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Die Denkwürdigkeiten des Herrn von H.

: Die Denkwürdigkeiten des Herrn von H. - Kapitel 32
Quellenangabe
typefiction
authorGustav Schilling
titleDie Denkwürdigkeiten des Herrn von H.
publisherby edition or-mondial/Paris
year1966
firstpub
senderreuters@abc.de
created20070410
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Es wird viel Blut vergossen

Wenigstens zweimal wöchentlich besuchte ich meine Flamman, bis sie mir verkündigte, sie sei schwanger und entsage daher bis auf weiteres allem ferneren Genusse.

Der alte Brambur gab deshalb der ganzen Familie und einigen guten Bekannten, als es lautbar wurde, ein großes Gastmahl und lud mich auch dazu ein.

Unter den Bekannten war eine niedliche, junge, feurige Brünette, die mich an sich zog. Ich hatte wenigstens schon einen ganzen Monat fasten müssen und sehnte mich sehr nach Sättigung.

Mademoiselle Raschmann gefiel mir und sie nahm meine Höflichkeiten sehr wohl auf.

Die Gasterei war vor dem Tore in Bramburs Garten. Die Gesellschaft war zahlreich, mehrere verloren sich, Paar und Paar, und ich schlug also der kleinen Raschmann auch einen Spaziergang vor, was sie annahm.

Es war in der Abenddämmerung, die der Liebe so hold ist.

Meine Sache war es nicht, viel Umschweife zu machen; ich führte also meine Begleiterin bald in eine Laube, setzte mich und zog sie auf meinen Schoß.

»Ei, Herr v. H.!«

Ich küßte sie.

»Lieben Sie mich, schönes Mädchen?«

»Sehr kurz und bündig!«

»Wozu viel Umschweife? Ich liebe Sie, liebe Kleine, und falls Sie ebenfalls so fühlen, – Sie lachen?«

»Nun ja, bei meiner Treu, sonach wäre ihrer Meinung nach der Handel gleich abgeschlossen, nicht wahr?«

»Allerdings! Ich bin sogar, so unbequem der Ort auch ist, augenblicklich bereit, Ihnen den tatsächlichsten Beweis meiner innigen Liebe zu geben.« Und bei den letzten Worten rollte mein Blut feurig durch die Adern, ich sah sie schmachtend an.

»Und der wäre?« –

Ich drückte meinen Mund fest auf den ihrigen, schnellte meine Zunge zwischen ihre Lippen, drückte sie mit meiner linken Hand fest an mich und war im Nu mit der Rechten am Wollustgestade.

Das arme Mädchen sträubte sich, war aber viel zu schwach, um sich meinen Armen zu entwinden.

»Nun, liebes Mädchen?«

»Lassen Sie mich, ich bitte.«

»Einen Kuß, liebes Mädel, und noch einen, und wieder einen. Wenn Sie mich lieben, so erwidern sie ihn. Nun, Sie zögern?«

»Lassen Sie mich los!«

Sie war sehr ängstlich und zitterte. Unentschlossenheit las ich in ihren Zügen. Meine Hand spielte an der niedlichsten Muschel, welche erst mit zarten Sprößlingen umgeben war. Der Eingang war sehr eng, so daß mein Mittelfinger sich durchdrängen mußte. Sie sträubte sich, ich ließ mich jedoch nicht stören, sondern küßte sie immerfort und untersuchte dabei die niedliche Liebesgrotte gründlich. Die Berührung des Inneren der Muschel machte sie matt, erschöpft sank sie mit ihrem Gesicht auf meine Schulter und vergaß ganz den Widerstand.

»Nun, liebes Kind, lieben Sie mich?«

Ich ließ sie los, sie schlug die Augen verschämt nieder. Ich küßte sie feurig.

»Wollen Sie meinen Küß nicht erwidern? Schämen Sie sich, die schönste Neigung des Herzens zu gestehen?«

Sie sah mich an. Ich küßte und drückte sie heftig an meine Brust.

»Was für eine Antwort nehme ich mit zur Gesellschaft?«

Sie reichte mir die Hand und küßte mich.

Wir gingen zur Gesellschaft zurück, meine Raschmann war tiefsinnig geworden und ich nahm sie beiseite.

»Hübsch munter, wie gewöhnlich, liebes Mädchen«, sagte ich, »sonst verraten Sie sich.«

»Warum haben Sie mich so unruhig gemacht?« antwortete sie mir und hüpfte fort.

Mich gelüstete gewaltig, dieses Mädchens Knöspchen zu brechen, und als der Wein die Geister munter gemacht hatte, drang ich in sie, mir ihre Wohnung zu sagen; ob es nicht möglich sei, einige Stunden dieser Nacht bei ihr zu verbringen. Anfangs wollte sie nicht recht darauf eingehen, aber nach längerem Hin- und Herreden erzählte sie mir alles.

Ihre Eltern hatten dicht neben diesem Garten ein hübsches Gartenhaus, welches sie im Sommer bewohnten. Die Fenster der Schlafkammer meines braunen Mädchens, welches sich im zweiten Stock befand, waren diesem Garten zugekehrt. Ich bat daher um die Erlaubnis, wenn alles zu Ruhe gegangen war, ihr einen Besuch machen zu dürfen. Dieses wurde mir auch gewährt. Sobald ich es möglich machen konnte, lief ich nun hin und untersuchte, ob und wie das Fenster zu erreichen wäre. Hinaufzuklettern war unmöglich. Ich suchte deshalb eine Leiter und legte sie an; es ging vortrefflich.

Nun wartete ich mit Ungeduld auf die Auflösung der Gesellschaft. Zu meiner größten Freude ging dieselbe gleich nach zehn Uhr auseinander.

Gegen elf setzte ich über die Mauer in den Garten hinein und erblickte das kleine niedliche Mädchen an ihrem Fenster. Im Nu erstieg ich die Leiter und stand vor dem erstaunten Kind. Sie wollte bitten, daß ich nicht hereinkommen möchte, allein ich war bereits bei ihr.

Sie zitterte am ganzen Körper und holte so schwer Atem, als ob sie sich in der größten Gefahr befände.

»Es ist doch alles zur Ruhe, liebes Mädel?«

»Ach Gott, ja! Aber –«

»Nun, so überlaß dich der Liebe und sei unbesorgt. Es kommt doch auch gewöhnlich so spät niemand in den Garten.«

»Ach nein! Aber – mir ist so bange! Wenn Sie mich lieber verlassen wollten.«

»Liebst du mich nicht, liebes Kind – so bin ich sogleich bereit; sprich, liebst du mich nicht?«

»Ach ja, aber –«

»Nun, so sei ruhig und überlaß dich deinen Empfindungen.«

Ich schloß sie an meine Brust und bedeckte sie mit Küssen.

»Komm, meine Liebe, ziehe dich aus und lege dich.«

»Das tu ich nicht.«

»Sonderbares Mädchen! Wozu die Umstände? Hier werden wir doch nicht sitzen bleiben wollen?«

Ich legte Hand an und bald hatte ich meine niedliche Kleine entkleidet. Bald war auch ich fertig und bei ihr im Bette.

Ängstlich klopfte ihr Herz, schwer ging ihr Atem und Seufzer verdrängten Seufzer.

Ihre kleinen runden Milchhügel, die eine hohle Hand ausfüllten, waren derb, und ihr ganzer Körper glich einer aufgehenden Knospe. So wie mein Finger der Liebe Heiligtum berührte, fand er Morgentau, und den Eingang umgab schlüpfrige Feuchtigkeit.

Ich streckte mich über sie hin, gab ihr meinen Amor in die Hand, und geschwind und schwer atmete sie.

»Nun, liebes Mädchen, mache dich gefaßt zu der Liebe höchstem Gefühl. Vielleicht wird dir der Anfang schwer werden; allein nur getrost, auf kleine Schmerzen folgt das größte Vergnügen.«

Ich stellte meinen Amor an die Öffnung, fuhr mit meinen Händen unter ihren Hintern und drückte sanft und sanft, um festen Fuß zu fassen. Mein braunes Mädchen zitterte.

»Lassen Sie, es geht nicht!«

»Geduld, meine Liebe!«

Ich gab einen starken Nachdruck und sie rief laut: »Nein, das halte ich nicht aus! Entsetzlich!«

Sie schüttelte sich gewaltig, fing an zu heben und ich fühlte, daß ihr kleiner Wollustbecher überfloß. Kaum war ich einen Finger breit eingedrungen, so verfiel sie in einen Wollusttaumel und nun wagte ich unvermutet einen herzhaften Stoß.

Sie schrie laut und ich empfand ebenfalls einen brennenden Schmerz, trotzdem mein Amor nur erst mit dem Kopfe darin war.

»Lassen Sie mich, um Gotteswillen, lassen Sie mich! Ich vergehe!«

Sie zuckte unaufhörlich und wimmerte laut.

Ich hatte Mitleid mit dem guten Kinde, konnte mich jedoch nicht entschließen, auf dem halben Wege umzukehren,

»Ich bitte Sie, lieber H., lassen Sie mich, es sind unbeschreibliche Schmerzen; es brennt –«

»Liebes Kind, ich beklage dich. Sollen wir aber das höchste Vergnügen ungenossen lassen?«

»Es ist Pein, schreckliche Pein – (ernsthaft) lassen Sie mich los! Ich weiß auch nicht, warum ich so schrecklicher Qual unterliege.«

»Geduld, nur noch einen Übergang und alle Schmerzen sind für immer behoben.«

»Nein, nicht mehr – lassen Sie mich!«

Sie wurde ungeduldig und ich fühlte, daß mein Amor zu schwellen anfing; wollte ich also die Festung erobern, so mußte es gleich geschehen. Ich setzte mich daher in Positur, um aus allen Kräften den Sturm zu beginnen und einen Augenblick alles Mitleid zu vergessen – hartherzig zu sein.

Zwei harte Angriffe wurden gewagt, mein braunes Mädchen weinte und mir war der Schmerz fast unerträglich. Allein das Wollustgefühl betäubte mich, ich beachtete nicht die Schmerzen und auch nicht das Schluchzen des Mädchens; aus Leibeskräften stieß ich, eins, zwei, drei –

»Herr, Sie zersprengen mich!«

Und glücklich war ich eingedrungen und kühlte ihre Schmerzen mit dem Balsam der Wollust.

Sie zitterte, als ob sie das kalte Fieber hätte, ihre Lippen bebten und ihre Zähne klapperten. Ich bemerkte aber, daß sie Linderung hatte, denn ihr Wimmern verminderte sich bedeutend.

»Nun, liebe Raschmann, haben sich die Schmerzen gelegt?«

Sie atmete schwer, ohne mir zu antworten.

»Wenn Sie mich lieben, wenn Sie sich besser befinden, wenn Sie einige Schadloshaltung für Ihre Schmerzen haben, so küssen sie mich, umarmen Sie mich.«

Sie drückte mich fest an ihren Busen und hing an meinen Lippen.

Mein Amor war noch in der Grotte und hatte neue Kräfte gesammelt. Ich fing also an, mich leicht zu bewegen.

»Sage mir, sind die Schmerzen noch so heftig, liebes Mädel?«

»Ach nein! Aber ein Brennen –«

»Vielleicht lindert sich auch das. Zieh nun die Beine scharf an, stemme dich und halte deinen Hintern etwas frei. So! Kannst du die Schenkel nicht etwas mehr auseinanderspreizen? Schön!«

»Nun schlage deine niedlichen Arme um mich, und wenn dich der Liebe wohltätigste Empfindung anwandelt, so küsse mich.«

Ich erhielt manchen Kuß, und bald blieb sie an meinem Munde hängen, hob und drängte ihren Schoß an mich und badete meinen Amor mit ihrem Wollustsafte.

»Liebes Mädchen, du bist feurig.«

Leises Seufzen war ihre Antwort.

Mein Vergnügen war groß; denn der enge Eingang, der meinen Amor ganz fest umschloß, und ihn sanft preßte, erregte die angenehmsten Erschütterungen.

Der Entscheidungspunkt nahte sich, ich faßte ihre beiden Hinterbacken und bewegte mich etwas geschwinder und heftiger.

»Nun, liebe Raschmann, stemmen Sie sich fest und empfangen Sie das Opfer der Wollust.«

»A! – a! – ah!«

»Küssen – Sie mich!«

»O je! –«

»Ist dir wohl – Liebe –«

Jetzt öffneten sich die Wollustnerven, und kaum berührte der Nektar ihren Altar, als volle Ströme hervorsprudelten und mein liebes Mädchen in meinen Armen in wollüstige Ohnmacht verfiel. Ihr feuriger Atem, ihre warme Ausduftung bewiesen, daß sie ganz Gefühl war. Wie berauscht, ohne Bewegung lag sie da.

Ich hob die Decke auf. Sie hatte die Augen geschlossen und kein Glied regte sich; sie atmete sanft. wie von leichtem Schlummer gebunden, und nur bisweilen zitterte ein leiser Seufzer aus ihrem niedlichen Munde.

Eben stand der Mond vor unserem Fenster und erhellte das Zimmer. Ich besah der Liebe Heiligtum. Oh! Es war mit Blut überströmt und das Bettuch bezeugte noch mehr den blutigen Kampf. Das arme Mädchen hatte eine harte Probe bei der Einweihung in der Liebe Geheimnisse bestehen müssen.

»Was machen Sie?«

»Ich habe deinen niedlichen Tempel der Liebe im Myrthenhain besehen, in dem ich den Eingang eröffnet.«

»Sagen Sie lieber, daß Sie mich auf die Folter gespannt.«

»Bedauerst du es, liebes Mädchen?«

»Ja wohl! Hätten Sie nur die Schmerzen erdulden müssen; sie waren über alle Beschreibung groß!«

»Aber jetzt! Gesteh es, Liebe, war dir der Liebe höchster Genuß nicht noch überwiegender?«

»Ich weiß nicht –«

»Nicht? – Dafür sollst du gestraft werden.«

Ich schloß sie in meine Arme und wir versanken aufs Neue in der Wollust höchsten Taumel.

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