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Deutsche Minnesänger

Richard Zoozmann: Deutsche Minnesänger - Kapitel 128
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleDeutsche Minnesänger
publisherGeorg Müller Verlag A.G.
year1927
translatorRichard Zoozmann
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080409
projectid936cb5b0
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Graf Hugo von Montfort-Bregenz

1357 – 1423

Ich schrieb dir gern ein kluges Wort:
Du machtest mein Herz mir abhanden,
Mein lieber Schatz, mein höchster Hort,
Du hasts in deinen Banden.

Von Gold ein feines Kettelein
Hält mir das Herz umschlossen,
Dein Eigen will es immer sein
Und ists schon unverdrossen.

Und hat mir Botschaft jüngst gebracht:
Es will sich mir entziehen,
Nur deines Dienstes haben acht,
Zu deiner Liebe fliehen.

Auch sagts, daß es nichts andres treib,
Als nur bei dir zu weilen;
Nie besser ihm je gefiel ein Weib,
Drum muß zu dir es eilen.

So hast du mein Herz abtrünnig gemacht
Ganz plötzlich und nicht mit Güte,
Ich hab schon selbst meines Schadens gelacht:
Daß Gott uns beide behüte!

Wohl kann ich dein mich beklagen nicht,
Du tust so gut meinem Herzen,
Drum hör, was mein Mund in Wahrheit spricht:
Bei dir kenn ich keine Schmerzen.

Geschrieben nach Christ vierzehnhundert Jahr,
Dies schreib ich dir mit diesem Wort,
Und mit dem andern schreib ich fürwahr:
Mein lieber Schatz, mein höchster Hort.

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