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Die drei Musketiere

Alexandre Dumas (der Ältere): Die drei Musketiere - Kapitel 9
Quellenangabe
typenarrative
authorAlexander Dumas
titleDie drei Musketiere
year1928
publisherZenith-Verlag Erich Stolpe
editorGeorg Carl Lehmann
senderwww.gaga.net
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
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Eine Hofintrige.

Indes hatten die vierzig Pistolen Ludwigs XIII. ein Ende genommen, und nach diesem Ende befanden sich unsere vier Gefährten in Bedrängnis. Zuvörderst hatte Athos die Gemeinschaft für einige Zeit mit seinen eigenen Pfennigen unterstützt. Auf ihn folgte Porthos, und es gelang diesem, nachdem er wie gewöhnlich auf einige Tage verschwunden war, den Bedürfnissen aller beinahe vierzehn Tage lang abzuhelfen. Endlich kam die Reihe an Aramis, der sich gutwillig auspfänden ließ und sich, wie er sagte, dadurch einige Pistolen verschaffte, daß er seine theologischen Bücher verkaufte. Nun hatte man wie gewöhnlich seine Zuflucht zu Herrn von Tréville genommen, der einige Vorschüsse auf den Sold bewilligte; allein diese Vorschüsse reichten nicht gar weit für drei Musketiere, die große Rückstände zu tilgen hatten, und für einen Gardesoldaten, der noch schuldenfrei war. Als man endlich sah, daß es an allem fehle, raffte man mit der äußersten Anstrengung acht bis zehn Pistolen zusammen, mit denen Porthos spielte. Leider verfolgte ihn ein Unstern; er verlor alles und darüber noch fünfundzwanzig Pistolen auf Ehrenwort. Jetzt wurde die Bedrängnis sehr beklemmend; man sah sie mit ihren Lakaien ausgehungert auf den Quais und in den Wachstuben umherlaufen und sich bei ihren Freunden, wo sie welche fanden, zu Tisch laden; denn nach Aramis' Ansicht mußte man während seines Glückes links und rechts Mahlzeiten aussäen, um sie zur Zeit des Unglücks einzuernten. Athos wurde viermal eingeladen, und jedesmal nahm er seine Freunde samt ihren Bedienten mit sich. Porthos fand sechs solche Gelegenheiten, und immer ließ er auch seine Kameraden daran teilnehmen; Aramis hatte deren acht. Wie man schon bemerken konnte, war das ein Mensch, der wenig Geräusch und viele Geschäfte machte. Was d'Artagnan betrifft, der noch niemanden in der Hauptstadt kannte, so fand er nur ein Schokoladefrühstück bei einem Priester seines Landes und ein Mittagmahl bei einem Standartenträger der Garde. Er brachte seine Armee mit zu dem Priester, dem man seine Mundvorräte für zwei Monate aufzehrte, und zu dem Standartenträger, der Wunder tat; allein, wie Planchet sagte, man schmauset nur einmal, selbst wenn man viel ißt. D'Artagnan fand sich also sehr gedemütigt, daß er seinen drei Freunden Athos, Porthos und Aramis für die verschafften Schmausereien nur ein und ein halbes Mahl entgegenbieten konnte, denn das Frühstück bei dem Priester konnte nur für eine halbe Mahlzeit gelten. Er glaubte, der Gesellschaft eine Last zu sein; er vergaß in seiner jugendlichen Gutherzigkeit, daß er diese Gesellschaft einen ganzen Monat lang genährt hatte, und sein tätiger Geist fing an rührig zu werden. Er bedachte, daß diese Verbindung von vier jungen, mutvollen, unternehmenden und tatkräftigen Männern einen andern Zweck haben müßte, als müßige Spaziergänge, Fechtlektionen und mehr oder minder witzige Schwänke. Vier Männer, wie sie, vier einander von der Börse bis zum Leben ganz ergebene Männer, die sich stets unterstützten, vor nichts zurückwichen, die gemeinschaftlich gefaßten Beschlüsse vereinzelt oder mitsammen ausführten; ihre Arme, die allen vier Hauptwinden trotzten oder sich einem einzigen Punkte zuwandten, mußten in der Tat unfehlbar, sei es mit List oder mit Gewalt, einen Weg zu einem Ziele bahnen, das sie zu erreichen strebten, wenn auch dieses Ziel wohl verwahrt und weit entfernt gewesen wäre. D'Artagnan verwunderte sich nur, daß seine Gefährten an das noch nicht gedacht hatten. Da wurde er durch ein Klopfen an der Tür aufgeschreckt. Es wurde ein Mann eingeführt von ganz einfacher Miene und bürgerlichem Aussehen. Planchet wünschte dem Gespräch zum Nachtisch sehnlichst beizuwohnen, allein der Bürger erklärte d'Artagnan, er habe ihm etwas Wichtiges anzuvertrauen und wünsche mit ihm unter vier Augen zu sprechen. D'Artagnan hieß Planchet hinausgehen und bot seinem Besucher einen Stuhl. Es trat ein augenblickliches Stillschweigen ein, währenddessen sich die beiden Männer, um eine vorläufige Bekanntschaft zu machen, gegenseitig anblickten, wonach sich d'Artagnan verneigte, um anzudeuten, daß er ihn anhören wolle. »Ich hörte von Herrn d'Artagnan als von einem jungen, recht braven Manne reden«, sprach der Bürger, »und dieser gute Ruf, den er mit Recht genießt, veranlaßte mich, ihm ein Geheimnis zu vertrauen.« »Redet, mein Herr, redet!« sagte d'Artagnan, der etwas Vorteilhaftes witterte. Der Bürger schwieg abermals ein Weilchen und fuhr dann fort: »Meine Gemahlin, die Wäscheaufseherin bei der Königin ist, mein Herr, besitzt sowohl Verstand als auch Schönheit. Man beredete mich vor etwa drei Jahren, sie zu heiraten, obwohl sie nur ein kleines Vermögen besaß, weil Herr de Laporte, der Mantelträger der Königin, ihr Pate und Beschützer ist.« »Was nun, mein Herr?« fragte d'Artagnan. »Nun,« antwortete der Bürger, »nun, mein Herr, als gestern früh meine Frau aus dem Arbeitszimmer ging, wurde sie entführt.« »Und wer hat Ihre Frau entführt?« »Ich weiß es nicht bestimmt, doch ziehe ich jemand in Verdacht.« »Und auf wen haben Sie Verdacht?« »Auf einen Mann, der sie seit lange schon verfolgte.« »Teufel!« »Aber, mein Herr, soll ich reden,« fuhr der Bürger fort, »ich bin überzeugt, daß bei all dem weniger Liebe als Politik im Spiel ist.« »Weniger Liebe als Politik?« erwiderte d'Artagnan mit sehr bedächtiger Miene, »und wen ziehen Sie in Verdacht?« »Ich weiß nicht, ob ich es sagen soll, wen ich in Verdacht habe . . .« »Mein Herr, ich mache Sie aufmerksam, daß ich von Ihnen ganz und gar nichts verlange; Sie kamen hierher und sagten mir, daß Sie mir ein Geheimnis anzuvertrauen hätten. Tun Sie nach Ihrem Belieben, noch ist es Zeit, sich zurückzuziehen.« »Nein, mein Herr, nein, Sie haben das Aussehen eines rechtschaffenen jungen Mannes, und ich vertraue auf Sie. Ich glaube also nicht, daß meine Frau wegen ihrer eigenen Liebschaften, sondern wegen jener einer viel vornehmeren Dame, als sie es ist, festgenommen wurde.« »Ah, geschah etwa das wegen der Liebschaften der Frau von Bois-Tracy?« fragte d'Artagnan, der sich dem Bürger gegenüber das Ansehen geben wollte, als wisse er alle Vorfälle bei Hofe. »Höher, mein Herr, höher.« »Der Frau d'Aiguillon?« »Noch höher.« »Der Frau von Chevreuse?« »Noch höher, viel höher!« »Der Frau . . .« D'Artagnan hielt plötzlich inne. »Ja, mein Herr!« stammelte furchtsam der Bürger so leise, daß man ihn kaum hören konnte. »Und mit wem?« »Mit wem kann das sein, wenn nicht mit dem Herzog von . . .« »Mit dem Herzog von . . .?« »Ja,« antwortete der Bürger, und gab seiner Stimme einen noch dumpferen Ton. »Aber wie wissen Sie das alles?« »Ha, wie ich das weiß?« »Ja, woher wissen Sie das . . . kein halbes Vertrauen . . . oder Sie verstehen wohl.« »Ich weiß es von meiner Gemahlin, mein Herr, von meiner Gemahlin selbst.« »Und wie weiß sie es, von wem?« »Von Herrn de Laporte. Sagte ich Ihnen nicht, sie sei die Pate des Herrn de Laporte, des Vertrauten der Königin? Nun, Herr de Laporte hatte sie zu Ihrer Majestät gebracht, damit unsere arme Königin doch jemanden hat, dem sie vertrauen kann, da sie verlassen vom König, belauert vom Kardinal und von allen verraten ist.« »Oh, oh, das klärt sich auf,« sagte d'Artagnan. »Nun kam meine Frau vor vier Tagen zu mir, denn laut Bedingung mußte sie mich zweimal in der Woche besuchen, und wie ich schon zu bemerken die Ehre hatte, liebt mich meine Frau zärtlich; meine Frau kam also und vertraute mir, die Königin sei eben in großer Besorgnis.« »Wirklich?« »Ja, der Herr Kardinal verfolgt sie, wie es scheint, mehr als je. Er kann ihr die Geschichte mit der Sarabande nicht verzeihen. Sie wissen doch von der Geschichte der Sarabande?« »Bei Gott! ob ich sie weiß,« entgegnete d'Artagnan, der keine Silbe davon wußte, sich aber doch die Miene geben wollte, als sei er damit vertraut. »Dergestalt, daß es jetzt nicht mehr Haß ist, sondern Rache.« »Wirklich?« »Und die Königin glaubt . . .?« »Sie glaubt, man habe dem Herrn Herzog von Buckingham in ihrem Namen geschrieben.« »Im Namen der Königin?« »Ja, um ihn nach Paris kommen zu lassen, und ist er einmal hier, ihn in eine Schlinge zu locken.« »Teufel! doch, mein lieber Herr, was hat denn Ihre Gemahlin bei allem dem zu tun?« »Man weiß von ihrer Ergebenheit für die Königin, und man will sie entweder von ihrer Gebieterin entfernen oder einschüchtern, um die Geheimnisse Ihrer Majestät zu erfahren, oder sie verführen, um sie als Spion zu gebrauchen.« »Das ist wahrscheinlich,« versetzte d'Artagnan, »doch kennen Sie den Menschen, der sie entführt hat?« »Ich sagte Ihnen, daß ich ihn zu kennen glaube.« »Er heißt?« »Das weiß ich nicht, ich weiß nur, daß er ein Parteigänger des Kardinals und ihm ganz ergeben ist.« »Haben Sie ihn aber gesehen?« »Ja, meine Frau hat ihn mir einmal gezeigt.« »Hat er ein Abzeichen, woran man ihn erkennen könnte?« »O, allerdings! er ist ein vornehmer Herr von stolzer Miene, schwarzen Haaren, dunkler Gesichtsfarbe, einem durchdringenden Auge, weißen Zähnen und einer Narbe an den Schläfen.« »Einer Narbe an den Schläfen!« rief d'Artagnan, »nebst weißen Zähnen, einem durchdringenden Auge, dunkler Gesichtsfarbe, schwarzen Haaren und stolzer Miene, das ist mein Mann von Meung.« »Das ist Ihr Mann, sagen Sie?« »Ja, ja, doch das tut nichts zur Sache. Nein, ich irre mich, im Gegenteil, das vereinfacht sie nur; wenn Ihr Mann der meinige ist, so werde ich mit einem Streiche zweifache Rache üben; aber wo treffe ich diesen Mann?« »Das weiß ich nicht.« »Haben Sie keine Spur von seinem Aufenthalt?« »Keine; als ich eines Tages meine Gemahlin nach dem Louvre zurückführte, ging er heraus, als sie eben eintrat, und da hat sie ihn mir gezeigt.« »Teufel, Teufel!« murmelte d'Artagnan, »das ist alles so schwankend. Von wem erhielten Sie Kenntnis von der Entführung Ihrer Gemahlin?« »Von Herrn de Laporte.« »Hat er Ihnen etwas Umständliches mitgeteilt?« »Er wußte weiter nichts.« »Und Sie haben auch von einer andern Seite nichts erfahren?« »Allerdings, ich hörte –« »Was?« »Allein, ich weiß nicht, ob es nicht sehr unbescheiden ist . . .« »Sie kommen schon wieder auf das zurück, allein ich muß Ihnen diesmal bemerken, daß es schon zu spät wäre, um zurückzutreten.« »Ich trete ja nicht zurück,« rief der Bürger, um sich Mut zu erwecken. »Außerdem, so wahr ich Bonacieux heiße . . .« »Sie nennen sich Bonacieux?« fiel d'Artagnan ein. »Ja, das ist mein Name.« »Sie sagten also: so wahr ich Bonacieux heiße! Um Vergebung, daß ich Sie unterbrach, allein mir war, als sei mir dieser Name nicht unbekannt.« »Das ist möglich, mein Herr, ich bin Ihr Hausbesitzer.« »Ah, ah,« rief d'Artagnan, halb aufstehend und sich verneigend. »Ah, Sie sind mein Hausbesitzer?« »Ja, mein Herr, ja. Und da Sie seit den drei Monden, als Sie bei mir wohnen, wahrscheinlich von zu vielen Geschäften zerstreut, meine Miete zu bezahlen vergessen haben, und ich Sie deshalb nie einen Augenblick bedrängte, so dachte ich, daß Sie Rücksicht auf mein Zartgefühl nehmen würden.« »Je nun, mein lieber Herr Bonacieux,« entgegnete d'Artagnan, »glauben Sie allerdings, daß ich ein solches Benehmen anerkenne, und kann ich Ihnen, wie gesagt, in irgend einer Sache behilflich sein . . .« »Ich glaube Ihnen, mein Herr, ich glaube Ihnen, und so wahr ich Bonacieux heiße, so vertraue ich auf Sie.« »Vollenden Sie also, was Sie zu sprechen angefangen haben.« Der Bürger zog ein Papier aus der Tasche und bot es d'Artagnan. »Ein Brief!« rief der junge Mann. »Ich habe ihn diesen Morgen bekommen.« D'Artagnan öffnete ihn, und da das Tageslicht schon abnahm, trat er zum Fenster. Der Bürger folgte ihm, d'Artagnan las: »Suchet Eure Frau nicht, sie wird zu Euch zurückkehren, wenn man ihrer nicht mehr bedarf. Wenn Ihr nur einen einzigen Schritt macht, um sie aufzusuchen, so seid Ihr verloren.« »Ha, das lautet bestimmt,« fuhr d'Artagnan fort, »bei allem dem aber ist es doch weiter nichts als eine Drohung.« »Ja, aber diese Drohung erschreckt mich, mein Herr; ich bin ganz und gar kein Mann vom Degen, und habe Furcht vor der Bastille.« »Hm!« sagte d'Artagnan, »ich habe ebensowenig Lust nach der Bastille als Sie. Es ginge noch an, wenn es sich bloß um einen Degenstich handeln möchte.« »Indes habe ich auf Sie gerechnet in dieser Angelegenheit.« »Ja.« »Da ich sah, wie sie beständig von Musketieren mit stolzer, edler Miene umgeben sind, und erkannte, daß das Musketiere des Herrn von Tréville seien, folglich Gegner des Herrn Kardinals, so dachte ich, daß Sie und Ihre Freunde, um unserer armen Königin Recht widerfahren zu lassen, entzückt sein würden, Seiner Eminenz einen schlimmen Streich zu spielen.« »Allerdings.« »Sodann dachte ich, daß, da Sie mir für drei Monate die Miete schulden, und ich nie etwas davon erwähnt habe . . .« »Ja, ja! Sie haben diesen Grund bereits angeführt, und ich finde ihn vortrefflich.« »Da ich ferner darauf rechnete, Sie würden mir die Ehre erzeigen und noch länger bei mir bleiben, wo ich von Ihrer künftigen Miete ebenfalls nicht sprechen würde . . .« »Sehr wohl.« »Und dem noch beigefügt, daß ich Ihnen für den Fall der Not, wenn Sie sich, was jedoch nicht wahrscheinlich ist, in einer Bedrängnis befinden sollten, fünfzig Pistolen anbiete.« »O, vortrefflich! Sie sind also reich, mein lieber Herr Bonacieux?« »Ich habe mein gutes Auskommen, das ist das rechte Wort; ich habe mir etwa zwei- oder dreitausend Taler Renten in meinem Kaufladen gesichert, und besonders damit, daß ich einige Gelder bei der letzten Reise des berühmten Seefahrers Jean Mosquet anlegte, so daß Sie wohl begreifen können, mein Herr! . . . ja doch!« rief der Bürger. »Was denn?« fragte d'Artagnan. »Was sehe ich?« »Wo?« »Auf der Gasse Ihrem Fenster gegenüber, unter dem Bogen jener Tür, es ist ein Mann in einen Mantel gehüllt.« »Er ist es!« riefen zugleich d'Artagnan und der Bürger, denn beide erkannten ihren Mann. »Ha, diesmal soll er mir nicht entwischen!« schrie d'Artagnan und eilte nach seinem Degen. Er riß den Degen aus der Scheide und stürzte aus dem Zimmer. Auf der Treppe begegnete er Athos und Porthos, die eben auf Besuch zu ihm kamen. Sie traten voneinander, und d'Artagnan schoß wie ein Pfeil hindurch. »He doch! wohin so schnell?« riefen ihm die beiden Musketiere mit einer Stimme nach. »Der Mann aus Meung!« antwortete d'Artagnan und lief fort. D'Artagnan hatte seinen Freunden schon öfter als einmal von seinem Auftritt mit diesem Unbekannten und von der Erscheinung jener schönen Reisenden erzählt, der jener Mann eine, allem Anschein nach wichtige Sendung anvertraut hatte. Athos war immerhin der Meinung, daß d'Artagnan seinen Brief bei jenem Hader verloren habe. Nach seinem Dafürhalten wäre ein Edelmann – wie auch d'Artagnan den Unbekannten unter dem Porträt eines Edelmannes geschildert hatte – nicht fähig gewesen, auf so gemeine Weise einen Brief zu entwenden. Porthos erblickte in allem nichts weiter, als ein verliebtes Rendezvous, das eine Dame einem Kavalier oder ein Kavalier einer Dame gab, und das durch die Dazwischenkunft d'Artagnans und seines gelben Pferdes gestört wurde. Aramis meinte, bei derlei geheimnisvollen Dingen sei es am geratensten, sich gar nicht tiefer einzulassen. Sie errieten also aus den wenigen Worten, die d'Artagnan entschlüpften, um was es sich handle, und in der Meinung, d'Artagnan würde wieder zurückkommen, wenn er seinen Mann gefunden, oder aus den Augen verloren hätte, setzten sie ihren Weg fort. Als sie in d'Artagnans Zimmer kamen, fanden sie es leer; der Hausbesitzer fürchtete sich vor den Folgen des Zusammentreffens d'Artagnans und des Unbekannten und hielt es für das klügste, sich fortzubegeben.

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