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Deutsche Minnesänger

Richard Zoozmann: Deutsche Minnesänger - Kapitel 26
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleDeutsche Minnesänger
publisherGeorg Müller Verlag A.G.
year1927
translatorRichard Zoozmann
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080409
projectid936cb5b0
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Herr Heinrich von Frauenberg

um 1210 – 1220

Ach meiner Not!
Ich armer Mann,
Was soll mir endlich noch geschehn?
Mich packt der Tod
Gewiß noch an,
Kann ich der Liebsten Huld nicht sehn.
Sie macht mir kummerschwer das Herz,
Wie auch den kleinen Vögeln Schmerz
Der Winter tut mit seinem Zorn;
Drum sticht mich so des Grames Dorn.

Was soll mir Leib,
Was soll mir Gut,
Da keine Ruhe mich erquickt?
Das beste Weib
Mir leides tut,
Das Gott uns auf die Welt geschickt.
Schön ist sie und unwandelbar,
Obgleich sie nie mir huldreich war,
Doch bleib ich untertänig ihr,
Mein Herz gebietet solches mir.

So leb ich hin
In Kummer schwer,
Seit der Herzliebsten dies gefiel,
Sodaß ich bin
An Freuden leer:
Das ist der lieben Frau ein Spiel.
Doch wird der Lohn, wie sie versprach,
Dem Dienst gemäß sein, den ich pflag,
Nun, sei es drum; sie ist so gut,
Daß sie an mir noch Liebes tut.

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