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Die Denkwürdigkeiten des Herrn von H.

: Die Denkwürdigkeiten des Herrn von H. - Kapitel 35
Quellenangabe
typefiction
authorGustav Schilling
titleDie Denkwürdigkeiten des Herrn von H.
publisherby edition or-mondial/Paris
year1966
firstpub
senderreuters@abc.de
created20070410
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Wir wollen reisen

Dieses war mir ein unangenehmer Spaß; ich fühlte einige Tage die Anstrengung und hatte doch eigentlich kein Vergnügen genossen.

Unstreitig sind dies die vorzüglichsten Auftritte während meiner akademischen Jahre, nicht aber die einzigen. Ich würde zu weitläufig sein, wenn ich alles erzählen wollte, was so manches Ungefähr, manche Gelegenheit und manches Verhältnis darbot. Wer da sucht, findet, und das Suchen war bei mir immer der Fall, ausgenommen die kurze Zeit der Bekanntschaft mit Madame Flamman.

Meine Leser mögen mich also auf meinen Reisen begleiten und sehen, wie ich mich da benehme. Ich werde auch hier ebensowenig zu meiner Entschuldigung sagen als bisher, und meinen Lesern ganz freie Macht zu urteilen überlassen.

Ich war reisefertig, und mein Balthasar war schon voran mit meinen Sachen, als mich noch folgende kleine Begebenheit einige Tage aufhielt.

Ich ging in einem Garten spazieren und stellte ganz ernsthafte Betrachtungen an, als ich von Ungefähr auf vier Damen stieß, wovon die eine meine ganze Aufmerksamkeit auf sich zog. Ihr Wuchs war prächtig, ihr Gang majestätisch und unter dem Basthute strahlte ein herrliches Gesicht hervor. Ich bog in einen Gang, so daß ich ihnen wahrscheinlich wieder begegnen mußte, um mich ihr vielleicht bemerkbar zu machen; allein es schlug fehl, sie waren umgekehrt und ich sah sie aus dem Garten gehen. Ich eilte nach, sie waren in einen Wagen gestiegen und rollten fort. Ich war verdrießlich, daß mir meine Absicht nicht gelungen war, schlich nach dem andern Tore zu und wollte ins Hotel de B**. Ich glaubte den Wagen mir entgegenkommen zu sehen. Er hielt vor dem Hotel und meine Dame stieg aus. Ich erkundigte mich und erfuhr, daß es die Gräfin C. aus Holland sei.

Wagst du es? Ja!

»Ich reise in einigen Tagen ab«, sagte ich zum Wirt, »meine Sachen sind schon fort, man sieht es gern, daß ich meine Wohnung räume, wollen Sie mir auf einige Tage ein Zimmer geben?«

»Sehr gern« war die Antwort und mein Bedienter mußte meinen Mantelsack bringen.

Es traf sich so glücklich, daß noch ein kleines Zimmer nicht weit von dem der Gräfin leer war.

Nun war zu überlegen, wie ich mit ihr sprechen konnte. Und folgendes wurde beschlossen und ausgeführt. Ich zog ein neues, gut gewähltes Reithabit an und ging ins Kaffeehaus. Bis gegen neun Uhr verweilte ich da und kehrte ins Hotel zurück. Sprang singend die Treppe hinan und öffnete, als ob ich fehl ginge, der Gräfin Zimmer. Ich erschrak, staunte! –

Die Gräfin lag auf dem Sofa und ihre Kammerfrau las ihr vor.

Ich lief hinzu und küßte ihre Hand.

»Tausend Verzeihung, gnädige Frau, meiner übereilten Unvorsichtigkeit. – Unachtsamkeit hat mich mein Zimmer verfehlen lassen, und ich bin so unglücklich, Sie auf eine außerordentlich unhöfliche Art zu unterbrechen.

»Wer sind Sie, mein Herr?«

»Ich bin« ... usw.

»Wollen Sie sich setzen?«

»Gnädige Frau, der Anstand – doch so vielen Reizen auch nur einen Augenblick nahe zu sein, kann allen Anstand vergessen machen.«

»Mir fällt das Deutsche schwer –«

»So befehlen Sie, gnädige Frau, und ich spreche französisch.«

Wir unterhielten uns wohl eine Stunde und die Gräfin behielt ihre Lage, nur daß ich jetzt mehr oder weniger ihre volle runde Wade zu sehen bekam. Meine große Begier war rege, Die Kammerfrau entfernte sich.

Ich schwieg und betrachtete die Milchhügel, die sich zu bemühen schienen, den leichten Flor abzustoßen.

»So erzählen Sie doch, Herr v. H. – Sie wollen also reisen?«

Sie stand auf, ich ergriff ihre Hand.

»Gnädige Gräfin, – ich erzählen! Wo die Betrachtung Ihrer Reize mir jeden Gedanken raubt.«

Sie lächelte und ich bekam Mut, küßte ihre Hand, und wie ich einen sanften Druck fühlte, schwebte schon mein Kuß auf ihren schönen Lippen.

»Sie sind –«

Ein zweiter Kuß hemmte das Sprechen.

»Nichts zu meinem Nachteil, gnädige Gräfin, wenn Sie mich nicht unglücklich machen wollen.«

»Sie sind sehr rasch –«

Sie richtete sich auf und ich saß neben ihr und drückte sie mit voller Inbrunst an meine Brust. »Verdammen Sie mich, gnädige Frau«, rief ich, »nur erlauben Sie mir diese Glückseligkeit.«

Meine Hastigkeit hatte das Halstuch weggeschoben, sie wollte es in Ordnung bringen, allein mein Gesicht ruhte auf den wollüstigen, schwanenweißen Hügeln und meine Lippen überströmten sie mit Küssen.

»Sie sind verwegen!«

Damit riß sie sich los und wollte gern zürnen, allein ihr Gesicht strafte sie Lügen.

Wir versöhnten uns; ich stand auf, wollte mich empfehlen und bat um die Erlaubnis, morgen meine Aufwartung machen zu dürfen.

Sie hielt meine Hand, forschte in meinem Blick.

»Morgen –?«

Ich verstand das Morgen und wiederholte meine Bitte, mich zum Gehen wendend.

Sie stand auf und hielt noch immer meine Hand.

»Die Frau Gräfin werden müde von der Reise sein.«

»Ich kam gestern schon an und habe nur kurze Stationen gemacht.«

»Ich kann nicht anders, als verwegen sein –«

Mit diesen Worten umarmte ich sie aufs neue, sog an ihren Lippen und schnellte mit meiner Zunge.

»Dürfte ich Sie nicht verlassen, mich Ihnen so nahe wissen und –«

Meiner Gräfin wurde warm, ihr Gesicht glühte, ich sank mit ihr aufs Sofa und meine Hand wühlte ungehindert in dem schwelgerischen Busen.

»Junger Mann, Sie besitzen viel, eine Dame zu überraschen.«

»O, wäre ich so glücklich! –«

Und damit war meine Hand auf ihren bloßen Schenkeln.

»Wollen Sie, daß ich –«

»Daß Sie mich zum glücklichsten Sterblichen machen.«

Der leichte Widerstand hinderte mich nicht, daß ich bis an den Wollusthain gelangte und Kuß um Kuß trat der lieben Gräfin beim Sprechen hemmend in den Weg.

Ich warf mich mit ihr aufs Sofa, sie wurde sichtbar schwächer und mein Spielen am Venustempel machte sie ganz unruhig.

»Glücklich bin ich, aber –«

»Eine solche Dreistigkeit ist mir noch nicht vorgekommen!«

Kurz, wird wurden einig. Ich empfahl mich, nachdem ich die erfreuliche Zusage erhalten hatte, daß ich die Tür zu ihrem Schlafzimmer offen finden sollte.

Es war bald elf Uhr, ich konnte unmöglich länger warten. Im bloßen Schlafrocke schlich ich vor die bezeichnete Tür, eben schloß sie die Gräfin auf und schon stand ich vor ihr und hatte sie in meine Arme geschlossen. Sie war bloß mit einem Hemde bekleidet und hatte bereits im Bett gelegen. Ich wollte ihr auch das abstreifen; sie weigerte sich und so riß ich es von oben bis unten auf.

Sie sah mich verwundert an. Im Nu stand ich ganz nackend vor ihr und drückte Busen an Busen. Seit meiner Flamman hatte ich keinen schöneren weiblichen Körper gesehen. Beide nebeneinander gestellt, würde die Wahl unendlich schwer sein, ja überflüssig werden, indem man beide nähme.

Durch alle nur erdenklichen Spielereien suchte ich ihre Begierde zu erregen und es gelang mir nur zu gut, so daß sie sich über mein Zögern beklagte.

Ich führte sie endlich aufs Bett, sie war ganz Begier und empfing mich mit der wärmsten Umarmung.

Ihre Wollustgrotte war so niedlich gebaut und lag so bequem, daß wir nicht die geringste Kunst nötig hatten, um meinem Amor das Eingehen interessant zu machen. Sie schloß mich fest an ihren Busen, als der Eingang durch den Triumphbogen erfolgt war.

Ich lag unbeweglich und sie küßte mich unaufhörlich und hob sich bisweilen leicht unter mir.

»Sie verstehen es, mein Feuer zu erregen, und werden auch dafür sorgen, daß es gelöscht werde.«

»Zweifeln Sie, schöne Gräfin?«

»Es wäre nicht das erstemal, daß ich zehrendem Feuer überlassen werde. Begierden erregen ist leichter, als dieselben befriedigen, wissen Sie das?«

Ich umfaßte meine Gräfin, küßte ihre brennenden Lippen und begann langsam der Liebe süßestes Spiel.

Ihr Gesicht war ganz Wollust und ihre elastischen Milchhügel schienen auf der hochgewölbten Brust wie junge Lämmer zu hüpfen.

»Schreckliches Feuer!«

Ihre Lippen zitterten. Sie drückte mich fest an sich. Ich merkte, daß ihr Entscheidungspunkt nahe war und fing an zu galoppieren.

»Lieber oh! Lieber oh! –«

Sie verlor die Sprache und ihr zitternder Atem verwandelte sich in ein leises Girren.

»Schöne Gräfin, wer behauptet den Kampfplatz?«

Sanftes Ansichdrücken und leises Stöhnen war die Antwort. Nun füllte ich ihren Becher mit Nektar der Wollust. Sie bekam Zuckungen und versank in wollüstiges Hinbrüten.

Über ihren ganzen Körper schien Vergnügen hingegossen; ihre lange Erholungszeit bewies, in welchem Grade sie der Liebe Glück genossen hatte.

Mit zärtlich liebevollem Blick sah sie mich endlich an.

»Werden Sie nicht stolz, wenn ich Ihnen bekenne, daß noch nie wohltuendere Gefühle mein ganzes Wesen erschüttert haben?«

»Nicht stolz, aber glücklich macht mich dies Bekenntnis.«

Damit streckte ich mich wieder über ihren schönen Körper hin und führte meinen Amor in die Grotte.

Ihre Küsse waren äußerst wollüstig.

Ich ließ sie ihre Beine anziehen, brachte meine Hände unter ihren Hintern und rieb an ihrer Spalte, um den Kampf aufs neue zu beginnen.

Anfangs lachte sie herzlich über das Fingerspiel, allein bald klagte sie über zu heftigen Reiz, geriet ganz außer sich und, als die Wollustschale nun endlich überfloß, fiel sie in Ohnmacht.

Ein herrlicher Anblick; jeder Zug drückte hohes, unnennbares Vergnügen aus. Ich küßte die vollen Milchhügel, sog an den niedlichsten Rosenknöspchen, rieb den sammetnen Leib und spielte an dem Myrthenhaine.

Sie schlug die Augen auf.

»Nun, meine schöne Gräfin?«

(Mit einem Seufzer:) »Wie ist das möglich? Ist ein Mensch so unbeschreiblicher Glückseligkeit fähig?«

Sie schmiegte sich an mich.

»Warum mußte ich Sie kennenlernen, warum mußte ich erfahren, wieviel mir fehlt?«

Ich wollte mich in mein Zimmer begeben, allein sie wünschte an meiner Seite zu schlafen.

Schon war es hoher Tag, als wir erwachten. Welch zärtliches Feuer leuchtete aus ihren Augen!

»Wann werden Sie abreisen?«

»Morgen, Frau Gräfin.«

»Nein, das sollen Sie nicht. Ich muß wenigstens noch vier Tage hier bleiben und Sie werden daher Ihre Abreise so lange hinausschieben; nicht wahr, Sie versprechen mir es.«

Dabei küßte sie mich so feurig und drückte mich so fest an ihren Busen, als ob sie meine Bejahung herauspressen wollte. Ich hatte schon gestern daran gedacht und war daher ziemlich mäßig gewesen, um unser Vergnügen zu verlängern.

»Ich würde, gnädige Gräfin, gleich ja sagen, wenn ich ebenso gut Feuer zu löschen, wie zu erregen verstände.«

»Sind Sie so lobgierig? Ich bereue, Ihnen das gesagt zu haben und bitte tausendmal um Verzeihung.«

Als Antwort darauf umarmte ich meine Gräfin, schwang mich in den Sattel und begann wollüstiges Zungenspiel. Ihr Auge schmachtete.

Ich ließ sie ihre Beine über meinen Hintern kreuzen und führte meinen Amor durch das Siegestor.

»Wahrlich, Sie verstehen es, den Genuß der Liebe zu vervielfältigen. Aber nicht so hastig, lieber H., Sie dringen zu tief, es schmerzt.«

Nicht lange klagte sie darüber, bald gossen wir mit den wollüstigsten Empfindungen unsern Lebensbalsam aus. Ich habe die paar Tage noch sehr vergnügt hingebracht. Meine Donna ließ mich fast nicht aus ihren Armen. Wir fuhren einmal in ihrem englischen Reisewagen spazieren. Sobald wir ins Freie kamen, nahm sie mich in ihre Arme, drückte an eine Feder und wir lagen ganz bequem nebeneinander.

Ich hob ihren Rock auf und streifte meine Beinkleider ab und wir lagen in eins vereinigt.

Die Erschütterung des Wagens machte sonderbare Empfindungen und verursachte den wollüstigsten Taumel, der sich denken läßt.

Am letzten Tage, als ich gegen Abend in ihr Zimmer trat, lag sie, in tiefe Gedanken versunken, am Fenster.

Ich schlich mich unbemerkt heran, ließ meinen Amor vortreten, hielt sie fest und war in ihrem Wollusttempel, ehe sie Zeit hatte, es zu verhindern.

Nach einigen Bewegungen:

»Nein, lieber H., das vergnügt mich nicht, kommen Sie aufs Sofa.«

Ich folgte ihr und wir genossen großes Vergnügen.

In der letzten Nacht zeigte ich mich als ganzer Mann. Wir leerten siebenmal den Wollustbecher.

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