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Die Anweisung zum seligen Leben

Johann Gottlieb Fichte: Die Anweisung zum seligen Leben - Kapitel 5
Quellenangabe
typetractate
authorJohann Gottlieb Fichte
titleDie Anweisung zum seligen Leben
publisherDeutsche Bibliothek in Berlin
editorHeinrich Scholz
yearo.J.
firstpub1806
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20141207
projectide9eb430d
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Vorrede von Johann Gottlieb Fichte

Diese Vorlesungen, zusammengenommen mit denen, die unter dem Titel: Grundzüge des gegenwärtigen Zeitalters soeben in derselben Buchhandlung erschienen sind, und denen: über das Wesen des Gelehrten usw. (Berlin, bei Himburg), in welchen letztern die in diesen Vorträgen überhaupt herrschende Denkart an einem besonderen Gegenstande sich entwickelt, machen ein Ganzes aus von populärer Lehre, dessen Gipfel und hellsten Lichtpunkt die gegenwärtigen bilden; und sie sind insgesamt das Resultat meiner, seit sechs bis sieben Jahren mit mehr Muße und im reifern Mannesalter unablässig fortgesetzten Selbstbildung an derjenigen philosophischen Ansicht, die mir schon vor dreizehn Jahren zuteil wurde, und welche, obwohl sie, wie ich hoffe, manches an mir geändert haben dürfte, dennoch sich selbst seit dieser Zeit in keinem Stücke geändert hat. Die Entstehung solcher Aufsätze, sowie die äußere und innere Form, welche in ihnen die Lehre erhielt, war von außen veranlaßt; und so hing auch die Vollendung niemals von meinem eigenen Willen, sondern von der Zeit ab, innerhalb deren sie für den Vortrag fertig sein mußten. Zu dem Abdruck derselben haben Freunde unter meinen Zuhörern, die nicht ungünstig von ihnen dachten, mich, ich dürfte fast sagen, überredet; und für diesen Abdruck sie nochmals umzuarbeiten, wäre, nach meiner Weise zu arbeiten, das sichere Mittel gewesen, sie niemals zu vollenden. Diese mögen es nun verantworten, wenn der Erfolg gegen ihre Erwartung ausfällt. Denn ich, für meine Person, bin durch den Anblick der unendlichen Verwirrungen, welche jede kräftigere Anregung nach sich zieht, auch des Dankes, der jedem, der das Rechte will, unausbleiblich zu Teile wird, an dem größern Publikum also irre geworden, daß ich mir in Dingen dieser Art nicht selber zu raten vermag und nicht mehr weiß, wie man mit diesem Publikum reden soll, noch, ob es überhaupt der Mühe wert sei, daß man durch die Druckpresse mit ihm rede.

Berlin, im April 1806.

Fichte

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