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Deutsche Minnesänger

Richard Zoozmann: Deutsche Minnesänger - Kapitel 12
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleDeutsche Minnesänger
publisherGeorg Müller Verlag A.G.
year1927
translatorRichard Zoozmann
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080409
projectid936cb5b0
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Herr Friedrich von Hausen

um 1175

Nun weiß ich, daß Gott Wunder kann
Von Schönheit schaffen in dem Weibe;
Nun weiß ich, seh ich sie nur an,
Nichts fehlt, was schön ist, ihrem Leibe.
Ob mich der Kummer auch zerreibe,
Ich trag ihn ohne Groll fortan,
Wenn ich mit ihr vereint nur bleibe
Und sich mein Wunsch erfüllen kann.
Wird kund ihr, was sie wirkt an mir,
So trenn ich niemals mich von ihr.

Sie denke nicht, ich sei ein Mann,
Der sie zum Zeitvertreib nur minne.
Von Kind auf hangen ihr ja an
Mein Herz und alle meine Sinne.
Nie ward ich Falschheit an ihr inne,
Seit ich sie innig liebgewann,
Treu bleibt mein Herz ihr zum Gewinne
Und wird ihr treu sein auch fortan.
Wird kund ihr, was sie wirkt an mir,
So trenn ich niemals mich von ihr.

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