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Deutsche Minnesänger

Richard Zoozmann: Deutsche Minnesänger - Kapitel 110
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleDeutsche Minnesänger
publisherGeorg Müller Verlag A.G.
year1927
translatorRichard Zoozmann
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080409
projectid936cb5b0
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Meister Gervelin

um 1276 – 1300

Ein männlich Weib, ein weibisch Mann,
Die Spindel ihm und ihr das Schwert!
Des Mannes Schmach steht ihr wohl an.
Halt sie sich ihres Dünkels wert,
Kein andrer soll es preisen!
Wo man von ihm vernimmt ein Ja,
Folgt gleich ihr Nein; ihr Ja bleibt Ja,
Sein Nein hat keine Geltung da;
Gilt Schwarz und Weiß denn gleicherzeit?
Die Frage für die Weisen! –
Daß einem Mann, der brav im Streit,
Ein Weib zu glauben zwinge,
Daß ihre Lerche Falke heiß,
Daß sind sinnlose Dinge.
Vom Weib ein Schwertschlag, Spindelfleiß
Vom Mann wird niemals Ruhm eintragen.
Mann sei kein Weib, und Weib kein Mann,
Noch laß er sich – schlecht stehts ihm an –
Vom Weib ins Bockshorn jagen!

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