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Die Denkwürdigkeiten des Herrn von H.

: Die Denkwürdigkeiten des Herrn von H. - Kapitel 9
Quellenangabe
typefiction
authorGustav Schilling
titleDie Denkwürdigkeiten des Herrn von H.
publisherby edition or-mondial/Paris
year1966
firstpub
senderreuters@abc.de
created20070410
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Eine ganz artige Aussicht

Ein benachbarter Edelmann, Herr v. G., gab ein großes Fest, und ich war auch dazu eingeladen, wie das jetzt immer von meines Vaters Bekannten und Freunden geschah, seitdem ich seinen Namen führte.

Es war eine große Gesellschaft und ich hatte viel Gelegenheit, mich an den schönen Damen zu vergnügen und durch meine Munterkeit ihren Beifall zu erhalten.

Eines Abends war Ball und das Los teilte mir eine junge Offiziersdame als Tänzerin zu. Eine lebhafte, feurige Brünette mit großen schwarzen, fordernden Augen. Ich erhielt ihren Beifall.

»Tanzen Sie deutsch?« fragte sie mich, als eben die Musik eine Pause machte.

»Deutsch«, rief ich laut und rollte mit meiner Tänzerin wie ein Kreisel dahin. Der Tanz hatte um so vergnügter für mich geendigt, weil meine schöne Tänzerin während des Walzens ihr Gesicht auf eine sehr geschickte Art dem meinigen zu nähern und nicht selten meine Lippen mit den ihrigen zu berühren wußte.

»Sie tanzen leicht und gut«, sagte sie lächelnd, als wir ans Fenster traten, »und lernen Sie erst kleine Zwischenspiele, so werden Sie vortrefflich tanzen.«

Halb glaubte ich zu verstehen.

Am anderen Tage nach aufgehobener Tafel nahm mich meine Brünette beiseite und sagte:

»Man ist hier gewohnt, Mittagsruhe zu halten und wir wollen promenieren; in der Laube am großen Teich treffen Sie mich.«

Ich ahnte mein Glück nur zum Teil.

Gleich am Schlosse war ein großer Garten voll verschwiegener Wege, dunkler Gänge, Grotten und Lauben. Am Ende zu beiden Seiten waren große Schneckengänge mit hohen Buchenhecken umgeben und in der Mitte ein Springbrunnen mit einer breiten, abhängigen Roseneinfassung.

Ich traf meine Schöne in der Laube am Teiche. Sie hatte ein leichtes, weißes Kleid angezogen. Sie nahm mich am Arm und unser Weg ging nach dem Schneckengang zur Linken hin.

»Haben Sie wohl schon geliebt, junger Herr?« fragte sie mit boshaftem Lächeln, als sie meine Verlegenheit größer finden mochte, als sie geglaubt hatte.

Ich fühlte, wie ich rot wurde.

»Gnädige Frau«, erwiderte ich, »und wenn ich nie geliebt hätte, so würde ich jetzt lieben.«

Ich schlang dabei meinen rechten Arm um ihren weichen Körper und wagte einen Kuß auf ihre Korallenlippen.

Wie ein Blitz durchfuhr mich's, als ich im Kusse etwas zwischen meine Lippen eindringen fühlte. –

Was war das?

Ich kannte noch nicht den Zauber eines Kusses und das wollüstige Zungenspiel.

Wir waren an dem Springbrunnen angelangt, meine Schöne setzte sich auf den weichen Rasen und zog mich neben sich.

»So würden Sie jetzt lieben«, sagte sie, indem sie mich starr ansah, »und sitzen doch so mutlos bei einer Dame?«

Ich schlang meinen Arm stillschweigend um ihren Nacken, küßte sie, spielte an ihren Busenschleifen, zog eine nach der andern auf und fühlte ein wollüstiges Schmachten, wie meinen Händen die milchweißen Hügel entgegenhüpften. Meine Schöne legte sich hin und schien nichts weniger als Mißbehagen an meiner Spielerei zu finden.

Ich küßte sie und sie schlang ihren Arm um meinen Nacken, hielt mich fest auf ihrem Mund, sog an meinen Lippen, schnellte mit der Zunge, und bald lernte ich das alles erwidern und fand dieses Spiel ungemein vergnügend.

»Meine Augen fallen mir zu«, sagte sie endlich, »ich werde schlafen, wachen Sie.«

Und wirklich schloß sie ihre Augen.

Mit Entzücken betrachtete ich ihren weißen runden Hals; meine Neugier ging weiter, leise entblößte ich den vollen Busen, betrachtete mit Wonnegefühl die beiden milchweißen Hügel mit den niedlichsten Rosenknöspchen; unwillkürlich zog etwas meine Lippen auf diese Schönheit; ich küßte sie und erschrak, weil ich befürchtete, daß meine Göttin erwachen könnte und mir zürnen würde.

Sie schlief fort.

Mein Auge fiel herab, sah den schönsten Fuß und die niedlichste Wade.

Sie schlief ja. Ich rückte näher, hob den dünnen Rock über das Knie – wie rund! schob ihn weiter – wie bezaubernd der Schenkel!

Betritt einmal ein feuriger Jüngling diesen Weg, so will er zwar bei jedem Schritt aufhören, aber wie könnte er das? Nur noch einen Schritt, sagt er sich bei jedem und schreitet immer fort.

Ich bückte mich tief und hoffte den Thron der Wollust zu erblicken, allein umsonst; sie lag etwas auf der Seite und die Schenkel waren übereinander.

Ein schwerer Seufzer stieg aus ihrer Brust, sie bewegte sich und erschrocken fuhr ich an meinen Platz.

Sie schlief fort, und zu meiner Wonne hatte mir die Bewegung die schönste Aussicht verschafft. Sie lag auf dem Rücken, und der leichte Rock war über die Schenkel dadurch, daß sie das eine Bein etwas an sich gezogen hatte, auf ihren alabasterweißen Leib gefallen. Bloß und etwas voneinander waren die Schenkel. Dort sah ich nun unter einer leichten Wölbung der Liebe Rosenhain; mehr, doch vorsichtig öffnete ich die Schenkel und sah jetzt durch den Rosenhain zwei niedliche rosenrote Linien, und hätte es mein Leben gekostet, so hätte ich meine Hand nicht zurückhalten können. Ich wühlte in dem Gebüsch, berührte die elastischen rosenroten Linien, die bei jeder Berührung mehr Schnellkraft zu erhalten schienen.

Wütendes Feuer ergriff mich, mein Amor ward unbändig, ich seufzte laut und meine Schöne erwachte.

»Unerfahrener Ritter«, sagte sie lächelnd, »wie wenig Sie sich Ihres Vorteiles zu bedienen wissen!«

Ich schlug die Augen nieder, richtete mich auf die Knie und hastig zog sie mich über sich hin, kaum, daß ich Zeit hatte, meine Beinkleider abzustreifen.

Sie sog und biß meine Lippen, ihr Hinterer schwebte in der Höhe, und ich ging fehl. Mit eigener Hand führte sie mich zurecht, und ich hielt triumphierenden Einzug.

Meine Brünette hatte mehr Erfahrung als Frau Reibhand, vermutlich, weil sie eine Dame von Stand war. Ihre Hände waren immer beschäftigt, bald strich sie meine Schenkel, bald rieb sie mein Rückgrat, bald kniff sie mich in die Backen, bald schnellte ihre kleine Zunge durch meine Lippen.

»Ach! Etwas nach –«

Sie hob ihren Hintern höher.

»Nach – so a ... a.«

»Lieber ei – nen Kuß.«

»I – ich gnäd –«

»Nur noch –«

»Wel – che Won –«

»Noch –«

»Ach!«

Beider Vergnügen vereinigte sich in eins.

Ich muß bekennen, daß dieses Vergnügen noch alles übertraf, was ich bisher genossen hatte. Die Entladung von beiden Seiten war ungewöhnlich stark. Als ich mich von meiner Ohnmacht erholt hatte, richtete ich mich auf. Meine Brünette behielt ihre Lage. Mit Wollust besah ich das Gestade des Wonnemeeres, das ein milchweißes Schäumchen umgab. Ich befühlte die sanfte Erhöhung, den samtnen Leib, küßte den niedlichen Nabel.

»Brav, Lieber, Sie werden es lernen, eine Dame zu vergnügen; nur mehr dreist, erlauben Sie sich alles, was Ihnen Ihre Einbildungskraft eingibt.«

Sie nahm meinen Amor in die niedliche Hand, stolz darauf, stand er hart wie ein Ast.

»Wirklich! Es macht Ihnen Ehre nach einer so starken Ergießung, wodurch Sie mein ganzes Wesen in wonniges Beben versetzt haben; noch so viel Kraft zu besitzen.«

»Gnädige Frau, Reize wie die Ihrigen, flößen Leben und Stärke auch dem schlaffsten Körper ein.«

»Mein lieber Junge, wo Erschlaffung zu Hause ist, vermögen alle Reize nichts. Halte sorgfältig Haus, strenge dich ja nicht so früh an, willst du dir nicht das Vergnügen vieler Jahre vergeuden. Küsse mich, Lieber.«

Unser Zungenspiel begann, und bald ward es mir zu einfach, ich suchte mehr.

»Schonen Sie sich, Lieber, sparen Sie's bis auf die Nacht, ich erwarte Sie in meinem Zimmer. Kommen Sie ohne weitere Kleidung, als Ihren Schlafrock.«

»Ich werde gehorchen; aber jetzt –« Schon hatte ich mich des Thrones bemächtigt, und bewies meiner Brünetten, daß mich meine erste Entladung nichts weniger als geschwächt hatte.

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