana). Aus ihren Blättern wird in niedrigen Öfen noch ein anderes, auch stark berauschendes Getränk hergestellt.

Ein drittes Getränk wird aus den Körnern einer Frucht bereitet, die Chicha heißt.

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