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Deutsche Minnesänger

Richard Zoozmann: Deutsche Minnesänger - Kapitel 111
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleDeutsche Minnesänger
publisherGeorg Müller Verlag A.G.
year1927
translatorRichard Zoozmann
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080409
projectid936cb5b0
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Herzog Johann von Brabant

um 1280

Minniglich und gut,
Lieblich und von reinem Sinne
Und so wohlgemut
Ist sie, die ich treulich minne.
Die als Königinne
Tief in meines Herzens Grund,
Lebt und webt darinne
Jetzt und alle Stund.
Immer dienen ohne Lohn,
Das ist jämmerlich!
Wer dies mußte – wißt ihrs schon?
Sehet, das bin ich.

Treulich dienen will ich ihr,
Nimmer will ich von ihr lassen:
Lohnt sie das mit Undank mir?
Weh, wie könnt ich da mich fassen!
Laß, Frau Venus, mein erbarmen dich,
Sag der Liebsten, daß sie tröste mich.
Immer dienen ohne Lohn,
Das ist jämmerlich!
Wer dies mußte – wißt ihrs schon?
Sehet, das bin ich.

Immer wird mir Qual zuteil,
Nacht und Tag, zu allen Stunden:
Das tut mir der Minne Pfeil,
Der erneut stets meine Wunden.
Die verbindet mir kein Händlein zart,
Und doch jag ich auf der alten Fahrt!
Immer dienen ohne Lohn,
Das ist jämmerlich!
Wer dies mußte – wißt ihrs schon?
Sehet, das bin ich.

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