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Die drei von Cordova

Edgar Wallace: Die drei von Cordova - Kapitel 23
Quellenangabe
pfad/wallacee/3cordova/3cordova.xml
typefiction
authorEdgar Wallace
titleDie drei von Cordova
publisherWilhelm Goldmann Verlag
printrun13. Auflage
translatorRavi Ravendro
editorFriedrich A. Hofschuster
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
isbn3442001609
created20111024
modified201604124
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22

Die Straße war um diese Nachtstunde nicht belebt. Die Dunkelheit und die Enge der Fahrbahn boten jedoch tausend Schwierigkeiten für einen Mann, der seit Jahren kein Steuer mehr in der Hand gehabt hatte. Aber Black lenkte den großen Wagen ohne Furcht. Einmal fuhr er im Renntempo durch einen kleinen Ort. Ein Polizist, der ihn aufzuhalten suchte, kam nur mit knapper Not mit dem Leben davon.

Black erreichte die große Straße wieder. Er hatte noch keinen größeren Unfall gehabt, nur der eine Kotflügel war bei einer scharfen Kurve an einem Laternenpfahl beschädigt worden. Mit größter Geschwindigkeit fuhr er durch Winchester. Wieder wurde der Versuch gemacht, ihn anzuhalten. Zwei große Wagen waren quer über die Straße gefahren, aber er sah sie rechtzeitig, bog in eine Nebenstraße ein und konnte auch diese Ortschaft ungehindert passieren. Dazu verhalf ihm allerdings mehr der glückliche Zufall als seine Geschicklichkeit. Er wußte jetzt, daß seine Flucht der Polizei bekannt war und daß er seine Pläne ändern mußte. Aber er gestand sich ein, daß es wenig zu ändern gab. Er hatte England von Dover oder Portsmouth aus verlassen wollen; nur diese beiden Häfen kamen für ihn in Frage.

Im stillen hatte er gehofft, den Dampfer nach Frankreich unbemerkt zu erreichen, aber das war nun unmöglich geworden. Die Schiffe würden überwacht werden, und er hatte keine Hilfsmittel bei sich, um sich zu verkleiden.

Südlich von Petersfield überholte er einen anderen Wagen.

Erst im Vorbeifahren wurde ihm klar, daß dies das zweite Auto sein mußte, das er gemietet hatte.

Als er sich das eben überlegt hatte, platzten die Reifen seiner Vorderräder. Er bremste und brachte den Wagen zum Stehen.

Das war Glück! Die Hilfe kam im richtigen Augenblick!

Er sprang aus dem Wagen und stellte sich mit ausgebreiteten Armen mitten auf die Straße. Die Lampen des näherkommenden Autos beleuchteten ihn hell.

Wenige Schritte vor ihm hielt der Wagen an.

»Fahren Sie mich nach Portsmouth – ich hatte eine Panne.«

Der Chauffeur erwiderte etwas Unverständliches.

Black öffnete die Tür und stieg ein. Sie wurde hinter ihm zugeschlagen, bevor er merkte, daß noch andere in dem Wagen saßen. »Wer –«, begann er.

Aber dann wurde er von zwei kräftigen Händen gepackt, und zwei Eisen schnappten um seine Handgelenke ein.

»In bin Lord Francis Cassilirs, Polizeidirektor von Scotland Yard«, ließ sich eine wohlbekannte Stimme vernehmen. »Ich verhafte Sie wegen vorsätzlichen Mordes.«

»Cassilirs?« wiederholte Black dumpf.

»Vielleicht kennen Sie mich besser unter dem Namen Fellowe.«

*

Am 27. März wurde Black gehenkt.

Lord Francis Cassilirs saß an dem Bett seines kranken Onkels und las ihm die Berichte vor, die die Presse darüber gab.

»Kanntest du ihn?« fragte er.

Der alte Lord wandte sich mürrisch um.

»Du fragst auch noch, ob ich ihn kannte? Natürlich! Er ist der einzige meiner Bekannten, der am Galgen endete.«

»Wo hast du ihn denn getroffen?« fragte Frank skeptisch.

»Ich habe ihn niemals getroffen«, erwiderte Verlond grimmig. »Er hat mich getroffen.«

*

Und er verzog das Gesicht, denn die Wunde in der Schulter schmerzte immer noch.

 


 

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