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Die Denkwürdigkeiten des Herrn von H.

: Die Denkwürdigkeiten des Herrn von H. - Kapitel 14
Quellenangabe
typefiction
authorGustav Schilling
titleDie Denkwürdigkeiten des Herrn von H.
publisherby edition or-mondial/Paris
year1966
firstpub
senderreuters@abc.de
created20070410
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Der Ritter legt Ehre ein

Nach der Schokolade unternahmen wir einen kleinen Spazierritt. Man hätte mich sehen sollen, wie groß ich mich dünkte, als ich so neben meiner Amazone hertrabte. Sogar mein Weißfuchs schien gleich mir zu denken, denn noch nie trug er seinen Kopf so hoch und warf seine Schenkel so stolz.

Um acht Uhr hielten wir wieder ein kleines Mahl unter Scherzen und Küssen.

Die Glocke schlug neun.

»Sie werden stürmisch.«

»Sollte ich nicht, gnädige Frau! Und sind Sie weniger mit mir zufrieden, als wenn ich es nicht wäre?«

»Wer lehrte Sie meine Schwäche so kennen?«

»Die Sie so liebenswürdig macht.«

»Schmeichler! Wahr, ich liebe das Stürmische und Dringende sehr, wenn es sich lenken läßt. Ich bin gern auch beschäftigt, und Stürmische zu mäßigen, erhöht allemal mein Vergnügen, sowie es vermindert wird, wenn meine Bemühung fruchtlos ist.«

Ich schlang meinen Arm um ihren Nacken und küßte sie feurig.

»Gilt das mir, Liebenswürdige?«

»Noch nicht! (lächelnd:) indes ist es so ein kleines Notabene.«

»Aber! – einen so vollen Busen, so flaumenweich – so gerundete Hüften – so – so schöne Schenkel – Glieder, die des Malers Einbildungskraft auf kein Gemälde so reizend hinzaubern kann – Küsse den schönsten Lippen rauben –«

»Armer Jüngling, Sie vergessen ja den Zusammenhang Ihrer Rede! – Ohne aber die Wahrheit Ihrer Lobeserhebung zu untersuchen; glauben Sie denn, daß mir Ihr schöner, jugendlicher, starker, wohlgebildeter Körper nicht ebenso angenehme Gefühle erregt? Umsonst spiele ich nicht an ihren Wangen und Haaren, umsonst sauge ich nicht an diesen aufgeworfenen Lippen! Umsonst klopfe und reibe ich nicht Ihre muskulösen Schenkel, umsonst –«

»Und Sie zaudern noch?«

»Weil Aufsparen eines gewissen Vergnügens auch Vergnügen ist.«

»Wenn aber Harren schmerzhaft wird?«

»Knabe, Knabe, ich fürchte, du wirst unmäßig werden und dich zu sehr deinen Begierden überlassen. Es sollte mich schmerzen, wenn ich dich dereinst sehen sollte ohne männlichen Mut und Kraft. Glaube mir, der Liebe Süßigkeit im Übermaß genossen, wird zum tödlichsten Gift.«

Was halfen alle Lehren bei einem erhitzten Jünglinge, der in allen seinen Adern brennendes Feuer fühlte und bei dem Nervenhitze doppelt reizbar war.

Aus diesen wenigen Zügen werden meine Leser den Wert der schönen Glossen kennenlernen; und sollten meine Denkwürdigkeiten wider Vermuten dem strengsten Moralisten zu Gesicht kommen, so glaube ich gewiß, er wird sein Verdammungsurteil um einen guten Teil mäßigen und vielleicht – wenn eine schöne Glossen eben da wäre, seine strenge Moral beiseite legen.

Meine schöne Glossen gab endlich nach. Sie klingelte; das steinalte Mütterchen erhielt Befehl, mich in mein Schlafzimmer zu bringen.

Mein Blut war wirklich in außerordentlicher Wallung. Ich entkleidete mich ganz, fand einen leichten flanellnen Schlafrock und zog ihn auf den bloßen Leib.

Das Schlafkabinett meiner Glossen war hell erleuchtet.

Sie kam bald.

»Dachte ich's doch, daß ich Sie schon treffen würde. Ich fürchte, mein Vergnügen wird sehr vorübergehend sein; Sie sind zu hitzig.«

Ohne ein Wort zu sagen, löste ich Rock und Blusenschleifen. Sie setzte sich aufs Sofa. Ich strich die seidenen Strümpfe von ihrer vollen Wade, riß ihr das Hemd ab, als ich es auszog, stürzte mich über sie hin, und ohne weitere Vorbereitung führte ich meinen Amor in der Wollust Heiligtum. Meine Schöne lag unbeweglich, nur die Stahlfedern des Sofas erwiderten meine heftigen und geschwinden Stöße, die ich mit jedem Augenblick verdoppelte.

Ach, zu bald entfloß mir der Wollustbalsam und ich verlor Geist und Leben.

Meine Schöne hielt meinen Mund fest auf dem ihrigen, als ob sie mein fließendes Leben auffangen wollte.

»Meine Besorgnis war nicht unbegründet. Feuer haben Sie nun in mich gegossen – o! – es zehrt und brennt! Und Sie – liegen ohne Kraft! – Oh! –«

Sie fing an, ihren Hintern kräftig zu bewegen.

»Schöne Frau«, sagte ich mit schwacher Stimme, »Sie hatten mich zu lange hingehalten. – Nur noch einen Augenblick, ich fühle – fühle neues Leben.«

Der Körper meiner Schönen glühte, ihre Augen standen starr, die Wimpern zitterten, ihre Lippen brannten, ihr Atem war nur ein kurzer Hauch.

Ich fühlte Kraft, umschloß ihre runden Hinterbacken fest und erneuerte den Kampf mit einer Stärke – eins – zwei – drei.

»O–o–o–oh! –«

»O–o–o–o–« zitterte der Atem meiner Glossen und der Wollustbecher floß über. Sie schlürfte gierig, jedem Zug folgte leises Girren, ein balsamischer Duft stieg aus ihrem schönen Körper, und hie und da drang ein schönes Tauperlchen aus ihren wallenden Milchhügeln hervor.

»Klagen Sie noch über mich, liebe Ohnmächtige?«

»Verzeihen Sie! – Ich habe Unrecht,«

Ich fuhr mit meinen Stößen langsam fort und erheiterte ihre wollusttrunkene Seele mit Zungenspiel und feurigen Küssen.

»Wollen Sie nicht ruhen?«

»Noch wäre es zu früh, das Vergnügen meiner holden Geliebten abzubrechen.«

»Ich habe es versprochen, Ihnen heute Freiheit zu lassen, und hoffe, Sie werden für Ihr Vergnügen mehr sorgen, als für das meinige.«

»Das will ich, schöne Frau, so viel ich es vermag.«

Ich brachte meine Hände unter ihre Hinterbacken und spielte mit den Fingern oben in der Spalte. Meine Schönheit lachte laut.

»Lassen Sie! – wer lehrte Sie das? – der Reiz ist zu heftig! – oh!«

Nicht lange trieb ich das Spiel und meine Geliebte wurde feurig.

Sie faßte meine Hinterbacken, hob sich und Stoß und Gegenstoß wurden aufs genaueste abgemessen und jeden begleitete ein leises Ach!

Bald aber verloren wir unsere Besinnung! Alles Gefühl verlor sich in die wollüstigen Teile; wir stöhnten; jetzt schäumte ihr Becher der Wollust und ich strömte Nektar hinein, daß er überfloß. In wollüstiges Hinbrüten versunken, mit geschlossenen Augen lagen wir jetzt lange, von Ambrosienduft umgeben, in süßer Ohnmacht.

Wie bedaure ich dich, feuriger Leser, wenn dein warmes Temperament nie ein ähnliches fand, das mit dem deinigen in eins zusammenfloß, du verlorst das beseeligende Gefühl der höchsten Wollust.

Wir erholten uns; mit zauberischem Lachen betrachtete meine Göttin mein feuriges Gesicht.

»Sie halten Wort, lieber H., ein größeres Vergnügen konnte ich nicht genießen, als mir diese Umarmung verschaffte. – Wollen wir uns ins Bett legen? Bequemer können wir dort Arm in Arm uns dem Schlafe überlassen.«

»Morpheus wird es uns vergeben, wenn wir die Verwaltung seines Amtes noch verschieben.«

Ich richtete mich auf. Meine Holde wollte das nämliche tun. Ich hielt sie; setzte mich, spreizte ihre Schenkel, streichelte den samtnen Leib und die sanfte Erhöhung über dem Liebeswäldchen. Willig überließ sich meine Schöne allen Spielereien und lohnte sie mit Kuß und Lächeln. Noch stand Schaum vor der Grotte und der ganze Myrthenhain war überschwemmt. Ich nahm eine Serviette und trocknete sorgfältig die ganze überschwemmte Gegend.

Zauberischer habe ich wenig Grotten der Liebe gefunden wie bei meiner Glossen.

Wir standen auf, umschlungen traten wir vor den Spiegel und gruppierten uns auf alle ersinnliche Art.

Ich holte meine Tücher und fing an, die Glieder meiner Freundin zu reiben.

»Schalk! – Haben Sie meine auch mitgebracht?«

»Sie haben mir Freiheit versprochen, liebe Göttin, und jetzt ist die Reihe an mir, und wollen Sie, dann an Ihnen –«

»Wollüstling sondergleichen!«

Ich setzte mich, meine Schöne stand zwischen meinen Schenkeln, ich rieb ihre Hinterbacken, ihren Unterleib und nicht selten sanft auch die Lippen ihrer Muschel. Röte überzog nach und nach alle die Teile, sie glühten.

Keuchend vor Wonne sank sie mit ihrem Gesicht auf meine Stirn.

»Ich verschmachte!«

Mein Finger ging in die Grotte, alles war aufgedunsen, Gott Hymen war fast bis an die Tür getreten, vermutlich um Kühlung vor der gewaltigen Hitze zu suchen.

»Ich halt' – es nicht aus!«

Ihre Beine zitterten. Mein Amor stand, halb ohnmächtig trug ich sie aufs Sofa und führte meinen Amor ein.

Der Eingang hatte sich geengt, es schloß alles fest. Meine Geliebte fühlte kaum die Gegenwart, als sie heftig auf- und niederfuhr. Ihr Feuer ergriff auch mich, ich stieß so behend als möglich. Durch unseren Atem war ein Sausen im Zimmer, wie Zephir, wenn er ein Tannenwäldchen durchfährt.

» O–o–o–p–oh!«

Mit neuem Vergnügen leerten wir den vollen Wollustbecher.

»Lieber holder Zauberer!«

Jetzt trocknete sie meinen Amor ab.

»Bist du gestraft für deinen Vorwitz? Liegst nun da, lieber kleiner Freudengeber, matt und kraftlos!«

Sie streichelte ihn, spielte an seinen Nektarbehältern, küßte jeden Teil meines Körpers und auch meinen Amor. Diese Ehre erregte seinen Stolz und eins, zwei, drei stand er in voller Positur.

»Nach dem Genuß der höchsten Wollust? Das ist verwegen:«

»Verwegen, schöne Frau? Soll ich nicht für Ihr Vergnügen sorgen?«

»Sie haben alles getan, was von Ihnen zu fordern war, ich habe Vergnügen genossen, wie ich es noch nie gekannt habe.«

Sie küßte mich so zärtlich als möglich.

»Und nun ins Bett! – und übermorgen will ich sehen, ob ich Ihnen ebensoviel Vergnügen verschaffen kann.«

»Kann ich größeres finden als heute?«

»Heute hatten Sie Freiheit, Ihre Einbildungskraft walten zu lassen, übermorgen ist die Reihe an mir.«

Sie stand auf und holte eine Flasche Champagner, reichte mir einen vollen Becher, leerte auch einen, und führte mich ans Bett.

Wir legten uns Arm in Arm unter die weiche Daunendecke. Ich fühlte Kraft und schwang mich mit einem süßen Kusse über sie.

»O Lieber! Ich bitte, schonen Sie sich.«

Ich legte ihre Schenkel über meine Hüften und begann den Kampf mit vielem Feuer. – Meine Göttin lechzte bald und vermehrte durch ihr Spielen an meinem Hintern mein Vergnügen noch mehr. Unter heftigen Stößen entlud ich mich so stark wie vorher, und auch bei meiner Schönen ergoß sich die Wollustquelle so reichlich als möglich.

Und nun verwaltete Morpheus sein Amt.

Hoch stand schon die Sonne am Himmel, als ich erwachte. Mein Gesicht lag auf dem Busen meiner Glossen und meine Hand bedeckte den Tempel der Wollust.

Ich hob mich leise mit der Decke auf.

Einen schöngeformten weiblichen Körper, wer kann den genug betrachten! Bei jedem wiederholten Anschauen keimen deinem gierigen Forschungsblicke neue Schönheiten entgegen.

Sie schlief sanft, atmete leise, und jeder Zug ihres Gesichts malte Zufriedenheit der Seele.

Ich führte meinen Finger an die Liebesmuschel, liebliches Rosenrot malte den schönen Rand der Öffnung, ich drang hinein, ein zitternder Seufzer stahl sich aus ihrer Brust.

Länger konnte ich nicht meiner Begier widerstehen.

So leise als möglich legte ich mich über sie hin, und sanft ließ ich meinen Amor in die Grotte der Wollust einschleichen. Der Atem meiner schönen Schläferin stockte und verwandelte sich in einen tiefen Seufzer. So leicht als möglich bog ich mich über sie hin, lag still und lauschte, um ihr erstes Aufblicken mit einem Kusse zu begrüßen.

Sie atmete schwer, und stockende und tiefe Seufzer unterbrachen den immer kürzer werdenden Atem.

»Aah! aah! a–a–ah!«

Es schien, als wollte sich ihr Hinterer heben; ich hob mich und er folgte mir wirklich. Sanft bewegte ich mich hin und her und empfand ein unbeschreibliches Wonnegefühl bei dem Anblick meiner wollüstigen Schläferin. Mein Reiz ward aber jetzt heftiger und meine Bewegung geschwinder.

»O–o–o–oh!«

Sie schlug die Augen auf, ich drückte einen wollüstigen Kuß auf ihre schon bebenden Lippen.

»Wirklich! Ein Traum, glaubte ich – Vergnügen – o–o–o–oh! oh!«

Ihre Worte erstarben. Amor und Hymen badeten im Nektar der feinsten Lebenssäfte.

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