Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > >

Die Denkwürdigkeiten des Herrn von H.

: Die Denkwürdigkeiten des Herrn von H. - Kapitel 10
Quellenangabe
typefiction
authorGustav Schilling
titleDie Denkwürdigkeiten des Herrn von H.
publisherby edition or-mondial/Paris
year1966
firstpub
senderreuters@abc.de
created20070410
Schließen

Navigation:

Der Herr geht fehl, wird aber zurechtgewiesen

Es war verabredet, daß ich meine schöne Brünette die Nacht besuchen sollte, und ich machte mich auf den Weg, sobald alles Geräusch sich legte.

Ich öffnete das Zimmer und wunderte mich, daß meine Schöne kein Licht hatte. Fest überzeugt, daß ich im rechten Zimmer war, schlich ich ans Bett, belauschte das leise Atemholen. Meine Hand suchte im Dunkeln und traf einen knöchernen Busen mit kleinen, welken, lappenähnlichen Brüsten. Man faßte meine Hand.

»Sind Sie's, Hauptmann?«

Wie ein Pfeil schoß ich an die Tür und fort auf mein Zimmer.

Auch hier ergreift mich eine weibliche Figur, ich glaube wieder irre zu sein, will mich losreißen, als ich an der Stimme meine Brünette erkenne.

»Wo waren Sie?«

»Ach gnädige Frau!«

»Nun kommen Sie auf mein Zimmer.«

Wir gingen links und ich war, der Himmel weiß wie, rechts gegangen.

Meine Göttin schloß hinter uns zu.

»Wo waren Sie? Sie sehen ja ganz erschrocken aus.«

Ich erzählte ihr mein Abenteuer und reizte sie herzlich zum Lachen.

»Nein, das wäre zu toll, wenn ich durch die verschrumpfte Frau v. Exen um mein Vergnügen gekommen wäre. Nein, gute Frau, so was Derbes und Festes ist nichts mehr für dich.«

Sie zog mir den Schlafrock aus.

»Wie der kleine Geck sich entfärbt, ich glaube gar, er schämt sich? Nun, so muß ich ihm wohl vorgehen.«

Im Augenblick stand meine Brünette da, als ob sie einer nackenden Hebe zum Modell hätte stehen sollen. Sie strich mein Hemd ab und drückte mich an ihren flaumenweichen Körper.

»Ha, der Kleine, wie er starrt; wollen sehen, wer das Feld behalten wird.«

Ich war nicht müßig, meine Hände hatten volle Arbeit; ich kniff, ich streichelte, ich schlug und tändelte wie ein kleines Kind. Ich spielte an den kleinen krausen Haaren, strich sie auf und ab, untersuchte die kleine Spalte und entdeckte jetzt den kleinen Gott, der sich meinem Amor entgegensetzen wollte. Diese Entdeckung machte mich gierig, ich faßte meine Beute und trug sie aufs Bett. Meine Göttin glühte, die Lefzen ihrer Spalte waren geschwollen, mit einer Art von Wut warf ich mich über sie, der Eingang ward mir schwer, sie hob beide Schenkel über meine Hüften und nun drang ich mit unbeschreiblichem Wonnegefühl, das alle meine Nerven erschütterte, durch, und ein leises Girren bezeugte ihr hohes Vergnügen.

Jetzt ward ich heftiger, der Augenblick der Entscheidung war da, ich schnaubte, mit langsamen starken Stößen erhielt meine Schöne eine ziemliche Menge von meinen Lebenssäften. – O, sie fühlte es! Ihr brechendes Auge, ihr unterbrochener Atem, das Beben der Lippen, ihr Schlottern der Zähne bezeugten mir's.

Zu früh!

»Noch für – lassen Sie nicht nach. Oh! Noch! Geschwind – er.«

Ich raffte meine übrigen Kräfte zusammen, verdoppelte meine Stöße, und mit jedem Annähern des Hinterns meiner Schönen überströmte es meinen Amor heiß. Dadurch gewann er neuen Mut und Kraft, er erholte sich ganz und ward, als ob der Kampf erst beginne. Die Verdoppelung und die Geschwindigkeit der Stöße, mit solcher Kraft verbunden, setzten meine Schöne ganz außer Fassung. Ihre Schenkel sanken von meinen Hüften, ihr Atem blieb bisweilen ganz aus, stürmisch hob sich die Brust, jeder Hauch war ein Girren, ihr Auge schloß sich ganz und süßlich angenehmer Duft quoll aus ihrem Körper.

Ich glühte, sie war mir zu tief gesunken, der sonst so bewegliche Hintern lag ohne Leben, ich hob ihn mit meinen beiden Händen und stützte mit geballter Faust jeden Backen. Dies schien mir noch reinere Bahn zu machen und nach einiger Anstrengung brachte eine zweite Ergießung meine Schöne insofern in das Leben zurück, daß sie halbgebrochene Laute von sich gab; und nun sank ich kraftlos an ihre Seite hin, mit meinem Gesicht auf den wallenden Busen.

Meine Brünette lag noch eine ziemliche Zeit mit geschlossenen Augen, atmete kurz und geschwind, und bekam dann und wann eine kleine Zuckung, die jedesmal ein zitternder Seufzer begleitete.

Das Hinbrüten war endlich verrauscht, sie richtete sich auf, betrachtete und befühlte meinen ganzen Körper.

»Lieber Junge, um alles in der Welt hätte ich diese wonnigliche Ekstase nicht entbehren mögen. Ich muß dir sagen, daß ich mich nicht entsinne, daß sie je mit einem so seligen Unbewußtsein meiner selbst begleitet gewesen wäre. – Und wie der kleine Bube noch daliegt, scheint nur eine kleine Aufforderung zu erwarten und droht jedem Spotte. Sieh' da, die geringste Berührung stört ihn auf! Kleiner, niedlicher Cupido, wer sollte in dir den überschwenglichen Freudenspender suchen? Dir das Vermögen zutrauen, ein geheimes Feuer durch alle Adern, durch jeden Nerv schneller wie Blitze zu treiben? Laß dich küssen, niedlicher Kleiner!«

Wenn bei solchen süßen Reden unter feurigen Küssen und wollüstigem Reiben einer samtnen weiblichen Hand nicht jeder Muskel schwellen sollte! Wenn unsere Hände den schönsten Körper betasten, die wallenden Hügel befühlen, unser Mund an ihren Rosenknöspchen saugt, wem dann nicht jeder Nerv starren sollte.

Und doch weiß ich das Gegenteil von vierundzwanzigjährigen Jünglingen; aber die Unglücklichen hatten die Quintessenz ihrer Lebenssäfte über die Hand hinströmen lassen.

»Halten Sie, Lieber; lassen Sie uns erst recht vorbereiten zu neuem Vergnügen; der Genuß der Wollust verliert ohne Vorbereitung seinen Wert und das Gefühl.«

Ich rieb ihre runden Hüften, ihre festen fleischigen Hinterbacken, sog an ihrer Zunge, dann sie wieder an der meinigen, als ob wir wechselseitig unsere Seele einschlürfen wollten. Ich leitete meine Hand über ihren marmorglatten Leib, fand tiefer den festen runden Venusberg, zauste und rupfte in den krausen Seidenhaaren; meine Finger öffneten die Muschel der Liebe, untersuchten und fanden inwendig lauter kleine Erhöhungen, die sich bei Annäherung des Gastes vergrößerten und sie mit einer klebrigen Feuchtigkeit bewillkommneten, und jetzt schnellte ihnen der kleine liebliche Bewohner der inneren Dunkelheit wollüstig entgegen.

»Nun, Liebe? Ihre Lippen brennen, Ihre Augen glänzen und Ihre Milchhügel beben.«

»Meinen Sie? Ihre Augen strahlen Feuer, Ihr Atem brennt.«

»Ihr ganzer Körper duftet, das Blut scheint aus den Adern getreten und rötet sanft und rosig die weiße Schwanenhaut.«

»Stark und fest sind Ihre Lenden, jede Ader strotzt und jeder Muskel schwillt von Kraft.«

Ungefähr auf diese Weise hielten wir unter beständigem Händespiel unsere Vorbereitung, erhitzten unsere Einbildungskraft und reizten unsere Begier aufs höchste.

Mit angezogenen Beinen und emporgehobenem Hintern erwartete mich nun meine Göttin. Ich kniete zwischen sie hin und betrachtete die niedliche Grotte nochmals recht aufmerksam, legte mich nun langsam über den samtenen Körper hin und führte meinen Amor an den Eingang –

»Sie zaudern, vermehren mein Schmachten, und auch das ist angenehm.«

Ich schlang meine Arme um die Taille über den elfenbeinernen Hüften, preßte sie fest zusammen. Der ganze Körper meiner Göttin bebte, ihre Zunge zitterte aus dem halboffenen Munde, und nun drang ich mit einem heftigen Stoß durch. Zu schwach war das Hindernis der angeschwollenen Drüsen; meine Schöne stieß ein lautes, wollüstiges, bebendes Girren aus und drückte meinen Hintern mit beiden Händen so fest an sich, als wollte sich auch ihn hineindrücken. Unsere Vorbereitungen hatten auf meine wollüstige Brünette zu starken Eindruck gemacht, schon bei dem vierten Stoß schnappte sie nach Luft.

»Lieber, zu – geschwind-er – ach!«

Ich ließ mich nicht aus meiner Fassung bringen; mit langen abgemessenen Stößen fuhr ich fort und überließ mich jetzt zum ersten Male so recht mit Bedacht den Empfindungen der Wollust.

»O–o–o–o–oh –Sie quälen mich.«

Wirklich bemerkte ich auch nicht nur in ihrem Gesichte, sondern an allen ihren fleischigen Teilen Zuckungen; sie schlang so heftig, als ob ihr etwas in der Kehle sitzengeblieben wäre; ihre Augen waren halb geschlossen, standen starr, und die Augenwinkel waren voll Tränen.

Auf einmal fing sie laut an zu wimmern, ihr Hinterer schien Konvulsionen zu erhalten, jeder meiner Stöße war mit drei und vier Gegenstößen erwidert, und endlich brach ein heißer Strom aus seinem Behälter und überschwemmte Tal und Hügel am Gestade der Wollust und den ganzen Myrthenhain der Liebe.

»O–o–o–o–oh! A–a–a–a–ach! I–ch kann nicht – m–e–e–ehr!«

Ein Schauspiel für die Götter!

Hier lag ich nun und hielt meine halb ohnmächtige Schöne fest an mich gepreßt, vom Rosenduft der Wollust umgeben, und fuhr mit meinen gemessenen Stößen fort. Ihre Beine hatten alle Kraft, sich zu stützen, verloren. Ich hielt etwas inne, zog meine Hände unter ihrem Rücken hervor und legte ihre Schenkel über meine Hüften, so daß sich die Beine kreuzten, und brachte meine Hände wieder unter ihren Hintern. Schwere Seufzer drängten sich zitternd aus ihrer Brust. Ich setzte meine Stöße fort und spielte mit meinen Fingern in der hinteren Spalte oben in der Gegend, wo das Rückgrat endigt, was die Mediziner das heilige Bein nennen, ohne daß ich die Wirkung kannte.

Meine Schöne erholte sich.

»Lieber, wollüstiger Jüngling, was lassen Sie mich für ein noch nie gefühltes Vergnügen schmecken! Ach!«

Sie schlürfte an meiner Zunge. –

Nun aber verlor ich mein bedachtsames Wesen: geschwinder und geschwinder und nachdrücklicher wurden meine Stöße; mein Amor schwoll gewaltig an und mein Atem war kürzer und kürzer.

»Ach, Lieber!«

Ungeachtet der starken Ergießung meiner Göttin war doch jetzt alles trocken in dem Innern der Muschel; die Erhöhungen brannten, und wenn der empfindlichste Teil meiner Nerven darüber hinfuhr, so war es mir schmerzhaft. –

»Ach! Helfen Sie mir, Liebe –«

Sie drückte mit ihren Schenkeln meine Hüften zusammen, sog an meinen Lippen, als ob sie meinen weichenden Geist auffangen wollte.

Umsonst! Meine Quelle schien verstopft, es preßte mich schmerzhaft.

Meine Schöne rieb meine Lenden, umsonst.

Sie vergaß ihr Zungenspiel und fing aufs neue an mit den Augen zu blinzeln. Sie schloß mich aus allen Kräften mit Armen und Schenkeln an sich. Ich verlor Gesicht, Gehör und Gefühl. Die Quelle meiner Göttin ergoß sich aufs neue. Ich schnaubte und tobte. Sie war diesmal nicht ohne Besinnung, wie vorher, und leistete mir allen Beistand. Sie hob und spaltete sich so, daß mein Amor bis an seine Wurzel eindrang.

»Ach!«

Jetzt brach der Damm.

»Sie ersticken mich! Lieber!«

Mit unbeschreiblicher Macht schoß der Balsam der Wollust hervor.

Kaum empfand meine Schöne das Feuer dieses Balsams, nach dem sie so lange geschmachtet hatte, so zitterten ihre Lippen und melodisches Girren entrang sich ihrer Kehle. Ihre Quelle floß wieder, ihr ganzer Körper schien gleichsam zu schmelzen.

»Ach!«

»Ach! Hu!«

Meine Stöße verdoppelten sich.

»Ich sterbe!«

Nun war das Opfer gebracht. Fest umschlossen, Mund auf Mund, Zunge an Zunge, Busen an Busen lagen wir, hauchten unsere Seelen ineinander und entschliefen.

Schon schielte die Sonne über den nächsten Berg zu unserem Fenster hinein, als ich erwachte.

Sanft schlief noch meine Göttin der Liebe,

Mit Entzücken betrachtete ich die schönen Teile des herrlichen Körpers, die mir so unbeschreibliches Vergnügen bereitet hatten.

Ich sah die bemooste Quelle der Wollust mit der rosigen Einfassung. So schön, so lieblich! Ich drückte sie sanft, bog mein Gesicht nach den Milchhügeln hin und küßte das herrliche Knöspchen, das kein Maler schöner malen konnte.

Mit einem tiefen Seufzer schlug meine Brünette die Augen auf, umschlang meinen Nacken und überströmte mein Gesicht mit wollüstigen Küssen.

»Lieber H., welch eine Nacht war das! Zwei Jahre meines Lebens, bin ich erst noch einmal so alt, gebe ich dafür willig. Nur, lieber guter Junge, sparsam! Fröhne nicht täglich der Liebe und immer nur dann, wenn du Gegenliebe findest. Mein Mann bleibt noch vier Wochen abwesend. Ich werde binnen acht Tagen auf meinem Gute sein, acht Tage da auf dich warten, willst du mich besuchen? Allein bis dahin schone dich, und was meine Person vermag, soll dir diese Enthaltsamkeit vergolten werden.«

Und nun!

Sie küßte meine Lippen trocken. Sie nötigt mich zu gehen, ich sollte meine Enthaltsamkeit schon jetzt anfangen. Ich gab ihr meinen stolzen Amor in die Hand, sog an ihrem Rosenmunde und besuchte mit meinem Finger ihren kleinen Gott in der Grotte, der mich mit einem freudigen Hüpfen empfing.

Ich kann nicht, Liebe! Nach der Tafel fahren Sie ja fort und dort die Uhr an der Wand zeigt erst Vier.«

»Wollüstling, ich habe Ihnen gesagt, Sie sollen sich schonen. Haben Sie sich nicht diese Nacht genug erschöpft?«

Ich riß mich los, legte ihre Schenkel auseinander und betrachtete mit gierigen Blicken die rosige Spalte. Stolz auf meinen Anblick schien sie sich zu öffnen und meine Ankunft zu erwarten. Meine Holde lächelte, ich küßte ihre Milchhügel, wärmer wurden sie unter meinen Lippen.

»Warum erregen Sie Feuer, das Sie nicht löschen sollen? In acht Tagen –«

Meine Küsse hemmten ihre Rede, ich bemächtigte mich des Thrones und mein Amor trat in den Tempel. Meine Holde neckte mich. Je tiefer ich einzudringen versuchte, je mehr zog sie sich zurück und brachte mich dadurch in unbeschreibliche Hitze. Endlich gab sie nach und wir schieden mit der größten Zufriedenheit voneinander.

 << Kapitel 9  Kapitel 11 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.