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Deutsche Minnesänger

Richard Zoozmann: Deutsche Minnesänger - Kapitel 119
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleDeutsche Minnesänger
publisherGeorg Müller Verlag A.G.
year1927
translatorRichard Zoozmann
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080409
projectid936cb5b0
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Der Kanzler

um 1300

Wintersmann, vonhinnen scheide,
Nimm auch mit, was uns zuleide
Reif getan hat, Frost und Schnee.
Laß den Anger, laß die Heide
Nicht mehr ohne Augenweide,
Die uns bringen Gras und Klee.
Schick die kleinen Federschwinger
Auf die Zweige, daß geringer
Unser Gram wird durch die Singer,
Bringe Blumen uns wie eh!

Kommt, ihr Pfaffen und ihr Laien,
Freut euch an der Luft des Maien,
Kommt, genießt der schönen Zeit.
Schon die Mägdlein sieht man reien,
Da sollt ihr auch gern euch zweien,
Minnelust steht rings bereit.
Frauen sind gar liebe Dinger,
Frauendienst macht nicht geringer,
Lieblich winkt ein Frauenfinger,
Wenn ihr Herz euch Lohn verleiht.

Sommerzeit und Weibesminne
Tröstet Männern die fünf Sinne,
Frauenanblick freut das Herz.
Wird am Vogelsang man inne
Hoher Lust: mehr zum Gewinne
Wird uns holder Frauen Scherz!
Ist der Mai ein Blumenbringer,
Lockt die Frucht doch nicht geringer,
Und wer eines Weibs Bezwinger,
Den auf ewig flieht der Schmerz!

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