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Die Berliner Range - Neue Bekenntnisse. Band I.

Ernst Georgy: Die Berliner Range - Neue Bekenntnisse. Band I. - Kapitel 2
Quellenangabe
typefiction
authorErnst Georgy
titleDie Berliner Range - Neue Bekenntnisse. Band I.
publisherVerlag von Rich. Bong.
yearo.J.
firstpub1900
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140611
projectidb58e2ed4
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Vorwort

Liebe Freundin Alice Kr...!

Dies Buch sei ein Zeichen meiner Freundschaft! – Es ist noch nicht lange her, daß meine »Memoiren einer Berliner Range« beim Publikum eine so über alle Erwartungen günstige Aufnahme fanden. Auf Bitten vieler liebenswürdiger Leser lasse ich nun »Die Berliner Range. – Neue Bekenntnisse« folgen. Diesmal zeichne ich nicht den »kleinen Rüpel«, sondern den Backfisch, die »ältere Range«, im Kreise ihrer Freundinnen. Auch meine genauen und treu wiedergegebenen Beobachtungen seien ein Beitrag zur Psychologie der, gerade in letzter Zeit so arg verketzerten und verleumdeten – »höheren Tochter«. »Tolle Knöppe sind wir und lassen uns nich die Butter vom Brot nehmen; aber – so – schlimm sind wir noch lange nich – – – wir Berliner Mädels« – sagte mir meine kleine Bekannte Lotte Bach. Sie hat recht, glaube mir! –

Im übrigen hat diese kleine Lotte Bach sich inzwischen in der ihren Freunden bekannten Art weiter entwickelt. Sie ist jetzt eine große Dame geworden. Und doch, im Vertrauen, sie ist noch immer ein wenig die »Berliner Range«. Sie beobachtet alles, bemerkt alles und kritisiert alles in ihrer scharf satirischen, gutmütigen Art. Heucheln kann sie nicht, und ihr Urteil sagt sie noch immer unbekümmert frei heraus: »Ich kann nun mal nich schwindeln! Wenn ich was scheußlich finde, dann muß es von der Leber 'runter! Trotzdem weiß ich ganz genau, was schön ist und erkenne es mit Wonne an – – Und 'ne Giftbolle bin ich deswegen noch lange nich!« – meinte sie gestern. Da mir nun aber als Schriftsteller daran liegt, die Wahrheit unverfälscht zu hören, habe ich mit Lotte Bach dauernd Freundschaft geschlossen. Sie, und mit ihr auch ich werden in zwanglos erscheinenden Büchlein auch in Zukunft unsere Beobachtungen den lieben Lesern mitteilen. »Unverfälschte Wahrheit und doch nicht Giftbolle! Uns kann keiner! Übelnehmen giebt es nicht, und Honny soit, qui mal y pense

Nicht wahr, Alice, Du kennst uns beide: Lotte und mich? Auch Du bist der Ansicht, daß wir es wagen können, zu zeigen: wie sich die ganze Welt in den Augen der »Berliner Range« abspiegelt? –

Kneif für uns den Daumen, bitte, denn das bringt Glück! –

Gruß und Handschlag von Lotte Bach und
Deinem treuen
Ernst Georgy.

Berlin 1900.

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