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Deutsche Minnesänger

Richard Zoozmann: Deutsche Minnesänger - Kapitel 18
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleDeutsche Minnesänger
publisherGeorg Müller Verlag A.G.
year1927
translatorRichard Zoozmann
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080409
projectid936cb5b0
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Herr Bligger von Steinach

um 1193

Es fände guten Kauf an meinen Jahren,
Der gerne würde ohne Freuden alt,
Weil sie mir leider alle unnütz waren.
Für eins, das tröstlich war, gab ich alsbald
Drei hin: so fürcht ich des Geschicks Gewalt.
Das kränkt mich tief; doch wie soll sich gebaren,
Der unverschuldet Treue hart entgalt?

Und fand ich etwas noch, was für die Leiden,
Die lange mir bedrücken schwer die Brust,
Mehr Trost mir als die Treue könnt bescheiden,
Das würd ich leisten, völlig und mit Lust.
[Es ist umsonst, doch bleib ich mir bewußt,]
Wer alle Frauen will um eine meiden,
Die eine hätt ihm lohnen längst gemußt.

Wohl find ich noch die Schöne an dem Rheine,
Durch deren Schuld das Herz mir so versehrt,
Ja mehr, als ihr nach meinem Äußern scheine;
[Und wenn mein Fuß je wieder heimwärtskehrt,
Gern säh ichs,] würd ihr kund, was mich beschwert.
Sie, die mein Herz noch mehr liebt, wie ich meine.
Als Saladin hält sein Damaskus wert.

Die in [] stehenden Zeilen fehlen in der Handschrift und sind vom Nachdichter sinngemäß ergänzt.

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