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Die Denkwürdigkeiten des Herrn von H.

: Die Denkwürdigkeiten des Herrn von H. - Kapitel 15
Quellenangabe
typefiction
authorGustav Schilling
titleDie Denkwürdigkeiten des Herrn von H.
publisherby edition or-mondial/Paris
year1966
firstpub
senderreuters@abc.de
created20070410
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Die Reihe kommt an sie

Es kann unmöglich anders kommen, als daß ich mich selbst abschreiben muß, da unsere Sprache zu arm an Worten und Ausdrücken ist, um meinen Lesern jede wollüstige Szene getreu zu schildern. Sie werden also verzeihen, wenn ich bisweilen wieder sage, was ich schon einigemal gesagt habe.

Ich blieb acht Tage bei meiner Glossen und einen Tag um den anderen wurden der Wollust reichliche Opfer gebracht.

»Morgen ist die Reihe an mir«, sagte doch meine Glossen und –

Der andere Tag wurde mit Reiten und Fahren und allerhand munteren Erzählungen zugebracht und in der Hauptsache die strengste Enthaltsamkeit geübt, nicht einmal den stark verhüllten Busen durfte ich entblößen und kein wollüstiges Zungenspiel ward erlaubt. Wir schliefen jedes in seinem Kabinett und sogar die Türen wurden nach einem leichten Küßchen verschlossen,

Um acht Uhr des dritten Morgens trat meine schöne Glossen in einem rosenfarbigen taftenen Kleide in mein Kabinett. Heiterkeit und lachende Freude schwebten auf ihrem Gesicht; ihr langes schwarzes Haar floß wallend über Schultern und Rücken, und ein Sträußchen Vergißmeinnicht war in das lose Haar gesteckt. Wie schäumende Milch traten ihre schönen Brüste hervor und stolzierten über ihre rosenrote Einfassung.

Bezaubert von ihrer Erscheinung lag ich da.

»Heute ist die Reihe an mir, nicht wahr, lieber H.? Und so muß ich auch Ihnen wohl zuerst den ›Guten Morgen‹ bieten?«

»Zauberin! Welche Wonne verspricht mir dieser Anblick für diesen Tag.«

Ich küßte ihre Hand und sie drückte einen Kuß auf meine Lippen, den Venus selbst nicht entzückender hätte geben können.

Unter tausend Neckereien kleidete sie mich fast allein an, führte mich zur Schokolade, und dann fuhren wir spazieren und kamen erst zur Mittagszeit zurück.

Nach genossener Mittagsruhe gingen wir ins Bad. Hierauf wurde dem Gott der Liebe ein Opfer gebracht, wieder Schokolade getrunken, ein Spazierritt unternommen, zu Abend gespeist und nun –

Verzeihung, meine Leser, wenn mein Gemälde nicht gefallen sollte.

Das Gesicht meiner Glossen gewann durch ihren rosafarbenen Anzug und das offene schwarze Haar ungemein, und der Schein des Lichtes machte sie zur anbetungswürdigen Göttin.

Mit immer neuen Neckereien und Spielereien wußte sie die Zeit bis um neun Uhr unvermerkt hinzuleiten.

Wir kamen in ihr Schlafkabinett; sie half mir mich entkleiden und auch ihr Rosengewand ward des Dienstes entlassen.

Das Hemd sank herab. Mit Lebhaftigkeit drückte sie mich an ihren Busen, rieb meine Hinterbacken und streichelte meinen Amor. Er hüpfte vor Freude in ihrer schönen Hand.

Sie legte sich aufs Sofa und zog mich unter wollüstigen Küssen über ihren Flaumenleib.

»Lieber! Sie liegen still, bis ich bitte, mir zu helfen, nicht wahr?«

»Sie befehlen, liebenswürdige Göttin.«

Sie führte meinen Amor in die Grotte der Wollust. Ich mußte meine Füße unten an die Lehne stemmen und meine Arme über ihre runden Hüften schlingen; dadurch machte mein Körper eine kleine Krümmung und sie gewann Raum, sich zu bewegen. Nun zog sie ihre Beine an, schlug ihre Arme um meinen Nacken, begann scherzendes Zungenspiel, hob sich jetzt langsam ganz hoch, daß mein Amor tief eindrang, und zog sich wieder zurück, so daß er bloß in der Vorhalle stand.

»Ruhig, Lieber!«

Ich vergaß es, daß ich mich gar nicht bewegen sollte. Jetzt bewegte sie sich geschwinder und ruhte nun wieder. Sie ward warm, unterließ das Zungenspiel, weil ihr Atem kürzer wurde. Ihre Bewegungen wurden heftiger, so wie sich ihr Auge verkleinerte.

Mir fiel es unendlich schwer, ruhig zu sein, und unmöglich war es mir, nicht bisweilen ihre Bewegungen zu erwidern.

»Holder Knabe, gleicht Ihr Vergnügen dem meinigen?«

»Gewiß!«

In der Tat fühlte ich auch ein unnennbares Vergnügen. Ein sanftes, wollüstiges Zucken in allen Teilen meines Körpers schien meine Nervenspitzen hervorzutreiben und wieder tief zurückzuziehen.

»Helfen Sie – a – aber langsam!«

Ein Stoß von mir jagte das Wort aus ihrem Munde. Die doppelte Bewegung blies das Feuer auf einmal ganz an. Scharlach überzog das Gesicht meiner schönen Wollüstigen. Tränen drangen aus den halboffenen Augen, und je heftiger sich der Busen hob, je kürzer und unterbrochener ward der Atem.

»Hel – en Sie mir.«

»A – a – a – ah – a!«

Ich schloß sie fest an mich, verdoppelte meine Stöße – ihr Wollustbecher floß über.

Und jetzt brach der Damm bei mir; mit unglaublicher Stärke stürzte der Nektar hervor; jeder Muskel meiner Holden zuckte, ihre Zunge zitterte zwischen den Lippen hervor und ihr kurzer Hauch schien Flamme zu sein.

Ich schnob. Hohle Töne stiegen aus meiner Brust und begleiteten das Girren meiner Holden.

Unter heftigen Verzückungen setzte ich meine Bewegungen fort und schien mehr Maschine als denkendes Wesen zu sein, bis ich endlich in süßer Ohnmacht dahinsank. Fest hielten wir uns umschlossen und entschlummerten.

Neues Spiel begann nach einiger Erholung.

Meine Schöne legte mich aufs Sofa, setzte sich neben mich und erregte in mir mit ihren kleinen Händen die süßesten Empfindungen.

Die Munterkeit meines Amors freute sie ungemein, sie hielt ihm eine Lobrede über die andere und streute sehr gute Lehren ein.

Jetzt streckte sie ihren weichen Körper über mich hin; mein Atem war gebrochen und wollüstige Seufzer entstiegen meiner Brust, als ich die liebenswürdige Last fühlte.

»Wie freut es mich, solche Äußerungen des Vergnügens zu sehen!«

»Engel!«

Ich vermochte nicht zu sprechen.

Sie schlürfte an meiner Zunge, küßte meine Augen und Stirne und überließ sich ganz ihren wollüstigen Einfällen.

Sie schlang ihre Arme um mich.

»Heben Sie sich etwas und führen Sie Ihren Amor in meine Grotte.«

Ich fühlte ihre Wollustlefzen brennen.

Sie bewegte sich sanft.

»Ruhig, Lieber! Halten Sie sich nur etwas empor.«

Wollüstiger Taumel überfiel mich, der Atem zitterte aus meinem Munde und meine Augen schlossen sich fest.

Sie küßte meine Augen auf.

»Schau, holder Knabe, doppelt fühle ich Vergnügen, weil ich das deinige so sichtbar sehe.«

»Ach lie –«

»Lieber fort – geschwind, geschwind!«

Sie verdoppelte ihre Bewegung und wie aus einem angelassenen Springbrunnen schossen mit unglaublichem Vergnügen meine Lebenssäfte in die Höhe.

Feuer durchfuhr meine Holde, sie stöhnte, arbeitete und sank jetzt ohnmächtig auf mich nieder. Nur Zuckungen waren die Bewegungen ihres Hintern und mit jeder Bewegung schoß ein Strom des Wollustsaftes aus ihrer Grotte und überschwemmte mich ganz.

»O diese süße Ohnmacht!«

Ihr Körper schien über dem meinigen zu zerfließen; jeder kurz vorher angespannte Muskel war jetzt schlaff; ihre Seele überließ sich dem Taumel beseeligender Gefühle.

So wie sich ihr Auge öffnete, schwebte glückliches Lächeln auf ihrem Gesicht.

»Sie. können kein übermäßiges Vergnügen genossen haben, und doch wollte ich gern Ihnen den größten Teil zuwenden.«

»Liebe Schwärmerin, meine Einbildungskraft vermag kein größeres Vergnügen zu erfinden.«

»Dank Ihnen, wenn Sie wahr reden, und zu meiner Befriedigung will ich's glauben.«

Sie stand auf, nahm ein Tuch, trocknete mich sorgfältig ab und führte mich vor den Spiegel.

»Sie sehen das wohl gern?«

Ich küßte sie und sog an ihrem Milchbusen.

Sie setzte sich auf einen Stuhl und zog mich auf ihren Schoß.

»Lieber Jüngling, Sie werden mir fehlen. Ich habe oft Vergnügen gesucht, habe es meistens schal gefunden und nie so entzückend und beseeligend wie mit dir. Könnten wir uns bisweilen sehen?«

»Mein Schicksal ist unbestimmt, ich soll **verlassen.« –

»Eh du weitergehst, sehe ich dich doch noch?«

»Wenn es menschliche Kraft vermag.«

Lange saßen wir so in liebevoller Umarmung und Gespräch, ihre Hand hatte meinen Amor keinen Augenblick verlassen.

Ich fing an, ihren Körper zu reiben.

»Soll ich das Tuch nehmen?«

»Macht es Ihnen Vergnügen?«

»Sollte es nicht, wenn ich die schönen weißen Teile unter meinen Händen erröten sehe?«

Sie küßte mich feurig.

»Allein, Lieber, das Feuer, das dadurch erregt wird, ist zehrend, nagt am inneren Mark und ist erstickend wie Schwefeldampf. Und doch reizt es das Gefühl aufs höchste.«

»Ich muß ja für Ihr Vergnügen sorgen, und Sie wollen –«

Sie reichte mir lächelnd ein Tuch und behielt das andere. Mit einem Arm hielt ich sie umschlossen, Busen lag an Busen, die andere Hand arbeitete an ihrem fleischigen Hintern.

Wahr ist es, ein gewaltiges Feuer ergießt sich in die Adern und der Reiz wird am Ende schmerzhaft.

Unsere Knie zitterten, wir schwankten zum Bett und konnten kaum den Augenblick der Vereinigung abwarten.

Bald leerten wir den Becher der Wollust und Feuer und Reiz dauerte fort, nur daß unsere Bewegungen gemäßigt wurden.

Jetzt hob meine Schöne ihren rechten Schenkel und legte ihr Bein quer über meinen Hintern, oben, wo das Rückgrat endigt, und gab jedem meiner Stöße einen Nachdruck.

Wir fingen unter der Decke an zu duften, unsere Körper wurden feucht; wollüstigere Gefühle hatte ich noch nie empfunden.

Der Augenblick der Entwicklung näherte sich, unsere Hintern zuckten mehr als sie sich bewegten, unser Atem war wollüstiges Kreisen.

Fest drückten wir unsere Wollustteile zusammen, verloren Bewegung und Atem; mit offenem Munde und brechendem Auge verfielen wir in der Wollust höchsten Taumel; sanft und mit unnennbarem Gefühl flossen beider Quellen unter mäßigen Zuckungen.

Wer nie Ähnliches empfand, kann sich keine Vorstellung davon machen.

Wir waren ganz, ganz entkräftet, und im Wollustrausche überschüttete uns Morpheus mit Mohnsaft und fesselte unsere Glieder.

Die Wanduhr schlug neun, als mich meine schöne Glossen mit sanften Küssen weckte.

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