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Deutsche Minnesänger

Richard Zoozmann: Deutsche Minnesänger - Kapitel 125
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleDeutsche Minnesänger
publisherGeorg Müller Verlag A.G.
year1927
translatorRichard Zoozmann
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080409
projectid936cb5b0
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Albrecht, Marschall von Rapperschwyl

um 1330

Wieder froh ist mein Gemüt,
Weil der Mai ringsum erblüht
Auf den jungen Reisen.
Aus dem zarten Knospenschwall
Läßt erfreut Frau Nachtigall
Klingen ihre Weisen.
Ach wie süße Melodein
Uns die Holde spendet!
Doch auch Sie mag selig sein.
Die da zu den Vögelein
Meine Seele wendet!

Keine mehr wie Sie es giebt,
Darum wünsche, wer mich liebt,
Daß sie mein soll werden.
Dann hab ich ein Paradies
Voller Glück, wie nie sichs wies
Einem Mann auf Erden.
Auch ihr engelhafter Leib
Strahlt in süßer Jugend,
Daß kein Wort es je beschreib;
Und dein Herz, du schönes Weib,
Ist voll reinster Tugend.

Die mich so macht jung und alt,
Hat zwei Steine in Gewalt,
Die mich stets erfreuten;
Darin les ich freudenvoll,
Was mir noch geschehen soll ...
Kann ichs richtig deuten?
Ja sie strahlen hehr und hell
Und sie sagen beide:
Glücklich wirst du; komm, Gesell,
Komm in meine Arme schnell,
So wird Lieb aus Leide!

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