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Die Denkwürdigkeiten des Herrn von H.

: Die Denkwürdigkeiten des Herrn von H. - Kapitel 6
Quellenangabe
typefiction
authorGustav Schilling
titleDie Denkwürdigkeiten des Herrn von H.
publisherby edition or-mondial/Paris
year1966
firstpub
senderreuters@abc.de
created20070410
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Das war ein Schritt

Ich bat Lieschen von nun an beständig, mich doch einmal mit in ihre Kammer zu nehmen, denn zu mir durfte sie nicht wagen zu kommen, aus Furcht, Madame, die gleich nebenan schlief, möchte rufen; allein immer vergebens. »Genug«, sagte sie, »daß ich Ihnen das erlaube.« Nun war freilich das schon ein außerordentliches Vergnügen, daß meine Hand alle Freiheit genoß; allein ich hatte Lilla an der Seite meines Vaters nackend und dann in besonderer Positur gesehen.

Herr Reibhand war auf der Messe. Es war elf Uhr, schon eine Stunde lag ich in meinem Bette, als jemand meine Tür öffnete, vor mein Bett trat und mich mitzukommen nötigte. Es war Lieschen. Herausspringen und folgen war eins.

»Kommen Sie«, sagte sie zu mir, »und sehen Sie, ob meine Frau schöner ist als Lilla, von der Sie mir erzählt haben.«

Wir kamen in die Kammer. Sie führte mich an die Tür, in der ein kleines Loch war; gewiß zu einem andern Zweck bestimmt, als daß jetzt Madame belauscht wurde.

Sie saß rückwärts auf einem Armsessel, hatte die Schenkel auseinander, die Füße auf zwei Stühle gestützt, und spielte an ihrer Liebesgrotte. Endlich fuhr sie mit einem Finger hinein, fuhr langsam hin und her, dann geschwinder, und endlich unter beständigem Hin- und Herbewegen des Hinterns so geschwind, daß es mehr ein Zittern als Hin- und Herfahren war. – Feuer durchglühte mich über und über.

Lieschen lauschte am Schlüsselloch. Ich griff nach ihr hin, sie war mehr heiß als warm, meine Hand suchte und traf ihren Finger in ihrem niedlichen Liebestempel.

Nur zwei Schritte davon stand ihr Bett; die Nacht war hell genug, um nicht anzustoßen; ich umfaßte sie, trug sie aufs Bett, legte ihre Schenkel auseinander und mich zwischen diese. Kein Widerstand. Ich entledigte mich meines Hemdes und nun schloß ich mein Mädchen fest an meine Brust, suchte mit meinem Amor Lieschens Grotte zu treffen und kam bald zu hoch, bald zu tief und immer fehl. Das Berühren und Bewegen brachte mich von Sinnen, ich schnaubte und arbeitete und die alten Gurten an Lieschens Bett, die ein solches Beben nicht gewohnt sein mochten, zerrissen und wir fielen durch. Allein nichts brachte mich zu mir selbst, ich arbeitete fort, als auf einmal Madame, die die Erschütterung gehört hatte, mit dem Licht in der Hand, in einem Schlafrock hereintrat. Der Lichtschein schreckte mich auf einmal auf, ich ergriff die Flucht, verfehlte aber in der Wut die Tür, sprang durch die Wohnstube in Madames Schlafkabinett und wußte im Dunkeln nicht, wo ich eigentlich war. Ich tappte und fand keinen Ausgang.

Wie Madame dem halbtoten Lieschen den Abendsegen gelesen und eine handgreifliche angenehme Ruhe gewünscht hatte, hörte ich sie die Tür schließen. Sie trat aus ihrem Schlafgemach ins Wohnzimmer und machte auch diese Tür zu.

Hier stand ich armer Sünder nun nackend wie aus dem Mutterleibe, mit steifen Nerven (denn aller Schrecken war nicht vermögend gewesen, ihnen die Spannkraft zu rauben) und hätte vor Scham in die Erde sinken mögen.

Madame betrachtete mich genau.

»So, Herr v. H., wahrlich, das gefällt mir! In einem solchen Aufzug. Das Vergnügen hätte ich ja wohl nie gehabt, wenn Sie die Überraschung nicht die Tür verfehlen ließ.«

Ich vermochte keinen Laut hervorzubringen.

»Nun, Sie könnten sich erkälten, ich verzeihe Ihnen, weil Sie mich in diesem Aufzuge vergnügen, doch unter der Bedingung, daß ich Sie nie wieder so antreffe. Kommen Sie!«

Sie führte mich an die Tür, machte auf und ich eilte durch, und erst, wie sie hinter mir zuschloß und laut lachte, sah ich, daß ich wieder in einem andern Zimmer war.

Ich war und blieb stumm.

Madame stellte das Licht hin, näherte sich mir, legte ihre Hand auf meine Schulter und sagte:

»Herr v. H.! Strafe muß sein! Indessen hoffe ich, daß Sie am Ende sich nicht über meine Härte beschweren sollen.«

Sie nahm mich, führte mich ans Bett und nötigte mich zum Legen. Ich zögerte, da legte sie mich selbst, ließ den Schlafrock fallen und lag neben mir.

Unbeweglich lag ich da.

»Finden Sie denn an mir nicht so viel Schönes«, hub sie endlich an, indem sie meine Hand auf ihren wallenden Busen legte, »als an Lieschen?«

Das Sanfte des Busens erheiterte mich. O, ich kannte damals noch nicht den Wert eines schönen Busens! Ich erhob mich und wagte einen Kuß, der mir doppelt erwidert wurde und meine ganze Begierde aufs höchste reizte.

»Schöne Frau«, sagte ich endlich, »ich bin außer mir; haben Sie Mitleid mit mir.«

»Sie glühen!«

Sie rückte näher, entblößte sich, spreizte die Schenkel auseinander und führte meine Hand über krauses Haar zum niedlichsten Tempel der Wollust. Ich geriet außer mir, stürzte über sie hin und stieß mit meinem Amor immer fehl. Ich Armer wußte mich nicht zu benehmen.

»Nicht so hitzig, Lieber«, sagte meine Schöne, »sparen Sie Ihre Kräfte – Geduld: halten Sie ein –«

Ich hörte nicht mehr.

Endlich gelang es ihrer schönen Hand, meinen Amor zu erhaschen, ich schnaubte, sie hob sich etwas und glücklich führte sie ihn in die Grotte der Wollust.

Aber – kaum war ich drin, so verlor ich alles Gefühl in den übrigen Teilen meines Körpers, das sich allein in meinem Amor konzentrierte, er strömte und in Wollust betäubt lag ich in ihren Armen. Sie spielte an meinen Haaren, küßte mich und brachte mich durch Tändeln wieder zu mir selbst.

»Nun, Herr v. H.«

Ich verbarg mein Gesicht an ihrem Busen, und wagte vor Scham nicht aufzublicken.

»Bald sollte ich glauben, lieber Jüngling, daß Sie mir die Erstlinge Ihrer Keuschheit gebracht haben; warum verbergen Sie Ihr Gesicht?«

Sie lag gestützt auf ihren linken Arm und hatte so meine ganze Figur vor sich liegen.

Mein kleiner Amor hatte sich schon wieder gehoben und stand aufgerichtet da.

Sie nahm ihn in die Hand, wie ein Blitz durchfuhr es alle meine Glieder, sie lächelte, und indem sie sich über mich hindrückte und mich küßte, sagte sie: »Schöner Junge, feurig bist du, aber zaghaft und verschämt und stumm. Sei dreist und glaube, daß die Neckereien und Scherze den Genuß der Liebe versüßen.«

Ich armer, unwissender Knabe!

Indessen wirkte diese Aufmunterung doch so viel, daß ich meine Hände in Bewegung setzte. Ich streichelte ihre weiche Haut, kniff ihre runden und festen Hinterbacken und suchte und erreichte die zart bemooste Quelle der Liebe.

Sie drückte mich fest an sich, und je mehr meine Finger beschäftigt waren, je heißer wurden ihre Küsse und je mehr schwoll jeder Muskel meines Körpers.

Sie legte sich, gewaltig hob sich ihr Busen und mit gierigen Blicken sah sie nach mir hin.

»Nur nicht so hitzig, Lieber«, sagte sie, »etwas langsamer, und lassen Sie mich nicht auf dem halben Wege des Vergnügens zurück.«

Wie mochte sie mir zumuten, daß ich das verstehen sollte?

Sie tat ihre Schenkel voneinander, ich stieg dazwischen; sie zog das linke Bein an, sich zu stützen, nahm meinen kleinen Amor und führte ihn in die Grotte (ich schauderte) und schlang ihr rechtes Bein über meine Hüfte.

So ungefähr habe ich Lilla gesehen, dachte ich.

»Langsam, Lieber!«

»Halt! Küssen Sie mich: eins, zwei, drei!«

»Nun wieder!«

»Nicht so ge –«

Sie fing an zu keuchen, schluckte, ihre Lippen bebten, der Atem stockte, die Augen brachen – fest umschloß sie mich und erwiderte jeden Stoß mit solch einer Heftigkeit, daß sie mich bisweilen ganz empor hielt.

»Fort, ge – schwin – der – a – aa – aaa – ach! –«

Mein kleiner Amor war über und über gebadet und meine Schöne schloß die Augen und blieb unbeweglich; und nun entlud ich unter den heftigsten Stößen in dem größten Übermaß.

Kraftlos lag ich in ihren Armen.

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