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Deutsche Minnesänger

Richard Zoozmann: Deutsche Minnesänger - Kapitel 29
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleDeutsche Minnesänger
publisherGeorg Müller Verlag A.G.
year1927
translatorRichard Zoozmann
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080409
projectid936cb5b0
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Herr Geltar

um 1213

Nun stehen Wald und Heideland
Aufs neu in buntem Prachtgewand;
Es klopft ein jedes Herz geschwind,
Fräulein und Magd sind frohgesinnt,
Weil nicht mehr weht der kalte Wind.

Mein Trauern nicht mehr währen kann,
Sprach eine Magd, seitdem ein Mann
Mir innig liegt in Herz und Sinn,
Und weiß, daß ich ihm freundlich bin:
Heimliche Freud ist mein Gewinn!

Die Mutter sprach im Zorne da:
Weh mir, daß ich dich jemals sah!
Was schmückst du dich so überfein.
Und trägst ein Rosenkränzelein?
Du wirst nicht alt als Jüngferlein.

So werd als Weib ich eben alt;
O Mutter, Liebe hat Gewalt:
Lieb ich ihn nicht, so ists mein Tod,
[Drum will ich in die Rosen rot]Fehlt in der Handschrift.
Mit ihm, dort endet meine Not.

O Tochter sag, wer mag es sein?
Ein Welscher, liebe Mutter mein.
Mein liebes Kind, so ists ein Mann,
Der Liebessorgen enden kann:
Lohn ihms, wenn er dein Herz gewann.

Mit dem Welschen meint sich der Dichter natürlich selber.

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