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Deutsche Freundesbriefe aus sechs Jahrhunderten

Verschiedene Autoren: Deutsche Freundesbriefe aus sechs Jahrhunderten - Kapitel 81
Quellenangabe
typeletter
authorJulius Zeitler
titleDeutsche Freundesbriefe aus sechs Jahrhunderten
publisherVerlag Julius Zeitler
editorJulius Zeitler
year1909
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140417
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79. Jacobi an Hamann

16. Januar 1786.

Gestern, kurz vor Mittag, wurde Ihr Brief vom 4. mir gebracht. Ich fand den Augenblick das Bild, und vor Freude fing mir das Herz so gewaltig an zu schlagen, daß ich mich niedersetzen und die Hände auflehnen mußte. Zweimal sprang ich auf, um damit hinüber zu meinen Schwestern zu laufen, und kam beide Mal zurück, um zuerst den Brief zu lesen. Bei der Stelle Ihres Briefes, wo es läßt, als wäre das Bild für Buchholtz, wurde mir ganz schwül und tausend Ränke und Hülfsmittel gingen mir durch den Kopf. Eine ganze Weile saß ich so, ohne mit dem Lesen von der Stelle zu kommen. Endlich ging es denn doch wieder voran, und auf der dritten Seite war das Bild mein. Lieber Hamann, Sie sind gewiß der Mann, der auch sich recht von Herzen freuen kann; so denken Sie sich selbst denn meine Freude. Nun hielt ich mich nicht mehr; ich sprang hinüber zu meinen Schwestern, so daß alle Thüren hinter mir offen stehen blieben, that aber beim Hereintreten doch ganz gelassen und ließ raten, wen das Bild vorstelle. Sie errietens bald. Der Hamann hat Dich doch recht lieb, sagte Lotte. Ach, so lieb, sagte ich, wie kein Mann mich gehabt; und so im Innersten der Seele gerührt hat mich auch noch keines Mannes Freundschaft.

*

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