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Deutsche Mythologie

Brüder Grimm: Deutsche Mythologie - Kapitel 43
Quellenangabe
typeXXXXXXXXX
booktitleDeutsche Mythologie
authorJacob Grimm
year1992
firstpub1835
publisherDrei Lilien Verlag
addressWiesbaden
isbn3-922383-68-8
titleDeutsche Mythologie
pages1552
created20091202
sendergerd.bouillon@t-online.de
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D. aus der zürcher pap. hs. (wasserkirchbibl.) B. 223/730. 4°. geschrieben 1393. vielleicht in Zürich, jedenfalls in der Schweiz. mitgetheilt von Wackernagel.

38. r. – du solt nút glŏben an zŏber noch an luppe noch an hesse noch an lachenen noch an fúrsehen[eher fiursehen als fürsehen.] noch an messen noch an die nahtfrŏwen noch an der agelster schrien noch an die brawen vn der wangen iucken noch an die batenien noch an deheiner hand dinges das vnglŏb si.

140. r. – Dis stuk seit von den lossern vn von den valschen propheten.

Die losserr vn die valschen gotförmigen wissagen das sínt die lút die inen selben zů eigenent vn zů legent etlichú ding, dú allein des waren gottes eigen sint, an alles vrlob, von ir eignen bosheit vn ir grossen valscheit. Das ist das sú kúnftig ding vor wissagent, vnd zúhend da mit vnzallich vil selen mit inen zů der helle. wan sú begnüget nút an ir selbs bosheit, si wellen ůch ander lút mit inen ziehen in den ewigen tot, die si betrúgent von des túvels rat mit ir bösen listen. Nv sint dirre valschen wissen vil, das ist der lossungen vnd solicher wissagung. Etlich geschihet dur den bösen geist phytonem appollinem, der ein vrhab ist der selben bosheit. Etlich geschihet in dem fúr, dú wirt genemmet pyromancia. Ein andrú heisset aeromancia dú geschihet in dem luft. Ein andrú geomancia, dú geschihet in dem ertrich. Ein andrú ydromancia, dú geschiht in dem wasser. Ein andrú heisset (140. v.) nigromancia das da ze latine ist ein toter. Wan dur trugnússe werdent etwenne geachtet die toten erstanden sin von dem tot vnd dunket die lút wie si warsagen, vnd entwúrten der dingen, der sú gefraget werdin. Vnd dis geschihet dur die anrüffung vnd beschwerung der túvelen. Hier vmb súlent ellú menschen (hs. Me) bekennen vnd fúr war wissen, das ein ieklicher mensche wib oder man, der da haltet oder vebet solich wissagung oder losen von zŏber oder bescherten. oder luppe. oder hezze oder lachnen. oder fúrsehen. oder messen. oder der agelster schrien. oder vogel sang. oder brawen. oder wangen iucken. oder von den bathinien oder deheiner hant das vngelŏb ist. oder der es gern hört vnd vernimet. oder den gehillet, die es vebent vnd haltent. oder es wol glŏbt, Ald der in ir hus zů in tag (l. gat.) Ald der sú in sin hus füret vmb das er sú rates frag, Der sol wissen, das er 412 sinen kristanen glŏben vnd sinen tŭf hat vber gangen vnd gebrochen. Vnd das er si ein heiden. Ein abtrúniger, und ein vient gottes. Vnd wisse sich swarlich in lŏffen oder in vallen in den zorn gottes. Vnd das er ab súle varn in die ewigen verdampnússe. Es si denne das er vor mit kristenlicher penitencie oder rúw werde gebessert vnd gesünt got. Ovch ist das nút vnder wegen ze lassenne oder ze úbersehenne das etlich meintetigú wiber, die da nach dem túvel sathan bekert sint, vnd mit der túvel verspottung vnd mit fantasien oder trúgnússe sint verwiset, Das die glŏbent vnd veriehent das si selber vnd ein grössú mengi wiben ritten vnd varen mit der heiden gúttinnen, dú da heisset dyana oder mit herodiade, vf etlichen walt tieren in der nacht stilli dur vil ertriches oder landes. Vnd das si irem gebot gehorsam sien als einer gewaltigen frŏwen. Vnd das sú dú selb gúttinne ze benemten nechten rüffe zů irem dienst. Vnd hie von haltent sú. Vnd wölti got das dis wiber allein in solicher wis verdorben weren gegen got vnd nút vil mit inen gezogen vnd verwiset hettin in das verderben des bösen (141. r.) vnglŏben. Wan ein vnzallichú mengi ist mit diser valschen wis betrogen die da glŏbent, das es war si, vnd da mit das si es glŏbent ab dem weg gant des rechten glŏben vnd in gewollen werdent der scheilichen irrunge der heidenen, das si glŏben vnd wenen wellen, das ichtes iht götliches oder götlicher kraft vsserthalb einem waren got si. Hiervmb súlent die priester dur die kilchen, die inen enpholhen sint, dem volk gottes mit grossem flisse steteklich ob ligen vnd inen predien vnd sicherlichen bewisen das si bekennent werden, das disú ding ellú valsch sint vnd nút sien von dem göttlichen geist, me das si halten das dis trúgnust ingegebe si, entrúwen von dem bösen geist dem gemüt der glŏbigen werden solichen wibs gemüt (sic omnia), vnd dur vnglŏben er si im selber hat vndertenig gemachet. Alzehant wandlet er denne aber sich in gesteltnús vnd in glichheit menger hant personen Vnd das gemüt, das er gevangen haltet, das betrúget er in dem slaf. Vnd offenbart im ietzent frölichú ding, denne trurigú, ietz bekant personen, den vnbekant, vnd fürt die dur die wildinen vnd dur die lender. Vnd so der vnglŏbig geist dis trúgnúg allein lidet, so haltet er nút, das dis in dem gemüt gescheh, sunder in dem libe, wan wer ist der mensche der nút in trömen vnd in offenbarungen oder gesichten der nechten nút vsgeleitet werde von im selben, da er slaffend meniges siht das er wachend nie gesach oder villich niemer gesicht? Vnd hier vmb wer ist also toreht ald so vnvernúnftig der disú ellú dú da allein in dem geist geschehent úber ein wenet vnd haltet das es geschehe in dem libe u. s. w.

(fol. 143. r.) – Nv mugent dis valsch vnd vppig erznien geteilet werden nach den menigualtigen dúrften, von der wegen sie geübt werdent. Etlich geschehent von der lút siechheit wegen oder des vihes. Etlich fúr vnberhaftikeit. Etlich fúr die erbeit der frŏwen, die nút gebern mugen. Etlich wider den hagel vnd 413 das vngewitter. Ander wider allerlei pin. Hier vmb ist den ze ratenne, die suslichv ding lident, das sú ellú túuellich gespenst lassent, vnd den allein rates vmb ir notturf fragen vnd von im es sůchen von des gewalt ellú ding geschaffen sint vnd von des willen ellú ding berichtet werdent. Vnd súllent sprechen demütklich. ›Herre got kum vns ze helf.‹ Wan dur vns vermugen wir nihtes nit, sunder uns gebristet ob wir getrúwen haben dur vns. Vnd dar vmb wer da lidet siechheit der hab allein in die barmherzikeit gottes ein gůtes getrúwen, und enphahi den heiligen fronlichamen vnd das heilig blůt vnsers lieben herren ihesv christi mit festem glŏben, vnd mit gůter andaht. Vnd begere ŏch das gesegnet öli von der heiligen kilchen getrúwlich. Vnd also nach dem vnd der apostel sprichet so behaltet das gebette des glŏben den siechen. Nu gat aller meist mit diser úppikeit der zŏbrie vmb die (143. v.) bös kúndikeit der valschen vnd schedlichen wiben, als ŏch des glich da vor geseit ist. Wan dik vnd vil als vil es an inen ist, so enterent vnd versmachent solich die sacrament der heiligen kilchen. Vnd etwenne wúrkent sú mit inen, das erschrokenlich ŏch ze sagenne vnd ze hören ist allen wol glŏbenden menschen (Me). Vnd hier vmb werdent si gesehen böser vnd wirser, den die túuel. Wan die túuel glŏbent Got vnd fúrhtent in mit zittrunge. Zů dem dise an vorht vnd an zitter gant. Vnd würkent mit gottes fronlicham vngenemú vnd vnerlichú ding. Des man ein gliches zeichen oder wunder liset in der geschrift von eim wib die in der selben wis vnsers herren fronlicham enphieng, vnd behůb den in irem mund, vnd gieng also hin vnd kuste iren man vmb das sin minne grösser wurde zů ir denne vor. Vnd zehant wart dú hostie gewandlet in fleisch. Vnd do si des gewar ward do wolt si vnsern herren wider vs han geworfen. Do wurkt vnser herre da sin wunder das si in weder mocht vsgewerfen noch geslinden u. s. w.

(fol. 144. r.) – Wie das nv da vor geseit si das man miden súle solich erzenie die in solicher túuellicher wis geschehent. Doch wer der weri der das heilsami krut mit den xij stúken des glŏben vnd mit dem pater noster schribe (144. v.) an einen brief, vnd den denne leiti vf den siechen vmb das got aller ding schepfer also geeret werde, das enwirt nút verworfen noch versmachet, so man keins der vorgenanten verworfenen vnd falschen dingen mit dar zů mischelt. Vnd zit halten erznie ze gebenne. Vnd zu den lessinen ist ŏch nút ze verwerfenne. vnd ŏch bedút die der zit war nement ze seienne vnd bŏm ze behŏwenne. Vnd zů solichen dingen, die zů gebúrschen werken behörent, die sint dar vmb nút ze straffenne. Wan die natúrlichen bescheidenheit mag man halten oder veben in den dingen. Vnd si heint ŏch ein sicher bescheidenheit Alsdenne So man kein ander vppig haltunge meinet, noch dar zů lat gan. Ze verstemmenne suslicher vertümlicher vnd schedlicher bosheit sol in allen wis geflissen sin vnd hier zů munder sin die kúndikeit der priester der selen besorger, 414 Das nút die kristenlich geistlicheit mit disen valschen vorgeseiten dingen werde entreinet vnd verwiset. Vnd wider infalle in die sitten des heideschen vnd túuelschen vnglŏben, das ein glŏb der menschen gemüt werde vnd si, vnd ein miltikeit der werken An ze betten einen waren got den vater vnd den sun vnd den heiligen geist, der da ist gebenediet in die welt der welten.[vgl. die kirchlichen und unkirchlichen segnungen in Haupts zeitschr. 4, 570.]

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