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Deutsche Minnesänger

Richard Zoozmann: Deutsche Minnesänger - Kapitel 77
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleDeutsche Minnesänger
publisherGeorg Müller Verlag A.G.
year1927
translatorRichard Zoozmann
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080409
projectid936cb5b0
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Der von Suneck

um 1255

Du hast, vielsüße Minne, mich bezwungen,
Daß ich muß singen von der Minnereichen,
Nach der mein Herz in holder Not gerungen.
Sie wußte sacht durchs Auge mir zu schleichen
Ins Herz so lieblich bis zum tiefsten Grunde:
Solch lieblich Lachen auf so holdem Munde
Zu schaffen – dessen hatte Gott nur Kunde!

Giebts eine Schöne, Liebre, ohne Mängel
Wie sie, in deutschen oder welschen Reichen?
Keuscher und reiner ist kein Himmelsengel,
Denn nichts läßt in der Welt sich ihr vergleichen.
Nichts Holdres giebts auf diesem Erdenrunde!
Solch lieblich Lachen auf so holdem Munde
Zu schaffen – dessen hatte Gott nur Kunde!

Als ich die Holde sah zum ersten Male,
Glaubt einen schönen Engel ich zu sehen;
Ich wähnte, daß mir alles Glück erstrahle,
Doch ließ sie großes Herzleid mir geschehen.
Nur lernt ich einsehn dies zu jener Stunde:
Solch lieblich Lachen auf so holdem Munde
Zu schaffen – dessen hatte Gott nur Kunde!

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