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Die Eroberung von Mexiko durch Ferdinand Cortes

Arthur Schurig: Die Eroberung von Mexiko durch Ferdinand Cortes - Kapitel 40
Quellenangabe
typefiction
authorArthur Schurig
titleDie Eroberung von Mexiko durch Ferdinand Cortes
publisherInsel-Verlag
editorherausgegeben von Arthur Schurig
year1918
firstpub1918
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060228
projectid81cacf28
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Das achte Kapitel

Zwei Tage nach meiner Ankunft in Tezkuko trafen bei mir ein etliche Gesandten der Herren von Chalko und vermeldeten mir, viel Kriegsvolk von Temititan wäre wider sie im Anzuge. Sofort befahl ich dem Hauptmann Gonzalo von Sandoval, mit 20 Reitern und 300 Fußknechten nach Chalko zu eilen, um den Leuten dort als Eurer Kaiserlichen Majestät Lehensleuten und unseren guten Freunden Hilfe zu bringen.

Als er daselbst ankam, fand er viel Kriegsvolk versammelt, sowohl aus dem Lande Chalko, wie auch aus Huexozinko und Huaquechula. Nach einer Beratung zog man gen Huastepek, einer Stadt zwischen Tezkuko und Chalko, wo eine Besatzung aus Temixtitan lag, die öfters Ausfälle wider Chalko machte und dieser Stadt großen Schaden zufügte.

Bereits unterwegs stieß Sandoval bei einem Dorf auf einen Haufen Feinde, der aber alsbald in die Flucht geschlagen wurde, wobei ihrer viele umgekommen sind. In besagtem Dorfe blieb man über Nacht. Am anderen Tage näherte man sich der Stadt Huastepek, vor der die Feinde in Stellung standen. Aber der Kampf währte nicht lange. Die Hispanier warfen sie bald in die Flucht, stachen ihrer viele nieder und erstürmten die Stadt. Schon waren die Reiter beim Füttern ihrer Pferde und hatten ihre Rüstung ausgezogen, da kamen die Feinde von neuem bis hinein in die Gassen, wo die Quartiere waren, erhoben ihr Krlegsgeschrei und schossen mit Steinen, Wurfspießen und Pfeilen. Die Hispanier ergriffen ihre Waffen, drangen zusammen mit unsern Indianern auf die Angreifer ein und trieben sie abermals aus dem Orte. Über eine Meile weit ging die Verfolgung, wobei eine gute Anzahl von Feinden erlegt ward.

Zwei Tage ist in Huastepek gerastet worden. In dieser Zeit erfuhr der Hauptmann Gonzalo von Sandoval, daß in Iekapixtla, einem Orte zwölf Meilen östlich von Huastepek, feindliches Kriegsvolk stände. Er beschloß, dahin zu ziehen und es zu schlagen. Der Ort ist gar wohl befestigt und liegt auf einer steilen Höhe. Das felsige Land hinderte den Gebrauch der Reiterei.

Als die Hispanier gegen die Höhe anrückten, warfen ihnen die Verteidiger Felsblöcke entgegen, so daß der Angriff ins Stocken geriet. Da beschlossen die Unsrigen einmütig, entweder die Stadt zu gewinnen oder zu sterben. Unter Anruf des Heiligen Jakob begannen sie zu stürmen, und Gott der Allmächtige verlieh ihnen die Kraft, daß der Anlauf gelang. Viele Hispanier aber wurden verwundet. Als dann auch unsere Indianer nachrückten, war es um die Feinde geschehen. Viele wurden von den Felsen hinabgestürzt, und der Fluß, der unten vorbeifließt, war, wie man mir berichtet hat, rot vom Blute der Erschlagenen. Es hat lange gedauert, bis man wieder daraus hat trinken können. Es war ein heißer Tag, und der Durst war groß. Der Hauptmann kehrte mit seinem Kriegsvolk alsbald zurück nach Tezkuko.

Als man in Temixtitan erfuhr, daß die Hispanier und die Leute von Chalko durch ihre Tapferkeit einen vortrefflichen Sieg hatten errungen, beschlossen sie, mit einer starken Streitmacht die Stadt Chalko zu überfallen. Dort aber bekam man Kunde davon und sandte Eilboten zu mir, um meine Hilfe zu erbitten. Abermals fertigte ich den Hauptmann Gonzalo von Sandoval mit Reitern und Fußknechten ab; aber als er hinkam, war das Korn schon gedroschen. Die von Temixtitan und die von Chalko hatten sich weidlich geschlagen, und dem Allmächtigen hatte es gefallen, daß unsere Freunde aus Chalko das Feld behaupteten. Sie hatten viele Feinde erlegt und 40 gefangen, unter diesen einen mexikanischen Obristen und zwei andere Edelleute. Man überantwortete sie meinem Hauptmann, damit er sie mir sende, was auch geschehen ist. Er selbst blieb noch eine Zeit in einem Orte an der Grenze von Mexiko. Erst als er sah, daß dies nicht weiter nötig wäre, kehrte er nach Tezkuko zurück.

Da jetzt die Straße von Verakruz nach Tezkuko sicher war, konnten die Boten ohne Schaden wieder hin und her reisen, so daß man an beiden Orten alle Tage neue Nachrichten hatte. Also bekam ich auch sehr bald eine Anzahl Armbrüste und Büchsen sowie Schießpulver, woran wir groß Wohlgefallen hatten. Und zwei Tage später erhielt ich die Meldung, daß im Hafen drei Schiffe angekommen waren mit 200 Kriegsknechten, 70 bis 80 Pferden und allerlei Kriegsgerät, welcher Nachschub uns demnächst sollte zugesandt werden. Das war so recht eine Hilfe in der Not.

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