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Die Denkwürdigkeiten des Herrn von H.

: Die Denkwürdigkeiten des Herrn von H. - Kapitel 24
Quellenangabe
typefiction
authorGustav Schilling
titleDie Denkwürdigkeiten des Herrn von H.
publisherby edition or-mondial/Paris
year1966
firstpub
senderreuters@abc.de
created20070410
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Es schließt das zweite Buch

Meine Leser kennen nun schon einen ziemlichen Teil meiner Erfahrungen; und so wie sie diesen und jenen Vorfall gegeneinander vergleichen und Folgerungen daraus gezogen haben werden, ebenso können sie auch leicht glauben, daß ich es um so mehr getan habe.

Die unerklärliche Ekstase in den Armen, an der Brust eines schönen Frauenzimmers ist das höchste, einzige menschliche Vergnügen; allein vergebens suchst du es in den Armen einer Blondine bei Mutter Dore, weniger noch am Knochengerippe der Frau von F., und unschmackhaft, ja ekelerregend und nervenzerrüttend wird es bei einer Unersättlichen, wie bei der Gräfin.

Ich will meinen Lesern nicht vorgreifen in der Beschreibung eines Frauenzimmers, welches den Genuß versüßen, himmlisch machen kann. Der Begriff der Schönheit, der Wollust, sogar der Umarmung ist relativ; jeder bildet sich ihn nach seiner Erfahrung und nach seiner Vorstellung, und aus diesem Grunde kommt niemand leicht zu kurz, es müßte ihm denn alle Gelegenheit abgeschnitten sein.

Ich führe meine Leser nun weiter. Sie wissen meinen Vorsatz, die Akademie zu besuchen. Ich hielt um Urlaub an, und da man ihn mir auf längere Zeit verweigerte, nahm ich meinen Abschied.

Meinem Gelehrten, Balthasar mit Namen, trug ich an, mich zu begleiten, oder vielmehr, wenn es ihm genehm sei, mich zeitlebens nicht zu verlassen. Er ging darauf ein. Wir besuchten nun zwei Jahre die akademischen Hörsäle und bereisten zwei Jahre Italien, Frankreich und England. Das Merkwürdigste aber sollen meine Leser im dritten Buch erst erfahren. Vielleicht gelingt es mir, die Phantasie meiner Leser ebenso zu beschäftigen, wie ich es bisher getan zu haben glaube. Sollte es jedoch nicht der Fall sein, so bitte ich im voraus um Verzeihung.

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