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Deutsche Minnesänger

Richard Zoozmann: Deutsche Minnesänger - Kapitel 31
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleDeutsche Minnesänger
publisherGeorg Müller Verlag A.G.
year1927
translatorRichard Zoozmann
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080409
projectid936cb5b0
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Bruder Wernher

1217 – 1245

Es sei dem Kreuz mein Singen,
Und dem Gemarterten geweiht!
Ich sang der Welt um schlechten Lohn,
Ach leider! schon zu viel.
Könnt bessres ich erringen,
Als ewigliche Seligkeit?
Was hofft sonst jemand, der wie ich
Die Kreuzfahrt nahm zum Ziel?
Drum sorge jeder weise Mann,
Daß sein sich nehm ein Engel an,
Der ihn behüt und pflege.
Droht ihm der Teufel auch Gefahr,
Der Engel mehrt ihm dann fürwahr
Die graden, ebnen Wege,
Da krumme Steig und Stege
Der nicht vertragen kann.

Zu Troste ward uns allen
Geboren einer Jungfrau Sohn,
Der ist sein eigner Vater und
Zugleich sein eigen Kind.
Wir waren ganz verfallen
Der bösen Lust durch Teufels Hohn,
Und tappten in der Finsternis
Mit sehenden Augen blind.
Durch ihn ward uns da Licht gesandt,
Daß wir den rechten Weg erkannt
Und an das Ziel gekommen.
Drum helfe jeder rächen jetzt,
Daß seines Lands man ihn entsetzt,
Ihm Grab und Kreuz genommen,
Bevor es die Unfrommen
Im Spotte uns entwandt.

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