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Karl (Leberecht) Immermann: Die Epigonen - Kapitel 112
Quellenangabe
typefiction
booktitleDie Epigonen
authorKarl Immermann
year1865
firstpub1836
publisherA. Hofmann & Comp.
addressBerlin
titleDie Epigonen
pages593
created20110523
sendergerd.bouillon@t-online.de
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XIV.
Der Herausgeber an den Arzt.

So sehen wir die Männer der Nichtigkeit oder dem Tode entgegen gehen, denn auch der Oheim seufzt unter der Last seiner Besitzthümer die letzten Hauche eines ersterbenden Lebens. Nur die Frauen, die Schwächsten, und die am verlorensten zu sein schienen, sind beschwichtigt.

Eine sentimentale, genußsüchtige Vergangenheit hat heimliche Irrungen aufgehäuft, an welchen die schuldlosen Enkel sich zu plagen haben. Die Verhältnisse sind verschoben, die Menschen von einander entfernt, sich halb fremd geworden, der Held ist kindisch, und nur die Maschinen des Oheims arbeiten, wie von je, in todter, dumpfer Thätigkeit fort.

Aber die Gegenwart ist im Besitze unendlicher Heilungs- und Herstellungskräfte, und ich wüßte diese unsere brieflichen Unterhaltungen, welche etwas chaotisch sind, wie ihr Gegenstand, die Zeitfolge aufheben, und zuweilen in spätere Tage vorausgreifen, nicht besser abzuschließen, als mit den Worten Lamartine's, wenn er sagt: »Ich sehe kein Zeichen des Verfalls im menschlichen Geiste, kein Symptom der Ermüdung oder Veraltung. Zwar sehe ich morsch-gewordene Einrichtungen, die dahinstürzen, aber ich erblicke ein verjüngtes Geschlecht, welches der Athem des Lebens beunruhigt und in jedem Sinne vorwärts stößt. Dieses wird nach einem unbekannten Plane das unendliche Werk wieder aufbauen, dessen stete Erschaffung und Herstellung Gott dem Menschen anvertraut hat: Sein eignes Geschick.«

*

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