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Deutsche Minnesänger

Richard Zoozmann: Deutsche Minnesänger - Kapitel 83
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleDeutsche Minnesänger
publisherGeorg Müller Verlag A.G.
year1927
translatorRichard Zoozmann
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080409
projectid936cb5b0
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Herr Reinhold von der Lippe

um 1260

So schwächlich ist mein Menschensinn,
Daß er schwankt hin
Schon im Beginn
Und nie mein Herz erlangt Gewinn
Von wahrer Gottesminne:
Schuld hat daran der Welt verfälschte Süße!
Und, Gott, will treu ich denken dein,
So tanzt mir fein
Ein Weibsbild drein,
Die legt mir Schlingen listigfein,
Daß ich mir mehrmals dran zerschnitt die Füße!

Was sie mir bot,
Ist schmacklos Brot;
Sie bringt mir Not,
Daß ich verletze dein Gebot
Und mich zur Sünde muß in allem neigen.
Es treibt der Welt Verlogenheit
In kurzer Zeit
Mich in den Todesreigen.
Mein harrt ein Weh, dauernd und groß,
Und schleppe bloß
Ein schweres Los,
Das stürzt mich in der Hölle Schoß
Als Satans Erb und Eigen,
Willst du mir, süßer Gott, nicht Huld erzeigen!

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