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Die Denkwürdigkeiten des Herrn von H.

: Die Denkwürdigkeiten des Herrn von H. - Kapitel 47
Quellenangabe
typefiction
authorGustav Schilling
titleDie Denkwürdigkeiten des Herrn von H.
publisherby edition or-mondial/Paris
year1966
firstpub
senderreuters@abc.de
created20070410
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Viertes Buch

Übersicht einiger Jahre

Ich kam nach Blassenheim zurück und fand meinen Vater daselbst. Die Freude des Wiedersehens war unbeschreiblich groß. Ich zeigte ihm den Entwurf, wie ich meinen künftigen Wohnsitz verschönern wollte; er pflichtete meiner Idee bei. Balthasar übertrug ich die Ausführung und besuchte nun Madame Glossen, bei der ich die nächsten acht Tage vergnügt verbrachte. Sie war immer noch die liebenswürdige Frau.

Ich besuchte darauf einige deutsche Höfe und habe mancher Dame die Hand geküßt. Allein, lange fand ich keine Neigung, mich näher mit ihnen bekannt zu machen. Wenn ich auch bisweilen mich in die Arme einer Dame verirrte, so war der Trieb mehr Ursache, als die Liebe und das Vergnügen ohne Würze.

Ein angenehmes Abenteuer hatte ich bei meiner Durchreise durch B. Ich wohnte in der dritten Etage des Hotels. Vor dem Schlafengehen bekam ich noch Lust, einen kleinen Spaziergang zu machen und beim Zurückgehen in Gedanken versunken, verfehlte ich mein Zimmer. Ohne den Irrtum zu bemerken, löschte ich das Licht und ging zu Bett. Nachdem ich längere Zeit gelegen, hörte ich einen Wagen vorfahren und bald darauf hörte ich Schritte auf der Treppe. Die Tür wurde geöffnet und zwei fein gekleidete junge Damen traten mit einem jungen Kammermädchen ein. –

Die Bettgardinen waren zugezogen und mein Nachtrock lag auf dem Bett. Ich verhielt mich ruhig und war voller Erwartung. Das Kammermädchen war beschäftigt, die Damen auszukleiden und ich hörte, daß es gnädige Fräuleins waren, die einen Onkel besuchen wollten, ihn aber nicht getroffen hatten.

Wie soll das ablaufen? Gern hätte ich mich entdeckt, aber wie? Um nicht den armen Kindern dadurch einen Schreck einzujagen. Die Jungfer holte den Tee und ich war mit ihnen allein.

»Liebes Julchen, der Major gefiel mir; sein mannbares, energisches Gesicht – ich muß gestehen, es wurde mir ganz enge um die Brust, als er mir die Hand küßte. –«

»Es ist ein ganz artiger Mann; aber Bäschen, der Hauptmann mit der ungeheuren Habichtnase – seine Augen, hast du wohl bemerkt, wie feurig sie waren.«

Eine Menge wurden gemustert und Röschen, nachdem sie den Tee gebracht, zu Bette geschickt. Nun spazierten sie Arm in Arm durch die Stube und erzählten sich von der Wirkung, die dies oder jenes Mannsbild auf sie gemacht. Auch wurden die dicken, runden, wohlgenährten Schenkel wohl in Erwägung gezogen.

Endlich entkleideten sich die gnädigen Fräuleins ganz; meine Augen hatten ein interessantes Schauspiel. Sie umarmten sich, küßten sich, drückten ihre niedlichen Milchhügel, rieben sich aneinander, spielten im Myrthenhain und in der Wollustgrotte. Küsse, mit Seufzern untermischt, schallten durchs Zimmer und schmachtend drückten sie abermals Busen an Busen. Mir ward warm bei dieser Szene. Sie sanken aufs Kanapee, lagen aufeinander, hatten ihre Finger eine in der andern Wollustgrotte, bewegten sich und blieben endlich stumm und unbeweglich liegen. Ich hob meinen Kopf und die Bettgardine rasselte. Sie horchten auf. Entdecken mußte ich mich endlich; ich bewegte mich also stärker. Vor Schrecken starr, richteten sie sich auf und blickten nach dem Bette. Ich warf mein Hemd ab und erschien.

Zugleich ein lauter Schrei und sie lagen in Ohnmacht.

Ich gab mir alle mögliche Mühe, sie wieder zu sich zu bringen. Julie schlug zuerst die Augen auf. »Verzeihung, gnädiges Fräulein, ein glücklicher Irrtum hat mich in ihr offenes Zimmer geführt.« Sie schloß die Augen und Blutröte überzog ihr Gesicht.

»Verlassen Sie uns, mein Herr –«

»Das wäre zu grausam, gnädiges Fräulein!«

Das Bäschen erholte sich auch und als sie sah, daß ich Julchen umarmt hielt, floh sie ins Bett. Beide bestanden darauf, daß ich mich entfernen sollte. Julie wollte sich meinen Armen entwinden; ich trug sie ins Bett und nach einigem Sträuben lag ich mitten drin und hatte in jedem Arm ein munteres frisches Mädchen, welches nach und nach meine Küsse und Tändeleien zu erwidern anfing.

»Angenehm sind die Spielereien der Liebe, meine schönen Nymphen, aber unzureichend, denn sie verlangt höhern Genuß. Einigen Sie sich; wer heute das erste Opfer erhält, erhält morgen das zweite.«

Beide verneinten alles und beide näherten sich mir doch mehr und mehr. Ich stand auf, suchte Papier, riß zwei Streifen, einen länger als den andern.«

»Ziehen Sie, meine Schönen, der längste Streifen hat den Vorrang.«

Das Bäschen zog ihn und wollte ihn Julien aufdringen. Es war ein fleischiges, wohlgenährtes Mädchen, und ohne Widerstand ließ sie mich Besitz vom Throne der Liebe nehmen. Julie ward rot und Eifersucht leuchtete aus ihren Augen.

Ich ließ das Bäschen die Beine anziehen, führte meinen Amor in die Grotte und spielte mit meinem Finger in Juliens Wollusttempel.

Des Bäschens Augen glänzten vor Vergnügen und bald ward ihr Atem zitternd und leises Stöhnen entstieg ihrer sich hebenden Brust. Die Wollust schien sich Julien mitzuteilen: auch ihr Atem ward stockend und ihr Schoß bewegte sich heftig unter meiner Hand, die sie ganz festhielt, damit sie nicht aus der Richtung kommen sollte.

Mein Amor leerte die Wollustschale, und das gute Bäschen war ganz Leben unter mir, und er hatte noch nicht vollendet, als schäumend der Wollustnektar aus ihrer Quelle hervorquoll und sie in Wonnetaumel verfiel.

Ich wandte mich jetzt zu Julchen, das arme Kind brannte wie Feuer. Sie küßte mich, sog an meinen Lippen unaufhörlich und preßte mich mit aller Gewalt an ihren Busen.

»Nur noch eine kleine Ruhe, meine schöne Julie, so hoffe ich, Sie sollen befriedigt werden.«

Sie spielte mit meinem Amor, streichelte seine Flügel und er hob sich. Ihr ganzes Gesicht verriet die heftigste Begierde und wütend führte sie ihn selbst in die Grotte, die mehr entzündet als liebeswarm zu sein schien. Sie bewegte sich heftig und unter lautem Stöhnen, das sich nach und nach in leises Girren verwandelte, floß ihr Liebespokal über.

Jetzt führte ich meine Hände unter ihre Hinterbacken, hielt sie fest und genoß ungemein viel Wollust, die die heftigen Zuckungen in ihrer Wollusthöhle noch vermehrten.

Das Bäschen betrachtete den Kampf mit verschlingenden Blicken, hob sich endlich, stieg über mich und gab meinen Bewegungen Nachdruck. Julie seufzte unter ihrer Bürde und nun brachte ich, mit außerordentlichem Wollustgefühl, der Liebe ein reichliches Opfer. Sobald Julchen es spürte, brach auch ihre Quelle wieder hervor und sie verfiel in ein ohnmächtiges Hinbrüten. Das Bäschen legte mich auf den Rücken, streckte sich über mich und hauchte mir mit wollüstigen Küssen neues Leben ein.

Es waren zwei wollüstige Mädchen und ich wüßte nicht, welcher ich den Vorzug gegeben hätte. Die Hauptstadt des Wollustreiches war bei beiden schön, noch nicht entweiht durch Mißbrauch und an Reizen reich.

Die Liebkosungen des teuern Bäschens weckten meinen schlafenden Amor bald wieder auf und schon hatte sie ihn bereits in den Tempel der Liebe gelockt. Allein die liebevolle Seele kannte keine Mäßigung, zu eifrig, zu geschwind bewegte sie sich. Bald schloß sie die Augen, sank auf meinen Mund und badete meinen Amor mit Wollustnektar.

Julchen sah mich verlangend an; ihr schmachtender Blick verriet nur zu sehr, daß sie sich an die Reihe wünschte. Ich fühlte an ihrer Liebesquelle und sie zuckte. Sollte ich dem Bäschen das Opfer entziehen?

Indem ich es noch überlegte, hatte Julie schon ihre Freundin verdrängt. Sie war noch eifriger wie jene und binnen einer Minute lag sie kraftlos da.

Nun betrachtete ich mit ungeheurem Vergnügen, die beiden schönen, wollüstigen Körper. Die Myrthenhaine waren durch die Überschwemmungen etwas in Unordnung geraten und Julchens niedliche Rosenspalte schäumte noch.

Ich ließ Julchen endlich auf Knie und Hände stellen, legte das Bäschen auf ihren Rücken, bestieg ihren Wollustthron, umschlang mit meinem Arm die niedlichen Körper und fuhr mit der andern Hand in Juliens Liebestempel.

Es war eine Wollust, die beiden Mädchen ächzen zu hören.

Julchen. »Ach! – zu schwer!«

Bäschen. »O – o – o – o oh!«

Julchen. »Ich trag' es nicht!«

Bäschen. »Nur noch ein wenig!«

Julchen. »Ich – i – i ich ersticke!«

Bäschen. »O o – o – schonen Sie mich!«

Julchen sank nieder und das Bäschen verlor alle Besinnung, wie sie der Liebe wonnigliches Opfer erhielt.

Von beiden Mädchen umarmt, streute Morpheus seine Schlummerkörner über unser Lager und wir versanken in die sanfteste Ruhe, die erst die hohe Sonne aus unseren Augen trieb.

Manche schnurrige Anekdote mit jungen und älteren Hofdamen und sonstigen anmutigen Fräuleins und mancherlei Etcetera bleibe ich meinen Lesern schuldig.

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