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Deutsche Mythologie

Brüder Grimm: Deutsche Mythologie - Kapitel 58
Quellenangabe
typeXXXXXXXXX
booktitleDeutsche Mythologie
authorJacob Grimm
year1992
firstpub1835
publisherDrei Lilien Verlag
addressWiesbaden
isbn3-922383-68-8
titleDeutsche Mythologie
pages1552
created20091202
sendergerd.bouillon@t-online.de
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l. aberglaube zu Osterode am harz.
(das. 1788. 2, 425–431.)

752. frühjahrs beim ersten austreiben auf die weide soll man beil und feuerstahl, in blaue schürze gewunden inwendig vor die stallschwelle legen, und die kühe darüber schreiten lassen.

753. abends vorher, beim füttern, drei häufchen salz, so viel man mit den fingern halten kann, ihnen zwischen die hörner streuen, und rücklings aus dem stall gehen; so haben böse augen dem vieh nichts an. 461

754. wascht das mädchen ungewaschen die kuh, so rahmt die milch nicht.

755. soll eine kuh nicht mehr als einmal mit dem ochsen laufen, muß ein lebendiger blinder hund inwendig vor die stallthür eingegraben werden.

756. wird die kuh vor dem haus einer hexe hergetrieben, spucke der treiber dreimal aus.

757. zuchtvieh, das im abnehmenden mond jung oder entwöhnt wird, taugt nichts.

758. werden schwalbennester am hause zerstört, geben die kühe blut.

759. kommt die hexe zum buttern, und kann die bänder am butterfaß zählen, so geräth die butter nicht.

760. drei salzkörner ins milchmaß bewahren die milch vor hexen.

761. hüner die gut legen sollen, füttere man neujahr in der mittagsstunde mit allerlei früchten unter einander.

762. man lege einer bruthenne die eier unter, gerade wenn die schweine einkommen, und laufe so geschwind, wenn man sie ins nest trägt, wie die schweine laufen; so kommen die eier geschwind hintereinander aus.

763. wer den trauring zuerst verliert, stirbt zuerst.

764. trauungen müssen im vollmond geschehen, sonst hat die ehe keinen segen.

765. das erste warmbier für die wöchnerin darf niemand kosten, es muß mit den fingern versucht werden, sonst bekommt sie leibreißen.

766. gegen den ansprang (eine art röthe) des kindes hole man ein stück holz aus dem mühlrad, zünde es an und räuchere damit die windeln; das kind wasche man mit wasser, das vom mühlrad abspringt. vgl. 471. was vom holz übrig bleibt, ist in fließend wasser zu werfen.

767. in der baumblüte kein kind zu entwöhnen, sonst bekommt es graue haare.

768. zu einem ungetauften kind soll kein fremder eingehen; wäre er nicht dicht (geheuer), so vergienge der mutter die milch.

769. bekommt das kind kinderscheuerchen, wenns ein knabe ist, muß ihm die goth, wenn ein mädchen, die pathe das hemd auf der brust entzwei reißen.

770. einem entwöhnt werdenden kinde muß man dreimal geben: eine semmel zum essen, einen pfenning zum verlieren, und einen schlüssel.

771. montag soll man nichts ausleihen, beim kauf nichts schuldig bleiben, auch keinen strumpf links anthun.

772. woran am himmelfahrtstag gearbeitet wird, danach trachtet ein gewitter. vgl. 703.

773. wirft man Matthiastag einen schuh überkopf, steht die spitze zum haus hinaus, so muß man das jahr sterben, oder ausziehen.

774. Matthiastag lege man so viel leuchterpfennige (hohle blechmünzen) als leute im haus sind, auf einen stillstehenden eimer voll wasser: der dessen pfennig untersinkt stirbt im jahr.

775. wasser, am ersten ostermorgen vor sonnenaufgang, stromabwärts und stillschweigend geschöpft, verdirbt nicht, und ist für alles gut.

776. am selben tag vor sonnenaufgang gebadet hilft wider grind und andre gebrechen.

777. eine dienstmagd soll gleich beim eintritt ins haus nachsehen, ob feuer im ofen ist und es schüren, so bleibt sie lange im dienst.

778. beim hausbau soll der hausherr den ersten schlag mit der zimmeraxt aufs bauholz thun, fliegen funken heraus, so brennt das haus ab.

779. ist ein bett so gestellt, daß die füße des darin schlafenden zum haus hinaus stehen, so muß er sterben.

780. behextes geld wird unterm zählen immer weniger; man streue salz und dill zwischen und lege ein kreuzzweipfennigstück hinzu, so bleibt es richtig.

781. heckethaler mehren das geld unterm zählen, und kehren ausgegeben immer wieder zurück.

782. eine wöchnerin darf nicht aus dem fenster schauen, sonst nimmt jedes vorbeigehende fuhrwerk ein glück mit. 462

783. wer ein gründonnerstag gelegtes ei wohl verwahrt bei sich trägt, kann alle hexen mit kübeln auf dem kopf sehen. vgl. 636. 685.

784. wer das erste korn blühen sieht, ziehe es dreimal durch den mund und sage: ›gott behüte mich vor fieber und gelbsucht‹, so bleibt er frei davon. vgl. 695.

785. drei knöpfe in einen faden geknüpft und in einen sarg gelegt, macht von warzen frei.

786. gebiert eine frau sieben söhne hinter einander, so kann der siebente durch einen schlag mit seiner hand allerlei schaden heilen.

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