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Deutsche Minnesänger

Richard Zoozmann: Deutsche Minnesänger - Kapitel 40
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleDeutsche Minnesänger
publisherGeorg Müller Verlag A.G.
year1927
translatorRichard Zoozmann
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080409
projectid936cb5b0
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Gösli von Ehenheim

um 1226 – 1250

Liegt der Winter
Hinter
Uns bezwungen,
Preisen lieblich alle Zungen
Wald und Wiese, Feld und Blumenau!
Scheucht am Morgen
Sorgen
Fort, ihr Jungen,
Da die Blumen rings entsprungen:
Veilchen, Lilien, Rosen stehn im Tau!
Singen Vögel, sing auch ich der Süßen;
Wenn die Frau
Ich erschau,
Läßt ihr Grüßen
Leid und Sehnsuchtsqual mich schnell verbüßen.

Werte Minne,
Sinne
Hab ich keine;
Bitte du die Holde, Reine,
Daß sie steure meiner bittern Not.
Will mein Leben
Geben
Für die Eine,
Die ich schon von Kind an meine;
Doch nur Leid mir stets die Treue bot.
Kann ihr Haß mir geben Gram und Schmerzen:

Lacht sie hell.
Macht sie schnell
Meinem Herzen
Freude, um die Trauer auszumerzen.

Mehr unsäglich
Täglich
Brennt die Wunde;
Doch vor ihrem Rosenmunde
Bleibt um meine Not die Klage stumm.
Wenn sie wollte,
Zollte
Sie zur Stunde
Heilung mir, daß ich gesunde –
Edle Fraun, dies eine wünscht mir drum:
Daß zum Knecht, der treu sie wollte hegen,
Sie mich nähme;
Aber käme
Dies ihr ungelegen,
Heiße sie mich gehn auf andern Wegen!

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